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Blankes Entsetzen hatte mich gepackt. Starr vor Schrecken blickte ich auf den Spalt breit, den die Tür zu meinem Zimmer offenstand und zitterte am ganzen Körper.
Kalter Angstschweiß stand mir auf der Stirn.
Nachdem mein verzweifelter Schrei verstummt war, biß ich mir auf die Lippe und schüttelte verzweifelt den Kopf.
"Nein", flüsterte ich, während durch den Spalt das Grauen hereinkam. Etwas unsagbar Kaltes durchwehte den Raum. Hinter dem Spalt schien nur Dunkelheit zu sein. Namenlose Schwärze, gegen die selbst die Finsternis der Nacht hell wirkte. Und diese Dunkelheit kam durch den Spalt herein. Sie wirkte fast wie ein Gas. Erst war sie völlig ohne Struktur und Form. Ein amorphes Etwas, das sich da vor meinen Augen sammelte. Dann bildete sich nach und nach eine Gestalt.
Ein riesenhafter Schatten, ebenso groß wie die Tür. Der Umriss des Kopfes wirkte monströs und ich glaubte spitze, unverkennbar nichtmenschliche Ohren sehen zu können, als der Düstere ihn ein Stück drehte.
Ein knurrender Laut, halb menschlich und halb tierhaft, kam aus seiner unsichtbaren Kehle und ließ mich zusammenzucken. Quarma'an!, durchfuhr es mich. Mein Gott...
Er wankte einen kleinen Schritt näher und schien sich nun deutlicher von der Tür abzuheben. Im nächsten Moment hob er eine seiner riesenhaften Pranken.
Die Hände eines Würgers...
Ich erhob mich aus dem Sessel.
Die Knie drohten mir schwach zu werden, als ich zurückwich. Verzweifelt überlegte ich, was ich tun konnte. Wieder ging ein dumpfer drohender Laut von dem Wesen aus.
"Bleib stehen!", rief ich, obwohl ich mir nicht sicher sein konnte, dass mein Gegenüber mich überhaupt verstand. Das Wesen wankte auf mich zu und ich konnte bald nicht weiter zurückweichen.
In meinem Rücken spürte ich hart die Kante einer Kommode. Ich saß in der Falle und es schien nichts zu geben, was mich noch retten konnte.
Immer näher kam der schwarze Schatten.
Die kräftigen Arme mit den riesigen Händen hoben sich und griffen in meine Richtung.
"Nein", flüsterte ich voller Verzweiflung. Mit der Linken bekam ich eine Vase zu fassen und schleuderte sie dem Düsteren entgegen.
Sie schien einfach durch ihn hindurchzufliegen, prallte dann auf der anderen Seite meines Zimmers gegen die Wand und zerbrach in tausend Scherben.
Der Düstere hielt einen Moment in der Bewegung inne, drehte sich etwas irritiert nach der Vase herum und wandte sich nächsten Moment wieder mir zu.
Ich schrie aus Leibeskräften, wusste aber, dass in diesem Moment mir niemand mehr helfen konnte.
Keine Macht der Welt konnte es mit ihm aufnehmen. Ihm - Quarma'an!
Es war, wie Jaffar Al-Tarik es in seinen Schriften überliefert hatte. Ein Wesen von kalter Grausamkeit, dessen einziges Ziel es war, zu töten.
Die dunklen Schattenhände legten sich um meinen Hals und ich spürte einen eiskalten Atem.
Es war die Kälte des Todes...
Ich versuchte verzweifelt, mich zu wehren, strampelte, schlug mit den Fäusten um mich, traf aber nur in ein Düsteres Nichts hinein, während der eiserne Griff um meinen Hals immer fester wurde.
Ich bekam keine Luft mehr...
Dies also ist das Ende! dachte ich. Pamela Green musste auf dieselbe Weise gestorben sein, dort unten in der kühlen Gruft des Mausoleums...
Und jetzt stand ich vor dieser Pforte ins Unbekannte, geradewegs ins Nichts hinein...
Meine Lippen öffneten sich, aber ich konnte nicht mehr schreien!