Von der Seine aus führt sie am Stammsitz von Givenchy und am Crazy Horse vorbei, um bei Louis Vuitton in die Champs-Élysées einzumünden – in Paris ist die Avenue George V eine prachtvolle Allee für den Stadtbummel. Der bretonische Badeort Dinard besitzt eine Miniaturausgabe gleichen Namens. Sie ist zwar nicht so breit wie ihr Pariser Pendant, führt dafür aber dicht am Meer entlang. Dupins Erfinder Bannalec gerät dort immer wieder ins Schwärmen:
»Stellen Sie sicher, dass Sie das Städtchen über die Avenue George V anfahren, und lassen Sie die Scheiben auf der rechten Seite herunter. Auf einmal nämlich gibt die zuvor geschlossene Häuserzeile einen kolossalen Blick frei, der Sie Dinard erleben und verstehen lässt. Man sieht die traumhafte Lage, die Bucht zwischen St-Malo und Dinard, auch die Mündung der Rance. Eine perfekt geschützte, sanfte Bucht, an deren Ende einige der prachtvollsten, berühmtesten Villen von Dinard liegen.«
Mehr als vierhundert Villen sind es, die dort unter Denkmalschutz stehen. Als Pablo Picasso 1922 erstmals mit seiner Familie in Dinard Urlaub machte, wohnte er in der Villa Beauregard an ebendieser Avenue George V. Knapp einhundert Jahre später stand das Haus für 1,15 Millionen Euro zum Verkauf. Teuer? Wie man’s nimmt. Wer ein Stück weiter im 1858 eröffneten Grand Hotel logieren möchte, zahlt jedenfalls fürs Doppelzimmer ab 530 Euro pro Nacht. Und im Hotel Castelbrac wächst sich das in der Saison zu rund 1300 Euro aus. Dieses Castelbrac war einst das Aquarium des Ortes, darauf deuten noch die kreisrunden Fenster der Bar hin, die von den früheren Fischbecken verblieben. Heute sitzt man dahinter mit Blick auf die Bucht und genießt vor allem Rum, das karibische Getränk, das die bretonischen Seefahrer so nachhaltig an ihrer Küste etablierten, dass die Gegend um St-Malo zum Rum-Zentrum Europas wurde. Dupin und sein Autor schwärmen vom J.M. -Rum. »Pur, ohne Eis. Von Martinique. Wie die anderen guten Rums aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft hergestellt, nicht aus der Melasse. Der Unterschied ist gewaltig. Ein nektarähnlicher Trank aus einer elysischen Quelle.«
Für das Preisgefüge in Dinard muss man Verständnis entwickeln, der Ort ist einfach göttlich und obendrein voller Geschichten, die von Berühmtheiten aller Couleur handeln. Kaiserin Eugénie, die in Granada geborene Gemahlin von Napoléon III ., hatte sich an einer Querstraße der Avenue George V bis 1868 einen Palast bauen lassen, zog dann aber für die Sommerfrische ihr noch prunkvolleres Domizil in Biarritz vor. Wäre Dupin für die »Bretonischen Spezialitäten« ein Weilchen früher aufgekreuzt, hätte er durchaus Besucher dieser Villa Eugénie (12, Rue des Français Libres) werden können, denn sie war einst Domizil des Kommissariats. Nun geht Dupin bei seinem Fall aber nicht leer aus, was Prunk betrifft, sondern findet reichlich Ersatz bei seinen Vernehmungen von Flore Briard in der Villa La Garde. Dorthin muss er aber erst einmal den Weg finden, vom Palast der Kaiserin vielleicht vorbei an der heute als Rathaus dienenden Villa Montplaisir von 1895 (47, Boulevard Fréart) und am Casino von 1859.
