Übernächtigt und noch halb im Schlaf hockte ich mit angezogenen Knien auf dem kleinen, dick gepolsterten Sofa in Roths und Laylas Wintergarten und umklammerte einen Kaffeebecher, als ob er die Antworten aufs Leben enthielte. Zaynes Sonnenbrille schirmte die hellen Sonnenstrahlen ab, die durch die Fenster und das Dach hereinströmten. Normalerweise kam es mir komisch vor, drinnen eine Sonnenbrille zu tragen, aber ich war zu müde, um mir darüber Gedanken zu machen.
Eigentlich war’s mir einfach egal. Jeder um mich herum wusste ja, dass ich Probleme mit dem Sehen hatte, doch selbst wenn es nicht bekannt war, wen kümmerte es, wenn irgendwer meinte, ich würde nur versuchen, cool rüberzukommen. Deren Problem. Nicht meins.
Neben mir streckte Zayne die langen Beine aus und nahm einen Schluck aus der Wasserflasche. Sogar als Gefallener hatte er noch viel gesündere Ess- und Trinkgewohnheiten als ich und die halbe Weltbevölkerung.
»Wir müssen es trotzdem versuchen«, sagte Layla und unterdrückte ein Gähnen, als sie das Gespräch wieder aufnahm, das wir unterbrochen hatten, weil wir alle kurz vorm Einschlafen gewesen waren. Zayne und ich hatten heute Nacht schließlich bei Roth und Layla geschlafen, da es schon derart spät geworden war und es in ihrem Haus gefühlt eine Million Zimmer gab. »Selbst wenn Gott Gabriels Wesenskern zurück auf die Erde schickt, müssen wir’s versuchen.«
»Und was dann?« Mit der Hand fuhr sich Roth durch sein zerzaustes dunkles Haar.
»Um den Schlamassel, der dabei entsteht, kümmern wir uns später«, erklärte Zayne. »Mehr bleibt uns nicht übrig.«
»Wir?«, stieß Roth hervor, lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.
»Ja. Wir.« Layla schlug ihm sanft auf den Arm. »Weil ich nicht die nächsten wer weiß wie viele hundert Jahre damit verbringen will, in einer Welt zu leben, die im Chaos versinkt. Und ich möchte nicht mit ansehen, wie viele unschuldige Leute verletzt werden oder sterben.«
Ich verspürte einen Stich der Eifersucht. Layla und Roth hatten eine echte Zukunft – eine, in der sie sich keine Sorgen machen mussten, dass der andere alt wurde und starb oder einen eben überlebte. Immerhin besaß ich noch so viel gesunden Menschenverstand, den beiden nicht die Schuld für etwas zu geben, worauf sie gar keinen Einfluss hatten.
»Ich will die nächsten wer weiß wie viele hundert Jahre aber auch nicht damit verbringen, gegen jeden und alles zu kämpfen«, antwortete Roth, und das konnte ich ihm wirklich nicht verübeln.
»Wir haben keine andere Wahl«, sagte Zayne und legte den Arm auf die Sofalehne. »Entweder wir kommen mit möglichen Folgen zurecht, oder wir lassen zu, dass der Himmel den Laden dichtmacht.«
»Und das wäre die schlimmere Möglichkeit«, sagte ich und umklammerte den Becher noch fester. »Jeder, der dann stirbt, würde hier festsitzen. Jeder Quadratzentimeter der Erde würde sich in die Highschool verwandeln. Damit hätten wir es dann zusätzlich zu den Dämonen zu tun, aber …«
Plötzlich wurde ich von schallendem Gelächter, das aus dem Wohnzimmer kam, unterbrochen. Ich rollte mit den Augen und nahm noch einen Schluck von meinem Kaffee. »Meint ihr, er hat überhaupt geschlafen?«
Seufzend schüttelte Layla den Kopf. »Das glaube ich nicht. Er hat weiter Supernatural geschaut.«
»Schätze, ich sollte nicht meckern. Wenigstens ist er süchtig nach einer guten Serie.« Ich senkte den Becher. »Was ich nicht verstehe: Wenn sich Luzifer an die Regeln hält, warum sollten seine Dämonen dann überall auf der Erde ausschwärmen, sobald Gabriel erfolgreich ist?«
»Nicht alle, aber sehr viele. Es gibt Dämonen, die es leid sind, in der Hölle zu sitzen oder nur eine begrenzte Anzahl von Besuchen an der Oberfläche bewilligt zu bekommen. Sie hören auf Luzifer, aber wenn Gabriel Erfolg hat, wird die Erde zu einem riesigen Spielplatz«, erklärte Roth. »Das wäre schwer zu ignorieren.«
»Und weil sie Idioten sind.« Luzifer schlenderte an der Tür zum Wintergarten vorbei. »Und ich möchte ehrlich sein«, sagte er, und seine Stimme erfüllte den Raum. »Wenn das geschieht, rege ich mich nicht allzu sehr auf. Ja, es würde mich total ankotzen, zu wissen, dass einer meiner selbstgefälligen Brüder Erfolg hatte, wo’s mir nicht gelungen ist, aber die riesige Kloake, zu der die Erde werden würde, würde mir Spaß machen.«
Ich schaute zu Zayne, als die Kühlschranktür geöffnet wurde und er eine Getränkedose aufmachte. Er schüttelte den Kopf.
