15
Weil sie während der 18 Monate, die Dorothys Kampf gegen den Krebs gedauert hatte, mehr gewesen war als nur eine bezahlte Pflegekraft, weil sie Dorothy mit der Zeit lieben gelernt hatte wie eine Mutter, fühlte Rosa Leon sich verpflichtet, während der Feuerbestattung anwesend zu sein. Sie wartete stundenlang in der Leichenhalle und nahm die Urne entgegen, die noch warm war von der frischen Asche, die sie enthielt.
Mit dieser Bronzereliquie kehrte sie zum stattlichen, alten Haus zurück und stellte sie auf den Kaminsims im Wohnzimmer. Im nächsten Monat wohnte sie, wie Dorothy es ihr aufgetragen hatte, weiter in der Gästesuite und organisierte einen Gedenkgottesdienst auf dem Grundstück, bei dem Dorothys Lieblingsrestaurant für die Verpflegung sorgen sollte.
Das soll keine ernste Angelegenheit werden, Rosa. Ich will eine Feier. Alte Freunde, die zusammenkommen, um schöne Erinnerungen auszutauschen. Lachen, nicht weinen. Flotte Musik. Eine Bar, damit sie auf den Anfang meines neuen Lebens einen trinken können.
Ohne Dorothy kam ihr das schöne viktorianische Haus, das für sie immer ein warmer, gemütlicher Ort gewesen war, plötzlich kalt und gähnend leer vor. Rosa hatte im Laufe dieses traurigen Tages immer ihre professionelle Haltung bewahrt, aber als sie die Urne auf dem Kaminsims stehen sah, konnte sie die Tränen nicht mehr zurückhalten.
Bei Dorothy Hummel hatte Rosa zum ersten Mal in ihrem harten Leben Zuneigung erlebt. Ihr Vater Hector Leon, ein Anstreicher, hatte sie und ihre Mutter Helene verlassen, als Rosa gerade drei Jahre alt gewesen war. Durch Tausende von Kränkungen und Beleidigungen hatte Helene ihre Tochter wissen lassen, dass sie ungewollt war, das Produkt von Vergewaltigung und einer erzwungenen Ehe, obwohl es reichlich Hinweise dafür gab, dass die behauptete Vergewaltigung nicht stattgefunden hatte und dass ihre Eltern sich, wenn auch nur für kurze Zeit, einmal geliebt hatten. Im Alter von 16 Jahren hatte Rosa ihren Vater ausfindig gemacht und ihn besucht. Sie hatte sich nur ein wenig von der Zuneigung erhofft, die jeder Vater seinem Kind schuldig war. Aber Hector hatte ihr nichts zu geben. Er sagte, Helene sei der größte Fehler seines Lebens gewesen und Rosa der Fehler eines Fehlers . Er verbot ihr, noch einmal wiederzukommen. Angesichts des heruntergekommenen Zustands des alten Bungalows, in dem Hector lebte, sowie des Whiskeys mit Bier zum Nachspülen, der um neun Uhr morgens auf seinem Nachttisch stand, kam Rosa zu dem Schluss, dass er zu wenig arbeitete und zu viel trank. Vielleicht war es ein Segen, dass sie keinen Kontakt zu ihm hatte. Aber in diesem Moment schmerzte seine Ablehnung.
Während der High-School-Zeit arbeitete sie an den Wochenenden in einem Restaurant, wo sie Gemüse für den Koch vorbereitete und ansonsten jede Drecksarbeit übernahm, die ihr aufgetragen wurde. Sie bekam ein Stipendium für eine Krankenpflegeschule, bezahlte den Rest von ihren eigenen Ersparnissen und stellte fest, dass es ihr Freude bereitete, sich um Kranke zu kümmern. Bald spezialisierte sie sich auf die häusliche Pflege. Sie hatte zwar Freunde, aber keine engen, weil sie immer arbeitete. Sie war noch keinem Mann begegnet, der sie respektiert hatte. Dafür einem, der sich derartig respektlos verhalten hatte, dass sie sich vor weiteren Verabredungen hütete.
