Sigmund Oehrl

Paganes und Christliches in der Vierbeinerikonographie der schwedischen Runensteine

Einführung

Der überwiegende Teil der skandinavischen Runensteine der Wikingerzeit stammt aus dem heutigen Schweden. Es handelt sich um etwa 2500 Denkmäler, von denen ungefähr die Hälfte aus der Landschaft Uppland stammt.1150 Diese wikingische Form der Totenmemoria ist ein Phänomen des ausgehenden 10. und insbesondere des 11. Jahrhunderts – einer Zeit des religiösen und politischen Wandels.1151 Mit seiner Taufe im Jahre 1009 herrscht Olof Skötkonung als erster christlicher König über Süd*** Mittelschweden. Mit seinem Bestreben, eine königliche Zentralmacht zu etablieren, geht auch die Christianisierung der Bevölkerung einher. Im Jahr 1014 wird unter Olof Skötkonung in Skara das erste schwedische Bistum gegründet. Auch werden zu jener Zeit in Sigtuna die ersten schwedischen Münzen geprägt, die neben dem Brustbild des Königs das Kreuzzeichen aufweisen. Die frühe christliche Elite des Landes gedenkt ihrer Toten, praktiziert und verbreitet ihren Glauben und bekundet ihren Status, ihre politische und religiöse Zugehörigkeit mit Hilfe von Runensteinen.1152 Gleichwohl existiert zur selben Zeit eine einflussreiche heidnische Opposition in Mittelschweden. Ihr Mittelpunkt ist ein zentrales Heiligtum in Alt-Uppsala, ein Heidentempel, in dem laut Adam von Bremen die Götter Thor, Wodan und Fricco verehrt und sowohl Tierals auch Menschenopfer dargebracht werden. Erst im Laufe des 12. Jahrhunderts werden die Nachfolger von Olof Skötkonung in der Lage sein, das Christentum durchzusetzen. Während des 11. Jahrhunderts scheint man sich auf das Prinzip der freien Religionswahl verständigt zu haben, was zunächst Konfrontation und friedliche Konkurrenz, schließlich jedoch Koexistenz und Synkretismus zur Folge hatte. Vor diesem Hintergrund sind die Runensteine – ihre epigraphischen und ihre ikonographischen Mitteilungen – zu bewerten.

Zu den Bilddarstellungen auf schwedischen Runensteinen zählt insbesondere das zoomorphe schlangenartige Inschriftenband. Neben dieser späten Form der Tierornamentik sowie dem überaus häufigen Kreuzzeichen sind jedoch auch figürliche, annähernd naturalistische und bisweilen szenisch-narrative Bilddarstellungen vorzufinden. Es handelt sich um rund 180 Steine,1153 neben die eine Reihe von rund 20 reinen Bildsteinen tritt, die dem Umfeld der Runensteine angehören. Einige wenige bebilderte Runensteine sind in Dänemark (DR 42, 62, 66, 77, 81, 96, 119, 123, 212, 220, 264)1154 und Norwegen (N 61, 66, 68, 84, 228) anzutreffen. Zu den wiederkehrenden Motiven zählen Darstellungen, die der Sigurdsage zugeordnet werden1155, Reiterdarstellungen,1156 Vogeldarstellungen,1157 Darstellungen von Schiffen1158 und Darstellungen von Masken,1159 die für den spätwikingerzeitlichen Mammenstil typisch sind. Zu diesen Gruppen wiederkehrender Bildmotive gesellen sich zahlreiche einmalig auftretende Darstellungen, die aus einzelnen, oft sehr einfachen und kaum interpretierbaren Figuren oder aber ganzen Figurengruppen bestehen. Hervorzuheben ist beispielsweise der Runenstein von Altuna (U 1161), auf dem Porrs Fischzug und Ööinn mit seinen Raben auf dem Gerüst „hliöskjälf" zu sehen sind,1160 sowie der imposante Fels von Aspö (Sö 175), dessen Bildkomposition – ein Mann mit Schlangen in den Händen – zwar zahlreiche Parallelen hat aber dennoch enigmatisch bleibt.1161 Ohne Vergleich, um ein weiteres, kurioses Beispiel zu nennen, ist die Kopulationsdarstellung von Onslunda (U 1043), deren Bedeutung man mit Bezeichnungen wie „amüsantes Füllsel“1162 oder „Porno“1163 kaum gerecht wird.1164 Auf einer Reihe bebilderter Runensteine sind eindeutig christliche Motive anzutreffen.1165 Neben der Christusdarstellung von Jelling (DR 42) sind hier insbesondere zwei bemerkenswerte Kirchendarstellungen aus Uppland (U 529, 595)1166 sowie einige Stabkreuzträger (Gs 18, U 631, U 901)1167 zu erwähnen.

„Das große Tier“ – Interpretationsgrundlagen

Auf den mit Abstand meisten bebilderten Runensteinen ist die Darstellung eines vierbeinigen Tieres zu erkennen.1168 Die überwiegende Mehrzahl dieser Vierbeiner ist den Konventionen der spätwikingerzeitlichen Kunststile1169 folgend stilisiert. Grundsätzlich lässt sich dieses Material in zwei ungleich große Gruppen einteilen. Eine kleinere, zeitlich tendenziell frühere Gruppe ist dem Mammenstil bzw. einer Art Übergangsform zwischen Mammen*** Ringerikestil (auch als „südskandinavischer Stil“1170 bezeichnet) zuzuordnen. Die Steine dieser Gruppe sind vorwiegend im südlichen Teil des heutigen Schweden (Götaland) anzutreffen. Einige Vertreter stammen von außerhalb Schwedens. Es handelt sich um die Runensteine von Jelling (DR 42), Vang (N 84) und London (DR 412). Einschließlich dieser nicht-schwedischen Steine sowie der runenlosen Bildsteine des Hunnestad-Monuments umfasst die Gruppe 14 Denkmäler (DR 42, DR 271, DR 280, DR 284, DR 285, DR 286, DR 314, DR 412, N 84, Ög 106, Ög 181, Sö 82, Vg 4, Vg 181). Eine wesentlich größere Gruppe von Vierbeinerdarstellungen repräsentiert den Ringerikestil, eine Zwischenform von Ringerike*** Urnesstil und insbesondere den reinen Urnesstil. Man spricht auch von „Runensteinstil“1171 oder „mittelskandinavischem Stil“1172. Diese Steine sind vorwiegend in Mittelschweden, insbesondere Uppland anzutreffen. Einschließlich einer Gruppe von runenlosen Steinen handelt es sich um 84 Vertreter.1173 Die Vierbeiner der Götaland-Gruppe sind aufgrund ihrer Nackenmähne in der bisherigen Forschung meist als Löwen angesprochen worden.1174 Der besonders prominente und häufig berücksichtigte Mammenstil-Vierfüßler von Jelling (DR 42) wurde als Löwe,1175 flügelloser Greif oder Drache1176 sowie als Rothirsch1177 gedeutet. Zum Sinngehalt der zahlreichen Vierbeiner der vergleichsweise homogenen Uppland-Gruppe ist nur selten Stellung genommen worden. Auch sie hat man meist als Löwen,1178 gelegentlich jedoch als Pferde1179 interpretiert oder unsicher als schlangen*** windhundartig charakterisiert.1180 Beim überwiegenden Teil der bisherigen Deutungen handelt es sich um kurze und oftmals impressionistische Stellungnahmen.

Bei den Vierfüßlern der Götaland-Gruppe ist eine Reihe von typischen anatomischen Raubtiermerkmalen festzustellen1181: Spitze Stehohren, Fangzähne, eine Nackenmähne, die aus einzelnen Locken besteht, tatzenartige und bisweilen krallenbewehrte Füße mit vier oder nur drei Zehen und ein Tast-/Barthaar1182, das von der Nase oder dem Oberkiefer herabhängt (Abb. 1). Dieser Raubtierbart ist bei den bisherigen Bildinterpretationen nicht berücksichtigt worden.1183 Dass dieses zunächst eigentümlich anmutende und als Lippenlappen1184 oder Zipfel1185 bezeichnete Element in der Tat ein Schnurrhaar darstellt, wird insbesondere im Vergleich mit einigen plastischen Raubtierfiguren der späten Wikingerzeit deutlich. Als Beispiele nenne ich die schnauzbärtigen Raubtierkopfenden eines gotländischen Silberarmrings im Ringerikestil (Abb. 2) und die Raubtierkopfprotome des Camminer Prunkkästchens (Abb. 3), von deren Nasenpartie beiderseits jeweils zwei Barthaare herabhängen. Sie kehren auf den Knochenplättchen des Kastens in zweidimensionaler Darstellung wieder (Abb. 4). Eine aus wenigen Locken bestehende Halsmähne, wie sie die Runensteinvierbeiner zeigen, ist innerhalb der kontinentalen und insularen Kunst (wenn auch eher selten) während der gesamten Wikingerzeit anzutreffen und kennzeichnet den Löwen. Als Beispiele, die den zeitlichen Rahmen andeuten, seien die antithetisch an einem Kreuz positionierten Löwen in einer aus Laon stammenden Handschrift des 8. Jahrhunderts und die Illustration zu Psalm 90,13 auf einer belgisch-rheinischen Elfenbeintafel aus der Zeit um 1100 angeführt (Abb. 5-6).1186 Vergleichbares begegnet im Norden bereits in der frühen Wikingerzeit; ob es sich dabei um Löwendarstellungen handeln, ist jedoch fraglich (Abb. 7). Der eigenartige Kopfputz, der die Vierfüßler der südschwedischen Gruppe ziert, dürfte kaum ein Geweih oder Gehörn angeben, sondern scheint einen rankenartig stilisierten Teil der Mähne am Haupt des Raubtieres darzustellen. Genau dies ist bemerkenswerterweise auch im karolingerzeitlichen Amienspsalter zu beobachten: Der die Initiale am Beginn von Psalm 14 (fol. 12r) bildende Löwe hat eine Nackenmähne aus einer Reihe einzelner Mähnenlocken, zudem gehen zwei lange palmettenförmig stilisierte Mähnenschöpfe vom Kopf des Raubtiers aus, so dass es fast hasenartig anmutet (Abb. 8).1187