»Immerhin ist er ehrlich«, murmelte Layla.
Ich lachte.
Luzifer erschien wieder in der Tür, eine Cola-Dose in der einen, ein weiteres Pop-Tart in der anderen Hand. »Wisst ihr überhaupt, wo sich Gabriel und Bael aufhalten?«
»Wir arbeiten dran«, antwortete ich.
»Mit anderen Worten, ihr habt keine Ahnung, wo er ist, und wie auch immer euer Plan lautet, er ähnelt dem Ene-mene-Muh-Abzählreim?«
Ich runzelte die Stirn. »Wir versuchen, einen der Dämonen zu fangen, die für ihn arbeiten, um ihm eine Nachricht zukommen zu lassen …«
»Mehr muss ich nicht hören.« Luzifer hob die Hand. »Ich werde einen meiner Lakaien beauftragen, sich darum zu kümmern. Gern geschehen.«
Ich hob die Brauen und starrte ihn an. »Und wenn wir rausgefunden haben, wo er ist, oder ihn herauslocken können, wie wirst du ihn dann töten?«
»Wie werden wir ihn töten, meinst du«, korrigierte er. »Zu zweit könnten wir das schaffen, aber zu dritt wird das noch viel einfacher sein, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, warum Zayne gefallen ist und trotzdem seine Gnade behalten hat.«
Wir wussten das bereits, und ich fragte: »Und wie stellen wir drei das an?«
»Alles, was ich tun muss, ist, sein Herz zu entfernen, und sein Kopf müsste im selben Moment abgetrennt werden, in dem die Kammer, in der sich sein Herz befunden hat, von Gnade durchbohrt wird.«
Ich blickte ihn bloß an.
»Das ist alles?«, fragte Zayne.
Luzifer nickte. »Alle drei Vorgänge müssen möglichst zeitgleich vonstattengehen. Ihr habt nur Sekunden, um seinen Kopf abzutrennen und seine Brust zu durchbohren, bevor sein Körper das Herz regeneriert. Übrigens …« Luzifer wandte sich um und schaute zu Roth. »Pop-Tarts sind aus. Ich brauche mehr.«
Dann marschierte er davon, und Roth blickte ihm hinterher. »Ich weiß nicht mal, woher er diese Pop-Tarts hat. Von uns hat die niemand gekauft.«
»Cayman«, sagte Layla und warf einen Blick über ihre Schulter. Luzifer hatte sich bereits zurück ins Wohnzimmer begeben. »Seine Lakaien?«
»Er mag solche Ausdrücke.« Roth trommelte mit den Fingern auf den Tisch. »Tja, jetzt wissen wir, wie wir Gabriel töten können.«
Genau, und das Ganze klang praktisch unmöglich. Und es wäre komplett unmöglich, wenn wir Luzifer nicht hätten, denn wie, um alles in der Welt, sollten Zayne und ich das allein durchziehen? Vielleicht war das der Grund, warum die biblische Apokalypse noch nicht eingetreten war … noch nicht. Gott wusste, wir brauchten Luzifers Hilfe.
»Ob einer seiner Kontakte nützlich sein wird, wer weiß«, fuhr Roth fort. »Es würde mich wundern, wenn er lange genug aufhören kann, Supernatural zu schauen, um überhaupt jemanden zu kontaktieren.«
»Im Moment wünschte ich, ich wäre an seiner Stelle«, murmelte ich und stellte den Becher auf den Tisch. »Ich weiß, Gott hat nicht so viel Einfluss, aber die Vorstellung, dass er zulässt, dass die Erde einfach verseucht wird, ist erschütternd.«
»Schwer zu glauben, oder?« Roth rieb sich das Kinn. »Aber der freie Wille ist eben eine Bitch.«
»Was hat das mit freiem Willen zu tun?«, überlegte ich laut. »Wenn Gabriels Gnade und göttliche Herrlichkeit wie eine Infektion wirken, die die Leute verdirbt, wie kommt da der freie Wille ins Spiel?«
»Gute Frage.« Zayne drückte meine Schulter. »Kann ja nicht der freie Wille sein. Denn es klingt eher nach der Verletzung des freien Willens.«
»Das ist auch eine Möglichkeit, die Angelegenheit zu betrachten.« Roth beugte sich vor und stützte die Ellenbogen auf den Tisch. »Infektionen kann man doch besiegen, oder? Zumindest die meisten, nämlich mit Medikamenten. Gott könnte den Standpunkt vertreten, dass diese Infektion durch den Glauben besiegt werden kann.«
Ich verdrehte die Augen. »Das ist bescheuert.«
»Ich mache die Regeln nicht«, entgegnete Roth.
