Kapitel 12

BILDUNGSUNTERNEHMER

KÖNNEN SIE DIE ZUKUNFT SEHEN?

Im Juli 2018 erließ US-Präsident Trump eine Anordnung, mit der Umschulungen für amerikanische Arbeiter verkündet wurden. Viele große Unternehmen stehen hinter der Bildungsinitiative des Präsidenten.

Dies ist ein Beispiel für Fake-News. Die Anordnung von Präsident Trump klingt großartig, und ist eine tolle Idee, die offensichtlich darauf abzielt, mehr Stimmen von den Angehörigen der Arbeiterklasse zu erhalten.

ECHTE NACHRICHTEN: Die eigentliche Nachricht ist, dass die Vereinigten Staaten bereits über 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr für die Umschulung ihrer Arbeitskräfte ausgeben.

ECHTE NACHRICHTEN: Das wirklich Neue ist, dass die Umschulungsprogramme nicht funktionieren.

Warum die Umschulung nicht funktioniert

Die Idee der Umschulung ist eine edle Idee. Das Problem ist, dass Umschulungsprogramme, wie sie zurzeit existieren, nicht funktionieren. Das liegt daran, dass unsere Bildungsmethoden nicht funktionieren.

Man braucht sich nur die Abbildung »Lehrer höherer Ebenen« anzusehen, und es wird deutlich, dass die Art und Weise, wie wir lehren, ineffektiv, langweilig und somit obsolet ist.

Wie bereits erwähnt, ist eines der größten Verbrechen der Bildung, dass so viele junge Menschen die Schule hassen, wenn sie endlich den Abschluss in der Tasche haben. Wie viele Menschen haben finanziell zu kämpfen, weil sie die Schule hassen, wenn sie mit der Ausbildung fertig sind? Wie viele Leute sitzen im Gefängnis, weil sie die Schule gehasst haben? Wie viele Menschen stecken an Arbeitsstellen fest, die sie hassen, weil sie die Schule gehasst haben?

Zugegeben, die traditionelle Bildung leistet für etwa 25 Prozent der Bevölkerung gute Arbeit. Das Chaos, das sie für die anderen 75 Prozent schafft, ist das Problem. Ich war an der Grenze, oft kurz davor auszusteigen, weil ich die Schule hasste.

Ich wusste, dass ich nicht dumm bin. Ich hatte gute Veranlagungen. Ich hasste eben nur traditionelle Schulen, traditionelle Lehrer und vor allem den langweiligen Prozess der traditionellen Bildung.

Acht Lebensereignisse bewahrten mich davor, die Schule zu schmeißen:

  1. Bei meinem reichen Vater in die Lehre zu gehen und in einem echten Unternehmen zu arbeiten.
  2. Mein reicher Vater, der mithilfe des Spiels Monopoly unterrichtete. Er machte das Lernen zum Vergnügen.
  3. Gute Lehrer wie mein Lehrer der fünften Klasse, Harold Ely. Ein Lehrer, der mich zum Lernen inspirierte, anstatt Antworten herzubeten.
  4. Der Besuch einer Militärakademie statt einer traditionellen Universität. 5. Die regelmäßige Teilnahme an Seminaren, statt an eine traditionelle Ausbildungsstätte für höhere Abschlüsse zurückzukehren.
  5. Dem Beispiel der drei Weisen aus der Bibel folgend, ständig auf der Suche nach großen Lehrern außerhalb des Bildungssystems zu sein.
  6. Zwei Väter zu haben und die Erkenntnis, dass jede Münze drei Seiten hat.
  7. Zu lernen, dass es im wirklichen Leben mehr als eine richtige Antwort gibt.

Präsident Kennedy und die Bildung

Präsident Trump ist nicht der erste Präsident, der die Umschulung unserer arbeitslosen Arbeiter vorschlägt.

Wie Steven Brill in seinem Buch Tailspin erzählt, schlug Präsident John F. Kennedy 1962 vor, dass die Vereinigten Staaten den Welthandel durch Senkung der Zölle und Beschränkungen für ausländische Importe ausweiten sollten.

Sowohl Republikaner als auch Demokraten befürworteten vorläufig die Handelsliberalisierung während des Kalten Krieges, obwohl die Republikaner protektionistischer eingestellt waren.

Kennedy war sich bewusst, dass die Ausweitung des Welthandels auch den Abbau von Arbeitsplätzen in den USA bedeuten würde.

Deshalb schlug er 1962 ebenfalls vor, die TAA einzuführen, die Trade Adjustment Assistance, ein staatliches Programm zur Umschulung von Arbeitslosen.

