Prolog

Sie sollte nicht hier sein.

Sie stürmt durch die Hintertür des leerstehenden Restaurants und stolpert in die Dunkelheit hinein – die meisten Straßenlaternen funktionieren nicht mehr. Sie atmet laut und rasselnd. Wie ein Tier in Panik rennt sie zu ihrem Auto. Sie nimmt kaum noch wahr, was sie tut. Irgendwie gelingt es ihr, die Wagentür zu öffnen. Ohne nachzudenken, schnallt sie sich an, startet den Motor, reißt das Auto mit quietschenden Reifen herum und fliegt vom Parkplatz. Ohne auf den Verkehr zu achten, schießt sie auf die Straße hinaus. Beim Einkaufszentrum auf der anderen Straßenseite erregt irgendetwas ihre Aufmerksamkeit … doch sie hat keine Zeit zu verarbeiten, was sie da sieht, denn sie ist bereits an der Kreuzung. Sie rast über die rote Ampel, fährt immer schneller. Sie kann keinen klaren Gedanken fassen.

Eine weitere Kreuzung … Sie fliegt darüber hinweg. Die Geschwindigkeitsbegrenzung kümmert sie nicht. Sie muss hier verschwinden.

Und noch eine Kreuzung, eine weitere rote Ampel. Fahrzeuge kommen ihr entgegen. Sie hält nicht an, rast über die Kreuzung, schlängelt sich um ein Auto herum und hinterlässt Chaos in ihrem Kielwasser. Hinter sich hört sie das Kreischen von Bremsen und wildes Hupen. Sie weiß, dass sie gefährlich kurz davorsteht, die Kontrolle über ihr Fahrzeug zu verlieren. Und als es schließlich so weit ist, sieht sie einen Moment lang vollkommen klar, dann reißt sie ungläubig die Augen auf. Als sie bremsen will, ist es zu spät. Das Auto gerät ins Schleudern, springt über die Bordsteinkante und prallt mit voller Wucht frontal gegen einen Strommast.