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Solange wir uns in der Bank aufhielten, sagte Norman Ruther kein Wort. Grimmig sah er sich um und hörte sich die Aussagen der Kunden und Angestellten an. Die Vernehmungen überließ er Milo und mir.

Sobald wir die Zentrale der New York Traffic Bank verlassen hatten, stürmte er mit Riesenschritten auf seinen Dienstwagen zu und fluchte lautstark vor sich hin.

Milo und ich sahen ihm mit hochgezogenen Brauen hinterher. "Sauer", konstatierte Milo.

Ruther holte ein frisch Schachtel West aus dem Dienstwagen. Er brachte es kaum zustande, das Zigarettenpäckchen zu öffnen. Seine Finger zitterten vor Wut. Als die Zigarette endlich brannte, stützte er sich auf das Dach des Wagens und schlug mit der flachen Hand gegen das Blech.

"Vor unserer Nase", knurrte er. "Vor unserer Nase nehmen diese Mistkerle ein Bank aus! Ich fass' es nicht." Noch einmal schlug er auf das Dach. "Wir sind ihnen auf der Spur, und sie wagen es sofort wieder zuzuschlagen, und das vor meiner Nase!" Sein Gesicht war hochrot.

"Nimm's nicht persönlich, Norman", sagte Milo und traute sich tatsächlich zu grinsen. Glücklicherweise sah es unser vorübergehender Chef nicht.

"Wir können die Pferdespur wohl vergessen." Ich fühlte mich leer und enttäuscht. "Jemand, der sich von der Polizei ins Visier genommen fühlt, wird kaum eine Bank ausrauben."

Milo seufzte und machte eine Geste der Resignation. "Wir sind nicht die Einzigen auf dieser Welt, die mal ein, zwei Wochen lang für die Katz' schuften", sagte er. Seine Laune schien nicht beeinträchtigt. "Tröste dich einfach damit, dass wir trotzdem bezahlt werden."

Einige Journalisten waren einfach über das gelbe Absperrband gestiegen. "Stimmt es, dass die Schleierbande schon wieder zugeschlagen hat?!"

>Schleierbande< - so hatten die Medien das Bankräubertrio getauft.

"Wir müssen davon ausgehen", sagte Milo und ging den Reportern entgegen. "Die gleiche Handschrift. Ähnliche Personenbeschreibungen, sogar die Parfümmarke ..."

"Was glauben Sie eigentlich, wozu wir einen Tatort absperren!", brüllte Ruther plötzlich los. "Scheren Sie sich zum Teufel und warten Sie, bis wir eine Presseerklärung herausgeben!"

Irritiert wanderten die Blicke der Reporter zwischen Milo und Ruther hin und her. Mein Partner breitete wie entschuldigend die Arme aus.

"Im Interesse der Öffentlichkeit bestehen wir auf Informationen", setzte eine Journalistin der New York Post zum Widerspruch an.

"Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir Ihnen im Augenblick nur bestätigen, dass die New York Traffic Bank überfallen wurde!" Ruther riss die Wagentür auf. "Es gab weder Tote noch Verletzte. Das wär's!" Mit einer herrischen Handbewegung bedeutete er uns endlich einzusteigen.

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