Präsident Kennedy wollte nicht, dass eine kleine Gruppe von Arbeitnehmern, die dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren würden, zum Vorteil für Millionen von Amerikanern mit ihrem Arbeitsplatz zahlen müsste. Kennedy sagte:

Wenn es aus Gründen der nationalen Politik wünschenswert ist, höhere Zölle zu vermeiden, sollten die durch diesen [ausländischen] Wettbewerb Geschädigten nicht die volle Last der Auswirkungen zu tragen haben. Vielmehr sollte die Last der wirtschaftlichen Anpassung teilweise von der Regierung getragen werden.

Im Klartext: Niedrigere Zölle werden Amerika und den Amerikanern zugutekommen. Einige wenige werden dadurch ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Last der Umschulung von Arbeitslosen sollte dann in die Zuständigkeit des Bundes fallen.

Kennedys TAA bot Arbeitslosen bis zu 65 Prozent des durchschnittlichen Wochenlohns für 52 Wochen (und bis zu 65 Wochen für Arbeitnehmer über 60 Jahren) und die Teilnahme an Bildungs- und Ausbildungsprogrammen »zur Entwicklung höherer und weiterer Fähigkeiten«.

Das Programm stellte auch Mittel für Familien zur Verfügung, wenn sie umziehen mussten, damit die Eltern eine neue Stelle antreten konnten.

Starker Widerstand

Das Programm von Präsident Kennedy sah sich einem starken Widerstand der Republikaner gegenüber. Einer der lautstärksten Gegner war Senator Prescott Bush, Vater und Großvater der zukünftigen Präsidenten George H.W. Bush und George W. Bush. Trotz der Opposition gelang es Kennedy, die TAA durchzusetzen.

Die TAA hat gemischte Bewertungen erhalten. Es wurde berichtet, dass in den ersten sechs Jahren nach ihrer Einführung – und obwohl die TAA mit einem Budget von 1 Milliarde US-Dollar ausgerüstet war – kein einziger Arbeiter Unterstützung von der Regierung erhalten hatte. Für die meisten Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten, erwies sich die TAA als eine Erweiterung der Arbeitslosenversicherung, nicht als Bildungs- oder Umschulungsmaßnahme.

Ein Grund, warum die Arbeitnehmer das Bildungs- und Umschulungsprogramm nicht in Anspruch nahmen, waren die Voraussetzungen der TAA, mit denen sich der Arbeitnehmer für eine Bildungshilfe qualifizieren konnte.

Die Arbeiter mussten das Äquivalent eines Highschool-Abschlusses nachholen und sich dann für eine Vollzeit-Ausbildung in einer öffentlichen Schule oder Berufsschule einschreiben, bevor sie ihre Arbeit aufnehmen konnten.

Die TAA stellte Mittel für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung. Dies war unpraktisch, da die meisten Arbeitnehmer das verlorene Einkommen so schnell wie möglich ersetzen mussten. Sie konnten es sich nicht leisten, wieder die Schulbank zu drücken, bevor sie TAA-Mittel für eine Weiterbildung oder Ausbildung erhielten.

EBT versus Bildung

Zu Beginn dieses Buches erwähnte ich, dass die Zuckerplantagen 1994 Hilo, Hawaii, verließen und dadurch viele einst hochbezahlte Arbeiter arbeitslos wurden. Viele Arbeiter der Zuckerplantage hatten keinen Highschool- Abschluss, weil sie das nicht benötigten, um eine hochbezahlte Stelle zu bekommen. Heute leben viele von ihnen von EBT-Karten, statt die Aus- und Weiterbildung zu bekommen, die sie benötigen.

Anstatt die Arbeiter umzuschulen, was sie dazu befähigen würde, Steuerzahler in einem kapitalistischen System zu sein, erhalten sie Sozialhilfe in einem sozialistischen System. Deshalb gedeiht der Sozialismus in Amerika.

Wie Brills weitere Untersuchungen in Tailspin zeigen, führte das Government Accountability Office (GAO) 2001 Fallstudien durch, darunter eine in Martinsville und Henry County, Virginia. Die Studie ergab, dass von den 6.000 verlorenen Arbeitsplätzen in weniger als einem Jahrzehnt weniger als 20 Prozent der TAA-zugelassenen Arbeitnehmer an Umschulungsprogrammen teilnahmen. Von den 20 Prozent, die sich anmeldeten, schieden viele wieder aus, weil es ihnen nicht gelang, die Förderkurse und Berufsausbildung zu absolvieren, bevor der Bewilligungszeitraum ihrer Sozialhilfe ablief.

Eine andere GAO-Studie ergab, dass drei Viertel der Arbeiter, die sich für TAA qualifizierten, es nie in Anspruch nahmen. Eine weitere TAA-Programmstudie berichtete, dass die Wenigen, die das Programm abgeschlossen hatten, nie eine »ihrer verlorenen Arbeit in etwa gleichwertige« Stelle bekamen.

