»Wir sollten uns darüber im Klaren sein, was hier vor sich geht«, sagte Deran Wu. »Es ist das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen. Und das wird richtig gut fürs Geschäft sein.«
Im höchsten Stockwerk des Gildenhauses im großen Konferenzraum, der dem Verwaltungsrat des Hauses Wu vorbehalten war und wo Deran Wu am Ende des riesigen Tisches stand und seine Rede eröffnete, wurde Deran vom Verwaltungsrat des Hauses Wu angestarrt, als hätte er den Anwesenden soeben einen kräftigen Furz ins Gesicht geblasen.
Kommt schon, dachte Deran, das war eine tolle Eröffnung!
Deran ließ sich nicht anmerken, dass er deswegen enttäuscht war. Dazu bestand keine Notwendigkeit. Zum ersten Mal während seiner Laufbahn im Haus Wu machte sich Deran keine allzu großen Sorgen, was die Mitglieder des Verwaltungsrats – allesamt Cousins und Cousinen unterschiedlichen Grades – über ihn oder seine Pläne oder seine markanten Sätze dachten. Der Grund dafür war, dass Deran jetzt der Hauptgeschäftsführer des Hauses Wu war.
Und nicht nur der Hauptgeschäftsführer. Diese Rolle hing bislang von der Duldung des Aufsichtsrats ab, dessen Meinung über alles Mögliche – von der Kompetenz des Hauptgeschäftsführers bis zur Frage, was als Mittagessen serviert werden sollte – sich bestenfalls als kontrovers beschreiben ließ. Deran Wus Funktion als Hauptgeschäftsführer hingegen war gegen jegliche Missbilligung seitens des Rats gefeit, da Jasin Wu, der vorige Hauptgeschäftsführer, einen Staatsstreich gegen die Imperatox angezettelt hatte. Die Imperatox glaubte nun verständlicherweise, dass dadurch der gesamte Verwaltungsrat des Hauses verdächtig war.
Zumindest lautete so der Vorwand.
Genauer gesagt hatte Deran Wu die Nichteinmischung des Rats in seine Arbeit als Hauptgeschäftsführer zur Bedingung dafür gemacht, dass er sämtliche Informationen über besagten Staatsstreich weitergab, an dem er aktiv beteiligt gewesen war, bis hin zur Ermordung eines Hauptgeschäftsführers eines anderen Hauses und zum versuchten Mord an einem engen Freund der Imperatox, der Gerüchten zufolge ihr Geliebter gewesen war. Die Imperatox, die unter Zeitdruck stand und der jemand lieber war, den sie kannte, gab ihr Einverständnis.
Und nun fand die erste Zusammenkunft des vollständigen Verwaltungsrats des Hauses Wu mit Deran statt, der zuvor nie als Hauptgeschäftsführer zur Debatte gestanden hatte, doch nun die Geschäfte führte, ob es dem Rat gefiel oder nicht.
Während er dort stand, kam Deran in den Sinn, dass es den Leuten wahrscheinlich ganz und gar nicht gefiel. Was erklären könnte, warum seine Eröffnung so miserabel angekommen war.
»Warum sind wir hier?«, wurde von sehr weit unten am sehr langen Tisch gefragt, an dem die Direktoren des Hauses Wu saßen.
»Wie bitte?«, entgegnete Deran, während er sich umschaute, wer von seinen Verwandten gesprochen hatte.
Es war Tiegan Wu, die Leiterin der Handwaffenabteilung des Rüstungsunternehmens des Hauses Wu. »Ich fragte: ›Warum sind wir hier?‹«, wiederholte sie. »Jetzt sind Sie der Diktator des Hauses Wu. Dies ist der Verwaltungsrat. Der ehemalige Verwaltungsrat, sollte ich wohl sagen. Jetzt ist er machtlos. Aus welchem Grund haben Sie uns hier zusammengerufen?«
»Außer um Ihrer Schadenfreude Ausdruck zu verleihen«, sagte Nichson Wu, der die Abteilung für automatisierte Sicherheitskonzepte leitete, womit bewaffnete Roboter gemeint waren.