Diese Raubtiermerkmale sind – vergleichsweise selten und stärker stilisiert – auch in der großen Gruppe der Uppland-Vierbeiner anzutreffen.1188 Die spitzen Stehohren erscheinen meist angelegt und langgezogen, so dass sie wie eine Art Schopf oder Kamm anmuten (Abb. 9). In einigen Fällen sind sie jedoch natürlich aufrechtstehend wiedergegeben (Abb. 10). Auch die Fangzähne sind gelegentlich anzutreffen (Abb. 9-10). Die Tasthaare sind oft nur noch rudimentär erhalten und erscheinen als eine Art Wulst (Abb. 11-12). In einigen Fällen, die dem Ringerikestil nahe stehen, ist das Tasthaar jedoch sehr lang und kringelt sich am Ende schnauzbartähnlich ein (Abb. 13), so dass sich durchaus der Vergleich mit dem Schnauzbart der anthropomorphen Figur auf dem Runenfels von Aspö (Sö 175)1189 anbietet. Die Füße der Vierbeiner im Ringerike*** Urnesstil sind meist wenig naturalistisch und zweizehig. In wenigen Fällen ist die Ausgestaltung der Füße ausführlicher und gibt diese als Tatzen oder Pranken zu erkennen (Abb. 9-11). Ein wichtiges Raubtiermerkmal der früheren Gruppe fehlt auf den uppländischen Runensteinen: Die Nackenmähne. Dass der grazile Urnesstil-Vierbeiner dennoch das gleiche Raubtier repräsentiert, führt uns sein prominenter Namensgeber, der Vierfüßler auf dem Stabkirchenportal von Urnes vor Augen (Abb. 14). Er ist mit zwei Stehohren ausgestattet, hat jeweils einen spitzen Raubtierzahn im Ober*** Unterkiefer und ein herabhängendes schnurrbartartig eingerolltes Tasthaar auf seiner Nase. Außerdem besitzt das Tier eine Nackenmähne, die aus drei abstehenden und leicht eingerollten Locken besteht. Auch die im Mammen-/Ringerikestil bisweilen geweihartig anmutenden rankenartigen Haare am Kopf der Vierbeiner kehren im Urnesstil wieder und erscheinen einzeln oder paarweise als dünne lange Bänder (Abb. 13). Als Ergebnis ist festzuhalten, dass es sich bei der Mehrheit der Vierbeiner auf den schwedischen Runensteinen um ein in verschiedenen Formen und variierenden Graden der Stilisierung dargestelltes Raubtier handelt. Die Vierbeinerfiguren repräsentieren stets ein bzw. sogar das gleiche Raubtier – stilisiert nach unterschiedlichen Mustern (Kunststilen), in variierenden Graden der zoologischen Genauigkeit und Naturalistizität.1190

Dass dieses Raubtier in der Tat einen Löwen darstellen kann, zeigt ein Schlüsseldenkmal aus Südengland (Abb. 15). In der Kirche von Jevington in Sussex befindet sich eine Steinskulptur aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts,1191 die Christus gemäß Psalm 90,13 über Löwe und Schlange triumphierend abbildet („super aspidem et basiliscum calcabis conculcabis leonem et draconem“). Es handelt sich um ein in der christlichen Ikonographie seit der Spätantike verbreitetes Bildmotiv (als Beispiel zeige ich hier eine belgisch-rheinische Elfenbeintafel aus der Zeit um 1000, Abb. 6). In Jevington ist die Schlange jedoch im Urnesstil gestaltet und entspricht ganz dem zoomorphen Inschriftenband der schwedischen Runensteine. Der Löwe hingegen, in dessen Maul Christus den Schaft eines Kreuzes rammt, gleicht den uppländischen Vierfüßlern. Vor diesem Hintergrund wird es plausibel, die Vierfüßler und schlangenartigen Runenbänder auf den Runensteinen als die besiegten Dämonen – als Löwe und Drache – aus Psalm 90 zu interpretieren.1192

Ein weiteres Schlüsseldenkmal, dass den schwedischen Runensteinen besonders nahe steht, weist in eine andere Richtung. Die Rede ist von einem der Bildsteine des Hunnestad-Monuments (DR 284, Abb. 16). Auf ihm ist eine menschliche Gestalt zu sehen, die auf einem Runenstein-Vierbeiner im Mammenbzw. Ringerikestil reitet. Auch in diesem Fall erlaubt der Bildkontext eine zoologische Zuordnung des Raubtiers. Die Tatsache nämlich, dass die Zügel, mit denen der Reiter sein ungewöhnliches Reittier lenkt, aus einer Schlange bestehen, lässt sich mit der altnordischen Mythenüberlieferung in Einklang bringen.1193 In der Prosa Edda berichtet der isländische Historiker und Mythograph Snorri Sturluson in der Gylfaginning von der Bestattung des Gottes Baldr. Dort erscheint auch die Riesin Hyrrokkin, die mit Schlangenzügeln in der Hand auf einem Wolf reitet: „En er hon kom ok reiö vargi ok haßi höggorm at taumum […].“1194 Der typische Runenstein-Vierbeiner im Mammen-/Ringerikestil repräsentiert in diesem Fall also einen Wolf – mit spitzen Stehohren, Fangzähnen, krallenbewehrten Branten, buschiger Rute und Halsmähne. Dass die Mähne des Raubtieres hier eben keinen Löwen sondern einen Caniden kennzeichnet, mag zunächst verblüffen. Tatsächlich ist eine Mähne im Hals und Nackenbereich eines starken männlichen Wolfes durchaus typisch und muss insbesondere im Auge eines skandinavischen Betrachters als charakteristisches Merkmal dieser Tierart gegolten haben.1195 Das gilt besonders für den Winterbalg des canis lupus. In den nördlicheren Ländern ist die Behaarung am Hals bis zu 17 cm lang, sehr dicht und auch farblich abgehoben. Nur am Rande sei darauf hingewiesen, dass auch kunsthistorisch besonders einschlägige und prominente Wölfe wie etwa die Kapitolinische Wölfin oder auch die Bronzewölfin in der Aachener Pfalzkapelle mit einer imposanten Halsmähne dargestellt sind.1196 Den Menschen des Altertums war dieses Merkmal gegenwärtiger als dem heutigen Betrachter. Da die Nordgermanen den Löwen aus eigener Anschauung und Tradition kaum kannten, ist es denkbar, dass kontinentale und insulare Löwendarstellungen Einfluss auf die Genese der spätwikingerzeitlichen Tierfiguren ausübten aber letztlich abgewandelt und uminterpretiert wurden.

Eine besondere Variante des Runenstein-Vierfüßlers erlaubt es, den Sinngehalt der Raubtierfiguren weiter zu beleuchten. In beiden Gruppen sind die Extremitäten des Tieres bisweilen kreuzförmig übereinander gelegt.1197 Dabei wird der Kreuzungspunkt meist von einem Band ringförmig umschlossen. In der stärker stilisierten Urnesstil-Gruppe ist dies beispielsweise auf den Steinen von Vallentuna (U 248, U 251, Abb. 17) der Fall. In der früheren Gruppe wird diese Variante durch den Vierbeiner von Frugarden in Västergötland (Vg 181, Abb. 18) repräsentiert. Der anschaulichste Vertreter ist jedoch nicht auf einem Runenstein, sondern auf einer Silberfibel aus Schonen zu finden (Abb. 19). Der Vierbeiner ist dem Ringerikestil zuzuweisen und entspricht ganz den Vierbeinern auf den Runensteinen. Ein spitzer Raubtierzahn, ein kleines nach oben hin eingerolltes Barthaar und eine Mähne, die durch eine einzelne eingerollte Haarlocke im Nacken sowie einen langen Schopf angedeutet wird, geben ein Raubtier zu erkennen. Sowohl die hinteren als auch die vorderen Extremitäten dieses Ringerikestil-Raubtiers sind überkreuzt und von einem dicken Ring umschlossen und fixiert. Der Ring verläuft abwechselnd vor und hinter den Beinen des Tieres, so dass es absolut bewegungsunfähig zu sein scheint.

Diese eigenartige Variante des Runenstein-Vierfüßlers ist in der Forschung bisher noch nicht ikonographisch ausgewertet und kaum beachtet worden. Allerdings sind Parallelen zu nennen, die durchaus einen konkreten Sinngehalt dieser Chiffre belegen. An erster Stelle ist eine wikingische Darstellung auf dem Steinkreuzfragment von Kirk Andreas auf der Isle of Man aus der Zeit um 1000 zu nennen (Abb. 20). Der Stein zeigt eine von Schlangen umgebene anthropomorphe Gestalt mit gefesselten Füßen und Händen. Eine der Schlangen beißt dem Gefesselten in die Brust. Die Komposition lässt sich mit der germanischen Heldensage verbinden und kann als Gunnar in der Schlangengrube gedeutet werden.1198 Die Fesselung der Hände hat der Künstler vergegenwärtigt, indem er die Handgelenke des Helden kreuzförmig übereinander gelegt und mit einem Ring umschlossen hat. Auch die Fesselung Gunnars in der Schlangengrube auf dem Stabkirchenportal von Austad ist auf diese Weise bildlich wiedergegeben.1199 Diese „Fesselungschiffre“ ist überaus häufig in der kontinentalen und insularen Kunst des 11. und 12. Jahrhunderts, insbesondere in illuminierten Handschriften, anzutreffen.1200 Es seien nur zwei anschauliche Beispiele angeführt: Am augenfälligsten ist die Verbindung zu der oben beschriebenen Variante der Runenstein-Vierbeiner auf einer Seite im Tiberiuspsalter. Dieser stammt aus der Mitte des 11. Jahrhunderts. Die betreffende Seite zeigt den Descensus Christi ad Inferos. Christus befreit die Protoplasten und die Gerechten des Alten Bundes aus dem Höllenmaul und tritt dabei triumphierend auf den gefesselten Satan (Abb. 21). Die Fesselung der Hände und Füße entspricht ganz der etwa zeitgleichen Vierbeinerdarstellung von Espinge oder der stärker stilisierten Urnesstil-Variante von Vallentuna. Als spätottonisch1201 ist ein Handschriftfragment aus Cluny anzusprechen, welches den gefesselten Petrus im Gefängnis des Herodes abbildet. Auch hier ist die Ringfessel vorzufinden. Das Raubtier auf den schwedischen Runensteinen erscheint also in einer Variante, die vor dem Hintergrund christlich-kontinentaler und -insularer Bildkonventionen als Fesselung angesprochen werden muss.1202

