75. KAPITEL

Sie setzen uns auf der anderen Seite der Straße ab.

Noch im selben Moment rennt Campbell los in Richtung Haus.

Mom schreit, streckt die Hand aus und ihre Finger erfassen noch knapp Campbells Shirt, doch das reicht nicht. Campbell reißt sich los. Und ich verstehe, sie sucht ihn in dem brennenden Haus. Sie will ihn vor dem Feuer retten, das sie gelegt hat, und ich wünsche mir mehr als alles auf der Welt, ich hätte das Feuer gelegt, damit es meine Schuld wäre, denn ich glaube, ich würde ihn verbrennen lassen. Ich weiß es genau.

Aber nicht Campbell.

Ich jage auf das Haus zu. Die Krähen bewachen nicht mehr die Tür, und als ich reinkomme, weiß ich, wieso. Er liegt bewusstlos am Boden. Campbell versucht alles, seinen schweren Körper zur Tür zu ziehen.

Meine Lunge brennt und würgt von dem schwarzen Rauch, der den Raum erfüllt.

»Campbell«, keuche ich nach Luft ringend, doch ich muss nur noch mehr husten. »Geh! Geh!«

Sie weigert sich, weint, schluchzt und hustet schwer. Also packe ich sein Hemd und helfe mit, ihn zu ziehen. Es ist die einzige Möglichkeit, Campbell aus dem Haus zu kriegen. Flammen lecken am Türrahmen zur Küche und ich spüre, wie sie den Saum meines Kleids erfassen.

Campbell schlägt auf sie ein und löscht sie.

Wir zerren, und sobald wir an der Tür sind, rollen wir ihn hinaus, über die Veranda hinab in den Garten. Mom und Juniper stürzen herbei und helfen uns, ihn über die Straße zu ziehen.

Wir hören ein Knirschen. Zuerst glaube ich, es unter mir zu spüren, als wenn jeden Moment eine ganze Welt aufbrechen wird, aber in Wirklichkeit ist es das Haus, das in sich zusammenbricht.

Es hält noch einen Herzschlag lang. Zwei Schläge.

Zittert.

Dann stürzt es ein.