»Ja, an den Aspekt der Schadenfreude hatte auch ich bereits gedacht«, bestätigte Tiegan und starrte Deran an.
»Meine lieben Cousins und Cousinen«, sagte Deran und gestikulierte auf eine Weise, von der er hoffte, dass sie beschwichtigend wirkte. »Ich möchte Sie daran erinnern, dass wir in außergewöhnlichen Zeiten leben. Jasin, unser ehemaliger Hauptgeschäftsführer, hat versucht, die Imperatox zu stürzen. Sie war nicht davon überzeugt, dass der Verwaltungsrat nicht in diesen versuchten Staatsstreich verwickelt war. Die Imperatox kennt Sie alle nicht so gut, wie ich Sie kenne.«
»Weiß die Imperatox, dass Sie absoluten Blödsinn erzählen?«, fragte Belment Wu, der für die Konstruktion von Kampfschiffen verantwortlich war. Belment war nie Derans größter Fan gewesen.
»Sie weiß, dass ich zumindest vertrauenswürdig bin«, erwiderte Deran. Damit handelte er sich ein verächtliches Schnaufen von Belment ein.
Proster Wu, der gleich rechts von Deran saß, räusperte sich. Proster war vielleicht die mächtigste Person im Raum, weil er unter anderem die gesamte Sicherheitsabteilung beaufsichtigte. Was bedeutete, dass er buchstäblich die meisten Waffen hatte. Im Haus Wu waren die Leiter der Sicherheitsabteilung traditionell keine Kandidaten für den Posten des Hauptgeschäftsführers. Sie hatten das gar nicht nötig. Sie waren bereits die Macht hinter dem Thron. Als Proster sich räusperte, verstummten alle einschließlich Deran und blickten zu ihm auf.
»Deran«, sagte Proster, »wir wollen uns hier doch nicht gegenseitig die Zeit stehlen. Sie sind der Hauptgeschäftsführer, weil Sie Jasin verraten und die Imperatox erpresst haben, Ihnen diesen Job zu geben. Außerdem hat sie verfügt, dass Sie uns alle« – Proster nickte in die Runde – »aus den Entscheidungsprozessen innerhalb des Hauses Wu ausgeschlossen haben. Geschickt eingefädelt! Aber tun Sie nicht so, als wüssten wir das nicht oder als wüssten wir nicht, dass Sie genauso in diesen idiotischen Umsturzversuch verstrickt waren wie Jasin. Beleidigen Sie nicht unsere Intelligenz. Können wir uns darauf einigen?«
»Sicher«, sagte Deran nach kurzer Überlegung.
Proster nickte und wandte sich den übrigen Anwesenden zu. »Und der Grund für unser Hiersein ist ein ganz einfacher.« Er zeigte auf Deran. »Unser neuer Hauptgeschäftsführer ist kein völliger Dummkopf. Obwohl die Imperatox ihm die uneingeschränkte Kontrolle über das Haus Wu übertragen hat, weiß er, dass diese ›Kontrolle‹ eine Illusion ist. In diesem Raum hat er keinerlei Machtbasis. Und außerhalb hat er nicht genug Verbündete. Und wie er korrekt feststellt«, sagte Proster und drehte sich wieder zu Deran herum, »steht das Ende der menschlichen Zivilisation bevor. Er hat keine Zeit, uns auszusitzen. Nicht wenn er die Pläne umsetzen will, die er offensichtlich gefasst hat und für die er unsere Kooperation braucht. Ist das zutreffend?«
Nicht ganz, dachte Deran. Er war nicht annähernd so unvorbereitet, wie Proster dachte. Deran hatte eine lange Liste von Leuten, hauptsächlich andere Cousins der Wus, die begeistert wären, jemandem die Kehle durchschneiden zu können, wenn sie auf diese Weise an einen Posten als Abteilungsleiter im Haus Wu kämen. Verdammt, wenn es so weit war, lag Prosters Kopf als Erster auf dem Hackblock. Es gab keinen Cousin in diesem Raum, der nicht bereit wäre, seine eigene Großmutter zu erdrosseln – und noch etliche weitere Großmütter, was soll der Geiz? –, um die Sicherheitsabteilung zu leiten, insbesondere jetzt, wo der Posten des Hauptgeschäftsführers für die nähere Zukunft unerreichbar war.
