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Vanessa und Halifax fuhren langsam die Ninth Ave hinunter. Sie hatten es nicht eilig, ihren Streifenwagen im Revier in der zwanzigsten Straße abzuliefern. Dort wartete ihr Captain darauf, ihnen die nächste Prügel zu verabreichen. Sie mussten erst einmal den Auftritt dieses Inspectors von der Sondereinheit für Bankraub verkraften.

"Sie werden uns vor Gericht stellen", Halifax hatte die Hosen voll.

"Du redest Scheiße, Randy!" Vanessa wurde heftig. Ein Zeichen, dass er nicht weniger nervös war, als sein Partner. "Sie werden einen Mordswirbel machen, und wenn wir Pech haben werden sie uns degradieren. Und dann wird Gras über die Sache wachsen, und fertig."

Halifax hielt vor einer Ampel. "Meinst du wirklich, Paulie?" Mit einem ängstlichen Schuljungengesicht sah er seinen Partner an.

"Natürlich, Randy, was glaubst du denn? Meinst du vielleicht, die machen Jagd auf ihre Kollegen wegen dreier toter Hunde? Mann, sieh das doch mal ganz nüchtern. Stell dir mal die Schlagzeilen vor - >Streifenpolizisten geben gezielte Todesschüsse auf Gangster ab<! Kein Schwein aus den oberen Etagen will so was in der Zeitung lesen!"

Halifax fuhr an. Seine Gesichtszüge entspannten sich etwas. "Du hast recht, Paulie. Ich glaub, du hast recht."

Nocheeses Anruf erreichte sie kurz vor der dreiundzwanzigsten Straße. Vanessa legte die Hand auf den Mikroteil seines Handys. "Der Schakal", flüsterte er.

"Ist die Sache erledigt?", wollte Nocheese wissen. Er klang eine Spur weniger geschäftsmäßig als sonst.

"Ja."

"Ich brauch euch hier unten in Little Italy. Die Bullen haben einen Undercover-Man eingeschleust. Über den Russen. Der Kerl arbeitet mit Wanzen. Wahrscheinlich hat er auch Nicks Wagen verseucht. Er muss weg. Sonst können wir den Dollarsegen vergessen."

Vanessa schwieg eine Zeit lang. Seine Kiefermuskulatur arbeitete. Er überlegte fieberhaft. "Gut", sagte er schließlich, "wir haben 'ne Menge Ärger hier. Aber einer von uns kommt."

Er steckte das Handy weg. Halifax hielt an der Ampel. "Steig aus und lass mich fahren!" Der überraschte Halifax gehorchte widerspruchslos. Vanessa rutschte auf den Fahrersitz. Als Halifax wieder eingestiegen war, erklärte er ihm, worum es ging. Die Ampel sprang auf Grün. Vanessa bog nach links in die Dreiundzwanzigste ein. "Wo steht deine Corvette?"

"Im Parkhaus an der Neunzehnten."

Vanessa gab Gas. Mit fast sechzig Meilen pro Stunde jagte er über die Straße. "Ich lad dich da ab. Dann fährst du so schnell du kannst nach Little Italy. Am Columbus Park in der Mulberry Street wartet Nocheese auf dich. Wenn die Sache erledigt ist, gehst du sofort zu deinem Arzt. Wie ist seine Adresse?"

Halifax nannte sie ihm. "Warum ich?"

"Weil ich der Vorgesetzte bin und vor dem Captain geradestehen muss für die Schießerei. Außerdem kann ich besser reden. Ich werde einfach sagen, du wärst so unter Schock gestanden, dass ich dich zu deinem Arzt bringen musste."

Halifax lachte. "Meinst du, der Captain glaubt dir, dass ich unter Schock ...?"

"Gib dir beim Arzt ein bisschen Mühe", unterbrach Vanessa ihn barsch. Wenige Minuten später ließ Halifax seine Corvette aus dem Parkhaus rollen. Während Vanessa noch einen Umweg über die Adresse des Hausarztes seines Partners fuhr, steuerte Halifax über den Broadway Little Italy an.

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