Was ist das Gewicht eines Worts? Vielleicht wird es in Tinte und Papier gemessen. Vielleicht aber auch daran, wie viel Schmerz es verursacht. Besonders bei den laut und mit Wut ausgesprochenen Worten.
Einige sinken wie Steine in dein Inneres. Sie ziehen dich innerlich runter wie eine unsichtbare Leine. Der Ausdruck Ice Queen hat sich immer genau so angefühlt. Verschluckt und vergessen.
Balg rinnt mir den Rücken hinab. Ein Wassertropfen. Ich ignoriere ihn wie einen Regenschauer.
Schlampe ist ein Holzsplitter in der Seite – spitz. Doch ich kann den Atem anhalten und ihn herausziehen. Ich kann weitermachen.
Fotze ist etwas anderes. Wie eine eiternde Krankheit, die sich in den Eingeweiden niederlässt. Sie lebt dort monatelang. Und ich spüre sie ständig. Schwer genug, um mich an den Moment zu erinnern, als er es zum ersten Mal zu mir gesagt hat – letztes Jahr –, und daran, dass ich damals dasselbe fühlte wie jetzt. Denn es lag kein Hass in seiner Stimme, sondern Triumph. Ich hab es geschafft, hieß das. Ein Ton fast von Stolz. Er wusste, er hatte ein Wort gefunden, das ich nicht ignorieren konnte und nie mehr vergessen würde. Ein Wort, das grausam genug war, mein sechzehnjähriges Ich zu treffen, das noch nie mit einem solchen Wort bezeichnet worden war, aber oft genug gehört hatte, wie er es an meine Mutter richtete, um zu wissen, wie es verletzen sollte.
Ein Wort, das mich auf eine Ansammlung von Teilen reduziert, auf weniger als einen Menschen.
Ein Wort, das mich zu nichts als seinem Hassobjekt degradiert, das heißt, ich bin weniger als nichts.