»Gott sei Dank«, nuschelte Zayne.
Roth zwinkerte ihm zu. »Ich meine damit nur, dass ich mich nicht auf Gott verlassen würde, und ich sage das nicht, weil ich ein Dämon bin. Ich berufe mich dabei auf empirische Werte, historische Belege.«
Ich atmete schwer aus und lehnte den Kopf an Zaynes Arm. »So oder so, ist auch egal. Wir müssen Gabriels nuklearen Fallout riskieren. Wir haben keine andere Wahl.«
Es war kurz nach eins, als Zayne und ich zurück ins Apartment kamen. Während er unter die Dusche hüpfte, steckte ich mein Handy ins Ladekabel und ging zum Trockner, um mir saubere Klamotten zu holen. In der Hoffnung, mehr von Gabriels Gefolgsleuten herauszulocken, wollten wir gleich wieder losziehen. Ich war aus dem schmalen Flur gekommen, als ich glaubte, rechts von mir eine Bewegung wahrzunehmen. Abrupt drehte ich mich um und erblickte Peanut neben dem Fernseher.
»Peanut!«
Er quietschte auf und flackerte für einen kurzen Moment.
»Wage es ja nicht, zu verschwinden!« Ich stürmte durchs Zimmer. »Wir beide müssen uns dringend unterhalten.«
Einen knappen Meter vor dem Fernseher tauchte er wieder auf. »Wie kannst du es wagen, mich dermaßen zu erschrecken. Ich hab fast einen Herzinfarkt gekriegt.«
»Du bist tot, Peanut. Also kannst du keinen Herzinfarkt bekommen.« Ich verschränkte die Arme vor der Brust. »Du hast mir eine ganze Menge zu erklären.«
»Ich hab dich neulich nur beim Schlafen beobachtet, um sicherzugehen, dass du noch atmest.« Er schwebte durch den Couchtisch. »Noch nicht mal lange.«
Ich blinzelte. »Okay. Darüber wollte ich nicht mit dir reden, also müssen wir darauf ein andermal zurückkommen.«
»Oh. Mein Fehler.« Die Hälfte seiner Beine war vom Tisch verschluckt. »Das Thema kannst du auch jederzeit vergessen.«
»Ja, werde ich aber nicht«, meinte ich.
Er schaute in Richtung Flur. »Ich höre die Dusche laufen.«
»Wage es ja nicht«, warnte ich ihn.
»Ist das etwa Zayne? Hast du Zayne zurückgeholt?«
»Ja. Und das wüsstest du bereits, wenn du hier gewesen wärst.«
Peanut hüpfte auf und ab und klatschte dazu in die Hände. Zumindest nahm ich an, dass er sprang, denn ich konnte seinen Unterkörper nicht sehen. »Juhu! Du hast es geschafft!« Er hörte auf zu hüpfen. »Er ist nicht mehr der böse gefallene Engel, oder?«
»Nein, er ist jetzt ein heißer, supernetter gefallener Engel, und hör auf, mich vom eigentlichen Thema abzulenken.«
»Von was ablenken?« Er sank halb in den Couchtisch.
Ich hob eine Augenbraue. »Du hast mich belogen.«
»Weil ich dich beim Schlafen beobachtet habe?«
»Nein. Darum geht’s nicht. Sondern um Gena.«
Peanuts Augen in seinem fast durchsichtigen Kopf wurden groß. »Was meinst du?«
»Hier wohnt niemand mit dem Namen Gena oder so ähnlich. Ich habe die Wohnungen auf diesen Namen überprüfen lassen.«
Peanut erhob sich vom Couchtisch. »Du hast mir hinterhergeschnüffelt?«
»Ja.«
»Ich fühle mich angegriffen.« Er presste sich die Hand auf die Brust. »Ich fühle …«
»Warum hast du mich angelogen, Peanut?«, unterbrach ich ihn, bevor er seine Dramaspirale anwerfen konnte. »Und was hast du in Wirklichkeit gemacht?«
»Ich hab nicht gelogen. Nicht wirklich, Trinnie.« Er schwebte zu mir. »Ich schwöre. Schau, ich hab nur manches nicht klargestellt.«
»Kann’s kaum erwarten, um was es sich dreht.«
»Na ja, so für den Anfang, Gena … lebt nicht. Deshalb ist sie auch nirgendwo verzeichnet. Ich glaube, sie ist schon vor ein paar Jahrzehnten gestorben.«
Ich war mir nicht sicher, ob er die Wahrheit sagte. »Du meintest doch, da ginge irgendetwas mit ihren Eltern vor sich.«
»Nicht mit ihren … äh … leiblichen Eltern. Da ist dieses Paar, dem sie wohl eines Tages nach Hause gefolgt ist, und die haben Probleme.« Er zuckte mit den Schultern. »Oder so was in der Art. Ich glaube ehrlich gesagt, dass sich einer von beiden einen Fehltritt erlaubt hat. Na ja, du weißt schon, im Bett von jemand anderem gelandet ist. Fremdgegangen …«
»Schon klar.« Immer noch unsicher, ob er die Wahrheit sagte, beobachtete ich ihn genau. Aber warum sollte er jetzt noch lügen? Andererseits, warum hatte er vorher gelogen? Ich hörte, wie die Dusche abgestellt wurde. »Warum hast du mir das nicht einfach erzählt? Du hättest dir keine Geschichte ausdenken müssen.«
Wieder zuckte er mit den Schultern. »Die Vorstellung, dass jemand sie sehen kann, ist ihr unheimlich. Das ist bisher noch niemandem gelungen, und als ich ihr das von dir erzählt habe, ist sie ausgeflippt. Sie glaubt, du wärst eine Hexe oder so was.«
»Was?«
Er nickte dramatisch. »Sie stammt aus, na ja, alten puritanischen Zeiten.«
»Puritanisch? Peanut, die Einstellung ist mehr als nur ein paar Jahrzehnte alt.«
»Woher soll ich das wissen?«, gab er zurück. »Ich bin schließlich tot.«
»Peanut …«, sagte ich seufzend.