»Dupin bog ab, die einigermaßen steil ansteigenden Straßen wurden immer schmaler und verwinkelter, das Ambiente noch stimmungsvoller, noch prächtiger. Er fuhr über eine abenteuerlich kleine Brücke. Die Rue Coppinger zog sich bis zur Pointe du Moulinet hoch, den letzten Teil einer felsigen Landzunge, hundert Meter über dem Meer, schätzte Dupin – als hätte die Natur an dieser ohnehin schon perfekten Stelle noch an einen Aussichtspunkt gedacht.«
Bretonische Spezialitäten, Seite 122
Die Villa La Garde thront dort, wo selbst Träume die Wirklichkeit nicht mehr zu übertreffen vermögen. Am Anwesen vorbei führt eine der berühmtesten Meerespromenaden der Welt einmal um das ganze Cap herum, die Promenade du Clair de Lune. Der Spaziergang bei Vollmond, zu dem der Name anregt, hat gewiss ähnliche Reize wie eine Tour bei Tageslicht, wenn man die ganze Pracht der subtropischen Flora samt ihren Farben und intensiven Düften erleben kann. Der Blick schweift über das Meer, dessen geringe Wassertiefe und sandiger Meeresboden einen hellen, edlen Smaragdton erzeugen. Inseln und Inselchen sind in die Bucht vor Dinard und St-Malo gesprenkelt, eine Fähre pendelt unablässig zwischen beiden Städten, Dutzende weitere Boote setzen weiße Tupfer auf die Wasseroberfläche. Und hoch oben thront eben die Villa La Garde, 1897/1898 gebaut für den Cognacbaron Jacques Richard Maurice Hennessy, für den Krimi aber übergewechselt in den Besitz von Flore Briard:
»So etwas hatte er noch nie gesehen, noch nicht mal bei irgendwelchen aristokratischen Freunden seiner großbürgerlichen Pariser Mutter. Am ehesten erinnerte der Raum an eine Kirche. Er war enorm. Circa zwanzig Meter lang, sicher fünfzehn Meter hoch, das offene Dach mit Holzbalken und grün-bläulichen Mustern geschmückt. Ein Tafelparkettboden. An den Wänden eine helle, mit dezenten silbrig weißen Ornamenten verzierte Tapete. Hölzerne Säulen, an denen goldene Leuchter strahlten.« Bretonische Spezialitäten, Seite 135
Dass dem klassischen Badeurlaub an der bretonischen Nordostküste Grenzen durch den Tidenhub gesetzt sind, wissen wir schon. Dinard ist der erste Ort, der günstigere Bedingungen bietet, insbesondere am geschützten Plage de l’Écluse, in den die Promenade du Clair de Lune mündet. In diesem Bereich begann der Hype, der aus dem ehemaligen Fischernest ein aristokratisches Seebad machte. Der Name des Pioniers, der hier die ersten, inzwischen aber verschwundenen Hotels baute, ist ganz in der Nähe an einem Boulevard zu lesen: Albert Lacroix, für Bücherfreunde kein Unbekannter. Der belgische Verleger hatte bedeutende Autoren wie Émile Zola unter Vertrag und wollte sich auf Guernsey mit Victor Hugo treffen, um über dessen 1862 vollendetes Werk zu verhandeln. Dessen Inhalt ist in aufgehübschter Form als Musical längst einem Millionenpublikum bekannt: »Les Misérables«. Laut Legende verpasste Lacroix die Fähre, kam trotzdem zur Einigung mit Hugo und entdeckte auf dem bretonischen Festland mit Dinard die Liebe und das Zusatzgeschäft seines Lebens. Ein Verleger als Hotelier, das ist eine ungewöhnliche Koinzidenz, erklärt aber, warum so viele namhafte Literaten, Künstler und Musiker nach Dinard kamen.
Der bereits genannte Picasso verbrachte gleich drei Urlaube im Ort, den letzten, 1929, nicht mehr in der Villa Beauregard, sondern in der Villa Les Roches Brunes (3, Allée des Douaniers, darin heute mitunter Kunstausstellungen), die atemberaubend schön an der Landspitze La Malouine liegt und den Écluse-Strand überragt. Der Badebetrieb und insbesondere die Frauen, die in den Goldenen Zwanzigern weniger verhüllt waren als zur Jahrhundertwende, lockten den spanischen Künstler. Erst siebzehn Jahre alt war Marie-Thérèse Walter, mit der sich Picasso in den Strandkabinen traf, während Frau und Sohn ihre Tage in der Villa zubrachten. Es sollten nur noch wenige Monate vergehen, bis am 24. Oktober 1929 die große Wirtschaftskrise hereinbrach und Dinard den Großteil seiner zuvor finanzkräftigen Gäste verlor.
Um die einst im Geldrausch errichteten Architekturschätze zu erhalten, bedarf es heute neuer Konzepte. Die Familie Trouin, die Täter und Opfer im neunten Fall von Kommissar Dupin stellt, ist im gastronomischen Bereich um das Erbe bemüht und dabei auch nur teilweise erfolgreich. Doch ob Le Désir in Dinard oder La Noblesse in St-Malo – real existieren ihre Restaurants nicht. Dennoch kann man in Dinard höchste Genüsse erleben. Allein der große Markt, Marché de la Concorde, bietet hinreißende Delikatessen aus der Region und beste Voraussetzungen, um nach Dupins Vorbild auch mal Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen.