Das liegt an unserem Bildungssystem, Dummkopf!

Unser Bildungssystem ist das Problem. Es liegt daran, was wir lehren, wie wir lehren und wer es lehrt.

Ich beziehe mich hier wieder auf die Abbildung »Lehrer höherer Ebenen«.

  1. Wie oft saßen Sie im Unterricht und haben gemerkt, dass Ihr Körper zwar anwesend war, Ihr Gehirn aber nicht?
  2. Wie oft saßen Sie im Unterricht und beobachteten die Uhr, anstatt dem Lehrer zuzuhören?
  3. Wie oft haben Sie schon für eine Prüfung gepaukt, anstatt sich zum Lernen inspirieren zu lassen?

Vom reichen Vater lernen

Ich liebe die Abbildung »Lehrer höherer Ebenen«, weil es den Unterschied zwischen meinem reichen Vater und meinem armen Vater veranschaulicht.

Ich arbeitete ohne Lohn als Lehrling für meinen reichen Vater und übte in der Realität. Im Gegenzug ließ uns mein reicher Vater Monopoly spielen und gab Lektionen, während wir unsere Figuren auf dem Spielbrett bewegten. Regelmäßig besuchten wir seine echten »grünen Häuser«, die schließlich zu einem riesigen roten Hotel wurden.

Echte Bildung machte Spaß, war spannend und herausfordernd, sicherlich nie langweilig.

Und so oft geriet ich zu Hause in Schwierigkeiten, weil ich zu spät nach Hause kam. Das passierte mir regelmäßig, weil ich nicht aufhören wollte, von meinem reichen Vater zu lernen. Ich wollte schon immer mehr lernen.

Wenn ich zu spät nach Hause kam, wurde ich nur gefragt: »Hast du deine Hausaufgaben gemacht? Wenn du keine guten Noten schreibst, bekommst du keine gute Stelle.«

Entrepreneur in der Bildungsbranche werden

1983, nachdem Fuller gestorben war und ich Grunch – Raubzug der Giganten gelesen hatte, wusste ich, dass ich nicht länger Unternehmer in der Rock-and-Roll-Szene bleiben konnte, um viel Geld zu verdienen und lizenzierte Produkte für Rockbands wie Duran Duran, Van Halen, Judas Priest, Boy George, Ted Nugent und The Police herzustellen.

Ich hatte das Gefühl, dass es an der Zeit sei, Unternehmer im Bildungsbereich zu werden. Ich wusste nicht, wie ich das anstellen sollte; ich wusste nur, dass ich nicht einfach so wie bisher weitermachen konnte.

1983 lernte ich Kim kennen, die ebenfalls auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens war. 1984 nahmen wir uns an der Hand und wagten den großen Sprung, verließen das schöne Hawaii und landeten in Kalifornien. Es dauerte nicht lange, bis uns das Geld ausging, aber wir machten weiter. Eine Woche lang waren wir obdachlos und schliefen in einem alten braunen Toyota Celica in den Strandparks von San Diego, Kalifornien, bevor ein Freund uns schließlich aufnahm und wir in seinem Keller ein Dach über dem Kopf fanden.

Das war unsere Härteprüfung.

David gegen Goliath

1983 merkten Kim und ich, dass wir daran gingen, es mit dem Bildungssystem von Grunch und den akademischen Eliten aufzunehmen. Es stand David gegen Goliath. Freunde und Familie ermutigten uns, den Kurs zu halten. Viele von ihnen boten uns finanzielle Unterstützung an, die wir jedoch nie akzeptierten. Wir waren auf einer Mission, um herauszufinden, ob es wirklich einen Gott gibt.

Und wir wussten, wenn wir Geld annehmen würden, würde dieses Geld unseren Glauben verwässern.

Stattdessen lebten wir von der Weisheit von Menschen wie Bucky Fuller, der jahrelang einen ähnlichen Glaubenstest durchlief, nie für Geld arbeitete, nur tat, was er dachte, dass Gott von ihm wollte, und sich ständig fragte: Was kann ich tun? Ich bin nur ein unbedeutender Kerl.

Kim und ich brauchten 10 Jahre, um die finanzielle Freiheit zu erlangen. 1994 waren wir finanziell frei und zogen uns zurück. Kim war 37, und ich 47.