»Tut mir leid, Trinnie. Ich wollte dich nicht ärgern …«
»Trin?«, war Zayne auf einmal zu hören. »Mit wem redest du da?«
»Ach du meine Güte, er kommt her«, rief Peanut aus. »Ich kann mich so nicht sehen lassen.«
»So sehen lassen?«
»Er ist ein Engel mit seiner Gnade. Gefallen oder nicht, er ist nun imstande, mich zu sehen!«
»Was? Und darum rastest du dermaßen aus?« Verwirrt beobachtete ich, wie sich Peanut im Kreis drehte. »Ich dachte, du wolltest immer, dass die Leute dich sehen? Und ich erinnere mich genau daran, dass du dich beschwert hast, als Zayne es nicht konnte.«
»Aber auf diese Art von Verbindlichkeit bin ich nicht vorbereitet«, rief Peanut und warf sich auf die Couch.
Und sank dann durch sie hindurch.
Verwirrt zog ich die Augenbrauen hoch. »Peanut?« Als keine Antwort folgte, ging ich zur anderen Seite der Couch. Er war nicht da. Ich stöhnte auf. »Gott, du bist so ein Chaot.«
»Trin?«
Ich drehte mich um, und für einen Moment vergaß ich Peanuts bizarres Verhalten völlig. Denn Zayne stand im Flur, nur ein Handtuch um die Hüften gewickelt. Wasser tropfte von seinen Haarspitzen und bildete Rinnsale, die über seine Brust und die straffen Muskeln seines Unterleibs perlten.
Mir war danach, mich ebenfalls auf die Couch zu werfen.
»Du hast eben mit jemandem geredet, oder?«
»Ja.« Wow! Ich hatte meine Sprache wiedergefunden. »Das war Peanut. Wusstest du, dass du ihn jetzt sehen kannst?«
Stirnrunzelnd sah sich Zayne um. »Ich sehe ihn nicht.«
»Er ist durchgedreht und durch die Couch gesunken, und ich schätze, auch durch den Boden und was nicht noch alles.«
Zayne blickte mich an. »Alles klar. Und nein, ich wusste noch nicht, dass ich nun imstande bin, ihn zu sehen.«
»Er meinte, das liegt daran, dass du jetzt ein Engel bist«, erklärte ich. »Und das wäre logisch. Denn Engel können Gespenster und Geister sehen.«
»Wenigstens merke ich jetzt, wenn er sich an mich ranschleicht.«
»Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du es zu schätzen weißt, wenn er nach Belieben durch irgendeine Wand kommt.«
»Auch wieder wahr.«
Ich grinste und war absolut stolz auf mich, weil ich mich mit ihm unterhalten konnte, obwohl er mich auf fantastischste Weise ablenkte. »Es ist mir gelungen, ihn wegen dieser Sache mit Gena zu fragen.«
»Erzähl mir, was er gesagt hat, während ich mir was zum Anziehen suche.« Er strich sich die nassen Strähnen aus dem Gesicht.
»Er behauptet, dass es Gena wirklich gibt, sie aber tot ist.« Ich folgte Zayne ins Schlafzimmer. »Möglicherweise stammt sie aus dem puritanischen Zeitalter.«
»Ernsthaft?« Er schaute über seine Schulter zu mir.
