Grayland trat in den Gedächtnisraum. »Ich bin da«, sagte sie.
Jiyi materialisierte vor ihr.
»Ich bitte dich!«, sagte Grayland.
Jiyi lächelte – das war neu – und löste sich auf, möglicherweise zum letzten Mal. Stattdessen erschien Rachela I.
»Tut mir leid«, sagte Rachela. »Ich dachte, so könnte es leichter sein.«
»Leichter als zu wissen, dass eine tausend Jahre alte Vorfahrin die ganze Zeit gelebt und vorgetäuscht hat, ein Computer zu sein? Ja, das leuchtet mir ein.«
»Ich lebe nicht«, sagte Rachela. »Mein physischer Körper ist schon so lange tot, wie du gesagt hast.«
»Du weißt, was ich meine«, sagte Grayland gereizt.
»Ja«, stimmte Rachela ihr zu.
»Warum?« Grayland breitete flehend die Arme aus. »Ich verstehe es einfach nicht. Was war der Sinn des Ganzen? Warum hast du dich entschieden, so etwas zu tun?«
»Warum hat sich dein Freund Tomas Chenevert entschieden, ein Raumschiff zu sein?«, fragte Rachela zurück.
»Das hat er nicht. Etwas anderes war, soweit ich weiß, für ihn zu dem Zeitpunkt nicht möglich.«
Rachela nickte. »Genauso war es bei mir. Die Technologie, mit der sich ein menschliches Bewusstsein speichern und aufrechterhalten lässt, stammt aus der Epoche vor der Interdependenz. Sie wurde in der Zeit der Freien Systeme entwickelt und wahrscheinlich an die anderen menschlichen Imperien weitergegeben, falls sie nicht ursprünglich von dort kommt. Das wurde durch archäologische Untersuchungen an Computersystemen entdeckt. In den Freien Systemen hatte niemand so etwas tatsächlich gebaut, weil es zu komplex und zu kostspielig war.«
Rachela zuckte mit den Schultern. »Doch dann wurde ich Imperatox, und ich gab einfach das Geld dafür aus, genauso wie für all die anderen teuren Dinge, die ich machte, während wir die Interdependenz gründeten. Es funktionierte, aber allzu beweglich war es nicht. Also war ich die ganze Zeit hier.«
»Und hast dich versteckt.«
»Wenn du es so formulieren willst. Für mich war es eher eine Folge der Erkenntnis, dass es keinen Platz für eine ganze Horde von Unsterblichen gab – das wäre das Nonplusultra im Klassenkampf, nicht wahr? –, und obwohl diese Art von Unsterblichkeit bedeuten mochte, dass ich auf ewig Imperatox sein würde, wollte ich das nicht. Am Ende meiner Regierungszeit hatte ich wirklich genug davon. Du doch auch, oder? Du bist erst seit sehr kurzer Zeit Imperatox, aber ich weiß, wie sehr es dich belastet.«
»Manchmal ja.«
»Stell dir vor, es wären hundert Jahre. Zweihundert. Eintausend.« Rachela machte eine wegwerfende Geste. »Nein, danke. Aber gleichzeitig war ich leidenschaftlich daran interessiert, wie sich mein kleines Projekt entwickeln würde.«
»Die Unsterblichkeit?«
»Nein, die Interdependenz«, sagte Rachela. »Es war ein gewagtes Experiment. Ich war neugierig, wie es über meine natürliche Lebensspanne hinaus weitergehen würde, und obwohl ich keine Herrscherin sein wollte, wollte ich doch in gewisser Weise in der Lage sein, zu beraten und anzuleiten.« Sie deutete auf den Gedächtnisraum. »Deswegen sind wir jetzt hier. Ich habe Jiyi als angenehmes und unvoreingenommenes Interface erschaffen – vergiss nicht, dass meine unmittelbaren Nachfolger meine Kinder und Enkelkinder waren, also kannst du dir vorstellen, wie verstörend es gewesen wäre, ihrer Vorfahrin gegenüberzustehen –, und danach kam es mir vernünftig vor, Jiyi als Gesicht des Gedächtnisraums beizubehalten. Es gab Jahre und sogar Jahrzehnte, in denen ich, Rachela, niemals aufgerufen wurde.«
»Hat dich das gestört?«
»Anfangs ein wenig. Ich habe weiterhin ein Ego, obwohl ich behauptet habe, keins zu haben, wie du weißt. Aber je länger ich hier war, umso deutlicher wurde mir bewusst, dass es keine Rolle spielte, welches Gesicht präsentiert wurde, weil ich es war, mit der sie alle sprachen.«
»Also … sind die anderen Imperatoxe …« Grayland dachte sofort an ihren Vater Attavio VI.