Proster hatte seinen Führungsposten schon viel zu lange inne, weshalb er vergessen hatte, wie ehrgeizig manche Cousins sein konnten. Eigentlich hätte es ihm klar sein müssen. Er selbst hatte Finnu Wu, die vorherige Sicherheitsdirektorin, von ihrem Stuhl geschubst, und er hatte es geschickt angestellt. Finnu hatte sich schließlich in einem ganz anderen System zur Ruhe gesetzt, um nicht täglich an ihre schmachvolle Absetzung erinnert zu werden. Deran wusste vermutlich mehr über Prosters eigene Laster und Missetaten als sonst jemand, Proster eingeschlossen, und würde diese Informationen liebend gern jedem Wu-Cousin anvertrauen, der an diesem Posten interessiert war.
Also, nein, Deran war nicht ganz ohne Machtbasis oder ohne Verbündete, wie Proster ihm unterstellen wollte. Genauer gesagt war Deran zuversichtlich, dass er sich beides mit etwas Zeit verschaffen konnte.
Nur dass ihm die Zeit davonlief. In diesem Punkt hatte Proster recht.
Inzwischen lief allen die Zeit davon.
Also nickte Deran und sagte zu Proster: »Das ist zutreffend.«
»Dann haben wir uns alle verstanden«, fasste Proster zusammen. »Gut. Also sagen Sie uns jetzt, Deran, inwiefern das Ende der Zivilisation gut für das Haus Wu sein soll.«
»Das ist eigentlich ganz einfach«, erklärte Deran. »Das Haus Wu hat das Monopol auf den Schiffbau, auf Rüstungsgüter und auf Sicherheitdienste. Welche Dinge werden benötigt, wenn die Ströme weiterhin kollabieren?«
»Lebensmittel«, sagte Tiegan Wu.
»Wasser«, sagte Nichson.
»Medikamente«, fügt Belment hinzu.
Deran wischte das alles ungeduldig beiseite. »Sie übersehen das Wesentliche.«
»Es ist unwesentlich, dass Menschen verhungern?«, fragte Tiegan.
Deran zeigte auf sie. »Nahe dran. Es geht nicht darum, dass Menschen verhungern. Es geht um Menschen, die Angst haben zu verhungern. Während der nächsten paar Jahre werden die Ströme kollabieren. Die Menschen werden Angst haben. Schließlich wird dieses Imperium als ›die Interdependenz‹ bezeichnet. Damit ist das Prinzip gemeint, dass alle menschlichen Ansiedlungen wechselseitig von den anderen abhängig sind. Das war völlig in Ordnung, solange die Ströme stabil waren. Während sie instabiler werden, geschieht das Gleiche mit den politischen und sozialen Systemen der Interdependenz. Diese Systeme müssen gestützt werden.«
»Durch Sicherheitskräfte und Waffen«, sagte Proster.
»Richtig.«
»Bis auch die Sicherheitskräfte Angst bekommen, weil ihnen genauso wie allen anderen die Lebensmittel ausgehen«, sagte Tiegan.
»Nun, da haben wir vorgesorgt«, sagte Nichson, der Cousin mit den »bewaffneten Robotern«.
»Der Punkt ist, dass es zu Unruhen kommen wird«, sagte Deran. »Verstärkten Unruhen. Anhaltenden Unruhen.«
»Und wir wollen mit dem Chaos Geld verdienen«, sagte Tiegan.
»Wir wollen die Möglichkeit bieten, das Chaos so lange wie möglich abzuwehren«, entgegnete Deran. »Die Unruhen werden kommen. Sie haben bereits begonnen. Sie sind unausweichlich. Aber ›unausweichlich‹ muss nicht unverzüglich bedeuten. Wir können den Systemregierungen mehr Zeit verschaffen. Oder, genauer gesagt, sie können diese Zeit von uns kaufen. Weil wir in der Tat damit Geld verdienen wollen.«
»Solange dieses Geld noch etwas wert ist«, sagte Lina Wu-Gertz fast am hinteren Ende des Tisches. Lina führte die Weiterverkaufsabteilung, die mit gebrauchten Raumschiffen oder solchen handelte, die gebaut, aber nie benutzt worden waren, weil die Kunden sie nie in Empfang genommen hatten. »Wenn die Zivilisation endet, wird Geld zu nichts mehr nütze sein.«
»Die Zivilisation wird nicht enden«, sagte Deran.