1996 brachten Kim und ich das CASHFLOW®-Brettspiel auf den Markt. 1997 wurde Rich Dad Poor Dad im Selbstverlag veröffentlicht, weil jeder Lektor, an den wir uns wandten, behauptete, dass ich nicht wüsste, wovon ich sprach. Im Jahr 2000 rief Oprah an, und der Rest ist Geschichte. 2002 trafen Donald Trump und ich uns hinter der Bühne bei einer Veranstaltung, bei der wir mit Tausenden von begeisterten Fans in Amerika und Australien sprachen. Seitdem haben wir zwei Bücher zusammen geschrieben, und wurden Partner in der echten finanziellen Bildung.

Im Jahr 2008 wurde ich von Wolf Blitzer auf CNN interviewt und sagte den Crash und Konkurs von Lehman Brothers voraus. Sechs Monate später meldete Lehman Brothers Konkurs an und die Große Rezession begann. Die Kluft zwischen Reich, Mittelschicht und Arm wird immer größer, genau wie Donald Trump und ich es in unseren Büchern beschrieben und vorhergesagt hatten.

Ich wiederhole an dieser Stelle Fullers Aussagen aus seinem Vorwort zu Critical Path:

Dämmerung der globalen Machtstrukturen

»Die Menschheit fällt immer tiefer in die Krise hinein – eine beispiellose Krise.«

Im Klartext: 1982 warnte Fuller, dass das Informationszeitalter kommt. Grunch wird seine Macht im Informationszeitalter verlieren. Die Krise wird sich verschärfen, weil Grunch darum kämpfen wird, an der Macht zu bleiben.

Verzweifelte Menschen tun verzweifelte Dinge.

Fuller erklärte auch, dass das Informationszeitalter das Zeitalter der Integrität einleiten wird. Grunch wird entlarvt werden. Die Krise wird sich verschärfen, da Grunch alles in seiner Macht Stehende tun wird, um an der Macht zu bleiben.

Man spürt, dass Grunch sich an seine Existenz klammert, das Geld der Menschen, wie zum Beispiel Bitcoin. Das ist eine große Herausforderung für seine Zentralbanken.

Auch durch sein korruptes Bildungssystem klammert sich Grunch an seine Macht; ein System ohne Seele und ohne echte Bildung.

Deshalb wurden Kim und ich zu Unternehmern im Bildungsbereich.

Unser Brettspiel CASHFLOW® wurde entwickelt, um das Bildungssystem zu umgehen und den Menschen in der ganzen Welt eine echte Bildung zu vermitteln, indem Menschen andere Menschen unterrichten.

Menschen, die andere Menschen unterrichten

Kim und ich haben das CASHFLOW®-Spiel nicht entwickelt, um den Menschen Antworten zu geben, die sie sich merken sollten, sondern um sie zu inspirieren, mehr zu lernen, indem wir den Spielern einen kleinen Einblick in die Möglichkeit eines reicheren Lebens geben. Jedes Mal, wenn jemand das Spiel spielt, gewinnt er einen weiteren spirituellen Blick in eine bessere Zukunft für sich selbst und seine Familie.

Es lohnt sich, hier meine bereits erwähnte Warnung an die Eltern zu wiederholen: In der heutigen unsichtbaren Welt der Technik und des Geldes ist es für Lehrer, Eltern und Schüler fast unmöglich zu wissen, was für eine echte Bildung fehlt. Im Informationszeitalter ist es unerlässlich, dass die Menschen die Kontrolle über ihre Bildung von der Regierung zurückerobern.

Clinton und China

1962 führte Präsident John Kennedy, der über die Globalisierung besorgt war, die TAA ein.

1972 öffnete Präsident Richard Nixon die Tore nach China.

1999 befürwortete Präsident Bill Clinton die Aufnahme Chinas in die WTO, die Welthandelsorganisation. Clinton versprach, dass die Eröffnung des Handels mit China die Zahl der Arbeitsplätze in den USA vermehren und unser Handelsdefizit verringern würde.

Er sagte auch: »Das ist ein hundertprozentiger Gewinn für Amerika.« Im Jahr 2001 wurde China in die WTO aufgenommen.

Wie Sie wissen, hatte Clinton des Öfteren ein Problem mit der Wahrheit.

Es stellte sich heraus, dass es sich um einen hundertprozentigen Gewinn zugunsten Chinas handelte. Brill stellt in seinem Buch Tailspin fest:

Von 2000 bis 2009 verdreifachte sich das US-Handelsdefizit mit China fast und stieg von 83 Milliarden US-Dollar auf 227 Milliarden US-Dollar. […] Im gleichen Zeitraum gingen in den USA 5,6 Millionen Arbeitsplätze in der Fertigung verloren, darunter auch 627.000 in der Computer-und Elektronikindustrie. […] Im Jahr 2016 betrug das Handelsdefizit mit China 347 Milliarden US-Dollar.