Der Vierfüßler begegnet in weiteren Bildkontexten, die Aufschluss über die Bedeutung der Tierfiguren geben. Auf drei Schlüsseldenkmälern scheint er einer anthropomorphen Gestalt feindlich zu begegnen: Der Runenstein von Ledberg (Ög 181, Abb. 22) zeigt einen kleinen Vierbeiner der südschwedischen Gruppe mit spitzen Stehohren, Pfoten und Nackenmähne, der einem schnauzbärtigen Mann mit Helm in den Fuß beißt. Darunter ist der waffenlose Krieger ein weiteres Mal zu sehen. Seine Beine sind jedoch verschwunden. Vermutlich repräsentiert der beinlose Kämpfer ein späteres Stadium der zugrunde liegenden Handlung, in dem er von seinem tierischen Gegner bereits halb verschlungen bzw. durch weitere Bisse verstümmelt ist. Verschiedene Zeitpunkte vor der Auseinandersetzung dürften auf der Vorderseite des Steins zu sehen sein. Dort erscheint der Krieger noch mit Schwert und Speer/Axt und Schild bewaffnet über dem Vierbeiner und ein weiteres Mal, nur noch mit seinem Schild, hinter dem Raubtier stehend. Darunter ist ein Segelschiff auszumachen. Eine Konfrontation zwischen dem Raubtier in der Urnesstil-Variante – mit Bart, krallenbewehrten Pfoten und dem Überrest eines Stehohres – und einem Krieger mit Axt und Helm ist auf dem Runenstein von Ytterenhörna (Sö 190, Abb. 11) zu sehen. Der Untierkämpfer teilt einen Schlag auf das Haupt seines Gegners aus, während dieser mit einem Prankenhieb zu antworten scheint. Die Feindschaft zwischen dem Vierfüßler und dem Axtkrieger scheint auch dem Monument von Hunnestad zugrunde zu liegen. Auf einem der Runensteine (DR 282, Abb. 23) ist ein scheinbar behelmter Mann mit einer Axt auf der Schulter dargestellt. Ihm gegenüber waren zwei Bildsteine (DR 285, DR 286) platziert, auf denen jeweils ein Raubtier im Stil der Götaland-Gruppe zu sehen ist. Auf einen christlichen Kontext verweist die Begegnung zwischen dem Urnesstil-Vierbeiner und einem Reiter auf dem Runenstein von Söderby (U 691, Abb. 24). Der Reiter trägt scheinbar einen Helm und ist mit einem Schwert und einer Kreuzstandarte ausgestattet. Der Vierbeiner befindet sich unmittelbar unter dem Pferd, die Hufe berühren das Tier im Nacken. Das Arrangement vermittelt den Eindruck, als triumphiere der siegreiche Reiter mit dem Kreuz über seinen tierischen Feind. Hier sei auch darauf hingewiesen, dass auf einer Reihe von Runensteinen das Kreuzzeichen in der Position des Reiters erscheint und unmittelbar über dem Vierfüßler prangt (Sm 133, U 240, U 803, U 936, Vg 181, Vs 32, Abb. 18). Auf den Steinen von Svista (U 193), Borggärde (U 598), Masta (U 860) und Tierps kyrka (U 1144, Abb. 25) sind Vierbeiner im Urnesstil bzw. diesen sehr nahe stehende Figuren zu sehen, die das Kreuz mit dem Maul berühren und daran zu fressen scheinen. Ferner sind kämpferische Auseinandersetzungen zwischen den stilisierten Raubtieren und anderen Tierfiguren festzustellen. Häufig ist das Verhältnis zwischen dem Vierfüßler und dem schlangenartigen Wesen, das meist die Runeninschrift trägt, eindeutig als feindlich zu bezeichnen. Die Kontrahenten beißen, packen oder durchbohren einander.1203 Neben das schlangenähnliche Tier tritt ein Greifvogel als Feind des Vierbeiners: Auf den Steinen von Altuna (U 1161) und Rybylund (U Fv1955;219, Abb. 12) wird der Vierbeiner von einem Greifvogel aus der Luft attackiert. Auf den Runensteinen von Väppeby (U 692) und Litslena prästgard (U 753) befinden sich die Vögel an anderer Stelle und sind nicht unmittelbar mit den Vierfüßlerfiguren verknüpft. Auch auf anderen spätwikingerzeitlichen Denkmälern im Mammen*** Ringerikestil sind diese Tierkampfmotive vorzufinden:1204 Auf den Schiffsfahnen von Källunge und Heggen ringt ein Vierbeiner bzw. ein Vogel mit einem schlangenartigen Wesen, auf dem Wimpel von Söderala beißt eine Schlange in den Fuß eines stark stilisierten Vierfüßlers. Auf dem Prunkkasten von Cammin sind die Extremitäten des Raubtieres mit der Mähne von einem Schlangengeflecht umwunden (Abb. 4) und ein weiterer Vierfüßler wird von einem Vogel attackiert. Der Bamberger Kasten zeigt einen Vogel, der mit einer schlangenähnlichen Kreatur ringt.

Paganes?

Wie sind diese Schlüsselvarianten und Bildkontexte zu deuten? Da auf den vorwiegend christlichen schwedischen Runensteinen – wie eingangs umrissen – auch mit Reflexen paganer Religiosität und Bilddarstellungen aus vorchristlichen Vorstellungskomplexen zu rechnen ist, wird eine Deutung des gefesselten Raubtiers erwägbar: Sollte es sich um den gefesselten Fenriswolf handeln? Der frühste schriftliche Hinweis auf die Fesselung Fenrirs ist in den Häkonarmäl des Skalden Eyvindr skäldaspillir aus der Zeit um 960 zu finden.1205 Ausführlichere Schilderungen des Mythos liefern die Vafprüdnismäl1206 und insbesondere Snorris Gylfaginning1207. Da der Wolf fortwährend wächst und bedrohlicher wird und Weissagungen existieren, denen zufolge großes Unheil von diesem Ungeheuer ausgehen werde, fesseln ihn die Götter, versehen ihn mit einer Gaumensperre und verbannen ihn in eine Höhle. Am Tag der Ragnarok wird der Wolf seine Fesseln lösen, die Sonne und schließlich Göttervater Ööinn verschlingen. Zumindest die Gerüstfakten dieses Mythos sind durch die nordischen Goldbrakteaten bereits für die Völkerwanderungszeit nachweisbar.1208 Auch ist eine bildliche Darstellung des Fenriswolfes aus der späteren Wikingerzeit wohl bekannt. Auf dem Thorwald-Kreuz1209 von Kirk Andreas auf der Isle of Man ist Ööinn mit seinem Speer in der Hand und einem seiner Raben auf der Schulter zu sehen.1210 Der Fenriswolf nähert sich von unten und ist im Begriff, den Göttervater zu verschlingen. Der rechte Fuß des Gottes steckt bereits im Rachen des Dämons. Vor diesem Hintergrund wird auch die Darstellung auf dem Runenstein von Ledberg (Ög 181) in Östergötland als Ööinns Verschlingung durch den Fenriswolf gedeutet.1211 Zwar fehlen hier die signifikanten Kennzeichen – Speer und Rabe – doch ist die Verschlingung auf sehr ähnliche Weise, nämlich durch die Positionierung des Kriegerfußes im Maul des Tieres, vergegenwärtigt. Das Raubtier, das nach dem Fuß des Mannes schnappt, entspricht den Konventionen der hier als Götaland-Gruppe bezeichneten Variante des RunensteinVierbeiners und steht dem Mammenstil sowie dem Wolf von Hunnestad sehr nah. Wenn das stilisierte Runenstein-Raubtier bisweilen gefesselt auftritt und auf der Stele von Ledberg einen Krieger „verschlingt“, wird eine Deutung als Fenriswolf in beiden Fällen plausibel.

Vielleicht lässt sich auch der Kampf zwischen dem Urnes-Raubtier und einem Axtkrieger auf dem Runenstein von Ytterenhörna, der auf den Steinen des Hunnestad-Monuments wiederzukehren scheint, mit dem Fenriswolfmythos verbinden.1212 In den altnordischen Schriftquellen spielt die Axt keine Rolle. Allerdings kann ein Bilddenkmal aus der Zeit um 900 angeführt werden, das sehr wahrscheinlich die Überwindung des Fenriswolfes durch einen Axtkrieger präsentiert: Ein wikingischer Grabstein (Hogback) aus Sockburn1213 in Durham im Norden Englands zeigt auf beiden Seiten eine anthropomorphe, männliche Gestalt, die von einer Gruppe Vierfüßler umgeben ist (Abb. 26). Die Menschenfigur ist frontal dargestellt und befindet sich in der Mitte der Bildfläche, die Tiere nähern sich ihr von beiden Seiten. Ein spitzes Stehohr, ein prankenartiger Fuß und ein großer Reißzahn auf der besser bewahrten Seite A deuten an, dass es sich um Raubtiere handelt. Die unmittelbar links und rechts neben der menschlichen Gestalt platzierten Tiere reißen dicht vor dem Kopf des Mannes ihre Mäuler auf und bedrohen ihn. Die Anordnung der Figuren entspricht einer weit verbreiteten Bildformel, die insbesondere Otto Holzapfel1214 untersucht und als „Figur zwischen wilden Tieren“ bezeichnet hat. Das für die Interpretation ausschlaggebende Bilddetail stellt die rechte Hand des Mannes dar, die sich deutlich im aufgerissenen Maul des links dargestellten Raubtiers befindet. Zahlreiche Forscher haben aufgrund dieses Details eine Deutung vor dem Hintergrund der altnordischen Mythologie vertreten1215: Wie bereits auf dem völkerwanderungszeitlichen Goldbrakteaten von Trollhättan (IK 190)1216 sei jener Moment zu sehen, in dem der Gott T)r seine Hand als Pfand in den Rachen des Fenriswolfes legt, damit sich dieser von den Asen fesseln lasse.1217 Diese Deutung wird gestützt durch die Tatsache, dass einige der Raubtiere mit langen Bändern an den Extremitäten versehen sind. Sie winden sich um die Beine der Tiere und sind bisweilen mit dicken Ringen an diese geheftet. Diese ringförmigen Fixierungen sind mit den Fesselungsdarstellungen auf den schwedischen Runensteinen vergleichbar. Dass der Dämon gleich mehrfach auftritt, wiederspricht zwar unseren modernen Erwartungen, ist aber dennoch leicht erklärbar: Wie etwa im Fall von Gilgamesch und dem Himmelsstier hat die Wiedergabe des nordischen Mythos mit der Bildformel „Figur zwischen wilden Tieren“ eine Vervielfältigung des Untieres erforderlich gemacht. Vor diesem Hintergrund könnten zwei weitere insulare Steindenkmäler der Wikingerzeit zu interpretieren sein: Auch auf dem Hogback von Lythe1218 in Northern Yorkshire und dem skandinavisch beeinflussten1219 Hochkreuz von Dysert O'Dea1220 im County Clare, Irland ist eine anthropomorphe Figur zu sehen, die ihre Hände in die Rachen zweier Vierbeiner steckt (Abb. 27-28). Sollte auch in diesen beiden Fällen T)r mit dem Fenriswolf zu sehen sein, dann hätte die Anpassung an die Bildformel „Figur zwischen wilden Tieren“ nicht nur eine Verdopplung des Dämons, sondern auch eine zweifache Darstellung des Handopfers zur Folge gehabt. Somit – sowie vor dem Hintergrund, dass das Runenstein-Raubtier auf der Stele von Ledberg als Fenrir mit Ööinn und andernorts als gefesselter Fenriswolf erscheint – wird es möglich, auch den Axtkrieger von Ytterenhörna und Hunnestad als den Gott T)r zu bestimmen, der dem Wolfsdämon begegnet. Dass eine Gruppe weiterer Bilddenkmäler (Abb. 29-33) die Angelegenheit in anderem Licht erscheinen lässt, soll weiter unten gezeigt werden.

