62. KAPITEL

Wir haben schon immer in diesem Haus gewohnt.

Und der Vater unseres Vaters davor auch.

Und davor? Ich nehme an, da waren es nur Holz und Nägel. Nichts Böses, denke ich mir.

Auch der Vater meines Vaters war nicht böse.

Aber er war auch nicht gut.

Und vielleicht hat er das Haus, als er es baute, verdorben.

Vielleicht hat alles, was wir schaffen, irgendwas von uns in sich, etwas, das wir vermitteln, oder auch nur etwas, das wir zurücklassen. Und wenn mein Großvater so wütend war, vielleicht hat er dann seine Wut hier zurückgelassen. Sie direkt in das Fundament und die Wände mit eingebaut, über das Einschlagen der Nägel. Vielleicht hat er sie in die ganze verdammte Stadt eingebaut.

Magie, hat es Campbell einmal genannt – aber vielleicht ist sie inzwischen mit ihren Spukhausbüchern näher dran.

Was immer es ist, früher habe ich mir gewünscht, es wäre hier für uns. Damit wir glauben konnten, dass es etwas Mächtigeres als Angst in diesem Haus gäbe – vielleicht sogar etwas, das auf uns achtgab. Doch ich hab mich getäuscht.

Das Haus hat immer nur ihn geschützt.

Ich frage mich, was das wohl für ein Gefühl wäre, sich zu verhalten, wie man Lust hat, und jeden Morgen aufzuwachen, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen. Ich glaube, es würde einem das Gefühl geben, nie irgendwas falsch zu machen.

Und dass es vielleicht gar nicht so schlimm ist, es wieder zu tun.