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Herby blieb im Flugzeughangar des Flugzeugträgers, wo japanische Kampfflugzeuge aus dem zweiten Weltkrieg ausgestellt waren. Er drückte sich um die erste Maschine herum, fotografierte sie von allen Seiten und schielte ständig nach der Boing am Ende der Startbahn.
Schon als er den Typen mit der Baskenmütze und dem lächerlichen Dufflecoat aus dem Inneren der Maschine die kurze Gangway hinaufsteigen sah, war ihm klar, dass das der Mann sein musste, der sein Geld abholen wollte. Und gleich beim zweiten Blick erkannte er Miller.
"Du Witzfigur", murmelte er, als er ihn aus dem Bomber steigen sah. Er sah ihn von Bord eilen und im Hafen in einem Taxi verschwinden.
Niedergeschlagen trat er den Heimweg an. Was sollte er tun? Er konnte töten, natürlich. Als Soldat war er dazu ausgebildet worden. Und er hatte getötet: Im Golfkrieg, bei Sondereinsätzen gegen die columbianische Drogenmafia.
Er fühlte sich erschöpft, als er die Treppe zur U-Bahn Station herabstieg.
Und vielleicht würde er wieder töten müssen. Wenn die Leute, die Ronny und Bruce auf dem Gewissen hatten, auch ihm an den Hals wollten, dann würde er seine Haut so teuer wie möglich verkaufen.
Aber Miller zu töten - das wäre vorsätzlicher Mord. Herbert Moriga war zwar ein bisschen verrückt, und sein Lebenslauf und Lebensstil entsprach nicht unbedingt amerikanischem Normalmaß. Aber er war kein Mörder.
"Vor nicht allzu langer Zeit hättest du auch noch beteuert kein Bankräuber zu sein", murmelte er vor sich hin.
Wenn er Raymond Miller andererseits die Zweihunderttausend einfach so in den Rachen warf, würde es sicher nicht lange dauern, bis der mehr fordern würde. Vielleicht konnte er sich irgendwie mit ihm einigen ...
Er horchte auf, als die Konservenstimme aus dem Lautsprecher die achtundzwanzigste Straße ankündigte. Schnell stand er auf und drängte sich durch die stehenden Fahrgäste hindurch auf den Bahnsteig.
Er ging in die nächstbeste Bar und versuchte, seinen Frust und seine Angst mit zwei doppelten Whiskys herunterzuspülen. "Du trinkst ein bisschen viel, Herby. Wenn du aus dieser Scheiße wieder herauskommen willst, brauchst du einen klaren Kopf."
Er legte einen Schein und ein paar Münzen neben das leere Glas. Es war schon dunkel, als er auf die Straße trat.
Vor einer Woche um diese Zeit wollte noch niemand zweihunderttausend Dollar von dir, dachte er. Vor einer Woche um diese Zeit himmelte Trisha dich noch an. Und Bruce lebte noch. Und du musstest keine Angst haben vor Leuten, die dir den Hals durchschneiden wollen.
Er verfluchte den Tag, an dem er sich entschloss die Zentrale der New York Traffic Bank auszurauben.
Grübelnd stieg er die Vortreppe des Hauses hinauf, in dem er wohnte. Den alten, weiß-blauen Buick auf der anderen Straßenseite beachtete er nicht.