Schließlich bleibt die Frage zu klären, ob der Vierbeiner auch innerhalb der Tierkampfszenen den Fenriswolf repräsentieren könnte. Warum sollte der wolfgestaltige Dämon von einem Greifvogel oder einer Schlange attackiert werden? Die altnordischen Texte geben über eine derartige Konfrontation keine Auskunft, so dass man zu eher spekulativen Herleitungen gezwungen ist. Eine Möglichkeit wäre etwa, dass Greifvogel1221 und Schlange eine Gottheit repräsentieren, die gegen den Fenriswolf antritt. Auf einen Kampf zwischen Fenrir und Óimageinn verweisen die Eddalieder Vafimageimagenismäl,1222 Lokasenna,1223 Vimageluspá1224 und Hyndluljóimage1225 sowie die Totenklage Sonatorrek1226 des Egill Skallagrimsson. Die Vimageluspá1227 und die Vafimageimagenismál1228 erwähnen schließlich Óimageinns Sohn Víimagearr, der seinen Vater rächt, indem er den Fenriswolf ersticht bzw. seine Kiefer auseinander bricht. Tatsächlich sind entsprechende Metamorphosefähigkeiten für den Gott Óimageinn überliefert. Bereits um 900 werden im Haraldskvæimagei1229 sowie in den Grímnismál1230 die Beinamen Óimageinns (Heiti) Ófnir und Sváfnir genannt, die auch als Namen zweier Schlangen1231 erwähnt werden. Snorri Sturluson berichtet in den Skáldskapármal1232 ausführlich über Óimageinns Raub des Dichtermets, in dessen Verlauf sich der Gott in eine Schlange verwandelt, um durch ein Loch schlüpfen zu können. Bereits in der Ikonographie der völkerwanderungszeitlichen Götterbildamulette wird eine starke Affinität zwischen Wodan/Óimageinn und der Schlange deutlich.1233 Zu erwähnen ist hier ferner das in der Vita Barbati1234 beschriebene Schlangenidol, das von den Langobarden angebetet worden sein soll. Es dürfte als Wodanbild zu interpretieren sein.1235 Auch der Adler gehört zu den Erscheinungen des Götterfürsten. Nachdem Óimageinn den Dichtermet getrunken hat, verwandelt er sich in einen Adler, um vor dem Riesen Suttungr zu fliehen.1236 Die in der Berudrápa verwendete Kenning arnar kjapta imagerimage (,Saat des Adlerschnabels')1237 bezeichnet den Dichtermet und verweist auf Óimageinns Adlermetamorphose. Dass die Adlergestalt einen ganz charakteristischen Zug Óimageinns darstellt, bezeugen die Heiti Arnhimagefimagei (,der Adlerköpfige') und Qrn (,Adler').1238 Auch die Adlerepiphanie scheint im Bildprogramm der Goldbrakteaten greifbar zu sein.1239 Ob diese Belege es rechtfertigen, von einer bildlichen Darstellung Óimageinns als Schlange bzw. Adler auf den schwedischen Runensteinen auszugehen, bleibe dahingestellt.

Christliches?

Auch wenn die mythologische Zuordnung des Raubtiers auf den schwedischen Runensteinen – insbesondere in der gefesselten Variante – einleuchtend ist und nahe liegend erscheint, so wäre doch eher eine christliche Bedeutung dieses zentralen Bildmotivs zu erwarten gewesen. Zur Erinnerung: Auf etwa 64% der uppländischen Runensteine ist ein Kreuz eingeritzt1240 und auf etlichen Denkmälern befindet sich eine eindeutig christliche Inschrift,1241 insbesondere die etwa 350 Mal erscheinende Formel „Gott helfe seiner Seele“.1242 Ein Unhold, der durch göttliche Macht gebunden und für eine befristete Zeit gebannt wird um zum Weltende loszukommen, ist selbstverständlich auch in der christlichen Überlieferung ein zentraler Gedanke. Die Hauptquellen für diese eschatologische Vorstellung sind die Offenbarung des Johannes (20, 1-3) und das apokryphe Nikodemusevangelium,1243 das mit der Niörstigningar saga1244 in einer altnordischen Übersetzung vorliegt. In der Vision des Johannes fesselt der Engel mit dem Schlüssel den Satan in Drachenoder Schlangengestalt und bannt ihn somit für 1000 Jahre. Danach wird er loskommen und mit großer Heeresmacht die Heilige Stadt bedrohen. Laut Nikodemusevangelium fährt Christus nach seinem Kreuzestod hinab in die Unterwelt (Descensus ad inferos), befreit dort die Gerechten des Alten Bundes und lässt Satan von seinen Engeln an Händen, Füßen, Hals und Mund fesseln und übergibt ihn schließlich dem Hades. Dort muss der Dämon verbleiben bis zur zweiten Parusie Christi. Tatsächlich wird der Teufel in der mittelalterlichen Literatur häufig als Hund und Wolf bezeichnet oder tritt sogar in deren Gestalt in Erscheinung. Die Belege1245 sind zahlreich und setzen bereits im 6. Jahrhundert ein. In einer Predigt des 12. Jahrhunderts im Stockholmer Homilienbuch heißt es: „Søkiom traust oc hald imageeira. Puiat peir mego øss veria ginanda ulfe. Pat es grimom diofle."1246 Auch von der Fesselung des Teufels in Hundegestalt ist bisweilen die Rede, so etwa im um 1120 entstandenen Descensusbericht im Leben Jesu der Frau Ava: „An der stunde/dô gesigte er an dem hellehunde,/sîne chiuwen er im brach,/vil michel läit ime dá gescach./ich wäiz, er in bant/ mit sîner zesewen hant./er warf in an den hellegrunt,/er läite ime äinen bouch (oder zol) in sînen munt,/daz dem selben gûle/allezane offen stuonde daz mûle."1247 Im frühmittelhochdeutschen Linzer Antichrist (12. Jahrhundert) wird das endzeitliche Loskommen des Höllenhundes vorgeführt: „Sa zuo dere stunde/wirt dem hellehunde/abe gezuckit daz seil:/des wirt vil maniger ungeil.“1248 Die Parallelen zum Fenrir-Mythos sind verblüffend und bereits ausführlich diskutiert worden.1249 Das weit aufgerissene Maul des Teufels in Wolfsgestalt, die Gaumensperre und das Auseinanderbrechen der Kiefer erinnern stark an den Bericht über Fesselung und Loskommen des Fenriswolfes in Snorris Gylfaginning. Tatsächlich scheinen zumindest im Fall des Gedichtes der Frau Ava pagane Traditionen auf die christliche Überlieferung eingewirkt zu haben.1250 Wie auch immer Ort, Zeitraum, Richtung und Motivation der Beeinflussung im Einzelnen zu bestimmen sein mögen – die genannten Schriftzeugnisse machen deutlich, dass grundsätzlich auch mit der Darstellung des gefesselten Teufels in Hundebzw. Wolfsgestalt auf den schwedischen Runensteinen zu rechnen sein könnte.