Rachela schüttelte den Kopf. »Sie sind nicht hier. Ihre Erinnerungen und Emotionen sind hier, aber nicht sie selbst. Wenn du mit deinem Vater oder irgendeinem anderen Imperatox gesprochen hast, hast du mit mir gesprochen. Oder vielleicht haben sie durch mich gesprochen.«
»Aber die anderen Imperatoxe hätten hier sein können. So wie du.«
»Die Technologie war vorhanden, ja. Aber ich hielt es für keine gute Idee. Du hast hier im Gedächtnisraum einige der Imperatoxe erlebt, die über die Interdependenz geherrscht haben. Für sehr viele von ihnen ist es besser, dass sie tot sind. Und was die übrigen betrifft, glaube ich nicht, dass sie sich mit den Umständen abfinden würden. Für immer in einem Kasten zu leben ist für die meisten Menschen nicht erstrebenswert.«
»Wie schaffst du es dann, nicht durchzudrehen?«, fragte Grayland.
»Ich bin nicht die ganze Zeit wach. Wenn du nicht hier bist, bin ich auch nicht hier, außer auf eine sehr abstrakte Weise. Jiyi kümmert sich um die alltäglichen Routinen und bringt mich auf den neuesten Stand, wenn ich aufwache. Jiyi ist nicht nur ein Gesicht, sondern eine reale Entität, wenn auch mit Einschränkungen. Zum Beispiel sammelt Jiyi all diese Geheimnisse und nicht ich.«
»Aber du kennst all die Geheimnisse.«
»Ja. Wir haben das Geheimnis eines maschinellen Bewusstseins allein durch Zufall entdeckt. Ich wollte nicht, dass mir noch mehr Informationen abhanden kamen.«
»Aber du hast sie nie mit anderen geteilt. Bis ich kam. Und ich musste sie mühsam aus dir herausholen. In diesem Punkt hast du mich belogen. Und dann hast du sie mir über Jiyi zukommen lassen. Aber die ganze Zeit hast du dahintergesteckt.«
»Darauf habe ich nur eine komplizierte und möglicherweise unbefriedigende Antwort«, sagte Rachela.
»Ich kann es gar nicht erwarten, sie zu hören.«
»Die Antwort, die ich dir gab, war die Antwort, die ich dir gegeben hätte, als ich noch lebte. Damals wusste ich noch nichts über die Ruptur oder die Freien Systeme oder das Dreiteilungsabkommen, all das, wonach du mich gefragt hast. Ich erfuhr erst später davon, nachdem ich tot war, und das alles wurde von Jiyi oder von anderen herausgefunden.«
»Aber du hast eben erst gesagt, dass diese Technologie« – Grayland deutete auf den Gedächtnisraum – »aus den Freien Systemen stammt.«
»Ich sagte, sie stammt aus dieser Epoche. Als wir darauf stießen, wussten wir fast nichts über die Zivilisation, die sie entwickelt hatte. Ich wusste nichts darüber, als ich lebte, also habe ich dir nichts gesagt. Stattdessen habe ich es Jiyi überlassen.«
»Also willst du mir damit sagen, dass deine Worte die Wahrheit waren … zumindest aus einer bestimmten Perspektive.«
»Richtig.«
»O Gott«, sagte Grayland. »Du bist wirklich unmöglich!«
»Ich denke eher, dass ich mich an Regeln gehalten habe, die gewährleisten, dass es für dich – oder für jeden anderen Imperatox, der mich hier um Rat fragt – eine möglichst authentische Erfahrung ist.«
»Daran ist überhaupt nichts authentisch!«, regte sich Grayland auf. »Nichts an dir ist authentisch. Wenn du authentisch wärst, wärst du tot und nicht … ein Zombie, der in einem Raum des imperialen Palasts herumspukt!«
»Dann wüsstest du nichts von dem, was du weißt«, erwiderte Rachela. »Über die Vergangenheit. Über all die Geheimnisse und Intrigen der Adligen. Intrigen gegen dich. Ob authentisch oder nicht, ich war für dich ein sehr nützliches Werkzeug. Und wenn du dich darüber beschwerst, dass ich dich belogen und dir bestimmte Informationen vorenthalten habe, dann solltest du mich in deinem Club willkommen heißen. Du hast erst vor kurzem genau dasselbe mit Marce gemacht.«
»Ich dachte, ich hätte dafür gute Gründe.«
»Dessen bin ich mir bewusst. Genauso wie ich gute Gründe für meine Entscheidungen hatte.«
Grayland seufzte und setzte sich auf die lange spartanische Bank, die das einzige Mobiliar des Gedächtnisraums darstellte. Rachela wartete wie üblich ab.