»So wie ich Peanut und seine bemerkenswerte Fähigkeit kenne, bei allem zu übertreiben, ist das zeitlich mal eben über den Daumen gepeilt.« Ich ging rüber zum Bett, während Zayne im Wandschrank verschwand. »Er meinte, er hätte mir nicht die Wahrheit gesagt, weil Gena bei dem Gedanken, dass jemand sie sehen könnte, ausflippen würde.«
»Glaubst du ihm?«
»Ehrliche Antwort? Ich kann mir nicht vorstellen, warum er jetzt noch lügen sollte.« Ich nahm mein Handy und tippte aufs Display, das einen verpassten Anruf und eine Nachricht von Dez anzeigte. »Und ich weiß nicht. Vielleicht ist es ja gut, dass er mit anderen Geistern abhängt. Als er damals Sam gesehen hat, hatte er fast einen Nervenzusammenbruch.«
»Warum finde ich es nur so lustig, dass dein Geist resozialisierungsbedürftig ist?«, fragte er, und einen Sekundenbruchteil später spürte ich, wie er die Lippen auf meine Wange drückte.
Ich drehte den Kopf, und sein Mund traf meinen. Zayne küsste mich sanft, sodass mir ein süßer Schauer über den Rücken lief.
Als er sich wieder von mir löste, bemerkte ich, dass er ein Paar Jeans angezogen hatte. Ein schlichtes graues Shirt baumelte in seiner Hand, als er sich neben mich setzte.
»Ich hab eine Nachricht bekommen«, sagte ich. »Von Dez. Er fragt, ob wir so schnell wie möglich vorbeikommen können.«
»Können wir.« Zayne zog das Shirt über den Kopf, und ich wusste nicht, ob ich enttäuscht oder dankbar sein sollte.
»Hat er gesagt, warum?«
Ich schüttelte den Kopf. »Hoffentlich nur Nicolai, der ein persönliches Update hinsichtlich Luzifer haben will, damit er uns einen Vortrag halten kann. Als sich Dez zuletzt so vage ausgedrückt hat, sind wir zur Highschool und haben eine Polizeichefin getroffen, die Gabriel erschossen hat.«
Fassungslos starrte Zayne mich an.
Ich beugte mich vor und gab ihm einen flüchtigen Kuss. »Ich brauche bloß ein paar Minuten, um mich fertig zu machen.«
Nachdem ich mich umgezogen hatte, saßen wir wieder im Impala. Um eine Sonnenbrille für mich zu kaufen, legten wir einen Boxenstopp in einem Drogeriemarkt ein. Die einzige Brille, deren Gläser dunkel genug waren, sah zwar aus, als hätte jemand mit einer Klebepistole Strasssteine auf die Bügel gebastelt, aber sie würde ihren Zweck erfüllen.
Die Fahrt zum Wächter-Gelände war nicht annähernd so aufregend wie die letzte Autofahrt, aber dafür ging es diesmal schnell, und als ich aus dem Auto sprang, schaffte ich es, nicht zu stolpern, wie ich es sonst fast jedes Mal tat, wenn ich dort ankam.
Zayne ging neben mir, als wir die Treppe hinaufstiegen. Dez wartete schon am Eingang auf uns. »Schön, dass ihr es so rasch einrichten konntet.«
»Lass mich raten, Nicolai will ein Update wegen Luzifer und uns persönlich anschreien?«, sagte ich, während wir ihm durch die ausgestorbene Diele folgten.
»Wir haben ihn gefunden«, ergänzte Zayne. »Wollte ich nur schnell sagen. Er ist bei Roth und sieht sich Supernatural an.«
»Das dürfte ja wohl das Seltsamste sein, das ich je gehört habe«, entgegnete Dez, und ich konnte zwar sein Gesicht nicht sehen, aber den irritierten Tonfall hören.
»Er ist ein großer Fernseh-Fan«, erklärte ich. »Und anscheinend auch von Highlander.«
»Ich weiß nicht, was ich sagen soll.«
»Willkommen in unserer Welt«, antwortete Zayne.
»Ja, na ja, du gehörst zu dieser Welt«, schoss Dez zurück, und ich grinste, als Zayne mich hinten am Shirt griff und davor bewahrte, in eine Topfpflanze zu rennen. »Nicolai möchte zwar ein Update, aber deswegen seid ihr nicht hier. Ich dachte, du willst vielleicht dein Handy und dein Portemonnaie zurück.«
»Ohne das dauernd klingelnde Ding war’s auch irgendwie schön«, antwortete Zayne. »Aber ja, ich brauch’s zurück.«
»Und die Engelsklingen.«
»Tja, das ist einer der Gründe, warum ich euch hergerufen habe.«
Sofort bekam ich ein echt mieses Gefühl bei dieser Sache und runzelte die Stirn, während Dez um mich herumging und mir die Tür öffnete. »Was ist damit?«
»Zunächst ist hier jemand, der dich sehen will«, antwortete er und öffnete die Tür zu Nicolais Büro.
Alles, was ich sah, waren Nicolais Schreibtisch und der leere Raum dahinter, und dann trat jemand in einem grellorangen Tanktop vor und verstellte mir den Blick.