Wenn das Runenstein-Raubtier den gefesselten Satan in Tiergestalt repräsentieren sollte, dann wäre im Übrigen eine weitere Deutungsvariante zu erwägen. Wie oben erklärt, könnte der Vierbeiner grundsätzlich auch einen Löwen darstellen. Wie bei der Urnes-Version von Psalm 90,13 in der Kirche von Jevington in Sussex mögen auch die gefesselten Vierfüßler auf den uppländischen Runensteinen als Löwen anzusprechen sein und den überwundenen Teufel repräsentieren.1251 Ein naturalistisch dargestellter Löwe (ohne Mähne) ist im Übrigen auf dem Runenstein von Lunda (U Fv1978;226, Abb. 34)1252 sowie vermutlich auf dem verschollenen Stein von Lambohov (Óg 122) und dem nachwikingerzeitlichen Runenstein von Sørup (DR 187) zu sehen. Die bildliche Darstellung des Teufels in Löwengestalt, die neben Psalm 90 insbesondere auf dem Ersten Petrusbrief 5,8 beruht („sobrii estote vigilate quia adversarius vester diabolus tamquam leo rugiens circuit quaerens quem devoret“), ist in der christlichen Ikonographie – im Gegensatz zur Canidengestalt – weit verbreitet.1253 Gefesselt taucht er – soweit es der Autor überschaut – jedoch nicht auf. Hier wären allenfalls nachwikingerzeitliche Löwenfiguren wie jene am Fuß der Taufbecken von Løjtofte auf Lolland und Alnö in Medelpad anzuführen, die scheinbar mit ihren Mähnen aneinandergebunden bzw. mit einem gürtelähnlichen Riemen1254 versehen sind.1255 Als überwunden dürfte der Löwe in jenen Fällen anzusehen sein, in denen eine Säule auf seinem Rücken ruht.1256 Ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Motiven der christlichen Löwenikonographie zählt jedoch die Verschlingung einer menschlichen Gestalt, die besonders häufig in der Bauplastik1257 anzutreffen ist. Wie im Brief des Petrus erscheint der Satan hier als Löwe, der die Seelen der Menschen zu verschlingen droht. Auch unter den Holzschnitzereien der norwegischen Stabkirchen ist dieses Motiv zu finden (Abb. 35).1258 Als weiteres Beispiel seien die Darstellungen auf einem Walrosselfenbein-Kästchen für Schreibfedern im British Museum aus dem 11. Jahrhundert angeführt (Abb. 36).1259 Neben einem Reiter, der sich mit einer Lanze gegen ein Gewimmel aus schlangen*** drachenartigen Dämonen zu wehren versucht, ist ein Mann zu sehen, der von zwei Löwen zu Fall gebracht und malträtiert wird. Beide Raubkatzen beißen den Wehrlosen und scheinen ihn fressen zu wollen. Einer der Löwen schnappt – dem Raubtier von Ledberg nicht unähnlich – nach dem Bein seines Opfers. Ein sehr ähnliches „pen-case“ befindet sich in Lund und dürfte im Zuge der angelsächsischen Mission dorthin gelangt sein.1260 Der Vergleichsfund deutet an, auf welchem Wege die Skandinavier mit christlichen Löwendarstellungen und -vorstellungen in Kontakt gekommen sein können. Zudem meint David M. Wilson, das Kästchen aus dem British Museum weise Parallelen zum wikingischen Greiftierstil auf und sei aufgrund dieser und weiterer Indizien in das 10. Jahrhundert zu datieren.1261 Wäre es vor diesem Hintergrund nicht vertretbar, das Raubtier von Ledberg, das einem Krieger in den Fuß beißt und diesen zu verschlingen scheint, in diesem christlichen Sinne zu interpretieren? Auch die Hoffnung auf Errettung vor dem Rachen des Scheusals, wie sie Psalm 21,22 formuliert („salva me ex ore leonis“), wird in der mittelalterlichen Plastik häufig bildlich ausgedrückt, wobei die Befreiung nicht selten durch Waffengewalt erfolgt, wie das Taufbecken von Munkbrarup in Schleswig-Holstein veranschaulichen soll (Abb. 37).1262 Besonders lebhaft und dramatisch ist etwa auch die Darstellung in einer Handschrift der Jüdischen Altertümer des Flavius Josephus aus der Zeit um 1130 (Cambridge University Library Ms. Dol. 1.4, fol. 220).1263 Dort wird eine Frau von einem Löwen bis zur Hüfte verschlungen. Ein Mann packt den Löwen und durchbohrt ihn mit seinem Schwert, gleichzeitig wird er jedoch von einem Drachen in das Bein gebissen. Derartige Szenen begegnen bereits früher, so etwa im karolingerzeitlichen (frühes 9. Jahrhundert) Psalter von Corbie (Amiens) zu Beginn von Psalm 36 (Abb. 38).1264 Hier attackiert ein Löwe einen Mann und beißt ihm in den Kopf. Der Angegriffene weiß sich jedoch zu wehren und bohrt seinerseits eine Lanze in die Brust der Bestie, während ein zweiter Mann den Löwen am Schwanz packt.1265 Der Inhalt des Psalms – der Sieg Gottes über die Gottlosen und die Errettung der Gerechten vor ihren Feinden1266 – wird durch den Löwenkampf veranschaulicht. Auch die zahlreich anzutreffenden bewaffneten Krieger, die einem Löwen kampfbereit entgegentreten oder ihn attackieren, ohne dass ein Verschlingungsvorgang dargestellt ist, dürften in diesem Sinne zu deuten sein. Als Beispiele nenne ich ein Relief in der Kirche von Skr0belev auf Langeland (Abb. 39) und das Tympanon über dem Nordportal der Klosterkirche von Windberg (Abb. 40)1267 in Niederbayern. Wäre es nicht vorstellbar, dass auch die bewaffneten Kämpfer mit den Raubtieren auf der Vorderseite des Ledberg-Steins sowie der Raubtierkämpfer mit der Axt auf dem Runenstein von Ytterenhörna in diese ikonographische Tradition einzureihen sind? Besonders wahrscheinlich ist eine derartige Interpretation im Fall des Runensteins von Söderby. Der behelmte Reiter über dem Vierbeiner ist durch seine Kreuzstandarte als christliche Figur ausgewiesen. Dass die Raubtiergestalt im Urnesstil darunter als Löwe und Feind des Reiters zu werten ist, liegt somit nah. Die Tradition der Reiterheiligen scheint – wie es bereits für vendelzeitliche Darstellungen vermutet wurde1268 – auf die Komposition von Söderby eingewirkt zu haben.1269 Die Reiterheiligen sind häufig mit einer kreuzförmigen Lanze oder einer Art Kreuzstandarte oder Handkreuz ausgestattet.1270 Antiken Konventionen der Kaiserikonographie folgend wird der Feind des Reiters – das personifizierte Böse bzw. der Teufel – unter den Hufen des Pferdes niedergeritten und bezwungen dargestellt. Er erscheint nicht nur in Gestalt einer Schlange oder eines Menschen, sondern zuweilen auch in Gestalt eines Löwen.1271 Das über dem Vierbeiner schwebende oder „triumphierend“ auf dessen Rücken ruhende Kreuzzeichen, wie es etwa im Fall von Frugarden begegnet, könnte sozusagen als Verkürzung der Bildkomposition von Söderby zu verstehen sein.

Der Kampf zwischen dem Raubtier und der Schlange bzw. der Angriff des Greifvogels lassen sich weniger elegant in eine christliche Interpretation einbinden. Vorstellbar wäre – wie bereits vermutet1272 – dass der Vierfüßler gemäß Offenbarung Johannis 5,5 Christus als „Löwe aus dem Stamm Juda“ im Kampf mit dem schlangengestaltigen Satan repräsentiert. Dass der Teufel in Schlangengestalt auftreten kann, ist hinlänglich bekannt und wird sogar im selben Text (20,1-3) genannt: „adprehendit draconem serpentem antiquum qui est diabolus et Satanas“. Als bisher einzige zeitnahe ikonographische Parallele, die einen Kampf zwischen einem Löwen und einer Schlange zeigt, ist eine Silberschale aus Augst in der Schweiz angeführt worden,1273 die ursprünglich aus dem wolgabulgarischen Bereich stammen dürfte.1274 Ein Kampf zwischen einem Löwen und einem Drachen ist jedoch auch im karolingerzeitlichen Psalter von Corbie am Beginn von Psalm 75 zu sehen – beide Kontrahenten beißen sich gegenseitig in ihre Hälse, ein Krieger mit Schwert und Schild steht daneben und wird vom Drachenschwanz umschlungen (Abb. 41).1275 Da in Psalm 75 der Triumph Gottes über die Heere der Gottlosen besungen wird, ist es naheliegend, die tödlich ineinander verbissenen Untiere und den Bewaffneten als Repräsentation jener bezwungenen Feinde aufzufassen. Was den Greifvogel von Altuna und Rybylund anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, dass der Kampf zwischen Adler und Schlange, der in der christlichen Ikonographie häufig zu sehen und antiken Traditionen entnommen ist, bereits bei den Kirchenvätern auf den Sieg Christi über den Satan bezogen wird.1276 Vor diesem Hintergrund wird der Greifvogel auf dem Runensteinfragment von Estuna kyrka (U 574) zu deuten sein. Es zeigt einen Greifvogel, der seine Fänge in den Leib einer Schlange schlägt und deren Kopf mit dem Schnabel attackiert. Unmittelbar über dem Vogel, diesen leicht berührend, ist der Überrest eines Kreuzzeichens auszumachen. Es wäre also zumindest vorstellbar, dass auch die Greifvögel von Altuna und Rybylund Christus repräsentieren, der den Teufel – hier in Löwengestalt – attackiert und bezwingt.

Einen zweifellos christlichen Hintergrund haben die antithetisch am Kreuz positionierten Vierbeiner auf den Runensteinen von Tierps (U 1144, Abb. 25) und Borggärde (U 598), die dem Urnesstil zuzuweisen sind, sich jedoch deutlich von den stilisierten Raubtieren unterscheiden.1277 Die Mäuler der Tiere sind nach oben gerichtet und berühren das Kreuz, das baumkronenartig auf einem „Stamm“ ruht. Es dürfte sich um zwei Tiere handeln, die am Baum des Lebens1278 fressen bzw. weiden oder äsen. Das aus dem Orient stammende Motiv der Tiere am Lebensbaum1279 ist in der christlichen Kunst häufig anzutreffen1280 und auf jenen allzeit früchtetragenden Baum bezogen, der im Paradies Gottes steht und die Völker mit Nahrung versorgt (Offenbarung des Johannes 2, 7: „qui habet aurem audiat quid Spiritus dicat ecclesiis vincenti dabo ei edere de ligno vitae quod est inparadiso Dei mei.“ Siehe ferner 22, 2 und 22, 14). Da der arbor vitae mit dem Kreuz Christi assoziiert wurde,1281 konnte er auch in Form eines Kreuzes dargestellt werden, um dessen Stamm sich die Tiere des Paradieses labend versammeln (auch Löwen, wie in der zu Beginn erwähnten Augustinus-Handschrift aus dem 8. Jahrhundert, Abb. 5). Auch der einzelne, am Rande der Bildfläche kauernde Vierfüßler auf dem Stein von Svista (U 193) dürfte in diesem Sinne zu deuten sein. Auch er scheint vom Kreuz zu fressen, welches wie eine Baumkrone auf einem langen Stamm ruht. Die Vierbeiner auf dem Stein von Masta (U 860), unter denen sich auch ein Kentaur befindet, sind in gleicher Weise zu verstehen, auch wenn der Baumstamm fehlt und das Kreuz frei über der Tiergruppe schwebt. Ein typischer UrnesstilVierbeiner streckt sein Haupt empor und labt sich am Kreuz. Als christliche Tierdarstellung ist auch der wenig stilisierte Hornträger auf dem Stein von Frötuna (U 1004) anzusehen. Da ein Kreuzzeichen auf seinem Rücken ruht ist der Bovide am wahrscheinlichsten als Urnesstil-Variante des agnus dei zu deuten,1282 das seit der Spätantike zu den erfolgreichsten Motiven der christlichen Ikonographie zählt und beispielsweise auch auf einer Bronzescheibe aus Tinggard1283 in Nordjütland aus der Mitte des elften Jahrhunderts zu sehen ist.