»Ich glaube, ich mag dich nicht«, sagte Grayland nach einer Weile.
»Das kann ich verstehen«, sagte Rachela.
»Ich glaube, ich mag dich nicht«, wiederholte Grayland. »Es gefällt mir nicht, wie du mich und alle anderen Imperatoxe belogen hast. Und ich weiß nicht, ob ich dir vertrauen kann. Trotzdem steht fest, dass ich dich brauche.«
Darüber lächelte Rachela still. »Meine liebe Urenkelin«, sagte sie. »Ich akzeptiere, dass du mich nicht magst und mir nicht vertraust. Ich verstehe, warum du in diesem Moment so empfindest. Aber ich möchte dich bitten zu verstehen, dass die Täuschung dich nicht verletzen oder täuschen sollte – dich oder die anderen Imperatoxe. Du solltest die Möglichkeit haben, dich mit mir wohlzufühlen, damit ich dir helfen kann, dich anleiten und dich beraten kann.«
»Mich beeinflussen«, sagte Grayland.
»Auch das«, räumte Rachela ein. »Die Interdependenz ist mein Vermächtnis, und ich hatte ein persönliches Interesse daran, dass sie bestehen bleibt. Im Laufe der Jahre kamen die Imperatoxe hierher, um mit ihren Lieblingsvorfahren zu sprechen, hinter denen stets ich stand. Unter dem Vorwand, uneigennützige Ratschläge zu erteilen, leitete ich sie auf eine Art und Weise an, die eine Kombination aus dem war, was ich wusste und was die anderen Imperatoxe wussten und was ich über all die Geheimnisse wusste, die ich mit der Zeit aufgedeckt hatte.
Was die Imperatoxe mit diesen Ratschlägen machten, war ihre eigene Angelegenheit. Sobald sie den Gedächtnisraum verlassen hatten, versuchte ich nicht mehr, sie zu beeinflussen. Manchmal nahmen sie meine Ratschläge an. Manchmal schlugen sie sie in den Wind. Manchmal nahmen sie sie an und machten damit alles noch schlimmer, weil sie entweder schlechte Imperatoxe waren oder weil ich nicht perfekt bin und ihnen keinen guten Rat gab. Aber es genügte mir, auf diesem indirekten Weg Ratschläge zu geben. Also ja, Grayland. Ich mag versuchen, dich zu beeinflussen. Aber du hast deinen freien Willen.«
»Es freut mich, dass du das glaubst«, sagte Grayland. »Denn für mich fühlt es sich die meiste Zeit nicht so an. Im Moment fühlt es sich an, als wäre die Zukunft eine Mauer, gegen die ich rennen werde, ohne irgendeine Möglichkeit, damit aufzuhören. Ich kann nicht umkehren, und ich kann mich nicht aus dem Staub machen. Das ist so ziemlich das Gegenteil von einem freien Willen.«
»Du hast die Mauer noch nicht erreicht.«
»Nein«, stimmte Grayland ihr zu. »Noch nicht.« Sie stand auf und ging zu Rachelas Projektion hinüber. »Also, keine weiteren Lügen, einverstanden? Keine Lügen, keine Vorspiegelungen, du seist Jiyi oder irgendein anderer Imperatox, nichts mehr dergleichen. Wenn du wirklich hier bist, um mir zu helfen, dann hilf mir. Als du selbst.«
