In den ersten sechs Wochen nach der Operation sind Hilfsmittel und eine optimal angepasste Umgebung unbedingt zu empfehlen, weil dadurch nicht nur die Gefahr der Luxation verringert, sondern auch der Alltag erleichtert wird. Fast alle Hilfsmittel sind nach sechs Wochen nicht mehr erforderlich, wenn keine Komplikationen, Bewegungseinschränkungen oder sonstigen Behinderungen eingetreten sind.
TIPP
Da viele der zu empfehlenden Hilfsmittel sehr teuer sind, ist sinnvoll, sie zu leihen. Viele Krankenkassen, Reha-Kliniken oder auch manche Sanitätshäuser bieten einen Leihservice an.
Einige Hilfsmittel bzw. bauliche Veränderungen sind jedoch auf Dauer sinnvoll. Dazu zählen beispielsweise Haltegriffe, ein Duschhocker, rutschfeste Matten im Sanitärbereich, eine Schuherhöhung bei Beinlängendifferenzen, Pufferabsätze und der Hüftprotektor. Strumpfanziehhilfe in der Anwendung.
Ziehen sie die Socken zuerst über den Strumpfanzieher. Dann: Die Bänder seitlich festhalten, in die Socke schlüpfen und den Strumpfanzieher hochziehen. Auf der nicht operierten Seite darf das Bein angezogen und die Hüfte über 90° gebeugt werden, allerdings darf man sich dabei nicht nach vorn neigen. Zum Ausziehen der Socken Schuhanzieher oder Greifzange benutzen.
Strumpfanziehhilfe in der Anwendung.
Der Schuhlöffel wird nicht nur zum Anziehen der Schuhe eingesetzt, sondern kann auch beim Anziehen von Hosen, Unterwäsche usw. Unterstützung geben. Wenn er am Ende mit einem Waschhandschuh umwickelt wird, können die Füße und Zehen abgetrocknet werden.
Eine Schrittstellung, bei der das operierte Bein hinten steht, reduziert die Belastung des Hüftgelenks.
Sie ist sehr nützlich beim Aufheben von Gegenständen, beim Schließen von Klettverschlüssen an den Schuhen oder beim Hochziehen von Strümpfen. Damit wird ein zu starkes Abknicken des Oberkörpers vermieden.
Durch das Erhöhen der Sitzfläche wird eine übermäßige Beugung vermieden. Das Sitzkissen kann beidseitig oder nur auf der operierten Seite abgeschrägt sein. Es sollte nicht zu weich sein, weil es sonst durch das Körpergewicht zusammengedrückt wird. Zur Not reicht auch ein normales, hohes Kissen aus.
Auch das Bett sollte – entsprechend der Sitzhöhe – hoch genug sein (evtl. zwei Matratzen aufeinander, die aber nicht verrutschen dürfen). Manchmal erleichtert ein Seil oder eine kleine Strickleiter, die zum Festhalten an der Decke über dem Bett fest angebracht wurde, das Ein- und Aussteigen.
Elastische Schnürsenkeln haben einen großen Vorteil: Sie können einmal geknüpft werden und ermöglichen dann das Hinein- und Herausschlüpfen in den bzw. aus dem Schuh mit einem Schuhlöffel.
Haltegriffe im Badbereich, aber auch an anderen Stellen der Wohnung und an der Treppe bieten Sicherheit, sie sollten daher schon vor der Operation angebracht werden.
Ein Duschhocker, der nicht zu niedrig sein darf, erleichtert die Körperpflege in der Dusche.
Das Gehen ist auf nassem Boden sehr gefährlich, weil man leicht ausrutschen kann. Rutschfeste Matten verringern diese Gefahr, allerdings ist wegen der Stolpergefahr an den Kanten besondere Vorsicht angebracht.
Haftpuffer werden an den Gummistopfen an den Enden der Gehstützen angebracht, um die Rutschfestigkeit auf nassen Böden zu erhöhen.
Das Ein- oder Aussteigen aus der Badewanne geschieht am sichersten mit Hilfe eines Badewannenbrettes oder -liftes, wobei in den ersten sechs Wochen unbedingt darauf geachtet werden muss, dass die Hüfte nicht über den rechten Winkel gebeugt werden darf. Zum Einsteigen in die Wanne ist es sinnvoll, einen hohen Stuhl neben die Wanne zu stellen.
Ein Rollator ist eine sichere Gehhilfe, mit der sich auch Dinge transportieren lassen.
Bei einer Teilbelastung muss fast das ganze Gewicht des Körpers auf die Handgriffe der Gehstützen übertragen werden. Hierdurch kann es zu Schmerzen an den Händen, oder sogar zu Taubheitsgefühlen an einzelnen Fingern (durch Nervenabklemmung im Handgelenksbereich) kommen. Anatomische Handgriffe sind dann sinnvoll.
Fahrradhandschuhe sind gerade im Handgelenksbereich gut gepolstert und schützen die Hände zusätzlich vor zu starkem Druck der Gehstützen.
Ein Beckentiefstand sollte durch eine Erhöhung der Schuhsohle, die optisch unauffällig zwischen die Sohlen eingebaut wird, ausgeglichen werden. Günstig ist es dabei, an beiden Fersen einen Pufferabsatz einzubauen, damit das Bein beim Auftreten abgefedert wird, was die auf das Gelenk wirkenden Kräfte reduziert.
Ein Sturz auf die Seite kann zu einem Trümmerbruch des Oberschenkelknochens, zu einer Schädigung der Hüftprothese und zu einem lange dauernden Krankenhausaufenthalt führen. Die Hüftprotektoren haben ihren Ursprung vom Eishockey und schützen bei einem Sturz zu etwa 90% vor einem Knochenbruch. Die Verbindung von hartschaligen Plastikkappen mit weichen Polstern (ähnliche Struktur wie beim Fahrradhelm) ist sehr effektiv. Daher sollte bei Glätte, beim Sport oder bei einer erhöhten Fallneigung unbedingt ein Hüftprotektor getragen werden.
Ist nach der Implantation einer Hüftprothese eine Luxation eingetreten, so beträgt das erneute Luxationsrisiko mindestens 50 Prozent. Bei zwei oder mehr Luxationen wird fast immer eine erneute Operation notwendig. Es ist daher dringend zu empfehlen, eine Antiluxationsbandage, am besten eine »Newport-Orthese«, mit einem, besser noch mit zwei Beinschienen für mindestens drei Monate zu tragen. Mit dieser Orthese wird die Gefahr einer erneuten Luxation fast auf Null reduziert.