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In dieser Nacht schlief ich schlecht. Zuerst glaubte ich, dass es etwas mit dem Mond zu tun hatte, der durch das Fenster in meinem Zimmer als fahles Oval hereinschien. Ich wälzte mich hin und her und konnte einfach keine Ruhe finden... Im Innersten ahnte ich längst, dass es mit etwas anderem zu tun hatte...

Dann hatte ich einen Traum und ich wusste sofort, dass es einer jener Träume war.

Auch wenn ich mich lange gesträubt hatte es anzuerkennen, aber ich besaß eine leichte übersinnliche Gabe, die sich in Ahnungen, Tagtraumvisionen oder Träumen zu äußern pflegte, die mir einen winzigen Blick auf die Zukunft gestatteten, wenn ich Glück hatte. Glück?

Manchmal empfand ich diese Gabe eher als Fluch... Ich sah eine Frau in einem roten Kleid, die Hand leicht auf etwas gestützt, das aussah wie ein steinerner Sarkophag. Sie schien sich in einer Art Mausoleum oder Totengruft zu befinden. Ihre Augen waren weit aufgerissen. An die Brust gepresst hielt sie ein Buch, auf dessen ledernem Deckel seltsame Schriftzeichen aufgestickt waren.

Arabische Schriftzeichen...

Ich war mir dessen plötzlich sicher.

Ein Leuchter mit fünf Kerzen schien die einzige Lichtquelle im Raum zu sein. Die Augen der Frau gingen erst starr an die Wand, dann wirbelte sie herum. Sie hatte Furcht. Große Furcht.

An der kalten Steinwand dieses grauen Gemäuers sah ich dann eine Bewegung. Namenloses Entsetzen stieg in mir hoch und griff nach meinem Herzen.

Ein düsterer Schatten erschien an der Steinwand und der Umriss einer geradezu monströsen Hand wurde sichtbar. Ein drohendes, tierisch klingendes Knurren ging von dem schattenhaften Wesen oder Ding aus. Die riesenhafte Hand schnellte blitzartig vor und legte sich um den Hals der Frau...

Schweißgebadet erwachte ich und saß schon einen Augenblick später kerzengerade im Bett.

Ich schluckte und atmete tief durch.

Mit der Hand kämmte ich mir dann das Haar zurück und stand auf. Barfuß ging ich zum Fenster und blickte hinaus. Wolken waren aufgezogen und verdunkelten den Mond, der nur noch wie ein verwaschener Fleck wirkte. Langsam beruhigte sich mein Puls. Ich wusste, dass dieser Traum etwas zu bedeuten hatte... Fragte sich nur, was.

Ein Name lag mir auf der Zunge.

Ein Name, den ich am vergangenen Tag zum ersten Mal gehört hatte und der mir seitdem einfach nicht aus den Ohren gehen wollte.

Quarma'an...

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