Die Nebenwirkungen eines Handelsdefizites

Das einseitige Handelsdefizit traf nicht nur Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz verloren. Es schadete auch Sparer-Haushalten, Hausbesitzern und Investoren.

Das Handelsdefizit trug zum finanziellen Zusammenbruch im Jahr 2008 bei.

Brill schreibt:

Weil die Chinesen so viel Geld sparten und einen sicheren Ort brauchen, um es zu investieren, hatten sie große Nachfrage nach US-Staatsanleihen. Das drückte die Zinsen in den Vereinigten Staaten auf einen beispiellosen Tiefststand. Und das trug wiederum dazu bei, dass Geld zu günstigen Bedingungen zur Verfügung stand, um selbst die riskantesten Hypotheken und damit die hypothekarisch gesicherten Wertpapiere und ihre Derivate zu finanzieren.

Im Jahr 2008 brachen die Aktien- und Immobilienmärkte fast zusammen und die Zinsen brachen weiter ein.

Im Jahr 2018 war die Krise noch nicht vorbei, sie ist nur noch größer geworden.

Wie Fuller 1981 schon schrieb: »Die Menschheit fällt immer tiefer in die Krise hinein – eine beispiellose Krise.«

Die gute Nachricht ist, dass Unternehmer zur Rettung herbeieilen.

Unternehmer in der Bildungsbranche

Die Khan Academy zum Beispiel, ein Unternehmen, das Millionen von Studenten auf der ganzen Welt akademische Bildung zur Verfügung stellt, ist ein bemerkenswertes unternehmerisches Unterfangen. Die Schüler müssen keine Studienkredite aufnehmen, um dort zu lernen.

In Tailspin hebt Brill C4Q hervor, was für »Coalition for Queens« steht, eine von Jukay Hsu gegründete Bildungsorganisation. Hsu ist ein ehemaliger Kapitän der US-Armee, ein Veteran des Irak-Krieges und ein Immigrant, der in Taiwan geboren und in Harvard studiert hat.

Hsu hatte Brill Folgendes erzählt: »Einige der klügsten und fleißigsten Leute, die ich je getroffen habe, waren Soldaten, die das College nicht abgeschlossen hatten.« C4Q bildet Nicht-Techniker zu Technikern aus, die Computer programmieren können.

Es gibt zwar viele Schulen und Bildungsprogramme, die das gleiche Fach unterrichten, aber C4Q ist anders in der Art und Weise, wie es unterrichtet. Ein paar Unterschiede sind:

  1. Der Gründer Jukay Hsu ist selbst kein Programmierer. Er hat weder eine Computerausbildung noch Erfahrung in der Branche.
  2. Jukay Hsu stellt echte Lehrer aus der Industrie ein, anstatt Fake-Lehrer von der Universität.
  3. C4Q wird wie eine Militärakademie geführt. Der Bildungsprozess passiert mittels intensiver Teamarbeit, bei der Lehrer und Schüler nicht wettbewerbsorientiert, sondern kooperativ arbeiten.
  4. Im Jahr 2013 verdienten die Absolventen des ersten Jahrgangs von 21 Schülern etwa 18.000 US-Dollar im Jahr.
  5. Die meisten waren Servicemitarbeiter ohne große Ausbildung. 52 Prozent der Absolventen sind Frauen und 60 Prozent Afroamerikaner. 55 Prozent hatten keinen Hochschulabschluss.
  6. Die 88 Rekruten, die im September 2016 begannen und im Juni 2017 ihren Abschluss machten, erhielten Stellen, in denen sie im Durchschnitt 85.000 US-Dollar pro Jahr verdienten. Sie wurden von Unternehmen wie Uber, Blue Apron, Pinterest, Google, BuzzFeed und J.P. Morgan Chase eingestellt.
  7. Die Absolventen verpflichten sich, in den zwei Jahren nach Anstellung dem Unternehmen 12 Prozent ihres Einkommens zu zahlen.
  8. Das funktioniert nicht wie ein Studentendarlehen, das die Studenten, die keinen Abschluss machen oder keine gut bezahlte Stelle bekommen, oft in einem Leben voller bedrückender Schulden gefangen hält.
  9. Diese 12 Prozent inspirieren gemeinnützige Spender, zu Investoren zu werden, die an den Erträgen erfolgreicher Studenten teilhaben und das Programm so zu mehr als einer weiteren »hippen Wohltätigkeitsorganisation« machen. Dem gemeinnützigen C4Q eine kapitalistische Gewinnkomponente hinzuzufügen, bringt eine finanzielle Komponente ein, die dem Sozialismus fehlt: finanzielle Nachhaltigkeit.