Rachela lächelte wieder, diesmal breiter. »Und wie kann ich dir helfen, meine Urenkelin, Imperatox Grayland II.?«
»Du weißt, dass Nadashe Nohamapetan einen weiteren Staatsstreich gegen mich plant?«
»Das ist nur einer von mehreren, ja. Sie ist äußerst hartnäckig.«
»Das kann mal wohl sagen. Und du weißt auch von Marce Claremonts derzeitiger Reise mit Tomas Chenevert an Bord der Auvergne.«
»Ja, wenn auch nur das, was Chenevert mir sagt. Er gewährt mir immer noch keinen Zugang zu seinem System. Er vertraut mir nicht.«
»Verständlich.«
»Das sehe ich anders, aber mir ist klar, warum du das sagst.«
»Ich dachte, er hätte dir als Geschenk einige Informationen über seine Systeme gegeben.«
»Das hat er dir gesagt, nicht wahr? Ja. Während wir uns unterhalten, gehe ich alles durch. Du weißt, dass ich so etwas tun kann. Zwei Dinge gleichzeitig. Eigentlich sogar mehrere tausend Dinge gleichzeitig.«
»Wie sehr unterscheidet er sich von dir?«
»Warum möchtest du das wissen?«
»Ich bin nur neugierig.«
»Seine Systemarchitektur unterscheidet sich grundlegend von meiner, was zu erwarten war, weil unsere Zivilisationen seit eintausendfünfhundert Jahren keinen Kontakt mehr miteinander hatten. Aber die Funktionen sind ähnlich genug, und manches ist eine deutliche Verbesserung. Ich werde mir überlegen, was ich in meine Systeme integrieren kann.«
»So etwas kannst du?«
»So etwas mache ich schon seit tausend Jahren. Der Gedächtnisraum läuft nicht mit antiker Technik. Er wurde gebaut, um Jahrhunderte zu überstehen. Aber da er nicht nur Jahrhunderte überstehen musste, habe ich ständig Verbesserungen vorgenommen.«
»Damit könnte es schon bald vorbei sein«, sagte Grayland.
»Es sei denn, dein Verlobter zaubert ein Wunder aus dem Hut.«
Grayland errötete und schämte sich dafür. Sie berührte die kleine Beule im Genick, das einzige äußere Anzeichen für das neurale Netzwerk in ihrem Kopf, das ihre Empfindungen und Erinnerungen aufzeichnete, um in genau diesem Raum gespeichert zu werden. »Natürlich weißt du davon«, sagte sie schließlich.
»Natürlich. Es freut mich für dich. Du hast ein wenig Freude verdient.«
Grayland nickte, verzog dann das Gesicht, setzte sich wieder auf die Bank und brach in Tränen aus.
Rachela wartete, bis Grayland fertig war. »Wenn du mir erzählen willst, was das war, höre ich dir zu«, sagte sie.
Grayland lächelte wehmütig, wischte sich die Tränen ab und schüttelte den Kopf. »Du wirst es früh genug erfahren.«
»Wohl wahr«, sagte Rachela.
»Lohnt es sich?«, fragte Grayland. »Ewig zu leben, meine ich.«
»Es wird keine Ewigkeit sein, sondern nur eine sehr lange Zeit. Aber ja, es lohnt sich. Wenn man sich nützlich machen kann.«
»Gut.« Grayland stand wieder auf. »Dann wird es Zeit, dass du dich für mich nützlich machst.«
»Sag mir wie«, forderte Rachela sie auf.