Schließlich könnte auch die unter den bebilderten Runensteinen einmalige Kombination eines großen und eines kleinen Vierbeiners auf dem Stein von Svartsjö (U 35, Abb. 10) christlich gedeutet werden: Sollten tatsächlich ein großer (ausgewachsener?) und ein kleiner (junger?) Löwe dargestellt sein, dann ließe sich relativ zwanglos an den Löwenvater im Physiologus denken,1284 der seine tot geborenen Jungen anbläst, ihnen Leben einhaucht und somit zur Präfiguration der Auferstehung Christi wird.1285 Die sanfte Berührung des kleineren Raubtieres mit dem Maul wäre dann als Belebungsakt aufzufassen. Dieser mag sich auch auf der Wetterfahne von Heggen andeuten, wenn der kleine „Löwe“ zurückblickt und sich dem Antlitz des „Vaters“ zuwendet (Abb. 42)? Hier muss es bei Spekulationen bleiben – nicht zuletzt, da die gekreuzten Extremitäten der Raubtiere von Svartsjö auf eine Form der Fesselung oder Bannung verweisen und die Berührung mit dem Maul doch eher an eine Bissattacke erinnert. Vielleicht handelt es sich um einen Löwen, der ein Beutetier angreift – dieses Motiv ist in der christlichen Ikonographie häufig1286 und offenbar wie die Verschlingungsbilder auf den Ersten Petrusbrief 5,8 bezogen. Im Fall von Svartsjö ist das Opfer des vermeintlichen Angriffs jedoch ein identisches Raubtier, was nicht recht in diese Interpretation passen möchte.

Als Abschluss der Erörterung christlicher Deutungsperspektiven für die Vierbeinerfiguren auf den schwedischen Runensteinen sei Folgendes zur oben vorgeschlagenen Interpretation der Axtkrieger von Ytterenhörna und Hunnestad auf Grundlage des Hogbacks von Sockburn ergänzt: Die Deutung der Denkmäler von Sockburn, Lythe und Dysert O'Dea vor dem Hintergrund des Fenrirmythos klingt plausibel, ist jedoch nicht ohne Schwierigkeiten. Studiert man die zahlreichen Vertreter der Bildformel „Figur zwischen wilden Tieren“ intensiver, so stellt man fest, dass die Hand der Mittelfigur im Maul der flankierenden Tiere keineswegs auf den heidnischen Norden beschränkt ist. Bereits auf einigen minoischen und mykenischen Siegelabdrücken ist zu erkennen, wie die zentrale Göttergestalt ihre Hände in die Mäuler zweier Löwen legt (Abb. 29). Auch auf einem reliefverzierten islamischen Marmorbecken aus Sizilien befinden sich die Hände der Mittelfigur tief in den Rachen zweier flankierender Löwen (Abb. 30). Das Relief datiert in das 12./13. Jahrhundert und scheint Daniel in der Löwengrube – der auch im Islam eine Rolle spielt1287 – darzustellen.1288 Der Prophet Daniel dürfte auch auf der Steinplatte Nr. 14 von St. Vigeans in Angus, Schottland zu sehen sein (Abb. 31).1289 Auch hier ist deutlich zu erkennen, wie eine Menschenfigur ihre Hände zwischen die Kiefer zweier Raubtiere legt. Die Hand im Löwenmaul verweist in diesen Fällen auf die Bannung der gefährlichen Raubtiere, die durch Gottes Beistand zahm wie Kätzchen werden.1290 Ihre scharfen Zähne stellen keine Gefahr mehr dar, die Löwen fressen dem Propheten buchstäblich aus der Hand. Ähnlich – als Geste der Unterwerfung – ist es aufzufassen, wenn auf den burgundischen Danielschnallen die Löwen ergeben die Füße des Propheten belecken und diese schließlich ganz im Maul zu halten scheinen.1291 Sollte folglich auch der Axtkämpfer von Sockburn – wie bereits früher vermutet1292 – als Daniel in der Löwengrube zu deuten sein? Haben sich die Konvertiten um 1000, denen die Vorstellung vom errettenden Gott noch allzu fremd war, einen waffenlosen Sieg gegen derartige Bestien nicht vorstellen können und dem Propheten daher eine Waffe in die Hand gegeben? Dass es sich bei der Wahl der Waffe keineswegs um einen Zufall handelt, mögen die vendelzeitlichen Pressbleche vorführen – sie zeigen, dass die Streitaxt als adäquates Mittel bei der Überwindung und Fesselung eines raubtiergestaltigen Ungeheuers angesehen wurde (Abb. 32).1293 Welcher Gott oder Held sich hinter dem vendelzeitlichen Untierbändiger verbirgt, kann nicht entschieden werden.1294 Ein Zusammenhang mit der Komposition von Sockburn ist jedoch wahrscheinlich. Eine christliche Deutung des wikingischen Axtkämpfers von Sockburn könnte auch auf Grundlage von 1 Samuel 17,34f. erfolgen. Dort heißt es, David habe ein Schaf aus dem Maul eines Löwen gerettet, mit dem Untier gekämpft, es am Maul gepackt und erwürgt: „et veniebat leo vel ursus tollebatque arietem de medio gregis et sequebar eos et percutiebam eruebamque de ore eorum et illi consurgebant adversum me et adprehendebam mentum eorum et suffocabam interficiebamque eos.“ Sollte die Hand im Maul des Vierbeiners den beherzten Griff nach dem Schaf im Untierrachen bzw. das Zupacken am Löwenmaul andeuten, wie es in der christlichen Bildüberlieferung (auch in der Simson-Ikonographie) so häufig zu beobachten ist? Relativ nahe Beispiele stellen das vom späten Urnesstil beeinflusste Tympanon von Southwell Minster,1295 Nottinghamshire aus der Zeit um 1120 sowie die etwa zeitgleiche Schiffsfahne von Tingelstad1296 in Oppland dar.1297 Rund drei Jahrhunderte nach der Entstehung des Hogbacks von Sockburn schafft ein Steinmetz an der Apsis der Pfarrkirche im niederösterreichischen Schöngrabern1298 ein Bild von Davids Löwenkampf, das auf verblüffende Weise an die Darstellung des wikingischen Künstlers erinnert: David fasst mit einer Hand in das Maul des Löwen, in der anderen Hand schwingt er eine Axt (Abb. 33). Die Axt scheint über die Jahrhunderte als machtvolles Kampfmittel gegen große Raubtiere gegolten zu haben.1299 Tatsächlich sind schwere Äxte zuweilen bei der Bärenjagd verwendet worden,1300 was auch in der altisländischen Sagaliteratur1301 durchscheint. Vielleicht ist hier auch eine illuminierte byzantinische Handschrift von Oppians Cynegetica aus dem 10./11. Jahrhundert anzuführen, die einen Löwenjäger mit einer Axt abbildet (Biblioteca Nazionale Marciana Venezia, Cod. Marc. Gr. Z. 479 [=881], fol. 57v).1302 Zudem scheint die Axt im Norden eine gewisse Verehrung genossen und in vielen Kulturen des Altertums als Götterwaffe gegolten zu haben.1303 Inwiefern das Bild vom Axtkämpfer mit dem Raubtier fest an einen bestimmten paganen und/oder christlichen Mythos geknüpft ist, bleibt vorerst unsicher.

Sollte die Komposition von Sockburn eine Art synkretistischen Mythos darstellen, der sich auch auf dem Runenstein von Ytterenhörna und den Bild*** Runensteinen des schonischen Hunnestad-Monumentes spiegelt, dann wäre folgende Frage erlaubt: Ist auch die Hyrrokkin-Darstellung von Hunnestad mit christlichen Vorstellungen verknüpft und mit dem Motiv des Löwenreiters1304 in Verbindung zu bringen, das in der mittelalterlichen Ikonographie die Überwindung des Bösen1305 zum Ausdruck bringen und – wie übrigens alle Darstellungen von Löwenkämpfern – mit Simson oder David assoziiert werden kann?1306 Der Löwenreiter von 0rsted in Fünen (DR 200) aus der Mitte des 12. Jahrhunderts etwa ist durch eine Runeninschrift eindeutig als Simson ausgewiesen (Abb. 43).1307 Die Frage ist erwägenswert, kann aber nicht abschließend beantwortet werden. Da die wikingischen Künstler von Sockburn und Lythe um das Jahr 1000 den Mythos von Tyrs Handpfand gekannt haben müssen, ist es m. E. kaum vorstellbar, dass sie die Hände der Mittelfigur im Maul der Untiere platzierten, ohne dabei die alte Überlieferung ihrer skandinavischen Heimat vor Augen gehabt zu haben. Dass der Fenrir-Mythos auf die eine oder andere Weise – sei es als Anregung, künstlerischer Einfluss oder einzige Grundlage – auf die Bilddarstellungen von Sockburn, Lythe und gegebenenfalls Dysert O'Dea eingewirkt hat, ist m. E. kaum von der Hand zu weisen.