Schwankend blieb ich stehen und konnte nicht fassen, was ich da sah. Weibliche Wächter reisten niemals allein irgendwohin, vor allem nicht Stunden entfernt von ihrer Siedlung. Nicht einmal Danika hatte ich bisher irgendwo allein unterwegs gesehen. Aber niemand konnte Grellorange so gut tragen wie sie. Sie musste es einfach sein »Jada?«, flüsterte ich.
Sie hob kurz die Hand zur Begrüßung und schaute dann zu Zayne, der hinter mir stand. »Hi.«
»Was machst du denn …?« Ich betrat das Zimmer und bemerkte, dass Jada nicht allein war. Ihr Freund Ty stand in einer Ecke. Auch er winkte mir zu. Rasch scannte ich den Rest des Raums, weil ich fast erwartete, Thierry oder Matthew in einer anderen Ecke versteckt zu finden, aber es war niemand sonst da. Obwohl Ty bei Jada war, ergab es immer noch keinen Sinn, dass sie hier waren, aber in dem Moment war mir das egal. Jada war da.
Ich sprang nach vorn und warf die Arme um ihren Hals. Wächter waren stark, trotzdem stolperte sie ein Stückchen rückwärts.
Lachend umarmte auch Jada mich, und erst da merkte ich, dass ich das Geräusch von klimpernden Armreifen vermisst hatte.
»Unglaublich, dass ihr hier seid.«
»Wir können’s auch nicht glauben«, sagte Jada. »Aber als ich hörte, dass Zayne … na ja, dass er nicht mehr unter uns weilt, konnte ich dich das auf keinen Fall allein durchstehen lassen.« Sie hielt inne. »Doch wie ich sehe, ist er superlebendig.«
»Ja. Lange Geschichte.«
»Dez hat uns schon aufgeklärt«, meldete sich Ty zu Wort. »Wir sind trotzdem noch ein bisschen verwirrt, aber ich denke, das wird auch so bleiben.«
»Warum hast du mir nicht geschrieben, dass ihr kommt?«
»Ich habe befürchtet, du würdest nicht antworten oder sagen, dass ich nicht kommen soll.«
Ich wich etwas von Jada zurück, mein Bauch rumorte vor lauter schlechtem Gewissen. »Tut mir leid. Ich war so eine miese Freundin und …«
»Ja, das war echt nervig. Ich wollte so gern für dich da sein, als das alles mit Misha passiert ist. Ich wollte, dass du für mich da bist, aber du standest ihm näher als ich. Ich weiß nicht, wie ich an deiner Stelle reagiert hätte.« Sie nahm mein Gesicht in die Hände. »Außerdem weiß ich, wie du tickst. Du ziehst dich innerlich total zurück und schaltest im Grunde ab. Ich wollte nicht, dass du das diesmal auch tust.«
»Du bist die Allerbeste.« Ich umarmte sie noch einmal. »Aber es tut mir leid. Schließlich war ich nicht die Einzige, die getrauert hat.«
»Entschuldigung angenommen.« Jadas Stimme klang gedämpft. »Ich hab dir längst verziehen. So ist das unter Freundinnen.«
Jada hatte recht. Wie immer. Trotzdem fühlte ich mich schrecklich, aber so war das mit echter Freundschaft. Man konnte einen Fehler machen. Man konnte einfach so verschwinden und war trotzdem noch da. Das galt für beide Seiten.
Ich riss mich zusammen. »Ist Thierry auch hier oder Matthew? Bei Nicolai oder so?«
»Nein, sind sie nicht.«
Mir fiel die Kinnlade herunter. »Dein Vater hat erlaubt, dass ihr allein herkommt?«
»Ich würde nicht sagen, dass er’s uns erlaubt hat«, meinte Ty und stieß sich von der Wand ab. Er kam herüber, groß und breit gewachsen wie ein typischer Wächter, und umarmte mich kurz. »Wir haben ihm sozusagen erzählt, was wir machen, wenn wir hier sind.«
Jetzt wurden meine Augen groß.
»Und das war, nachdem wir uns schon ein Auto geliehen hatten«, sagte Jada und musste ein Grinsen unterdrücken, während Ty aussah, als würde er sich gleich übergeben. »Er ist nicht sonderlich glücklich darüber, aber ich hab ihm gesagt, dass ich dich sehen muss. Außerdem wird Ty letztlich vielleicht hierherversetzt.«
»Was?« Ich blinzelte. »Echt jetzt?«
Ty nickte. »Ja, das ist der Plan. Oder besser: Das war der Plan. Wenn Thierry mich nicht umbringt.«
»Er wird dich nicht umbringen.« Jada seufzte. »Nicht vollständig zumindest.«
Ich lachte, während Ty blass wurde. »Also, er ist momentan auf dem Weg hierher, nehm ich an?«
»Oh Gott, hoffentlich nicht«, murmelte Ty.
»Keine Ahnung. Er telefoniert im Moment mit Nicolai. Ich habe ihm gesagt, dass er nicht zu kommen braucht. Wir sind schließlich bei Wächtern und wissen beide, wie wir uns verteidigen können.«
Genau, aber Ty hatte die Akkolade noch nicht absolviert, und Jada … na ja, die Gründe, warum ihr Vater durchdrehte, lagen auf der Hand.
