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Der Bärtige griff sich an den Hals, sah sich um und schüttelte dann ein paarmal verwundert seinen massigen Schädel. Mike Borran hatte sich zwischen Funkgerät und Wand der Bambushütte geschoben. Er atmete so flach wie nur irgend möglich.

Perth murmelte etwas von »verdammter Hitze«, die er nicht vertrug und von »Schwächeanfall«. Dann drehte er sich um und wollte die Hütte verlassen, um seine Gangsterkollegen über die neueste Entwicklung der Dinge zu informieren.

Ein Tuten ließ ihn kehrtmachen.

Am Funkgerät blinkte ein rotes Lämpchen auf und ab.

Perth kratzte sich am Schädel und griff nochmals nach dem Mikrofon. Er legte einen Hebel um.

»Hier Bastion«, sagte er auf Englisch.

»Hier die Ablösung von Ramirez«, quäkte Henry Coys Stimme in beachtlichem Spanisch aus dem Lautsprecher. »Hiermit sind alle Befehle von vorher zurückgenommen. Ich habe nicht viel Zeit, Ihnen alles auseinanderzusetzen. Aber Tatsache bleibt, dass der Abschuss der Beechcraft keine Einzelaktion war.«

Henry Coy gab wortgetreu wieder, was Mike ihm aufgetragen hatte.

»Wir haben gerade die neuesten Informationen erhalten«, fuhr Commander Coy fort. »Weiß der Teufel, wie die CIA herausgefunden hat, dass die Gonzales-Gruppe in Costa Rica ohne die Hilfe und Mitwisserschaft höherer Regierungskreise tätig wurde. Damit fällt auch unsere Hoffnung, dass die USA diplomatische Verwicklungen scheuen. Sie haben sogar noch offiziell grünes Licht aus San Jose bekommen. Und jetzt halten Sie sich fest, Perth: Schon vor drei Stunden sind Landungsboote mit 8OOO Mariners an Bord angelandet worden. In spätestens einer Stunde sind sie bei euch im

Camp. Reiner Zufall, dass wir davon erfuhren. Ihr müsst verschwinden!«

Slim Perth war aschfahl geworden.

»Ich kann nicht mehr lange funken«, sagte Commander Coy. »Wir sind auch schon beim Aufbruch. Ich kann euch nur noch raten, so schnell wie möglich Leine zu ziehen. Schlagt euch über die Grenze nach Nicaragua durch.«

»Und die Gefangenen?«

»Vergesst sie. Die Aktion ist abgeblasen.«

»Sollen wir sie alle niedermachen?«

»Seid Ihr verrückt? Das kostet doch nur Zeit! Und die Mariners sitzen euch im Nacken. Wenn sie lauter Tote finden, wird die Flucht ein Spießrutenlaufen für euch. Sie werden den Dschungel einäschern und euch dazu. Also lasst diesen Blödsinn. Man muss auch Fehlschläge einstecken können. Ich muss jetzt aufhören. Samoza spinnt. Er will sich bei den Amis lieb Kind machen. Er hat gestattet, dass wir wie die Hunde gejagt werden. Ich wünsche euch ein wenig mehr Glück. Ihr habt die Chance noch. Und die eure ist verdammt nochmal größer als die unsere. Vorausgesetzt, ihr krümmt euren Gefangenen kein Haar mehr. Das ist ein Befehl!«

Danach schwieg das Funkgerät.

Slim Perth brauchte fast eine Minute, um sich zu sammeln. Doch dann befolgte er Henry Coys Befehle, die eigentlich die Mike Borrans gewesen waren.

Den gefangenen »Sonnenkinder« wurde kein Haar gekrümmt. Vor allem deshalb nicht, weil zwei Wachen bewusstlos aufgefunden wurden.

Die Gangster rückten ab wie die Wilde Jagd.

Damit der echte Ramirez sich nicht noch einmal melden konnte, zerstörte Mike Borran das Funkgerät.

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