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Am Tag nach Georges Beerdigung - es war ein Freitag - ließen wir Paul Vanessa und Bertrand Halifax nachmittags in die Federal Plaza kommen. Jay und Leslie verhörten Halifax, Milo und ich nahmen uns Vanessa vor.

Wir präsentierten ihm den Auszug aus dem Protokoll. "Finden Sie das nicht auch merkwürdig, Detective, dass sie bei allen fünf Banküberfällen in der Nähe waren?", fragte ich ihn.

"Ja, komischer Zufall", er schüttelte den Kopf, "manchmal erwischt's einen wirklich knüppeldick in unserem Job."

"Reden Sie keinen Mist, Vanessa!" Milo spielte den bösen Cop. "Sie wollen uns doch nicht weismachen, dass das wirklich Zufall war!" Doch Vanessa konnte man auf die Tour nicht kommen. Er hatte selbst genug Verhörerfahrung.

"Wollen Sie etwa ...?" Er starrte uns an, als hätten wir ihm einen Steuerbetrug vorgeworfen. Dann ging er hoch, wie eine Rakete. "Sie wollen doch nicht etwa behaupten, dass ich etwas mit den Überfällen zu tun habe?! Schauen Sie sich meine Personalakte an! Sprechen Sie mit meinem Chef!" Er schrie hemmungslos. "Da schiebt man jahrelang Überstunden, da hält man seinen Kopf hin für diesen Staat, und dann so etwas!"

"Keiner behauptet hier irgendetwas", sagte ich beruhigend. "Wir suchen nur nach einer Erklärung für diese merkwürdigen Zufälle."

"Ich kann Sie nicht erklären, zum Teufel!"

"Tun Sie mal nicht so, als wären Sie der erste Cop, der auf beiden Seiten absahnt!", provozierte Milo.

Wieder Geschrei. Dann brach er fast in Tränen aus. "Hören Sie, Trevellian - ich habe fünf Kinder! Ich setz doch meinen Job nicht durch solche Blödheiten aufs Spiel, die Sie mir hier unterstellen wollen!"

So ging das hin und her. Er pochte auf Zufall, er verwies auf den rigiden Dienstplan, der so gut wie keinen Spielraum zur Manipulation zuließ und so weiter. Nach einer Stunde hörten wir auf und schickten ihn nach Hause. Es würde ja nicht bei diesem einen Verhör bleiben.

Mit Jay und Leslie zusammen verglichen wir die Verhörprotokolle. "Halifax blieb ruhig", erzählte Leslie. "Als Jay andeutete, die Bankräuber könnten ja ihre Termine mit seinem Dienstplan abgestimmt haben, hat er geguckt wie ein kleiner Junge, dem man zu Unrecht Tierquälerei vorwirft."

"Hätt' nicht viel gefehlt, und er wär' in Tränen ausgebrochen", bestätigte Jay.

"Die Aussagen der beiden stimmen im Wesentlichen überein", ich legte die Protokolle auf den Schreibtisch. "Meine innere Stimme sagt mir, dass wir an den beiden dran bleiben sollten." Die anderen nickten.

"Wir verhören sie am Montag zum zweiten Mal und lassen uns genau die Routen schildern, auf denen sie die Fluchtfahrzeuge verfolgt haben", schlug Milo vor. "Vielleicht können wir sie dann bei Widersprüchen erwischen."

"Sollen wir sie observieren?", fragte Leslie.

"Wäre nicht verkehrt", sagte ich, "da müssen wir aber vorher mit dem Chef sprechen. Können wir morgen bei der Konferenz nochmal diskutieren.

"Gab es Reaktionen auf das Phantombild von Sharon Cellar?", wollte Jay wissen.

"Nein, nichts." Milo zuckte mit den Schultern. "Wir waren gestern wieder in der Kneipe und haben nach diesem Schakal gefragt. Niemand will den Namen je gehört haben."

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