Mit 34 Jahren hatte sie dann Dorothys Stellenangebot angenommen und war mit größter Güte empfangen worden, eine Betreuerin, die selbst betreut wurde. Ihre Patientin war gleichzeitig ihre Pflegerin. Dorothy sah in Rosa einen verletzten Vogel, der aus dem Nest gefallen war, bevor er gelernt hatte zu fliegen. Und wenn irgendjemand dazu geboren war, einer gebrochenen Seele beizubringen, wie sie sich wieder erheben konnte, war es Dorothy Hummel. Rosa hatte nie zu ihrem Vergnügen gelesen, und Dorothy schien wirklich alles gelesen zu haben. Dorothy bestand darauf, dass Rosa ihr laut vorlas, und so fand sie Monat für Monat die Wahrheit über das Leben in der Literatur, fand Wahrheit, Hoffnung und Hinweise für eine neue Art zu leben. Nachdem sie eineinhalb Jahre in diesem Haus verbracht hatte, war Rosas Herz stärker und ihr Bewusstsein von sich selbst klarer geworden.
Hätte Dorothy doch nur noch eineinhalb Jahre länger gelebt …
Aber das hatte sie nicht. Sie war nun nicht mehr da.
Wenn Rosas Heilung noch nicht abgeschlossen war, musste sie den Rest selbst zustande bringen.
Sie tupfte sich mit einem Taschentuch die Tränen aus den Augenwinkeln, wandte sich von der Urne auf dem Sims ab und dachte: Ich muss mich noch um Kipp kümmern, und er wird auf mich aufpassen, wie er auf Dorothy aufgepasst hat. Wir werden uns gegenseitig heilen, ich und Kipp.
Der Hund war für Dorothy wie ein Kind gewesen. Die Bindung zwischen ihnen war stärker gewesen als die übliche zwischen Haustier und Besitzer, Begriffe, die Dorothy nicht gemocht hatte. Ich bin nicht seine Besitzerin. Ich bin Kipps Beschützerin und er ist mein Beschützer. Ihre Beziehung hatte etwas Mysteriöses gehabt; Dorothy hatte selbst oft darauf angespielt. Tatsächlich hatte sie gesagt, wenn sie einmal nicht mehr sei und Rosa diejenige wäre, die sich um Kipp kümmern müsse, werde es zu einer Art Offenbarung kommen. Vielleicht spuke ich dann hier ein bisschen herum, damit ich zuschauen kann!
Und wo steckte Kipp jetzt? Durch seine Spezialtür konnte er jederzeit kommen und gehen, aber er verließ nie das Grundstück. Er musste irgendwo im Haus sein. Normalerweise wäre er auf sie zugerannt und hätte sie begrüßt, mit einem breiten Grinsen auf seinem großen, goldenen Gesicht und mit freudig strahlenden Augen. Er musste sich irgendeinen stillen Platz gesucht haben, an dem er sich zusammenrollen und trauern konnte.
Auf dem Weg vom Wohnzimmer durch den Flur ins Esszimmer rief sie nach ihm, aber als er nicht gleich kam, hörte sie auf, ihn zu suchen. Sie erinnerte sich, wie jämmerlich sein Winseln am Vorabend geklungen hatte, als Dorothy gestorben war. Er war ein sehr sensibler Junge. Er wusste, dass Rosa hier war, und sobald er bereit für morgendliche Gesellschaft war, würde er von allein zu ihr kommen.
Sie stand nun vor der Tür zum Arbeitszimmer, gegenüber der Bibliothek. In den 18 Monaten, in denen sie in diesem prächtigen Haus gewohnt und gearbeitet hatte, war diese Tür immer abgeschlossen gewesen. Mrs. Champlain, die an drei Wochentagen kam, um das Haus sauber zu halten, hatte nie einen Fuß dort hineingesetzt. Dorothy hatte dort selbst gefegt und Staub gewischt, bis zu den letzten sechs Wochen in ihrem Leben, als ihr die nötige Energie dafür gefehlt hatte.
Natürlich vertraue ich Mrs. Champlain und Ihnen voll und ganz, liebe Rosa, aber dieses Zimmer ist für mich der privateste Ort, an dem ich all meine tiefsten, dunkelsten Geheimnisse aufbewahre. Vielleicht halten Sie mich für eine alberne alte Frau, die ihr Leben lang verhätschelt wurde und keine dunkleren Geheimnisse hat als den Lippenstift, den sie mit 16 aus einem Laden geklaut hat. Aber ich versichere Ihnen, ich hatte einmal eine wilde Zeit. Und wenn Sie mir das nicht glauben, seien Sie wenigstens so gut und räumen Sie ein, dass es eine gewisse kleine Wahrscheinlichkeit dafür gibt, dass ich nicht immer so langweilig war, wie ich jetzt bin. Behandeln Sie das Arbeitszimmer so, als wären wir in einem Roman von Daphne du Maurier, als wäre dieses Haus eine andere Version von Manderley. Hinter dieser Tür bewahre ich entweder die mumifizierte Leiche der ermordeten Rebecca oder Mrs. Danvers – oder beide! – auf, damit mir ein langer Gefängnisaufenthalt erspart bleibt.
