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Kurze Zeit später konnten die Kollegen der Hafenpolizei die Waffenlieferung sicherstellen. Sie bestand vor allem aus hochmodernen Flugabwehrraketen mit automatischer Zielerfassung und verschiedenen Granatwerfer. Daneben gab es auch modernste Handfeuerwaffen mit elektronischer Zielerfassung, panzerbrechende Raketen und mehrere Haubitzen.

Das juristische Tauziehen ging in den nächsten Tagen und Wochen natürlich weiter. Die einzelnen Beteiligten versuchten sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben und so kamen nach und nach die Details des Falles ans Licht. Mit einer Verurteilung hatten sie jedoch alle zu rechnen.

Unsere Verhaftungsaktion im Jefferson Park zog in den Wochen danach noch weitere Verhaftungen im ganzen Land nach sich. Es stellte sich heraus, dass manche dieser Waffen aus Depots von Army oder Navy oder den Herstellerfirmen stammten und da auch registriert waren – nur, dass sie sich dort schon längst nicht mehr befanden, weil sie durch eine weitreichende, korrupte Organisation abgezweigt worden waren.

„Wir sind leider selten in der Lage, Verbrechen im Vorhinein zu verhindern“, sagte ich später an Milo gewandt, während wir in unserem Dienstzimmer saßen. „Aber in diesem Fall ist es vielleicht gelungen. Schließlich wird zumindest diese Waffen niemand mehr einsetzen!“

„Leider werden die Interessenten sich anderswo bedienen können“, meinte Milo. „Die Welt wird überschwemmt von Waffen aller Art und wer genug Geld hat, wird sich jederzeit eine Privatarmee ausrüsten können. Selbst das Gesetz schützt einen davor nicht. Hier in New York ist das Tragen von Waffen verboten – aber ein paar Kilometer weiter in Virginia kannst du dir ohne Probleme ein Sturmgewehr kaufen!“

„Heh, du klingst ja richtig pessimistisch!“, war Orrys Stimme zu hören. Er stand in der offenen Tür. Die letzten Tage war er Dienstunfähig gewesen. Aber jetzt wollte er es offenbar wieder versuchen.

„Wie geht’s dir?“, fragte ich.

„Ich kann wieder ohne Schmerzen atmen!“, antworte Orry. „Der Arzt sagt, das wird schon wieder, aber ich muss noch ein bisschen Geduld haben.“

„Schön, dass du wieder dabei bist, Orry“, meinte Milo.

ENDE

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