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Sogar Norman Ruther grinste. "Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass ich in den vielen Jahren meiner Polizeiarbeit, mal einen derartigen Hinweis bekommen habe."

"Und das gleich zweimal", sagte Milo, "der eine durftet nach einem teuren Parfüm, der andere stinkt nach Pferd."

"Eigenartig", der Inspektor lehnte sich in seinem Bürosessel zurück und schlug schwerfällig die Beine übereinander. "Vermutlich dürfte der Hinweis auf den Pferdeduft eher weiterführen als das Parfüm."

"Wenn unsere Theorie, dass die Täter in New York City wohnen, auf jeden Fall", bekräftigte ich. "Wenn wir alle Läden und Kaufhäuser abklappern wollten, in denen es Parfüm zu kaufen gibt, wären wir vermutlich bis zu unserer Pensionierung beschäftigt. Aber die Orte im Big Apple, an denen es Pferde gibt, sind überschaubar." Ich reichte Norman das Papier, auf dem Milo und ich die Arbeit dieses Vormittags zusammengefasst hatten.

"Der einzige Reitstall in Manhattan ist die >Claremont Riding Academy< in der 175th Straße", begann ich.

Ruther nickte. "Das ist die Reitschule, die Ausritte in den Central Park organisieren."

"Dann gibt es die Trabrennbahn >Yonkers Raceway< in Westchester County mit zwei größeren Gestüten in der Nähe", fuhr ich fort. "In Queens, im Ozone Park, liegt der >Aquaduct Race Track<. Dort finden bis Mai die Pferderennen statt. Ab Mai dann wieder in Long Island, auf dem Belmont Park Race Track. Dort gibt es auch zwei Gestüte. Ansonsten haben wir natürlich im Hudsontal kleinere Anwesen mit Pferdehaltung."

Ruther ließ das Papier sinken. "Also nicht mal zehn Stellen an denen man mit Pferden arbeitet."

"Und über den Daumen gepeilt nicht mehr, als zweihundert bis dreihundert Personen, die überprüft werden müssen", sagte Milo. "Wenn man sich nur auf die Reitlehrer, Pferdepfleger und Besitzer der Gestüte konzentriert."

Ich zuckte mit den Schultern. "Zeitaufwendige Routine. Packen wir sie an, damit wir sie so schnell wie möglich hinter uns haben."

"Ich werd' mal in der Federal Plaza und im Police Department auf den Tisch hauen." Norman Ruther griff zum Telefon. "Wir brauchen noch ein paar Dutzend Leute für diesen Job."

Eine Stunde später saßen wir in meinem Sportwagen. Für heute hatten wir genug. Morgen würden wir allen Menschen in New York City auf die Pelle rücken, die sich intensiv mit Pferden beschäftigten. Eine aufwendige Operation. Selbst wenn wir noch zwanzig oder dreißig Männer und Frauen zur Seite gestellt bekämen, würde es alles in allem sicher eine Woche dauern, bis die Aktion über die Bühne gezogen war. Und dann noch zwei, drei Tage für die Auswertung.

Wie auch immer - ein Fall, für den man einen langen Atem brauchte. Aber das waren wir gewöhnt. Nur der Sonntagsjäger erwartet, dass der Hirsch einen Termin mit ihm ausmacht.

"Pass mal auf, Partner." Milo räusperte sich. "Ich steig heute nicht an unserer Ecke aus."

"Sondern?"

"Lass mich einfach am Singer Building raus, okay?"

"Noch was vor heute?" Milo antwortete nicht. Das Singer Building liegt an der Kreuzung Broadway und Prince Street. Und in der Prince Street hatten wir vor nicht allzu langer Zeit beruflich zu tun ...

Allmählich dämmerte mir, was Milo vorhatte. "Ich kann dich auch direkt zur Bank fahren."

Er grinste ein bisschen verlegen. "Du Schlaumeier. Also gut, angenommen - fahr mich hin."

"Seit wann läuft das mit Trisha?"

"Fängt erst an", grinste er. "Das Mädchen scheint zu den Vielbeschäftigten zu gehören. Heute gönnt sie mir nur drei Stunden. Dann muss sie zu irgendeinem Abendcollege."

"Drei Stunden, um sie zu überzeugen, dass du mehr Zeit wert bist", lachte ich.

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