Der richtige Zeitpunkt

Der Einbau eines künstlichen Hüftgelenks ist heute eine Routineoperation. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie auch mit erheblichen Komplikationen verbunden sein kann. Der Zeitpunkt, wann man sich zu einem solchen Eingriff entscheidet, muss daher wohlüberlegt werden und hängt sowohl von der individuellen Risikobereitschaft als auch vom persönlichen Anspruch an die Mobilität ab.

Bevor man eine Operation in Betracht zieht, sollten alle nicht operativen – »konservativen« – Maßnahmen versucht worden sein, wie vor allem folgende:

Grundsätzlich sollte der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks erst erwogen werden, wenn die konservativen Maßnahmen keine Linderung mehr schaffen und die Hüftarthrose zu einer deutlichen Einschränkung der persönlichen Lebensqualität führt. Früher galt als Faustregel oft, dass der richtige Zeitpunkt zum Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks dann gekommen sei, wenn die Schmerzen auch in Ruhe und nachts auftreten. In der Tat ist zu diesem Zeitpunkt die Zerstörung des Gelenks meistens so weit fortgeschritten, dass konservative Maßnahmen nicht mehr helfen und ein weiteres Zuwarten zu unnötigen Erschwernissen führen würde. Aus heutiger Sicht muss die Festlegung des richtigen Operationszeitpunkts aber auch an die persönliche Beanspruchung angepasst werden.

PROFITIPP

Früher oder später operieren?

Argumente für einen möglichst frühen Operationszeitpunkt

Argumente für einen möglichst späten Operationszeitpunkt

Man sollte auch bedenken, dass, egal wie sehr das eigene Hüftgelenk auch verschlissen sein mag, es dennoch meist stärker belastbar ist als ein künstliches Gelenk. Vor Jahrzehnten verrichteten Personen mit einer natürlich eingesteiften Hüfte oft noch schwere körperliche Tätigkeiten als Hafenarbeiter oder Landwirt.