Politiker füllen sich die Taschen, Schauspieler sind Hungerleider? Es lebt sich prächtig mit Klischees, auch wenn die Realität sie Lügen straft. Katja Krüger, 1976 in ein kommunistisch orientiertes Elternhaus geboren, könnte gleich mehrere Klischees widerlegen. Ihr Sturm gegen die Normen begann früh mit der Entscheidung, auf ein bereits gesichertes Medizinstudium zu verzichten und sich für eine Ausbildung an der Hamburger Schauspielschule zu entscheiden. 1999 zog sie nach Frankreich, 2008 wurde sie in Rennes als Mitglied der Parti communiste français zunächst in den Stadtrat, später zur Dezernentin gewählt und kümmert sich inzwischen als conseillère régionale um internationale Beziehungen und Solidarität. Eine Deutsche, eine Schauspielerin, eine Kommunistin – gleich mehrere Merkmale, die den Zeitungen frankreichweit Meldungen wert waren. »Die Arbeit auf der Bühne«, betont Krüger allerdings, »ist mein Hauptberuf, die Politik dagegen nur Bürgerengagement, das allerdings viel Zeit kostet.« Und da es in Frankreich kaum fest angestellte Schauspieler gibt, ist auch Katja Krüger quasi tingelnd unterwegs. Gemeinsam mit einer Pianistin hat sie eine eigene kleine Kompanie gegründet, die sich auf deutsch-französisches Kabarett spezialisiert hat. Ebenso steht sie für andere Regisseure als Schauspielerin auf der Bühne, etwa für Thomas Jolly in »Der Drache« von Jewgeni Schwartz, das sich als Riesenerfolg erwies. Mit ihrer anschließenden Regieassistenz für Jolly tat sich ein weiterer Zweig auf. »Bei der Oper haben wir schon einige tolle Sachen gemacht, jedes Mal mit Tour durch mehrere Opernhäuser, darunter eine Welturaufführung in Brüssel.« Die Deutsche Oper Berlin und die Oper Bastille in Paris folgten ebenso wie die erste eigene Regie im Auftrag der Opéra de Rennes .
Wer am Place Jules Boutin in Dinard ins »Boat Taxi« steigt, wird nach kurzer Fahrt über die Bucht – mit herrlichem Blick auf Festungsmauern – direkt vor der Altstadt von St-Malo abgesetzt. Für Autofahrer ist das eine längere und oft staubelastete Tour. Auf der Strecke quert man einen 750 m langen Damm über die Mündung der Rance, ein technisches Unikum aus den Jahren 1961–1966. Diese Staumauer ist Teil des weltweit ersten Gezeitenkraftwerks, der Usine Marémotrice. Genau dort ballt Dupin innerlich die Fäuste, weil ihm die Vergnügungsfahrt eines Oldtimer-Clubs kostbare Zeit stiehlt – ein Zwischenfall, der für jeden Realität werden kann. Denn gerade die Rance ist ein Fluss, der Moderne am Unterlauf mit archaischen Landschaften im Hinterland verbindet und damit Nostalgiker wie eben jene Schnauferl-Enthusiasten lockt. Was die usine angeht: Die enorme Kraft des bei Flut ein- und bei Ebbe ausströmenden Wassers hat schon im Mittelalter leistungsfähige Mühlräder an der Rance angetrieben. Das gleiche Prinzip wurde genutzt, um über vierundzwanzig Turbinen Strom für Industrie und Privathaushalte zu erzeugen. Wegen hoher Betriebskosten fand diese umweltfreundliche Technologie bisher keine Nachahmer, weckt aber aktuell wieder Interesse.
Am anderen Ende des Damms besteht die große Versuchung, der breiten Hauptverbindung D168 zur Ville Close von St-Malo zu folgen – nicht die beste Wahl. Vielmehr sollte man nach kurzer Strecke den Abzweig nach St-Servan nehmen und erst einmal das Château La Briantais ansteuern (zunächst ausgeschildert als Château du Bos ). Das Schloss selbst, erbaut 1864, ist dabei weniger die Attraktion, eher der große Park ringsum, von dem man wundervolle Ausblicke auf die Rance genießt. Zu Füßen liegt St-Malos Vorort St-Servan – oder sagen wir statt Vorort lieber: die Keimzelle. Denn der älteste Teil von St-Servan ist die Cité d’Alet, ein keltischer Versammlungsplatz, den später die Römer übernahmen. Ein paar Ruinen künden noch davon. Alet war es dann auch, wo um 600 der aus Wales stammende Gründervater Maclovius Bischof gewesen sein soll. Man erkennt in seinem Namen unschwer den der späteren Stadt St-Malo. Zunächst aber spielte die Musik eben in Alet bzw. St-Servan, das mit dem 27 m hohen Tour Solidor noch ein stattliches Denkmal aus dem Mittelalter besitzt. Dieser Wachturm von 1382 beherbergt heute ein Museum zur Stadtgeschichte und zu den Windjammerfahrten um Kap Hoorn. Dupin lockt eher das Bistrot de Solidor am nahen Place St-Pierre, wo er mehrfach, aber mit polizeilicher Mäßigung dem J.M. -Rum zuspricht. Überhaupt ist er verliebt in St-Servan, für das die meisten Touristen keinen Blick übrig haben. Er legt Verschnaufpausen im gemütlichen Café du Théâtre an der Rue Ville Pépin ein und befindet sich dort dicht am Tatort Les Halles centrales, den Markthallen aus den 1920er-Jahren:
»Der Boden war mit großen beigen Kacheln ausgelegt, entlang der Gänge Säulen aus rostfarbenem Klinkerstein. Das Eindrucksvollste: Glas, wo es nur ging, von überall flutete Licht herein. Die Fenster- und Türrahmen waren in einem maritimen Türkisgrün gehalten, in den Gängen und auch über Sophies Käsestand dekorative Metallbögen.«
Bretonische Spezialitäten, Seite 13
Während Dupin am einen Ende der Halle Sophies Käsesorten probiert, ersticht am anderen Ende Lucille Trouin ihre Schwester Blanche.