Jada blickte zu Zayne.
»Ich freue mich, dass du noch da bist.« Sie verzog das Gesicht. »Hat sich das genauso unangenehm angehört, wie es sich angefühlt hat, es zu sagen?«
Zayne lachte. »Klang genau richtig.«
»Tut mir leid«, sagte sie und schaute mich an. »Wir sind immer noch dabei, die Sache mit dem gefallenen Engel zu verarbeiten.«
»Ja, ich auch«, meinte Zayne grinsend. »Aber ich bin froh, dass ihr hier seid. Trin hat euch vermisst.«
»Ich weiß.« Jada lächelte mich an. »Deshalb sind wir ja hier.«
»Ich würde dich ja noch mal umarmen, aber ich glaube, das wäre peinlich.« Langsam ließ ich den Blick über sie gleiten. »Dein Haar ist gewachsen.«
Sie legte die Finger seitlich an den Kopf. Normalerweise trug sie ihr Haar kurzgeschnitten. »Ich überlege, ob ich’s weiter wachsen lassen soll, hab mich aber noch nicht entschieden.«
Ich hatte so viele Fragen – so viele Dinge, über die ich reden wollte –, aber Dez kam zu uns zurück. »Ich unterbreche euch nur ungern, aber ich muss bald los.«
»Die Engelsklingen«, fiel es mir wieder ein, und ich drehte mich zu ihm um. »Was ist mit denen?«
»Engelsklingen?«, wiederholte Ty.
»Eigentlich sind es Engelswaffen, die buchstäblich alles töten können«, erklärte ich.
»Sie sind verschwunden«, erklärte Dez.
Zayne wandte sich zu Dez um. »Was hast du gesagt?«
»Sie sind weg.« Ungläubig schüttelte Dez den Kopf. »Gideon ist los, um sie aus dem Keller zu holen, wo er sie verschlossen aufbewahrt hatte, und sie waren weg.«
Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte. »Ich bin mir sicher, dass ihnen keine kleinen Engelsflügel gewachsen und sie weggeflogen sind.«
»Versteh ich nicht. Gideon hat da doch überall Überwachungskameras.«
»Ja, aber im Keller gibt’s tote Winkel. Und da in den Trainingsräumen alle ein und aus gehen, hätte jeder in einen toten Winkel schlüpfen und den Safe knacken können.«
»Aber wieso sollte ein Wächter die Engelsklingen stehlen?«, wollte ich wissen.
»Ein Wächter würde so was nicht tun«, gab Dez zurück.
Zayne nickte. »Dem muss ich zustimmen.«
»Dann sind wir also wieder bei den Klingen, denen Flügel gewachsen sind?«, fragte ich.
»Ich weiß zwar nicht, um was es geht«, schaltete Jada sich ein, »aber das mit den sprießenden Flügeln halte ich für unmöglich.«
»Er hat Flügel.« Ich zeigte auf Zayne. »Sie sind nur momentan versteckt.«
»Was?«, wandte sich Ty an Zayne. »Ich dachte, Gefallene hätten keine Flügel.«
»Er ist superspecial«, erklärte ich.
Zayne zwinkerte mir zu. »Richtig.«
»Ich weiß, ihr glaubt immer nur an das Beste in Wächtern, aber einer muss sie genommen haben«, schlussfolgerte ich.
»Wir werden alle befragen«, sagte Dez und verschränkte die Arme vor der Brust. »Sollten die Klingen noch hier sein, werden wir sie finden.« Er blickte zu Ty. »Ich will in ungefähr zwanzig Minuten los, wenn du mitkommen willst.«
Ty nickte.
»Verdammt, das hätte ich ja fast vergessen.« Dez schnappte sich etwas von einem nahen Regal und reichte es Zayne. »Hier, dein Handy und das Portemonnaie.«
»Danke, Mann.«
Dann drehte sich Dez zu mir um. »Und für dich habe ich auch etwas. Für den Fall der Fälle. Einen Ortungschip. Gideon meinte, das wäre eine gute Idee, weil man ja schon versucht hat, dich zu entführen. Ich brauche nur noch etwas, das du immer bei dir trägst.«
»Wie wär’s mit meinem Handy?« Ich schaute zu Zayne. Er verzog keine Miene, nickte aber. Ich holte mein Handy heraus und gab es Dez.