»Habe ich etwas missverstanden?«, warf Belment ein. »Haben Sie nicht soeben verkündet, dass die Zivilisation enden wird?«
»Ich sprach von der ›Zivilisation, wie wir sie kennen‹.« Deran nahm eine Fernbedienung vom Tisch und drückte eine Taste. Die Wand hinter ihm erwachte zum Leben und zeigte einen grün-blauen Planeten.
»Das ist Ende«, stellte Proster fest.
»Das ist die Zivilisation«, korrigierte Deran ihn.
Proster gluckste. »Offenbar waren Sie noch nie auf Ende.«
»Auf Ende wird unsere Zivilisation überleben«, sagte Deran. »Es ist das einzige System der Interdependenz mit einem Planeten, der in der Lage ist, menschliches Leben aus eigener Kraft aufrechtzuerhalten. Und nach dem, was die Wissenschaftler der Imperatox uns erzählen, ist es der letzte Ort, zu dem von Nabe aus ein Strom führen wird. Dort wird die Zivilisation weiterexistieren.« Er blickte über den Tisch zu Lina Wu-Gertz. »Genauso wie das Geld.«
»Die Zivilisation wird dort überleben«, sagte Proster, »solange sie dorthin gelangen kann.«
Darüber lächelte Deran. »Gerüchten zufolge bauen wir Raumschiffe.«
»Aber nicht so viele Raumschiffe«, warf Belment ein.
»Wir müssen die Zivilisation retten. Nicht jeden einzelnen Menschen. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass jeder in diesem Raum sowie all die Leute, die uns etwas bedeuten, früher oder später ihren Weg nach Ende finden werden.« Diese Bemerkung gab allen Anwesenden kurzzeitig zu denken.
»Also lautet Ihr Plan: Raumschiffe für einige und Aufstandsunterdrückung für alle übrigen«, sagte Tiegan, nachdem der Moment vergangen war.
»Ich bin nicht für den Kollaps der Ströme verantwortlich«, erwiderte Deran. »Mir ist nur bewusst, welche Folgen er haben wird. Und nein, bei diesem Plan geht es nicht um Raumschiffe und Aufstandsunterdrückung. Der Plan, für den ich die Unterstützung dieses Verwaltungsrats brauche, sieht vor, dass wir jetzt damit anfangen, die Schiffsflotte und die bewaffneten Einheiten aufzubauen, und zwar im großen Stil, bevor die Anweisungen dazu gegeben werden.«
»Vorausgesetzt, diese Anweisungen werden gegeben«, sagte Proster.
»Sie werden gegeben«, versicherte Deran ihm. »Und wir müssen nicht darauf warten, bis den Regierungen und den übrigen Handelshäusern klar wird, dass das Ende nahe ist. Wir haben eine Vertriebsabteilung, die sie daran erinnern wird. Ich will die Schiffe und die Waffen jetzt bauen, damit unser Vertrieb unseren Kunden sagen kann, dass wir alles auf Lager haben. Keine Verzögerung zwischen Bestellung und Auslieferung, abgesehen vom Transport. Heute wird das den Unterschied zwischen einem Geschäft und keinem Geschäft bedeuten.«
»Bieten Sie ihnen klare Bedingungen an, und sie werden zuschlagen«, sagte Belment.
Deran schüttelte den Kopf. »Nein. Von nun an bar auf die Hand. Für alles.«
»Das ist verrückt«, sagte Belment.
»Das ist keineswegs verrückt. Es ist das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen. Uns bleibt keine Zeit für langfristige Ratenzahlungen.«
»Damit legen wir unsere Strategie offen«, stellte Proster fest.