Hat das mit dem Kontakt zu den Einheimischen auf den Märkten in Dinard oder St-Servan geklappt? Nach Nolwenns und Riwals Einschätzung ist das kein leichtes Unterfangen. »Hochmütig, überlegen, eingebildet« seien die Malouiner, 47000 Sonderlinge, die sich zum Glück nicht als Franzosen, aber leider auch nicht als Bretonen verstehen. Ihre imposante Ville Close, die ummauerte Altstadt auf einer Granitinsel, nennen sie Intra Muros, ein schwererer Brocken als das Gegenstück in Concarneau. Die unmissverständliche Botschaft dieser Mauern und der massiven Bürgerhäuser dahinter: Hier wurde viel Geld gescheffelt, das es mit Vehemenz zu verteidigen galt. Die remparts, die umlaufenden Stadtmauern, stammen teils noch aus dem 12. Jahrhundert, als Alet und sein Hafen nicht mehr genügend Schutz vor den Normannen boten. Das neue Bollwerk – es überstand sogar die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg, während die meisten Wohnhäuser zerstört und erst nach dem Krieg originalgetreu wiederaufgebaut wurden – stärkte das Selbstbewusstsein enorm. Irgendwann wurde sogar eine eigene Republik St-Malo ausgerufen, bis Herzogin Anne de Bretagne einschritt. Hernach folgte eine Art Strukturwandel, nicht unter wirtschaftlichem Zwang, sondern als unverhofftes Geschenk. Nachdem nämlich Frankreichs Krone die Bretagne unterworfen hatte, fiel das Augenmerk Seiner Majestät auf die erfahrenen Seeleute von St-Malo. Genau solche Männer waren es, die dem Sonnenkönig im Wettstreit mit anderen Kolonialmächten fehlten. Statt mit viel Aufwand eine Flotte aufzubauen, stattete Ludwig XIV . also die Besatzungen der schon vorhandenen Segler mit der Lizenz aus, Jagd auf europäische Konkurrenten zu machen. Bei Licht betrachtet handelte es sich um Piraterie, man nannte die Abenteurer aber lieber Korsaren. Der Historiker, der Dupin und seine Kollegen von der Porte St-Louis aus durch die Stadt führt, streicht den Unterschied heraus:
»Piraten kaperten gesetzlos unter der schwarzen Totenkopfflagge, selbstherrlich und martialisch, auf eigene Rechnung – die Korsaren dagegen waren ganz legal im Dienste des Königs und damit ganz Frankreichs unterwegs. Wir Malouiner fuhren mit offiziellen Kaperbriefen!«
Bretonische Spezialitäten, Seite 44
Solche Schönfärberei missfällt einer Präfektin aus der Besuchergruppe:
»Ich habe letztens gelesen, dass manche Piraten einen strengeren moralischen Kodex verfolgten als die Korsaren, die ihre Mission mit äußerster Grausamkeit und heiligem Eifer ausübten. Außerdem lag das gesamte Korsarentum in den Händen besonders gewiefter malouinischer Kaufleute, sie gründeten für ihre Plünderfahrten sogar Aktiengesellschaften. Viele der reichen Reeder ließen die Keller ihrer Häuser bis unter das Meer ausbauen und miteinander verbinden, sodass riesige Höhlensysteme entstanden, in denen sie bedeutende Teile der Schätze vor dem französischen König versteckten. Unmengen Gold, Silber, Edelsteine.«
Bretonische Spezialitäten, Seite 44
Es ist gute Tradition, die Kapitäne der malouinischen Windjammer als honorige Herren und aufrichtige Reeder darzustellen, ohne viel Aufhebens um die Tatsache zu machen, dass sie im 18. Jahrhundert auch tief in den Sklavenhandel verstrickt waren. Recht war nun mal alles, was den Wohlstand mehrte. Bei der Porte St-Louis steht noch das einstige Wohnhaus von Robert Surcouf (1773–1827), über dessen Leben allerlei Halbwahrheiten kursieren, auch in Karl Mays Büchern. Wer über die Krone der Festungsmauer spaziert – ohnehin unumgänglicher Bestandteil einer Stadtbesichtigung –, begegnet beim Tour Bidouane einer Statue, die Surcouf als stürmischen Eroberer der Weltmeere präsentiert. Von diesem Denkmal aus überblickt man ein großes Stück Ärmelkanal, wo die Anzahl gesunkener Schiffe um ein Vielfaches über der Zahl erkennbarer Felsen und Inseln liegt. Am leichtesten auszumachen sind Petit Bé mit einer Vauban-Festung, die heute für gutes Geld an Paare mit romantischen Ambitionen vermietet wird, und Grand Bé, wo sich die letzte Ruhestätte des Schriftstellers und Politikers François-René Chateaubriand befindet. Markant ist östlich davon das Fort National, an das der Grande Plage du Sillon als einer der so gekürten »schönsten Strände Frankreichs« anschließt.
