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Am nächsten Morgen hatte ich zunächst einiges an Routine-Arbeiten in der Redaktion zu erledigen. Dann versuchte ich vergeblich mit Inspektor Barnes zu sprechen, aber er ließ sich verleugnen. Innerlich verfluchte ich diesen kleinkarierten Ermittler, dem die Eitelkeit wichtiger zu sein schien, als die Aufklärung des Falles.

Vermutlich war er ohnehin noch nicht weiter in der Sache. Gegen Mittag hatte ich mich mit Kevin verabredet, um zusammen mit ihm noch einmal Bulmers Villa aufzusuchen. Ich wollte ihm zumindest sagen, was ich davon hielt, dass er mich jetzt offenbar beschatten ließ.

So einfach sollte er nicht davonkommen!

Ich war überzeugt davon, dass der seltsame Okkultist der Schlüssel zur Aufklärung des Falles war. Man musste die entsprechenden Informationen nur aus ihm herauskitzeln. Wir waren bereits unterwegs, da erreichte mich ein Anruf von Tante Marge.

"Was ist?"

"Jenny, ich habe lange gesucht, aber nun habe ich die Lösung gefunden!"

"Die Lösung?", fragte ich.

"Ich weiß jetzt, was der Name Quarma'an bedeutet! Komm nach Hause, dann werde ich es dir zeigen, Jenny."

"Ich bin schon unterwegs. Du hast doch nichts dagegen, wenn ich Mr. Green mitbringe..."

"Sicher nicht."

"Bis gleich, Tante Marge.

"Bis gleich, mein Kind."

Und zu Kevin sagte ich: "Wir machen einen kleinem Umweg..."

"Wer ist diese Tante Marge?"

"Eigentlich heißt sie Margret Johnson und ist auch nicht meine Tante, sondern meine Großtante. Weißt du, meine Eltern sind sehr früh gestorben. Ich war erst zwölf Jahre alt und Tante Marge hat mich aufgezogen wie ihre eigene Tochter..." Kevin lächelte schelmisch. "Und heute scheint sie dir bei deinen Recherchen zu helfen!"

Ich nickte und suchte gleichzeitig eine Gelegenheit um zu drehen. Bei der Einfahrt einer Reifenfirma fand ich sie.

"Ja, das tut sie manchmal", bestätigte ich.

"Sag bloß, sie ist auch Reporterin!"

"Nein, sie besitzt ein umfangreiches Privatarchiv über den Bereich Okkultismus und übersinnliche Wahrnehmung. Alles, was an Pressemeldungen oder Büchern zu diesem Thema erscheint, sammelt sie und archiviert es sorgfältig. Und jetzt hat sie endlich herausgefunden, was der Name Quarma'an bedeutet..." Wir schwiegen eine Weile.

Dann fragte er: "Glaubt sie denn an diese Dinge?"

"Sie denkt, dass es sich lohnt, dass man sich man sich damit beschäftigt. Das meiste, was auf diesem Gebiet von sich reden macht ist natürlich völlig haltlose Scharlatanerie und Geschäftemacherei... Aber der Rest besteht aus Phänomenen, für die die heutige Wissenschaft einfach noch keine Erklärungen gefunden hat."

Kevin zuckte die Schultern.

"Also ich stehe allem Übernatürlichen ziemlich skeptisch gegenüber."

"Ich auch", sagte ich. "Schließlich bin ich Reporterin und es ist mein Beruf, zunächst einmal nichts als das zu nehmen, was es zu sein scheint."

"Aber du glaubst, dass es solche Phänomene gibt?", vergewisserte er sich.

"Ich weiß es", erwiderte ich.

Er schwieg nachdenklich und hatte natürlich keine Ahnung, wie sehr ich diese Dinge am eigenen Leib erfahren hatte. Das, was Tante Marge meine Gabe nannte, war da nur ein Beispiel, das mir immer wieder vor Augen führte, wie real diese Dinge waren.

Wir schwiegen eine Weile und ich war froh, dass wir diese Diskussion nicht vertieften.

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