Brill hebt auch »Year Up« hervor, das im Jahr 2000 gegründet wurde, eine weitere private gemeinnützige Organisation, die Um- und Weiterbildung für ein breiteres Spektrum von Berufsgruppen anbietet. Ich zitiere wieder aus Tailspin:

Year Up hat derzeit 20 Standorte in den Vereinigten Staaten, und über 18.000 Studenten werden für technologiebezogene Berufe in Kenntnissen wie Hardware-Reparatur, Helpdesk-Betrieb und Kommunikationsfähigkeiten ausgebildet, die von Arbeitgebern für Einstiegs- und mittlere Qualifikationsanforderungen gefordert werden.

Jeder Student unterzeichnet einen Vertrag, der ihn zu strengen Standards im Verhalten und der Beteiligung am Unterricht verpflichtet. Sie erhalten zu Beginn 200 Punkte und verlieren Punkte für Verletzungen dieser Standards, wie zum Beispiel Zuspätkommen, Respektlosigkeit oder nicht pünktlich eingereichte Hausaufgaben.

In der Regel verlieren 25 Prozent der Studenten ihre 200 Punkte und müssen das Programm abbrechen.

Ähnlich wie an einer Militärschule reichen Gehirnschmalz und gute Noten bei Year Up nicht aus.

Wie auch an der Akademie der US-Handelsmarine konnte ein Schüler wegen »Minuspunkten«, die er erhielt, weil er den Ehrenkodex nicht befolgte und/oder sich nicht wie ein Offizier und Gentleman benahm, ausgeschlossen werden, selbst wenn er die besten Noten hatte.

Obwohl Year Up seinen Absolventen nicht die hochbezahlten Stellen verschafft, die C4Q für seine Programmierer sichert, holt Year Up die Studenten aus der Armut in die Mittelschicht.

Geringes Erfolgspotenzial

Ein weiterer Angehöriger der akademischen Elite, wie Steven Brill, bricht sein Schweigen. Ich spreche hier vom Harvard-Absolventen Shawn Achor, der ein Unternehmer im Bildungsbereich wurde. In seinem 2018 veröffentlichten Buch Big Potential (Auf Deutsch: »Großes Potenzial«), schreibt der Dozent:

Vor drei Jahren, als ich die verborgenen Zusammenhänge erforschte, die dem Erfolg und dem menschlichen Potenzial zugrunde liegen, hatte ich einen Durchbruch. Ich wurde Vater.

Als mein Sohn Leo auf die Welt kam, war er buchstäblich hilflos. Er konnte sich nicht einmal alleine umdrehen. Aber als er älter wurde, wurde er leistungsfähiger. Und mit jeder neuen Fähigkeit, die er aufnahm, lobte ich ihn, wie es jeder gute, positive Psychologe tun würde.

Ich sagte: »Leo, das hast du ganz allein gemacht! Ich bin stolz auf dich.«Und nach einer Weile fing Leo an, mit leiser, aber stolzer Stimme zu wiederholen: »Ganz allein.«

Da wurde mir klar: Zunächst als Kinder und dann später als Erwachsene am Arbeitsplatz werden wir darauf konditioniert, den Dingen, die wir allein schaffen, einen überproportional hohen Wert beizumessen. Hätte ich als Vater mein Lob und meine Hilfestellung lediglich darauf beschränkt, hätte mein Sohn zu der Einschätzung kommen können, unabhängige Leistung als ultimative Prüfung oder unser Naturtalent anzusehen. Aber in Wirklichkeit geht es gar nicht darum. Es gibt eine ganz andere Ebene.

Der Zyklus beginnt in jungen Jahren. In der Schule werden unsere Kinder dazu ausgebildet, fleißig und individuell zu lernen, damit sie andere bei Prüfungen übertreffen können. Wenn sie bei einem Projekt Hilfe bei anderen Schülern suchen, werden sie wegen Betrugs bestraft. Jeden Abend machen sie mehrere Stunden Hausaufgaben, wodurch sie gezwungen sind, mehr Zeit in der Isolation zu verbringen und auf Zeit mit anderen zu verzichten.

Sabotieren und Siegen

Meine Frau Kim erinnert sich an die Zeit, als sie an der University von Kalifornien in Santa Barbara studierte. Sie erzählte mir: »Um eine bessere Note als andere zu erhalten, sabotierten manche Studenten die Projekte ihrer Kommilitonen. Ein paar Studenten gingen zum Beispiel in die Bibliothek und schnitten tatsächlich die Seiten aus den Büchern, die andere Studenten zum Lernen brauchten.«

Kim verließ schließlich die UC Santa Barbara ohne einen Abschluss und machte diesen an der Universität von Hawaii, nur um einen Abschluss zu haben und mit der Ausbildung fertig zu werden.

