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Als am Morgen der Wecker schrillte, glaubte ich, gerade erst ins Bett gegangen zu sein. Tatsächlich hatte ich auch kaum mehr als drei Stunden Schlaf hinter mir. Gemeinsam mit Tante Marge hatte ich in ihrem Archiv recherchiert, in der Hoffnung irgend einen Hinweis auf die Bedeutung jenes Namens zu finden, der mir einfach nicht mehr aus dem Sinn gehen wollte. Quarma'an...
Ich hatte Tante Marge inzwischen von meinem Traum erzählt und sie teilte meine Ansicht, diese Angelegenheit sehr ernst zu nehmen.
"Wenn ich nur wüsste, was für eine Gefahr von Quarma'an ausgeht, Tante Marge!"
"Ich habe nicht die geringste Ahnung, Jenny!"
"In dem Traum spielte auch ein Buch eine Rolle. Und wenn ich mich nicht irre, waren auf dem Deckel arabische Schriftzeichen... Hilft dir das nicht weiter?"
"Jenny! Wir suchen eine Nadel in einem Heuhaufen! Und es kann durchaus sein, dass wir uns sogar im falschen Heuhaufen befinden!"
Als ich am Morgen aufstand und mich anzog, klangen diese Wortwechsel aus der vergangenen Nacht noch einmal in mir wider. Es schien, als hätten Tante Marge und ich uns die Nacht umsonst um die Ohren geschlagen, denn wir hatten nicht das geringste über jene mysteriöse Gefahr herausfinden vermocht, von der Pamela Green gesprochen hatte.
Ich gähnte, als ich die Küche im Erdgeschoss betrat. Tante Marge war längst hellwach und auf den Beinen. Und sie hatte das Frühstück fertig.
"Mein Gott, ich frage mich, wie du das machst", meinte ich.
"In meinem Alter braucht man nicht mehr viel Schlaf", meinte sie, während sie den Tee eingoss. Dann deutete sie mit der Hand auf einen Zeitungsausschnitt, den sie neben mein Gedeck platziert hatte. "Hier, das habe ich gefunden", meinte sie dazu. "Es ist nicht viel, und ich bin mir auch nicht sicher, ob es dir überhaupt weiterhilft, aber..." Der Artikel war ungefähr zehn Jahre alt. Als erstes blickte ich auf das grobkörnige Foto, auf dem ein Friedhof in Cambridge zu sehen war. Einige der Grabsteine waren mit seltsamen Zeichen bemalt worden...
Ich überflog schnell die wenigen Zeilen des Artikels. Es ging um einen Wissenschaftler der Universität Cambridge, der kurz vor seiner Emeritierung stand. Er gehörte einem ominösen Zirkel an, der sich die HERREN QUARMA'ANS nannte. Dem Artikel nach war das eine Gesellschaft von Okkultisten und Geisterbeschwörern, deren Mitglieder in Verdacht geraten waren, an Friedhofsschändungen in der Gegend um Cambridge beteiligt gewesen zu sein.
Der Wissenschaftler war zu einem Bußgeld verurteilt worden und musste sich nun vermutlich auch disziplinarisch verantworten.
Sein Name ließ mich meine Müdigkeit vollends vergessen, denn denselben Namen hatte ich bereits in Pamela Greens Adressbuch gelesen.
Er hieß Morris Bulmer!