Grant ging am nächsten Morgen zu Turner, hätte sich aber seine Zeit genauso gut sparen können. »Die Ramseys sind keine guten Pächter«, sagte Turner. »Wissen nicht, wie sie das meiste aus der Farm rausholen. Jeder andere hätte es geschafft.« Als Grant erwiderte, dass niemand es in diesem Jahr geschafft hätte, lächelte er nur. »Grausam war er nicht«, sagte Grant. »Nicht so grausam wie ein Junge, der Kröten die Augen aussticht. Er hat bloß keinen klaren Kopf – seine Fantasie ist ein Hohlraum. Er ›verstand‹, er ›sah durchaus ein‹ – aber in Wirklichkeit verstand er überhaupt nichts. Ich habe gesagt: ›Sie begreifen nicht, was es für Ramsey bedeutet!‹ Gott! Ich wusste nicht, wie ich es in Worte fassen sollte, damit der alte Mann es verstand! ›Ramsey hat sein Leben lang auf dem Land gearbeitet‹, habe ich gesagt. ›Neun Kinder jetzt … keine Verwandten … kein Ort, wo er hinkönnte …‹ Aber Turner saß bloß da, ungerührt wie ein Ei, ein Stein! ›Nigger sind schlechte Pächter‹, sagte er immer wieder. ›Ein weißer Mann hätte es geschafft.‹ Da bin ich wütend geworden und habe ihn gefragt, ob er glaube, dass Schwarzsein den Regen vom Land fernhalte, aber da hat er nur gegrinst. Hat noch gesagt, er brauche die Pacht und habe ›Pläne‹. Ramsey ist nicht Teil dieser ›Pläne‹.«

»Dann müssen sie also gehen?«, fragte Mutter. »Da ist nichts mehr zu machen?«

»Nur noch der Umzug«, antwortete Grant. Bitterer, als ich ihn je zuvor erlebt hatte.

»Du hättest ihm ordentlich eins überziehen sollen, Grant!«, sagte Merle. »Eins für mich. Du hättest so hart zuschlagen sollen, dass er nicht wieder auf die Beine kommt.«

»Der wär nicht mehr hochgekommen«, murmelte Grant griesgrämig. »Der wär zu Staub zerbröselt. Zu trockenem Schimmel.«

Für uns lag der Schrecken dieser Armut in der Angst und der Schinderei, die Geist und Seele wund und leicht infizierbar machten; für Mutter aber war das Schlimmste daran die Scham, nicht helfen zu können, mit gebundenen Händen hilflos danebenzustehen und mit anzusehen, wie das Leben andere attackierte. Und diesmal blieb uns nichts übrig, als zuzuschauen.