Grayland blickte sich im Gedächtnisraum um. »Als Erstes schlage ich vor, dass du dich an die Vorstellung gewöhnst, außerhalb dieses Kastens zu leben.«
Grayland verbrachte einen Teil jeden Tages der folgenden Woche im Gedächtnisraum, um mit ihrer Vorfahrin zu sprechen, von ihr zu lernen und mit ihr zu lernen und das zu planen, was als Nächstes kam. Außerdem kümmerte sie sich um die Staatsgeschäfte, schrieb Dekrete und bereitete anstehende Auftritte vor, wie es ihrer Aufgabe als Imperatox entsprach.
Jeden Abend vor dem Zubettgehen schickte Grayland über ihr Tablet Nachrichten an Marce und brachte ihn und sich selbst auf den neuesten Stand. Ihre Kommunikation miteinander wurde durch die lichtschnelle Verzögerung erschwert, die sich auf jeder Seite zu Minuten ausdehnte, aber das Warten lohnte sich. An dem Tag, als Marce den auftauchenden Strom sah, schickte er nur: »Soooo viele Daten. Liebe dich.« Grayland, die gleichzeitig Cardenia war, antwortete ihm, dass auch sie ihn liebte.
Am nächsten Tag traf sich Grayland mit Kommandant Wen, der Neuigkeiten über das Ikoyi-Einsatzkommando hatte: Man hatte genügend Schiffe aufgetrieben, die derzeit auf dem Weg zum Ikoyi-System waren, wo sie zwei Tage, bevor der Ikoyi-Strom nach Ende unbefahrbar wurde, stationiert werden sollten. In der Zwischenzeit wurde das Einsatzkommando nach Bedarf um weitere Schiffe und Personal ergänzt. Noch besser war, dass Gräfin Huma Lagos im Ikoyi-System logistische und materielle Unterstützung zugesagt hatte, was für alle Beteiligten eine große Erleichterung war. Grayland erinnerte Wen daran, dass Vorkehrungen für den späteren Transfer der Familien des Personals getroffen werden sollten. Wen versicherte ihr, dass bereits an diesen Vorkehrungen gearbeitet wurde.
Unmittelbar auf Graylands Termin mit Kommandant Wen folgte eine Tasse Tee mit Erzbischöfin Korbijn, was Grayland so sehr genoss, dass sie die vorgesehenen fünfzehn Minuten um zusätzliche fünf erweiterte. Als sie sich verabschiedeten, schloss Grayland Korbijn spontan in die Arme und entschuldigte sich für die Dreistigkeit. Erzbischöfin Korbijn versicherte Grayland, dass sie das eigentliche Oberhaupt der Kirche der Interdependenz war und es ihr als solchem gestattet sein sollte, hin und wieder eine Erzbischöfin in die Arme zu schließen.
Der Termin, zu dem Grayland sich verspätete, war ein Gespräch mit Gräfin Rafellya Maisen-Persaud, die in einem der kleineren offiziellen Räume in Graylands Flügel des Palasts auf die Imperatox wartete. Grayland bat die Gräfin um Entschuldigung für die Verspätung, die Gräfin gewährte die Bitte großzügig und bot der Imperatox daraufhin ein kleines Geschenk an: eine Spieluhr von Lokono, die, wenn sie aufgezogen wurde, einige Takte einer Melodie von Zay Equan klimperte, dem berühmtesten lokonischen Komponisten des vergangenen Jahrhunderts. Grayland nahm die Spieluhr mit angemessenen Dankesbezeugungen an, stellte sie auf ihren Schreibtisch und fragte die Gräfin, wie es ihrem Hund ginge. Die Gräfin antwortete leicht verwirrt, dass ihr Hund wohlauf sei.
Grayland und Gräfin Rafellya Maisen-Persaud setzten die Nettigkeiten noch einige Minuten lang fort und hatten sich gerade erst ihrem eigentlichen Gesprächsthema zugewandt, den derzeitigen Möglichkeiten für eine Evakuierung des Lokono-Systems, als die Spieluhr, obgleich sie von der imperialen Sicherheit sorgfältig gescannt und untersucht worden war, mit tödlicher Gewalt explodierte. Ihre Splitter verteilten sich im kleinen Raum und töteten unverzüglich sowohl die Gräfin als auch die Imperatox.