Wir nehmen den Bus nach Auburn und kommen spät an. Wir benutzen das Telefon im Diner, um zu Hause anzurufen, und es dauert eine weitere Stunde, ehe er kommt und uns abholt.
Diesmal entschuldigt er sich nicht.
Wir hören die Stereoanlage schon im Vorgarten, und sobald wir im Haus sind, brüllt er los.
»Wie konntest du mich so blamieren, Erin?«
Die Tür zur Garderobe ist aus den Angeln gerissen. Unsere Schuhe sind überall verstreut. Einer seiner Sicherheitsstiefel liegt bei der Hintertür, die wie ein Spinnennetz gesplittert ist, wo er dagegengetreten haben muss.
Im Wohnzimmer hängt nichts mehr an der Wand und die Rahmen am Boden sind alle kaputt und das Glas gebrochen.
Eine Wand hat eine Delle dort, wo er einen der Rahmen dagegengeworfen hat. Ich bücke mich und hebe ihn auf. Es ist das Foto vom Homecoming-Ball, doch die beiden Gesichter im Foto sind durch das kaputte Glas nicht mehr zu sehen. Ich lege es vorsichtig wieder hin.
Dann gebe ich Campbell und Juniper ein Zeichen, dass sie hoch in mein Zimmer gehen sollen.
»Du hast uns einfach zurückgelassen«, sagt Mom. Und es ist irgendwas an ihr, das ich vorher noch nie gespürt habe – ihre eigene Wut.
»Ich hasse diese Stadt«, sagt er. »Ich finde keine Arbeit. Die Firma ist im Arsch, Erin. Und wenn wir versuchen, für einen Abend von all dem Abstand zu kriegen – für einen verdammten Scheißabend –, ist alles, worüber geredet wird, mein zweites großes Scheitern, obwohl das schon zwanzig Jahre zurückliegt. Es reicht!«
Während er den letzten Satz sagt, schmeißt er den Wohnzimmersessel um. Er kracht gegen die Wand. Staub und Putz fallen auf den Teppich.
»Ja, es reicht«, sagt Mom. »Geh.«
»Was?« Er bleibt stehen und dreht sich um. »Was hast du gerade zu mir gesagt?«
»Ich will, dass du gehst.«
»Das ist mein Haus.«
»Schön, dann gehen wir eben.« Mom will zur Treppe, doch er schneidet ihr den Weg ab, je eine Hand neben ihr, sodass sie mit dem Rücken zur Wand in der Falle sitzt.
»Geh nach oben, Leighton«, sagt er.
»Mom«, beginne ich.
Doch er dreht sich zu mir um, nimmt eine Vase vom Couchtisch und schleudert sie direkt neben mir gegen die Wand.
Ich renne nach oben, aber ich gehe nicht in mein Zimmer. Ich setze mich auf die oberste Stufe und schau durch die Streben des Geländers hinab.
»Du gehst nirgendwohin«, sagt er, läuft in die Küche, nimmt Moms Autoschlüssel von der Arbeitsplatte und steckt sie ein. »Du willst deine Schlüssel? Dann hol sie dir doch.«
Mom steht im Wohnzimmer.
»Na los, hol sie!«, schreit er. Als sie sich nicht rührt, lacht er.
»Hab ich mir doch gedacht.«
Er geht ins Wohnzimmer und stellt die Musik aus. Dann macht er den Fernseher an und zappt durch die Programme.
Ich schleiche mich in mein Zimmer, bevor Mom die Treppe hochkommt.
Keiner von uns sagt etwas, als sie sich schließlich neben Campbell, Juniper und mir ins Bett legt.