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"Paulie! Aufwachen!" Vanessa riss die Augen auf. Seine Frau stand vor seinem Bett und rüttelte ihn. "Telefon! Jetzt wach schon auf!"

Er kroch aus der warme Decke und sah dabei auf den Wecker: Noch nicht mal acht Uhr! "Wer?", krächzte er. Sein Schädel brummte wie ein Wespennest.

"Eine Frau!" Er schlurfte an der Küche vorbei. Seine Kids saßen beim Frühstück, seine Frau hantierte am Herd und blitzte ihn an. Sie konnte furchtbar eifersüchtig werden.

"Hallo?"

"Vanessa?"

"Ja?" Die Stimme kam ihm bekannt vor.

"Wir haben uns mal bei >Nickie's< kennengelernt. Ihr Kollege wollte mir an die Wäsche." Schlagartig hatte er das Bild der Frau vor Augen. Es war das Mädchen des Schakals. "Als er den Bullen umgelegt hat, hat er's noch mal versucht. Nur hat er mir da seinen Revolver unter den Schädel gehalten."

Vanessa fasste sich an den Kopf. Er hätte Halifax niemals allein losschicken dürfen. "Ich hab ihn bestraft. Schauen Sie am besten gleich mal nach ihm. Und dann will ich hunderttausend Dollar von ihm. Von mir aus in Raten, und von mir aus, legt zusammen. Wenn er nicht spurt, gibt's bald einen Prozess wegen Polizistenmord."

Sie unterbrach die Verbindung. Vanessa stand wie vom Donner gerührt. Das Zimmer um ihn herum begann sich zu drehen. In seinem Schädel schwoll das Brummen zu einem vibrierenden Dröhnen an. Er versuchte zu begreifen, was die Frau da eben gesagt hat.

"Was ist los, Paulie?" Seine Frau schaute aus der Küche und machte ein besorgtes Gesicht.

"Nichts Besonderes", er legte auf und wankte ins Bad. "Randy hat ein kleines Problem." Nach einer kalten Dusche konnte er wieder klar denken. Er rief Halifax an. Niemand nahm ab.

Kurz darauf saß er in seinem Wagen und fuhr nach Chelsea herunter. Er musste die Tür zu Halifax Wohnung vom Vermieter aufschließen lassen. Es stank nach Pisse und Blut.

Vanessa spürte, wie seine Knie zu zittern begannen, als er seinen Partner zusammengekrümmt und röchelnd neben dem Fernseher liegen sah. Gesicht, Hosenbeine und Schritt waren blutdurchtränkt. Er zitterte so stark, dass der Fernseher wackelte.

Vanessa verständigte die Ambulanz. Zögernd wählte er danach die Nummer seines Reviers. Die Ärzte in der Klinik würden so oder so die Staatsanwaltschaft verständigen. Und er wollte sich von seinem Captain nicht fragen lassen, warum er nicht die Polizei angerufen hat.

Bis die Ambulanz kam, blieb er bei Halifax sitzen. "Du gottverdammter Idiot", murmelte er. "Ich hätte dich bei irgendeinem Einsatz versehentlich erschießen sollen. Damit hätte ich weniger Scherereien gehabt, als ich sie jetzt am Hals hab."

Nachdem sie Halifax in den Krankenwagen geschoben hatten, hockte Vanessa sich wieder hinter das Steuer und fuhr nach Brooklyn. Nocheese musste dieser wilden Frau das Handwerk legen ...

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