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"Sie werden versuchen, uns zu linken, Oliver - vergiss das bloß nicht!" Adams nickte. Es tröstete ihn fast zu sehen, dass Warrens Schleier ihm genauso am schweißnassen Gesicht klebte wie ihm selbst.

"Wenn sie uns angreifen, schießt du ohne Vorwarnung." Wieder nickte Adams. Warren, dicht an die Wand neben einem der Fenster gepresst, spähte vorsichtig auf die Straße hinaus. "Der Fluchtwagen ist da", flüsterte er. In der Hocke schlich er durch die Reihen der am Boden liegenden Geisel. Zwei jungen Frauen stieß er unsanft den Lauf der MP in die Rippen. "Mitkommen!"

Auch Adams suchte zwei Geiseln aus. Die würden sie nachher wieder laufen lassen - wenn sie dann noch lebten. Aber jetzt brauchte jeder von ihnen einen lebendigen Schutzschild. Der Wagen stand zwar direkt an der Treppe, aber die Stufen hinunter mussten sie doch ohne jede Deckung gehen.

Sie banden die Geiseln je zwei und zwei zusammen. Die beiden, die sie im Wagen mitnehmen wollten, mussten die Geldkoffer tragen. Im Gänsemarsch schoben sie sich in den Eingangsbereich der Bank vor. Die Geiseln immer dicht vor sich festhaltend und die Maschinenpistolen im Anschlag.

Als die erste der Geiseln den Bereich der Lichtschranke betrat, schoben sich die beiden Glasflügel der Haupttür auseinander. Die kühle Oktoberluft wehte Warren unter die triefend nasse Maske. Die fast vollkommene Abwesenheit jeglichen Verkehrslärmes hatte etwas Gespenstisches. Warren machte sich klar, dass die Bullen die Straße abgesperrt hatten.

"Wenn ihr unseren Wagen nicht aus der Straße lasst, sterben die beiden rechten Frauen!", brüllte er. Eine der Frauen begann zu schluchzen.

"Okay, Oliver - Nick sitzt schon am Steuer. Packen wir's." Er stieß die Geiseln an und setzte sich langsam in Bewegung.

Nobel Warren war ein mit allen Wassern gewaschener Fuchs. Aber als Adams plötzlich lautlos neben ihm zusammensackte, fühlte er sich für Bruchteile von Sekunden wie gelähmt vor Entsetzen. Dann wirbelte er herum. Er sah noch die Gestalt in kugelsicherer Weste und Sturmhaube über dem Tresen des Bankschalters liegen. Er registrierte noch den Schalldämpfer auf dem Lauf des Gewehres. Auch dass die Geiseln vor ihm umgerissen wurden, registrierte er noch. Doch dann schlug ein großkalibriges Geschoss in seine Stirn ein. Etwas explodierte grell und lautlos in seinen Hirnwindungen.

Als die MP5 langsam seinen Händen entglitt, war er schon tot.

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