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Meine innere Stimme empfahl mir, mich von dem Gedanken an mein Bett vorläufig zu verabschieden. Und tatsächlich überschlugen sich die Ereignisse an diesem Samstag.

"Cumberland ist der Mörder", mit aschfahlem, versteinertem Gesicht und genau diesen Worten empfing mich Milo auf der Straße vor Cumberlands Haus. Er nahm meinen Arm und führte mich zu einem VW-Bus. "Cumberlands Wagen", sagte er und trat beiseite.

Durch die offenen Tür sah ich die Leiche. Es war der Junge, den wir gestern Vormittag vernommen hatten. Ich schloss die Augen und wandte mich ab. "Oh Gott!"

Wir überließen das Schlachtfeld der Spurensicherung und fuhren schweigend in die Federal Plaza. Milo steuerte den Dienstwagen. "Hör zu, Milo", sagte ich unterwegs, "es ist nicht gut, wenn wir beide Cumberland verhören. Ich habe Angst, ich könnte mich vergessen."

"Überleg' dir, was du sagst", Milo warf mir einen ernsten Blick zu, "wenn wir das Verhör jemand anderem aufdrücken, schickt der Chef uns zu den Eltern des Toten.

Ich wandte mich stöhnend ab und starrte in die vorbeirauschenden, langsam erwachenden Straßen Manhattans. Die Vorstellung schnürte mir die Kehle zu.

In der Federal Plaza kochten wir erst einmal einen Kaffee. Tatsächlich kam der Chef auf uns zu. Er legte seine Hand auf meine Schulter. "Ich hab' Leslie und Jay aus dem Bett geholt. Sie werden Cumberland verhören. Bitte gehen Sie mit Milo zur Familie des Jungen. Der Vater ist Sergeant bei der New York City Police." Er drückte meine Schulter und verschwand wieder in seinem Büro.

Kurz darauf öffnete sich seine Tür noch einmal. "Übrigens - der Bruder von Geoffrey Valery, dieser Jerome Valery ist spurlos verschwunden. Sein Cousin hat eine Vermisstenanzeige aufgegeben."

Die Tür schloss sich wieder. Milo und ich sahen uns an. "Gehen bei dir auch ein paar rote Lichter an?", fragte mein Partner.

Statt ihm zu antworten, sprang ich auf und durchsuchte die zahllosen Papiere auf meinem Schreibtisch "Hier ist das Fax von dem Paketdienst, für den Valery arbeitet." Ich ging die Liste durch. Milo stellte sich mit seiner Kaffeetasse neben mich.

"Hier", er deutete auf eine Adresse in der neunten Straße. "Das ist die Hausnummer der Textilfabrik." Kopfschüttelnd lasen wir Absender und Adressat.

">Blackman< und Hass aus L.A.!", rief Milo aufgebracht und drehte sich so heftig um sich selbst, dass sein Kaffee überschwappte. "Bin ich hier in einem schlechten Horrorfilm oder was!?"

"Wir müssen uns Valery noch einmal vorknöpfen, irgendwas ist hier oberfaul." Ich trank meinen Kaffee aus. "Aber zuerst lass uns den Gang zur Familie hinter uns bringen." Ich schnappte mein Jackett. "Oh Gott, wär ich doch Präsident geworden!"

"Dann würdest du jetzt gewaltig in der Scheiße stecken!"

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