Ich schloss die Militärakademie ab und wollte nie wieder an eine Bildungseinrichtung zurückkehren, um eine höhere Ausbildung und einen höheren Abschluss zu erlangen.

Immer mehr Depressive

Achors Buch Big Potential ist ein großartiges Buch für unsere Zeit. Einige der wichtigsten Argumente dieses Buches sind:

Die Formel ist einfach: Sei besser und schlauer und kreativer als alle anderen, und du wirst erfolgreich sein. Aber diese Formel ist nicht ganz richtig. […]

Beim Erfolg geht es nicht nur darum, wie kreativ oder intelligent oder motiviert Sie sind, sondern auch darum, wie gut Sie in der Lage sind, sich mit den Menschen im Ökosystem um Sie herum zu verbinden, dazu beizutragen und davon zu profitieren. Es geht nicht nur darum, wie hoch angesehen Ihr Studium oder Arbeitsplatz ist, sondern auch darum, wie gut Sie dort hineinpassen. Es geht nicht nur darum, wie viele Erfolge Sie vorzuweisen haben, sondern auch darum, wie gut Sie die Fähigkeiten des Teams ergänzen. […]

Solange wir uns an die alte Erfolgsformel klammern, lassen wir enorme Potenziale ungenutzt. Während meiner zwölf Jahre in Harvard erlebte ich das aus erster Hand, als ich sah, wie Studenten an den Klippen des Hyper-Wettbewerbs zerbrachen und dann an den Ufern von Selbstzweifel und Stress strandeten. [...] Atemberaubende 80 Prozent der Harvard- Studenten berichten, dass sie irgendwann in ihrer Hochschulzeit an Depressionen litten.

Als er Harvard verließ und Unternehmer in der Bildungsbranche wurde, begann Achor, seine Erkenntnisse über die Macht der Kooperation an Schulen und in Unternehmen auf der ganzen Welt zu lehren.

Jetzt, da ich mit dieser Arbeit in der ganzen Welt unterwegs war, weiß ich, dass [Depression] nicht ausschließlich ein Problem der Studenten an Elitehochschulen ist. Das Durchschnittsalter der mit Depression Diagnostizierten lag 1978 bei 29 Jahren. Im Jahr 2009 war es auf 14,5 Jahre gesunken.

Depression und Gewalt

Könnte der Anstieg der Anzahl der Schüler, die andere Schüler an Schulen mit Waffen ermorden, auf Depression, Einsamkeit und Isolation zurückzuführen sein?

Warum wurde der US-Kongressabgeordnete Steve Scalise beim Baseballspiel erschossen? Nur weil er ein Republikaner war? Warum wurde die Kongressabgeordnete Gabby Giffords bei der Begrüßung von Wählern erschossen? Nur weil sie eine Demokratin war?

Warum nimmt die Waffengewalt in den Großstädten zu?

Warum gehen die Menschen weniger höflich und respektloser miteinander um?

Warum ist Mobbing in der Schule ein ernsthaftes und wachsendes Problem? Beginnen Terrorismus und Gewalt in der Schule?

Der »Tugendkreis«

Achor bietet Lösungen: Eine davon ist der »Tugendkreis«, den er folgendermaßen definiert:

Eine positive Rückkopplungsschleife, bei der es darum geht, andere besser zu machen, führt zu mehr Ressourcen, Energie und Erfahrungen, die Sie besser machen und den Kreislauf weiter verstärken. So bringt die Verbesserung anderer Ihren Erfolg auf die nächste Stufe. Also gilt:

KLEINES POTENZIAL ist der begrenzte Erfolg, den Sie allein erreichen können.

GROSSES POTENZIAL ist der Erfolg, den man nur in einem Tugendkreis mit anderen zusammen erreichen kann.

Schulen fördern ein geringes Potenzial, indem die Schüler eher miteinander konkurrieren als kooperieren.

Achor lehrt, wie man das, was in der Schule gelehrt wird, verlernen kann, indem man das Kooperieren lernt, und wie sein größeres Potenzial ausschöpft, indem man anderen zuerst hilft, erfolgreicher zu werden.

Der Tugendkreis meines reichen Vaters

Mein reicher Vater traf sich in seinem eigenen Tugendkreis, jeweils an einem Samstag im Monat. So wurden er und die Mitglieder seiner Gruppe schlauer und reicher und lernten voneinander. Sie waren echte Lehrer, arbeiteten zusammen und unterstützten sich gegenseitig bei der Lösung echter Probleme, ohne wieder die Schulbank drücken zu müssen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

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Intensive Teamarbeit erfordert eine intensive spirituelle Ausbildung.

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Was braucht es, um Militärpilot zu werden?

