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Wir lauschten angespannt, aber nichts war mehr zu hören. Dann stiegen wir die Treppe empor. Als ich den ersten Blick zwischen den Säulen hindurchsandte, erstarrte ich. Etwas Dunkles huschte zwischen den verwachsenen Bäumen hindurch, deren Stämme wie die grinsenden, verzerrten Gesichter von Totempfählen wirkten.

"Kevin", flüsterte ich.

"Ich habe es auch gesehen... Was war das? Ein Tier? Ein Mensch?"

Wir gingen durch das hohe Gras, schlugen es zur Seite um besser vorwärts zu kommen. Dann blieben wir stehen, ließen den Blick suchend umherkreisen und lauschten.

Das Knacken eines Astes ließ uns beide herumfahren. Aber dort war nicht das geringste zu sehen.

"Es ist weg", stellte Kevin fest. "Weiß der Himmel wohin oder was es eigentlich war..."

"Aber du hast es auch gesehen!"

"Gesehen ist übertrieben, Jennifer. Da war eine Art Schatten. Und eine Bewegung. Das war auch schon alles..." Wir suchten das ganze Grundstück ab und machten uns ziemlich dreckig dabei. Aber ich wollte es einfach nicht dabei belassen. Irgend etwas musste doch zu finden sein. Wenigstens eine Spur.

Aber es gab nichts.

Nicht einmal niedergetretenes Gras!

"Langsam frage ich mich wirklich, womit wir es hier zu tun haben", murmelte Kevin.

"Zumindest kennen wir jetzt den vermutlichen Tatort", stellte ich fest. "Und das ist doch auch etwas wert, oder?"

"Ja. Und der Zusammenhang mit Bulmer und seinen Leuten wird immer stärker!"

Ich hakte mich bei ihm unter und sagte: "Komm, lass uns gehen. Hier können wir im Moment nichts mehr tun."

"Du hast recht, Jennifer."

Er nahm meine Hand und wir gingen durch das hohe Gras zurück bis zu dem rostigen Eisentor. Dort blieb ich einen Moment stehen und blickte zurück auf diesen seltsamen, verwunschenen Ort, mitten in der Stadt. Ein Ort, der von der Zeit vergessen worden zu sein schien.

So sehr ich mich auch anstrengte, es war nirgends etwas zu sehen.

Keine Bewegung, kein Schatten.

Nichts.

Es war wie verhext.

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