Schlussbetrachtung

Dass es sich bei den schwedischen Runensteinen der Spätwikingerzeit im Allgemeinen um christliche Memorialzeugnisse handelt und auch die Tierbilder letztlich einer christlichen Aussage verpflichtet sind, ist unzweifelhaft. Darauf deutet auch folgende Beobachtung hin: Auf 64% aller uppländischen Runensteine ist ein Kreuzzeichen eingeritzt, während es bei nur 4% der mit Vierbeinern verzierten uppländischen Steine auftaucht.1308 Das Vierfüßler-Motiv scheint folglich an die Stelle des Kreuzzeichens zu treten und eine zentrale Aussage zu übernehmen. Dennoch lassen sich längst nicht alle Vierbeinerfiguren im Mammen-, Ringerike*** Urnesstil – die das mit Abstand häufigste Motiv in der Runensteinikonographie darstellen – als eindeutig christliche Motive ansprechen. Häufig sind sowohl christliche als auch pagane Hintergründe denkbar. Insbesondere im Fall des wiederkehrenden Fesselungsmotivs erscheint eine Interpretation vor dem Hintergrund vorchristlicher Mythen sogar naheliegender. Dass christlich-pagane Analogien funktionalisiert und heidnische Motive so in den Dienst des neuen Glaubens gestellt wurden, ist durchaus bekannt1309 und insbesondere im Fall der Sigurddarstellungen in Betracht gezogen worden.1310 Letztere begegnen fast ausschließlich auf christlichen Denkmälern: Innerhalb romanischer Steinkirchen, an norwegischen Stabkirchenportalen, auf Kreuzsteinen der Isle of Man und natürlich auf schwedischen Runensteinen (Gs 9, Gs 19, Sö 101, Sö 327, U 1163, U 1175, vermutlich auch Gs 2). Der heidnische Drachentöter Sigurd scheint als Präfiguration auf Christus zu verweisen, der gemäß Psalm 90 als Bezwinger von Löwe und Drache erscheint. Man hat diese Art der Präfiguration mit dem Verweissystem der Typologie in Verbindung gebracht.1311 Im Sinne einer halbbiblischen Typologie1312 verweise der einheimische Typus Sigurd auf den Antitypus Christus, so wie etwa Odysseus am Mastbaum auf Christus am Kreuz verweisen könne. Auch könne der Drachentöter Sigurd mit dem Drachenbezwinger Sankt Michael verknüpft worden sein. Auf diese Weise sei vorchristliches Motivgut in das Christentum integriert, der Glaubensverkündigung dienstbar gemacht und den Heiden die Konversion erleichtert worden. Ähnliches gilt etwa für die Angelung der Midgardschlange1313 durch den Gott ?orr, welche auch auf dem Runenstein von Altuna (U 1161) zu sehen ist.1314 Während der Wikingerzeit waren „sowohl die Vorstellung vom Leviathan an der Angel der Gottheit und der vergleichbare Mythus von Thors Fischfang nebeneinander lebendig. Man möchte annehmen, daß sich dem christlichen Prediger ein Vergleich geradezu aufdrängte und daß beim Zuhörer, selbst wenn ein solcher Vergleich nicht expressis verbis ausgeführt wurde, die Assoziation mit dem allgemein bekannten Mythus hervorgerufen wurde.“1315 Die Skandinavier waren bestrebt, „die eigene Vergangenheit in die christliche Heilsgeschichte einzubauen, in der eigenen Tradition Hinweise auf das Christentum zu sehen. Von da ist es kein großer Schritt, auch manche Göttererzählung, insofern sie eine gewisse Ähnlichkeit mit Vorstellungen der neuen Religion zeigen, in der Art einer Typologie auf das Christentum zu beziehen.“1316 Dass Midgardschlange und Satan/Leviathan im Norden miteinander verknüpft und sogar gleichgesetzt wurden, wird in der altnordischen Überlieferung greifbar.1317 Im Stockholmer Homilienbuch sowie im Handschriftenfragment AM 686 c 4to ist über leviaimagean bzw. leviatHan das Wort miimagegarimagearormr bzw. Miimagegarzormr eingetragen. In der Niimagerstigningar saga1318 heißt es, Satan umringe die Welt in Drachengestalt und werde von Christus gefangen und gebunden. Die Bezeichnung des Teufels lautet hier miimagegarimage sormr!

Ein ähnliches Verweismuster dürfte auch bei den gefesselten Raubtieren auf den schwedischen Runensteinen eine Rolle spielen. Der gefesselte Fenriswolf verweist scheinbar als einheimische Entsprechung auf den gebannten Satan, der in der christlichen Überlieferung1319 auch als gefesselter Höllenhund auftreten kann. Vor diesem Hintergrund erlangt Lutz von Padbergs Einschätzung, die Runensteine seien „Predigten ohne Worte“1320 eine neue Dimension – eine Bilddimension. So heißt es in einer aufrüttelnden Endzeitpredigt des Wulfstan von York aus dem beginnenden 11. Jahrhundert: „Tausend Jahre und sogar mehr sind schon verstrichen, seit Christus als Mensch unter Menschen war und Satans Fesseln sind bereits ganz lose und die Zeit des Antichrist ist sehr nah.“1321 Muten die Tierfiguren auf den schwedischen Runensteinen nicht wie die Bildvariante einer derartigen Predigt an? Tatsächlich bezeichnet Wulfstan den Satan an anderer Stelle sogar als werewulf.1322 Auch im Falle der Tierkampfmotive, der Verschlingung von Ledberg, des Raubtierreiters von Hunnestad und des Untierkämpfers von Ytterenhörna könnte eine vom Ritzer intendierte Doppeldeutigkeit vorliegen.

Im Übrigen könnte auch das schlangenähnliche runentragende Band in dieser Weise gedeutet werden.1323 Auf einer Reihe von schwedischen Runensteinen ist auch das zoomorphe Inschriftenband mit der „Fesselungschiffre“ versehen. Wie etwa im Fall von Lids kyrka (Sö 128, Abb. 44) liegen Hals*** Schwanzspitzenpartie des Ungeheuers kreuzförmig übereinander und sind mit einem ringförmigen Gebilde aneinandergeheftet. Es handelt sich um das selbe Schema der Ringfessel, das auch die vierbeinigen Raubtiere als gebunden kennzeichnet. Es ist durchaus nahe liegend, in dieser Variante des Inschriftenbandes die durch den Engel Michael gefesselte Teufelsschlange aus der Offenbarung Johannis (20,1-3) zu erblicken: „et vidi angelum descendentem de caelo habentem clavem abyssi et catenam magnam in manu sua et adprehendit draconem serpentem antiquum qui est diabolus et Satanas […].“ Im Fall von Lids kyrka prangt zudem das Kreuzzeichen triumphierend über dem gebannten Dämon. Allerdings käme auch die Midgardschlange in Betracht. Wie Fenrir ist auch sie ein dämonisches Kind Lokis, welches von den Göttern für befristete Zeit unschädlich gemacht und auf den Meeresgrund verbannt wird – von einer Fesselung ist jedoch nicht die Rede.1324 Schließlich wird sie sich zu den Ragnarok erheben, Luft und Gewässer vergiften und den Gott Pórr töten.1325 Vor diesem Hintergrund ist die einmalige Komposition auf dem Runenstein von Rinkaby (Nä 34, Abb. 45) von besonderem Interesse. Dort ist das stilisierte vierbeinige Raubtier nicht nur an den gekreuzten Vorderbeinen gefesselt. Auch überkreuzt der Körper einer gewundenen, in sich verstrickten Schlange eines der Hinterbeine des Vierfüßlers. Der Schnittpunkt ist von einem Ring umwunden, der abwechselnd vor und hinter den Tierkörpern verläuft und beide Ungeheuer somit aneinander bindet. Ganz oben auf der Bildfläche prangt eine Art Maske, ein stilisiertes schnauzbärtiges Menschengesicht. Die Maskenchiffre könnte hier – wie es auch in anderen Kontexten naheliegt1326 – einen heidnischen Gott oder aber Christus repräsentieren. Sollte es sich um eine Gottheit handeln, die über das Dämonenpaar triumphiert und wacht? Angesichts der Möglichkeit, dass die Runenbandschlange den Teufel repräsentiert,1327 könnten auch die Darstellungen auf den Runensteinen von Grynsta backe (U 629, Abb. 46), Rangsta (U 1065) und Aspö (Sö 175)1328 interpretierbar sein: Sind hier Menschen zu sehen, die – wie so häufig in der christlichen Kunst des Mittelalters zu beobachten (vgl. auch Abb. 35) – mit schlangen*** drachenähnlichen Dämonen ringen, von ihnen gepackt und gebissen werden und sich verzweifelt gegen die Macht der teuflischen Gegner zu wehren versuchen?1329 Bemerkenswert ist an dieser Stelle auch die einmalige Erscheinung der Schlange auf dem Stein von Kalmar kyrka (U 632, Abb. 47). Hier verfügen die Ungeheuer über ein maskenartiges Menschengesicht mit kleinen Hörnchen, wie es in der Sündenfall-Ikonographie begegnet.1330

Eine weitere Variante des zoomorphen Runenbandes gibt über seine mythische Identität Auskunft: Auf über 20 schwedischen Runensteinen beißt sich das schlangenartige Ungeheuer in die eigene Schwanzspitze.1331 Ein gutes Beispiel ist der Runenstein von Frösö in Jämtland (J RS1928;66, Abb. 48). Hier ist das Kreuz wie ein Siegeszeichen über dem Schlangendämon platziert, wie es auch in der ottonischen Kunst anzutreffen ist. Im Übrigen sind lokale Sagen aus dem 17. Jahrhundert (u.a. durch Ole Worm) überliefert, die von einem gewaltigen Schlangenungeheuer berichten, das auf dem Grund des nahegelegenen Sees Storsjö liegen und sich in den eigenen Schwanz beißen soll (Storsjöodjuret).1332 Die Runen und das Abbild des Seeungeheuers auf dem Stein von Frösö sollen die Bannung des Scheusals bewirken.1333 Ob diese Erzählung als ätiologische Sage allein auf Grundlage des Runensteins (dessen Inschrift offenbar unverstanden blieb) geschaffen wurde oder tatsächlich Aspekte der ursprünglichen Bedeutung der Tierdarstellung bewahrt, ist schwer zu entscheiden. Dass der Ritzer von Frösö die Runenbandschlange in den eigenen Schwanz beißen lässt, kann jedenfalls kaum ein Zufall oder eine ornamentale Spielerei sein. Der Mythos von der Midgardschlange, die im Ozean liegt und die Welt umspannt ist im Norden überaus verbreitet.1334 Die frühsten schriftlichen Hinweise darauf sind in Skaldenstrophen des neunten und zehnten Jahrhunderts anzutreffen. Das erste ikonographische Zeugnis liefert die Medaillon-Imitation von Lyngby (IK 297) aus der späten römischen Kaiserzeit bzw. der frühen Völkerwanderungszeit. Ein wikingerzeitliches Zeugnis könnte die schwanzbeißende Schlange auf dem Steinkreuzsockel von Brigham in East Yorkshire aus dem 10. Jahrhundert darstellen (Abb. 49).1335