Intensive spirituelle Bildung erfordert Hingabe für eine Mission, höchsten Respekt vor sich selbst und vor jedem in Ihrem Team und präzise mentale, emotionale, körperliche und spirituelle Disziplin, während man sich trainiert, um zu den Besten der Besten zu gehören.

Diese intensive spirituelle Teamarbeit wird jedem Flugschüler vom ersten Tag an der Flugschule an vermittelt.

Das wird in jede Mission getragen, in jedem Piloten verankert, auch wenn sie nicht Mitglied der Blauen Engel werden, den besten Piloten der Welt.

Intensive spirituelle Teamarbeit ist der Grund, warum Bildungsunternehmer etwas bewegen, während traditionelle Bildungsprogramme wie TAA Milliarden kosten und doch scheitern.

Im nächsten Kapitel erfahren Sie, wer Ihr bester Lehrer sein kann.

IHRE FRAGEN – ROBERT T. KIYOSAKIS ANTWORTEN

F: Sie nennen sie »Eliten«... Wer sind sie eigentlich?

Alex P. – Deutschland

A: Zu den Eliten gehören im Allgemeinen Menschen mit höherem Einkommen und Hochschulbildung. Die meisten Angehörigen der Eliten sind nicht reich. Viele sind Manager, Führungskräfte und Fachleute: Menschen, die mehr Geld verdienen als die Arbeiterklasse. Es gibt einen Unterschied zwischen Elite-Angehörigen und Snobs. Es gibt viele Snobs auf der Welt, von denen viele weder elitär noch reich sind.

F: Wo sind diese »Elite-Angehörigen« zu finden und wie viele von ihnen gibt es?

Pippa M. – Rumänien

A: Die Angehörigen der Elite neigen dazu, sich in Nachbarschaften, Organisationen und Clubs zu treffen.

Aber genauso tun es die Reichen, die Armen und die Angehörigen der Arbeiterklasse. Sie teilen gemeinsame Werte und Interessen, und Bildung und wirtschaftlichen Status wirken einigend.

F: Sind alle Angehörigen der »Elite« schlecht?

Paul G. – Irland

A: Nein. Überhaupt nicht. »Elite« bedeutet nicht schlecht.

Die meisten von ihnen leisten großartige Arbeit und einen großen Beitrag für die Gesellschaft. »Elite« ist eher eine sozioökonomisch-pädagogische Klassifizierung im Gegensatz zur Arbeiterklasse.

Angehörige der Minderheiten können über ihre Hochschulbildung zur »Elite« gehören. Viele Minderheitenfamilien, einschließlich meiner Familie, legen aus eben diesem Grund viel Wert auf eine Hochschulbildung. Vor vier Generationen kamen meine Vorfahren als Arbeiter nach Hawaii. Ein College-Abschluss war ihr Ticket weg von den Plantagen, aus der Arbeiterklasse heraus und in die Reihen der gebildeten Elite hinein.

Wie Sie wissen, wollte ich nicht wie mein armer Vater ein hochgebildeter Elite-Regierungsangestellter sein. Ich wollte reich sein. So wurde ich Unternehmer wie mein reicher Vater.

F: Manchmal ist es schwer zu unterscheiden, was echt ist und was nicht. Woher wissen wir, ob Sie fake oder echt sind?

James V. – Südafrika

A: Das können Sie nicht wissen. Nur meine Banker und Buchhalter wissen, ob ich echt oder fake bin. In der heutigen Welt der fake Sozialen Medien kann ich sein, was ich will. Ich wurde oft von vielen Leuten als »fake« bezeichnet. Ich lasse meine Zahlen, meine Bilanz, für mich sprechen.

F: Was ist Ihre Antwort an diejenigen, die sagen, dass Gold veraltet ist?

Peter C. – USA

A: Ich sage: »Stellen Sie die gleiche Frage in 20 Jahren. Dann haben Sie ihre wahre Antwort.« Bis dahin »vertraue ich auf Gold«.

F: Glauben Sie, dass die Einführung von Internet, iPhone und anderen Technologien letztendlich die Eliten entlarven wird und was sie mit dem Rest von uns gemacht haben?

Elaine K. – Vereinigtes Königreich

A: Laut Roger McNamee, Autor von Zucked, wird künstliche Intelligenz die Gefahr von Fake-News und Desinformation nur verschlimmern, da sie potenter und realistischer erscheint, und dadurch das Leben der Ahnungslosen viel leichter zerstören kann.

Mit einfachen Worten: KI (künstliche Intelligenz) wird unser Leben stark verbessern und einen ebenso starken negativen Einfluss haben.

Das Informationszeitalter steht erst am Anfang. Wir wissen noch gar nicht, was da auf uns zukommt.