Place Chateaubriand heißt derweil der Platz vor dem Château von St-Malo, das heute Rathaus und Museum ein Dach bietet. Zwischen Restaurants und Cafés aller Schattierungen steht mit der Hausnummer 2 am Platz der Wohnsitz von François-Renés Eltern; geboren wurde er 1768 im Haus Nr. 3, Rue Chateaubriand. Von dort ist es ein kurzer Weg zur Cathédrale St-Vincent (www.cathedrale saintmalo.fr ), in der angeblich Reliquien des Stadtgründers Maclovius verwahrt werden, und wo auch der Kanada-Entdecker Jacques Cartier (1491–1557) und der Korsar René Duguay-Trouin (1673–1736) ruhen. Ganz richtig, liebe Krimileser, Trouin. Diesen Familiennamen tragen ermordete und mordende Protagonistinnen in Dupins neuntem Fall. Der blaue Diamant aus dem Nachlass des Korsaren wird im Buch auf fünf bis sechs Millionen Euro geschätzt. Eine solche Summe klingt abenteuerlich, doch wurde in Genf 2015 ein blauer Diamant für vierzig Millionen Euro versteigert, der freilich ein Gewicht von zwölf Karat aufwies.
Wer mag, kann auch Surcouf an seiner Grabstätte besuchen. Er liegt auf dem Friedhof Rocabey, dem ältesten der Stadt (Avenue de Moka). Aber Dupin knurrt jetzt doch der Magen, er drängt zur Gastronomie von St-Malo, die ihren Ruf als kulinarisches Herz der Bretagne verdient hat.
In Frankreich sind sie ebenso Stars wie die Prominenz der Kulturszene: die namhaften Köche. Luc Mobihan ist einer von ihnen, gekrönt mit einem Michelin-Stern. In St-Servant betreiben er und seine Frau Isabelle das St Placide, das sich dem Motto Voyages et Aventures verschrieben hat. Bei diesen »Reisen und Abenteuern« sammelt Luc in aller Welt außergewöhnliche Geschmackserlebnisse, um sie in seinem Restaurant zu reproduzieren. Das Komplizierteste, sagt er, sei, zum Einfachsten zu gelangen.
Wenn man bedenkt, dass St-Malos Altstadt Kern des touristischen Interesses und damit prädestiniert ist für Nepp, dann erstaunt es, genau dort, in der Rue de l’Orme, den kulinarischen Himmel auf Erden zu finden. Dupin beschreibt es ausführlich auf Seite 49 der »Bretonischen Spezialitäten«: Da ist das Breizh Café, eine Crêperie des renommierten Gastronomen Bertrand Larcher, der mit dem Otonali (Quai Duguay-Trouin) hier auch eines seiner originellen japanisch-bretonischen Restaurants betreibt. Gegenüber vom Breizh Café befindet sich Larchers Maison du Sarrasin, ein kleiner Laden, in dem es alles Erdenkliche aus Buchweizenmehl gibt. Lucille Trouins La Noblesse liegt im Buch ein Haus weiter, ist aber Fiktion. Dafür gibt es dort eine Austernbar, eine rustikale Metzgerei und natürlich Yves Bordiers Maison du Beurre mit einer Ausstellung zur Kulturgeschichte der Butter. Anschaulich für Auge und Geschmacksnerven wird das in Bordiers Bistro Autour du Beurre. Eine Verkäuferin klärt Dupin auf: »Im Zuge eines einseitigen Marketings wurden dem Olivenöl alle guten und der Butter alle schlechten Eigenschaften angedichtet, in Wahrheit verhält es sich vollkommen anders.« Probieren Sie einfach mal die Buttersorten mit den Zwiebeln aus Roscoff, mit gerösteten Algen, Piment d’Espelette, Szechuan-Pfeffer oder Buchweizen. Wer dabei auf den Geschmack der Gewürze kommt, findet Erlesenes bei Épices Rœllinger in der Rue St-Vincent, doch davon später mehr.
