Die klassische Anlagestrategie Buy and hold, das heißt, langfristig in eine Aktie zu investieren, wird in westeuropäischen und amerikanischen Aktienmärkten auf absehbare Zeit wahrscheinlich nicht erfolgreich sein. Die Negativfaktoren in Form einer alternden Bevölkerung, von Staatsverschuldung, Haushaltsdefiziten, einer Verschlechterung des Bildungsstandards, einer schlechten Infrastruktur und eines geringen Produktivitätswachstums sind zu groß. Buy and hold bewährt sich vermutlich besser in anderen Teilen der Welt.

Die Dollar-Durchschnittskosten-Methode (Dollar Cost Averaging, DCA) hingegen kann in einem freundlichen Marktklima funktionieren; in einem langfristigen, sich über viele Jahrzehnte erstreckenden Bärenmarkt kann sie aber die völlig falsche Strategie sein.

Ein Problem mit der traditionellen wertorientierten Anlagestrategie ist die starke Betonung des Preis-Gewinn-Verhältnis. In seiner reinsten Form sollte der Reinerlös die wahren Gewinne und die wahre Profitabilität des Unternehmens widerspiegeln. In der Realität ist der Reinerlös beziehungsweise der Gewinn pro Aktie oft die am wenigsten verlässliche Zahl in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung. Es gibt nämlich Hunderte von Bilanzierungstricks, um sie zu schönen. Daher sind sie oft irreführend. Achten Sie auf die Verhältniszahl EV/EBITDA, also dem Verhältnis von Enterprise Value (Unternehmenswert) zu Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.) Das KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis) ist besonders aussagekräftig.