»Es geht darum, unsere Strategie offenzulegen«, sagte Deran. »Wenn die Leute glauben, dass wir nicht glauben, dass die Zeit für Ratenzahlungen reicht, werden auch sie auf kurze Sicht planen. Sie haben das Geld; sie müssen sich nur dazu durchringen, es zuerst uns zu geben.« Er warf einen Blick zu Lina Wu-Gertz. »Und wenn sie glauben, dass die Zivilisation enden und Geld ohnehin bald wertlos sein wird, haben sie kein so großes Problem mehr damit, es herzugeben. Sie werden davon überzeugt sein, dass sie uns über den Tisch gezogen haben.«
Proster nickte. »Also bauen wir jetzt Schiffe und Waffen …«
»Während es noch billig und einfach ist, denn je mehr Ströme kollabieren, desto teurer wird es, das Material zu beschaffen«, warf Deran ein.
»… und kassieren so viele Vorauszahlungen wie möglich, und wenn die Ströme dann kollabieren, verlegen wir unsere Operationsbasis nach Ende, wo unser Geld noch etwas wert sein wird und der Rest der Zivilisation weiterhin Waffen und Raumschiffe benötigt.«
»So sieht der Plan aus«, sagte Deran. »Im Prinzip. In groben Zügen.«
Proster nickte und blickte sich am Tisch um, wo auch andere nickten, sogar Belment und Tiegan. Dann wandte er sich wieder Deran zu.
»Wie es scheint, haben Sie recht. Das Ende der Zivilisation wird gut fürs Geschäft sein«, sagte er.
»Ja«, sagte Deran. »Das denke ich auch.«
»Das war übrigens eine gute Eröffnung.«
Deran strahlte. »Vielen Dank, Proster.«
Die Tür zum Konferenzraum ging auf, und Derans Assistentin Witka streckte den Kopf herein, um das Mittagessen anzukündigen. Dann folgten die Rolltische, die mit Essen und Getränken beladen waren. Die Ratsmitglieder standen auf und bedienten sich selbst, wobei sie sich unterhielten. Derans Assistentin kam zu ihm herüber und reichte ihm eine Tasse mit seinem Lieblingstee, den sie stets in einem Versteck in ihrem Schreibtisch für ihn bereithielt.
»Wie lief es?«, fragte Witka.
»Ich glaube, ich habe es geschafft«, sagte Deran und nippte vom Tee. »Sie scheinen zu verstehen, was ich mit diesem Plan beabsichtige.«
»Es ist ja auch ein guter Plan.«
»Das dachte ich mir«, gestand Deran ein.
»Ich werde Ihnen etwas zu essen holen.« Witka ging zu den Essenstischen hinüber.
Deran nahm einen weiteren Schluck Tee und sonnte sich in dem, was er heute vollbracht hatte. Er brauchte die Hilfe des Rats nicht bei allen Dingen, die er umrissen hatte – er hatte sogar schon damit begonnen, einen großen Teil des Vermögens des Hauses nach Ende zu transferieren –, aber es war besser, wenn die anderen mit ihm in einem Boot saßen. Leichter. Einfacher. Es würde nicht so viel Streit geben, und er müsste nicht so viele von ihnen von ihrem Posten entfernen, wie es sonst vermutlich notwendig wäre. Zumindest nicht so bald. Er hatte noch etwas Zeit. Zumindest fürs Erste.
Ja, das alles läuft sehr gut an, dachte Deran, nahm noch einen Schluck von seinem Tee und brach dann tot zusammen, während die Teetasse neben ihm zu Boden fiel.
Witka, die gerade mit einem vollen Teller zu ihm zurückkam, schrie, ließ den Teller fallen und rannte zu Derans Leiche. Die übrigen Anwesenden standen da und starrten stumm auf das Spektakel. Wenig später flüchtete Witka aus dem Raum, um ärztliche Hilfe zu rufen.
Die Ratsmitglieder starrten weiterhin auf Derans Leiche.
»Also, ich habe das nicht getan«, sagte Belment irgendwann.
»War es jemand anders?«, fragte Proster.
Es folgte ein allgemeines Gemurmel der Verneinung.
»Hm«, brummte Proster und biss von seinem Brötchen ab.
»Setzen wir seinen Plan trotzdem um?«, fragte Tiegan.
Ärzte stürmten herein, bevor irgendjemand darauf antworten konnte.