Ruette sagt man in Frankreich, wenn eine Straße (rue) Miniaturformat annimmt. Eine Welt der ruettes lockt südlich der Doppelstadt St-Malo–Dinard; zu entscheiden bleibt, welches Verkehrsmittel man dorthin wählt. Eine Möglichkeit wäre die kulinarische Bootsfahrt auf der idyllischen Rance (www.chateaubriand.com ). Betrüblich daran ist der Mangel an Landgängen, sodass alle Alternativen durchdacht werden sollten. Per Straße wären es knapp 40 km bis Dinan, wobei nach einem Drittel der Strecke mit St-Suliac eines der Plus beaux villages de France erreicht ist:
»Saint-Suliac lag in einer traumhaften sichelförmigen Bucht. Das Flussufer war mit einer uralten Steinmauer befestigt, dahinter ein gepflegter Rasenstreifen, in regelmäßigen Abständen einladende Bänke. Die zentrale Dorfstraße, die zum Port de plaisance führte, lief geradewegs auf die Hauptmole des Ortes zu, die sich weit ins Wasser zog und nur ganz allmählich abfiel. Das Bistro de la Grève befand sich kurz vor der Mole, am schönsten Fleck des Ortes.«
Bretonische Spezialitäten, Seite 174
Namensgeber des hübschen Dorfes war, was man nicht mehr so leicht heraushört, der walisische Mönch Tysilio. Für ihn wird eine biblische Lebensspanne von 548 bis 640 angegeben, Zeit genug, um ein Kloster zu gründen. Und aus diesem ging lange danach einer jener umfriedeten Pfarrbezirke hervor, wie wir sie aus dem Hinterland von Morlaix kennen (siehe hier) . Dupin hat andere Prioritäten, er liebt das Bistro unten am Flussufer, das herrlich-heitere Sommerleben mit familiärem Flair und die Tatsache, dass das Wasser deutlich wärmer als am Ärmelkanal und deshalb badetauglicher ist. Das Konzept des rustikalen Freiluftrestaurants am Flussufer ist im Übrigen tief in Frankreichs Tradition verankert; als guinguette kennt man es von berühmten Gemälden der Impressionisten. Zum Bistro de la Grève muss man allerdings ergänzen, dass es bei Einheimischen, insbesondere der Jugend, inzwischen etwas aus der Mode gekommen ist, seitdem ein Stück weiter an der Uferstraße Ty Suliau und Chez Cloclo mit preiswerteren Gerichten und so etwas wie »Bacardi Feeling« aufwarten.
Kaum bekannt ist derweil, dass sich am 73 m hohen Mont Garrot bei St-Suliac ein Weinbaugebiet anbahnt. In einem Artikel der bretonischen Tageszeitung Télégramme liest Dupin, dass die Kombination von Golfstrom und Klimawandel neue Anbaumöglichkeiten eröffnet, etwa für Ananas, Safran, Vanille, Bananen, Zitronengras und Reis. Was den Wein angeht, so wissen Winzer von Mosel, Nahe oder Ahr, dass die Loire ohnehin nicht die Grenze sein muss und Wärme allein noch kein Schlüssel zum Erfolg ist. Zudem haben Mönche schon vor Jahrhunderten mancherorts in der Bretagne Weinbau betrieben. Seit 2003 probiert es nun eben auch eine »Gruppe von Passionierten« am Mont Garrot:
»Rund tausend Rebstöcke, ungefähr fünfhundert Flaschen pro Jahr. Alles wird von Hand verrichtet, ohne Maschinen. Zwei Traubenarten [...]. Rondo für den Roten, Chenin für den Weißen. Von der Charakteristik her sind die Weißen den Anjou-Weinen der Loire ähnlich.«
Bretonische Spezialitäten, Seite 152
Le Port St-Jean heißt der Ort weiter südlich, wo die Rance schmal genug für einen Brückenschlag ist. Am anderen Ufer geht es weiter zum Flusshafen Dinan, ein wahres Schmuckstück mit Jachthafen, Restaurants und Cafés in der Unterstadt und windschiefem Fachwerk in der Oberstadt. Der Couvent des Cordeliers und die Basilique St-Sauveur besitzen noch romanische Bauteile. Vom Tour de l’Horloge, dem 60 m hohen Uhrturm aus dem 15. Jahrhundert, hat man den schönsten Ausblick über die Dächer des Ortes und darüber hinaus.