Er betrachtete es kurz und nahm dann das Gehäuse ab. »Es wird trotzdem funktionieren. Nur wird die Ortung dann nicht so auffallen.« Er sah zu Zayne hinüber, als der leise grummelte. »Hey, Mann, ich weiß, du magst die Vorstellung nicht, dass jemand sie entführen könnte, aber das hier ist eine gute Idee.«
»Ja, schon klar«, stieß Zayne hervor. »Und du hast recht. Die Vorstellung, dass jemand sie entführt, gefällt mir nicht.«
»Mir auch nicht.« Ich nahm das Handy zurück und steckte es in die Hosentasche. »Trotzdem danke. Das ist clever.«
»Kein Problem. Hoffentlich nützt es was.«
Als Dez aus dem Zimmer gegangen war, wandte ich mich an Zayne. »Unglaublich, dass die Engelsklingen weg sind.«
Sein Kiefer war immer noch angespannt. »Geht mir auch so, aber es fällt mir genauso schwer, zu glauben, dass es einer der Wächter war.«
Ich massierte mir die Schläfen und fluchte leise vor mich hin. »Na, immerhin haben wir noch Luzifer.« Ich ließ die Hände sinken und drehte mich zu Jada. »Ähm …«
»Wir wissen Bescheid«, antwortete Jada. »Wir haben gehört, dass ihr ihn hochgeholt habt.«
»Um ihn dann gleich wieder zu verlieren«, fügte Ty hinzu.
»Ich würde nicht sagen, dass wir ihn verloren haben«, stellte ich klar. »Wir hatten ihn nur kurzzeitig verlegt, aber gleich wiedergefunden.«
Jada schüttelte den Kopf. »Sollte mein Vater das mit Luzifer rausfinden, würde er bestimmt ausrasten.«
Jede Wette, dass Thierry bereits ausgeflippt war. Mein Handy läutete in der hinteren Hosentasche. Ich zog es heraus und las schnell die Nachricht. »Hey.« Ich sah zu Zayne auf. »Roth schreibt, dass Luzifer bereits jemanden hat, der vielleicht weiß, wo sich Bael versteckt.«
Zayne hob die Augenbrauen. »Verdammt. Er arbeitet schnell.«
»Ja.« Ich schob das Smartphone zurück in die Tasche. Wenn Luzifer jemanden gefunden hatte, mussten wir so schnell wie möglich dorthin, auch wenn ich es hasste, Jada und Ty zurückzulassen.
»Luzifer«, flüsterte sie und schüttelte den Kopf. »Unfassbar, dass ihr mit dem Luzifer zusammenarbeitet.«
»Ja«, sagte Zayne. »Finden wir auch. Wenn das alles vorbei ist, werden wir einfach so tun, als wäre das nie passiert.«
Ich grinste. »Klingt nach einem guten Plan.«
»Wie … wie ist er denn so?«, fragte Jada und erschauderte sichtlich. »Ich kann nicht mal glauben, dass ich das überhaupt frage.«
»Ich finde, deine Neugier ist berechtigt.« Zayne lächelte sie an.
Tja, wie sollte man Luzifer beschreiben? »Er ist … ähm … er ist einzigartig.«
Zayne war sichtlich amüsiert.
»Einzigartig?«, wiederholte Ty.
Ich nickte. »Einerseits entspricht er nicht den Erwartungen an Satan, andererseits aber total. Er ist ein ziemlicher Chaot.« Spontan kam mir eine Idee – wie wir herausfinden konnten, wen Luzifer aufgetrieben hatte, und wir zugleich Zeit mit meinen Freunden verbringen könnten. »Wollt ihr ihn kennenlernen?«, fragte ich hoffnungsvoll. »Alles sicher. Oder sollte es zumindest sein. Ich meine, er hat uns nicht ernsthaft bedroht oder so.«
»Er hat euch nicht ernsthaft bedroht?« Ty blickte zwischen Zayne und mir hin und her. »Was sonst? Hat er euch beiläufig gedroht?«
»Wir haben ein bisschen gestritten«, erklärte Zayne. »Aber jetzt ist wieder alles in Ordnung.« Er hielt kurz inne. »Mehr oder weniger.«
»Sehr beruhigend«, murmelte Ty.
»Und? Wollt ihr mitkommen? Er ist bei Roth zu Hause.«
»Beim echten Kronprinzen der Hölle?«, fragte Jada.
Ich nickte. »Und Layla wird auch da sein. Sie ist einerseits Wächter und … ja, darüber hinaus Liliths Tochter. Ja, die Lilith. Außerdem wird Cayman vielleicht da sein. Er ist …«
»Lass mich raten«, unterbrach Ty. »Er ist auch ein Dämon.«
»Mittlere Führungsebene, tatsächlich. Oh Mann, wir haben wirklich merkwürdige Freunde«, sagte ich.
»Ja, haben wir«, stimmte Zayne zu.
Ich seufzte. »Wie auch immer, wenn ihr nicht wollt, völlig verständlich. Ich kann euch dann nachher erzählen, wie’s war.«
Ty fuhr sich mit der Hand über den Kopf. »Ja, nichts für ungut, aber ich muss ablehnen und nehme lieber Dez’ Angebot an.«
Jada schaute zu Ty und dann wieder zu mir. »Vermutlich keine besonders kluge Entscheidung, aber, ja, ich möchte Luzifer kennenlernen.«