In der Woche darauf verkaufte er fast alle Rinder in der Hoffnung, so die Steuern zahlen zu können, zumal die Weiden ja alle verdorrt waren. Sie waren nicht sehr fett, und wir mussten Max für den Transport in die Stadt bezahlen, und einiges floss in die Eilbeförderung. Wenn wir sie noch behalten hätten, um sie zu mästen, hätten wir alles verloren, und auch so bekamen wir kaum genug für Seife und Nägel. Ich dachte – und hoffte –, Dad würde an dem Abend, als er seine Zahlen zusammenaddierte, in lautes Wutgeschrei ausbrechen. Er war so tief in sich versunken, dass es eine Erleichterung gewesen wäre, ihn brüllen oder fluchen zu hören. Aber alles – das ganze Gewitter – fand in seinem Inneren statt. Er warf das Buch in die Schublade und ging hinaus zur Scheune.
Mutter fragte, was passiert sei; sie konnte allein an seinem Gang erkennen, wie wütend er war. Ich antwortete ihr, wenn auch zurückhaltend: »Er hat weniger bekommen, als er gedacht hatte.«
Mutter machte eine gequälte, ungeduldige Geste. »Warum sagst du mir nicht alles, Marget? Wie viel hat er verloren?«
»Wir haben zwei Dollar verdient«, sagte Merle, »an neunzehn Rindern. Das Viehgeschäft ist sehr gut. Nächstes Jahr könnten wir es mit zwanzig versuchen und im Herbst eine große Spülbürste kaufen.«
Mutter wirkte besorgt. Manchmal verloren sich ihre Gedanken in einem Schmerzgespinst, und sie machte sich keine großen Sorgen, an diesem Abend aber schien sie ganz klar und durchaus in der Lage, mit anderen mitzuleiden. »Sieh zu, dass er sich mehr ausruht«, sagte sie. »Er ist zu erregt. Die Arbeit bringt doch ohnehin so wenig ein. Eines Tages wird er das sehen. Isst er genug?«
Er esse ziemlich gut, sagte ich. Fügte nicht hinzu, dass es bald nicht mehr viel zu essen geben würde.
Sie schien damit nicht zufrieden, war aber zu müde, um weiterzusprechen. »Sag ihm, er soll sich ausruhen«, wiederholte sie, verstummte dann und schaute aus dem Fenster.