Von der Sterna dougallii sprechen kundige Ornithologen, wenn sie die Rosenseeschwalbe meinen. Es gibt noch etwa fünftausend erwachsene Individuen in Irland, Großbritannien, auf den Azoren und in Nordwestfrankreich, also nicht sonderlich viele. Als in den »Bretonischen Spezialitäten« in Rothéneuf ein Nistgebiet dieser Vögel genau auf dem Grundstück ausgemacht wird, wo Protagonistin Lucille Trouin ihren Traum von einem großen Käsegeschäft samt Restaurant verwirklichen will, hat sich ihr Plan zerschlagen. Das ist der Hintergrund, der Dupin in den Ort führt, nicht ins sehenswerte Manoir de Limoëlou des Kanada-Pioniers Jacques Cartier (www.musee-jacques-cartier.fr ), sondern in eine neugotische Villa weiter nördlich an der Allée Notre-Dame des Flots. Im Anschluss verliert er sich bei einem Spaziergang in der Klippenlandschaft:
»Es war seltsam. Wahrscheinlich bloß eine merkwürdige Einbildung. Dupin hatte auf der anderen Seite der Meerspalte in einem der Felsen ein Gesicht ausgemacht. Zunächst vage, dann mit immer mehr Gewissheit. Er schloss kurz die Augen. Als er sie wieder öffnete, sah er plötzlich auch in einem zweiten Stein menschliche Züge. Und in dem daneben ebenfalls. Es war unheimlich, der gesamte Felsvorsprung gegenüber erwachte zum Leben: Überall tauchten Gesichter, Köpfe, Fratzen auf. Dupin schüttelte sich und versuchte, einen klaren Kopf zu bewahren.«
Bretonische Spezialitäten, Seite 207
Der Krimi liefert keine exakte Erklärung zu dieser vermeintlichen Sinnestäuschung, aber das Phänomen hat einen realen, wenn auch schaurigen Hintergrund. Nach einem Schlaganfall war der Abt Adolphe-Julien Fouéré (1839–1910) stumm und halbseitig gelähmt, sein Bewegungsradius beschränkte sich seither auf das Gebiet um ein paar Felsen, die heute als Rochers sculptés bekannt sind. Denn über die Jahre, die ihm verblieben, meißelte der Geistliche etwa dreihundert rätselhafte Figuren in die Klippen, längst über Treppen vom beliebten Gourmetrestaurant Le Bénétin (www.restaurant-lebenetin.com ) aus erschlossen. Gleich nebenan wollte Lucille Trouin ihr Unternehmen aufbauen. Und das hätte wohl nicht nur die Rosenseeschwalben aufgeschreckt, sondern auch Konflikte mit dem Bénétin heraufbeschworen und vielleicht sogar Dupins Autor Bannalec verärgert, denn der genießt die Ruhe auf der Holzterrasse des Restaurants mit Blick über die Weite des Meeres: »Nach dem endlosen Aperitif essen Sie die Ormeaux -Muscheln und einen der Fische. Oder die Jakobsmuscheln, als Vorspeise wie als Füllung von Ravioli. In den schönen Häusern nebenan kann man Appartements mieten.«
Gut 10 km östlich des Binnenmeers, von dem der Kommissar mehrfach schwärmt – Le Havre de Rothéneuf heißt es offiziell –, befindet sich an der Pointe du Grouin der letzte spektakuläre Aussichtspunkt der Smaragdküste. Ebenso ein Tatort, denn dort, mit Fernblick auf den bereits normannischen Mont St-Michel, stürzt Lucille Trouins Lebensgefährte von den Klippen. In Cancale, dem einstigen Korsarennest im Windschatten dieser Landspitze, befallen Autor Jean-Luc Bannalec melancholische Gefühle: »Kann man in Pornic sehen und spüren, wie die Bretagne beginnt, so sieht und spürt man in Cancale, wie sie endet. Das Smaragdgrün weicht dem Blau, mitten durch die ausladende Bucht läuft die Grenze zwischen Bretagne und Normandie, der Heimat von Claire. Das spezifisch Wilde und Raue verliert sich wieder, aus dem Atlantik wird endgültig der Kanal samt dem typischen – ebenso wunderbaren, aber doch anderen – Kolorit.«
Pittoresk steht Cancale auf einem sehr schmalen Streifen Land zwischen Meer und Klippen, ein Dorf entlang einer stattlichen Kaimauer, das vor lauter Enge dann doch gezwungen war, die steilen Hänge im Rücken zu erobern. Nachdem mit der Jagd auf fremde Schiffe kein Staat mehr zu machen war, tat sich für Cancale mit der Austernzucht ein neuer Erwerbszweig auf. 400 ha Austernbänke liegen direkt vor dem Quai Thomas. Bei Ebbe ziehen unermüdlich Traktoren hinaus, um die Schätze abzufischen. Ein Teil geht in den Direktverkauf:
»Am Anfang der Mole waren ein Dutzend Stände aufgebaut, an denen frische Austern verkauft wurden. Die Zelte streng in atlantischen Farben gehalten, überwiegend blau und weiß. Grobe Holzkisten mit Austern in verschiedenen Größen und Sorten. Schilder über den Ständen, die die jeweiligen Austernfischer auswiesen. Eine wunderbare Stimmung. Es roch nach Tang und Algen, auf denen die Austern in den Kisten präsentiert wurden.«
Bretonische Spezialitäten, Seite 211/212
Die familiäre Stimmung führt Dupin teils auf den kalten weißen Muscadet zurück, der die Austernprobe begleitet. Ein Wein von der Loire, »wo die Bretagne im Süden beginnt. Ihr Anfang und ihr Ende kommen auf schönste Weise zusammen«. Zu diesem Abgesang – für Reisende in Gegenrichtung ist es der Auftakt – finden sich beträchtlich viele Besucher in dem Örtchen ein, die meisten begnügen sich nicht mit einem Imbiss an den Probierständen. Die hohe Zahl an Restaurants macht die Wahl nicht leicht, aber Kenner bahnen sich schnell ihren Weg zu einer Doppeladresse, die unter der Regie von Bertrand Larcher steht. Während Austern aus Cancale Ende 2019 dem immateriellen UNESCO -Weltkulturerbe zugerechnet wurden, kämpft Larcher noch dafür, auch den bretonischen Crêpe in diesen Rang zu erheben. Mit dem Atelier de la Crêpe hat er in St-Malo eine Ausbildungsstätte für Amateure und angehende Profibäcker eingerichtet. Larcher ist eifriger Verfechter des bretonischen Buchweizens, der gegenüber anderen Getreidesorten eine Vielzahl einzigartiger Geschmacksmöglichkeiten und gesundheitlicher Vorzüge birgt. Breizh Café heißt die Crêperie-Kette, die Larcher zusammen mit seiner japanischen Frau gegründet hat und von der es Ableger zwischen Amerika und Japan gibt. Eines der Häuser ist uns in St-Malo begegnet, ein zweites nun in Cancale am Quai Thomas – und gleich darüber La Table de Breizh Café, das ebenso wie Larchers Otonali in St-Malo die bretonische mit der japanischen Kochkunst verbindet. Küchenchef Raphaël-Fumio Kudaka trägt Auszeichnungen vom Guide Michelin wie auch vom Gault Millau, was indessen keinen niedrigpreisigen Restaurantbesuch verspricht, aber einen mit Nachhall.
Manches Leitmotiv, das sich durch eine Bretagne-Reise zieht, nimmt man erst spät wahr. Gewürze zählen dazu. Sie waren Handelsware der Ostindienkompanie in Port-Louis oder verfeinerten Geleebonbons aus Landévennec und werden mittlerweile auch in der Bretagne angebaut, darunter Safran. Kari gosse heißt eine originär bretonische Gewürzmischung, die auf einen indischen Schiffbrüchigen zurückgeführt wird. Dieses Mischen ist indische Tradition; Garam Masala, Tandoori, Panch Phoron sind Beispiele, Curry derweil schon ein britischer Ableger. Mit dem sich nahtlos zu Olivier Rœllinger überleiten lässt. Geboren in Cancale, erhielt er als erster bretonischer Küchenchef drei Michelin-Sterne, schloss 2008 aber sein Kultrestaurant und widmete sich fortan im Maison du Voyageur (1,Rue Duguesclin, Cancale) seinen Gewürzmischungen. Eine Legende besagt, der Korsar Surcouf habe schon in diesem Haus gewohnt und dort einen Goldschatz versteckt. Heute hat Oliviers Sohn Hugo Rœllinger das Koch-Regiment übernommen, nachdem er, alter Tradition folgend, über Jahre zur See fuhr. Mittlerweile ist er Chef de Cuisine mit zwei eigenen Michelin-Sternen. Sein Restaurant Coquillage ist Bestandteil eines Rœllinger-Wohlfühl-Imperiums namens Maisons de Bricourt, das auch Luxusherbergen, Spa, Patisserie und den Gewürztempel umfasst. Adresse des Coquillage ist das Schloss Richeux in wunderschöner Küstenlandschaft südlich von Cancale (Le Buot, St-Mélior-des-Ondes, www.roellinger-bricourt.com ). Alles in der Küche ist regional, lokal am besten, alles ist vom Respekt vor der Natur geprägt. Hugo Rœllinger liebt besonders Algen, die verschiedenen Muschelarten und Gewürze. Nichts inspiriere ihn so wie der Horizont, hat er einmal gesagt. Was ihn, nur als Beispiel, zu einem Hummer mit Kakao, dreierlei Chili und Sherry-Soße führt. So etwas haben Sie noch nie gegessen. Das Gericht ist eine Hommage an den Seefahrer Daniel de La Touche, der von Cancale aus in See stach und mit Booten voller Kakao, Vanille und Chili zurückkam. Versäumen Sie nicht, durch den Park von Château Richeux zu schlendern. Sie finden dort allein sechsundzwanzig alte Apfelsorten. Auch Bienenstöcke, Schafe, Kühe, Esel und Frösche.