Doch auch dieses Bildmotiv1336 konnte in der ausgehenden Wikingerzeit vor dem Hintergrund christlicher Mythenüberlieferung verstanden werden. Bereits in den koptischen Pistis Sophia (Kap. 126) wird das altägyptische Uroboros-Motiv übernommen. Dort ist von einem Reich der Dunkelheit, einem postmortalen Strafort die Rede, der als erdumspannender Uroboros gedacht wird.1337 Vergleichbare christliche Vorstellungen begegnen in den gnostischen apokryphen Thomasakten, die in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts auf Syrisch verfasst wurden. Hier spricht Satan in Drachengestalt zum Apostel Thomas: „[…] ich bin der Sohn dessen, der die (Welt-) Kugel umgürtet; ich bin ein Verwandter dessen, der außerhalb des Ozeans ist, dessen Schwanz in seinem Munde liegt [.,.].“1338 Damit ist der Leviathan gemeint, von dem es in der Kleinen Apokalypse im Buch Jesaja (27,1) heißt, er sei die im Meer liegende, gewundene Schlange: „in die illo visitabit Dominus in gladio suo duro etgrandi et forti super Leviathan serpentem vectem et super Leviathan serpentem tortuosum et occidet cetum qui in mari est.“ (vgl. Psalm 73,13-14). Eine entsprechende Bilddarstellung ist in dem bereits mehrfach erwähnten Psalter in einer karolingischen Handschrift aus Corbie zu sehen (Abb. 50).1339 Es handelt sich um eine Schlange mit Raubtierkopf, die eine Q-Initiale bildet und gemeinsam mit einem geflügelten Ketos auftritt. Der Uroboros umschließt eine thronende Menschengestalt, die das Ketos mit Zügeln zu lenken scheint. Der Schwanzbiss des Leviathan wird auch im Werk De mundi celestis terrestrisque constitutione eines Pseudo-Beda im elften/zwölften Jahrhundert erwähnt: „Alii dicunt Leviathan animal terram complecti, tenetque caudam more suo […].“1340 In der jüdischen Literatur des Mittelalters wird der Leviathan mehrfach als Uroboros geschildert,1341 die hebräische Ambrosianischen Bibel aus Ulm (Mailand, Biblia Ambrosiana, B 32 III-136) liefert eine bildliche Darstellung.1342 Als skandinavisches Zeugnis kann der schwanzbeißende Drache an der Cuppa des romanischen Taufbeckens von Fullösa in Schonen angeführt werden.1343 Wie im Fall von Brigham stellt sich hier die Frage: Haben pagane Traditionen auf die Darstellung bzw. die Auswahl des Motives eingewirkt oder ist es hier eindeutig als Leviathan aufgefasst worden? Im Übrigen wird in der mittelalterlichen Kunst auch die von Michael gebundene Teufelsschlange bisweilen als Uroboros dargestellt.1344

Christlich-pagane Analogien scheinen auch in der Tierikonographie der spätwikingerzeitlichen Runensteine eine Rolle zu spielen. Im Fall der gefesselten Raubtiere (Fenriswolf – Höllenhund), der gefesselten Runenbandschlange (Midgardschlange – Teufelsschlange), der Uroboros-Schlange (Midgardschlange – Leviathan), der Verschlingung von Ledberg (Fenriswolf – Satan als Löwe), des Untierkampfes von Ytterenhörna (Fenriswolf – Satan als Löwe) sowie des Raubtierreiters von Hunnestad (Hyrrokkin – Löwenreiter) ist dies durchaus wahrscheinlich. Ähnlich wie im Fall der Sigurddarstellungen könnten auch die Tierbilder der paganen Vorstellungswelt entnommen, mit ihren christlichen Analogien präfigurativ in Bezug gesetzt und so in den Dienst des neuen Glaubens gestellt worden sein. Es handelte sich dann sozusagen um – für die Betrachter offenkundig - heidnische Bilder, die auf Christliches verweisen und einer christlichen Aussage dienen. Etwas abweichend fällt die Gewichtung aus, wenn man annimmt, der Ritzer habe durchaus christliche Motive vor Augen gehabt, intendiert christliche Tierbilder in kontinentaler bzw. insularer Tradition geschaffen, diese jedoch mit Blick auf etwaige indigene Entsprechungen besonnen ausgewählt und gestaltet um seinem Publikum – Altgläubige, Bekehrungswillige, Unentschlossene und Konvertiten – Anknüpfungspunkte zu bieten. Ein für sämtliche Darstellungen verbindliches Konzept wird sich kaum ermitteln lassen. Letztlich bleibt es unklar, ob Runensteinmeister, Auftraggeber und Betrachter etwa das stilisierte gefesselte Raubtier als Fenriswolf, Höllenhund oder Löwe angesehen haben, sich diesbezüglich denn eigentlich festlegten und übrigens auch, ob sie überhaupt eine präzise Auffassung von der konkreten Identität und Benennbarkeit des gebannten Untieres hatten. Als wesentliches Merkmal der Tierdarstellungen bleibt festzuhalten, dass sie – scheinbar ohne wirklich eindeutige Identifikationsmerkmale – konsequent zwischen paganer Erzähltradition und christlicher Überlieferung oszillieren.1345

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Abb. 1: Runensteine: Tullstorp DR 271, 2: Jelling DR 42, 3: Lund DR 314, 4: Hunnestad DR 286, 5: Hunnestad DR 284, 6: London DR 412, 7: Hunnestad DR 2.

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Abb. 2: Silberarmring aus Bryungs in Vall auf Gotland, Foto SHM 15903.

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Abb. 3: Prunkkästchen von Cammin, Protom, nach Muhl 1988, Abb. 21.1.

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Abb. 4: Prunkkästchen von Cammin, Beinplättchen auf dem Deckel, nach Muhl 1988, Abb. 52.1.

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Abb. 5: Augustinus Quaestiones in Heptateuchon Paris Bibl. Nat. MS Lat 12168 fol CV, nach Bernheimer 1931, Taf. XXXVIII.

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Abb. 6: Belgisch-rheinische Elfenbeintafel, Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Aufnahme Torsten-Pieter Rösler.

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Abb. 7: Bettpfosten aus Oseberg, nach Klindt-Jensen/Wilson 1966, Pl. 17.

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Abb. 8: Psalter von Corbie (Amiens), Bibliothèques d'Amiens Métropole, MS 18 C, fol. 12r, Zeichnung Oehrl.

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Abb. 9: Runenstein von Sala, nach Vs 29.

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Abb. 10: Runenstein von Svartsjö, nach U 35.

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Abb. 11: Runenstein von Ytterenhörna (Sö 190), Zeichnung Oehrl.

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Abb. 13: Runenstein von Harg, nach U 449.

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Abb. 12: Runenstein von Rybylund (Fv1955, 219), Zeichnung Oehrl.

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Abb. 14: Stabkirchenportal von Urnes, Foto Micha L. Rieser.

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Abb. 15: Steinskulptur in der Kirche von Jevington, Photo Jenny Wootton, a member of the congregation of St Andrew's, veranlasst von Reverend David Baker.

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Abb. 16: Bildstein von Hunnestad (DR 284), Foto Oehrl.

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Abb. 17: Bildstein von Vallentuna, nach U 248.

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Abb. 18: Runenstein von Frugarden, nach Vg 181.

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Abb. 19: Silberfibel von Espinge, SHM 6620, Foto Oehrl.

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Abb. 20: Kreuzsteinfragment von Kirk Andreas, nach Davidson 1941, Fig. 3.

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Abb. 21: Tiberiuspsalter, British Library MS Cotton Tiberius C.6 fol 14r, ©The British Library Board.

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Abb. 22: Runenstein von Ledberg (Ög 181), nach Snˆdal/Ählen 2004, S. 106.

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Abb. 23: Runen*** Bildstein-Monument von Hunnestad, nach DR 282–286.

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Abb. 24: Runenstein von Söderby, nach U 691.

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Abb. 25: Runenstein von Tierps kyrka, nach U 1144.

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Abb. 26: Hogback von Sockburn, Zeichnung Knowles, nach Lang 1972, Fig. 1.

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Abb. 27: Hogback von Lythe, copyright York Archaeological Trust.

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Abb. 28: Hochkreuz von Dysert O'Dea, nach Henry 1933, Fig. 49.

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Abb. 29: Steinsiegel von Mykenai, nach Müller-Karpe 1980, Taf. 205.8.

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Abb. 30: Islamisches Marmorbecken aus Sizilien, Zeichnung Oehrl.

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Abb. 31: Steinplatte von St. Vigeans, nach Allen 1903, Fig. 285A (2).

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Abb. 32: Torslunda Model A, nach Wamers 2009, Fig. 191.

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Abb. 33: Figur an der Apsis der Pfarrkirche von Schöngrabern, nach Schade 1962, Taf. 15.

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Abb. 34: Runenstein von Lunda, nach U Fv 1978, Fig. 4.

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Abb. 35: Holzbank in der Stabkirche von Torpo, nach Bergendahl Hohler 1999, 2, Pl. 401B.

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Abb. 36: Walrosselfenbein-Kästchen (pen-case) im British Museum, © Trustees of the British Museum.

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Abb. 37: Taufbecken von Munkbrarup, nach Kolstrup 1989, Abb. 7.

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Abb. 38: Psalter von Corbie (Amiens), Cliché CNRS-IRHT, Bibliothèques d'Amiens Métropole, MS 18 C, fol. 31v.

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Abb. 39: Relief in der Kirche von Skr0belev, nach Nancke-Krogh 1995, S. 113.

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Abb. 40: Tympanon der Klosterkirche von Windberg, nach Clasen 1943, Abb. 28.

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Abb. 41: Psalter von Corbie (Amiens), Cliché CNRS-IRHT, Bibliothèques d'Amiens Métropole, MS 18 C, fol. 67r.

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Abb. 42: Wetterfahne von Heggen, nach Klindt-Jensen/Wilson 1966, Fig. 61.

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Abb. 43: Reliefstein mit Runen von 0rsted (DR 200), Photo Dänisches Nationalmuseum.

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Abb. 44: Runenstein von Lids kyrka, nach Sö 128.

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Abb. 45: Runenstein von Rinkaby, nach Nä 34.

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Abb. 46: Runenstein von Grynsta backe, nach U 629.

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Abb. 47: Runenstein von Kalmar, nach U 632.

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Abb. 48: Runenstein von Frösö (J RS1928, 66), nach Snˆdal/Ählen 2004, S. 42.

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Abb. 49: Steinkreuzsockel von Brigham, nach Ellmers 1986, Abb. 4.

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Abb. 50: Psalter von Corbie (Amiens), Cliché CNRS-IRHT, Bibliothèques d'Amiens Métropole, MS 18 C, fol. 46r.