Rosa zog den Schlüssel zu dieser Tür aus einer Hosentasche. Dorothy hatte ihn ihr am vorigen Nachmittag gegeben, zehn Stunden vor ihrem Tod. Sie hatte ihr die Anweisung gegeben, die Tür einen Tag nach ihrem Dahinscheiden zu öffnen. Rosa hatte von ihr nicht erfahren, was sie in diesem Raum finden werde, abgesehen vom Hinweis auf einen Computer mit Videodateien, die sie sich ansehen müsse.
Obwohl sie wusste, dass sie nicht auf Leichen stoßen würde, weder mumifizierte noch andere, zögerte sie. Falls in diesem Zimmer wirklich Geheimnisse aufbewahrt wurden und diese ihr Bild von Dorothy vielleicht verändern konnten, wollte Rosa Leon sie nicht erfahren. In dem einsamen Kampf, den ihr Leben bis heute dargestellt hatte, waren ihr nur wenige Personen begegnet, die sie bewunderte, und von diesen bewunderte sie keine mehr als Dorothy. Im unwahrscheinlichen Fall, dass Arthur Hummels Witwe eine dunkle Seite gehabt hatte, irgendeinen hässlichen Fleck auf der Seele, wäre diese Einsicht für Rosa so schmerzhaft gewesen wie ein Pfeil, der sich in ihre Brust bohrte.
Aber sie hatte ihr Versprechen gegeben, sich die Videodateien anzusehen und das zu tun, von dem ihr Herz ihr sagte, dass es das Richtige war. Versprechen mussten eingehalten werden.
Rosa schloss die Tür auf und betrat das Arbeitszimmer.
Der große Raum maß vielleicht acht mal neun Meter. Die hohen Fenster boten zwischen langen Ranken hindurch eine Aussicht auf den berühmten See.
Rechts stand ein antiker Biedermeier-Schreibtisch, der für Möbel aus jener Zeit groß ausfiel. Hinter dem Tisch erstreckte sich ein Arbeitsbereich an der gesamten Wand entlang. Dort warteten ein Computer, ein Drucker, ein Scanner und andere Geräte.
In der Mitte des Zimmers standen ein Biedermeier-Sofa und zwei Art-déco-Sessel um einen großen Couchtisch, der aus einem chinesischen Kang-Bett geformt war. Auf diesem wiederum waren einige antike japanische Bronzevasen aufgestellt. Dorothys und Arthurs Geschmack war eklektisch gewesen und sie hatten ein Talent dafür gehabt, Möbel verschiedener Epochen und Stile aufeinander abzustimmen.
Das Ungewöhnlichste war das Alphabet, das jemand links an die Wand gemalt hatte: 26 etwa 30 Zentimeter hohe Buchstaben, mit Schablonen auf einen weißen Hintergrund gezeichnet, dazu eine Reihe von Satzzeichen. Außerdem waren da Symbole: unter anderem ›&‹, ›%‹ und ›=‹. Am Boden vor dieser Wand befand sich eine niedrige Vorrichtung, deren Zweck sie nicht erkennen konnte.
Rosa trat hinter den Schreibtisch, setzte sich auf den Bürostuhl und drehte sich in Richtung des Computers um. Sie schaltete ihn ein.
Während der Wochen, in denen Dorothy die Kraft gefehlt hatte, das Arbeitszimmer zu reinigen, hatte sich eine dünne Staubschicht auf alles gelegt, aber das System funktionierte.
Dorothys Passwort lautete LOVEARTHUR .
Die Videos befanden sich in einem separaten Ordner. Sie waren nummeriert.
Rosa klickte das erste an. Als die Wiedergabe begann, sah sie zu ihrer Überraschung eine Dorothy, die gesünder wirkte als die Frau, die sie in letzter Zeit gepflegt hatte. Dorothy schien etwa zehn Monate oder ein Jahr jünger zu sein. Sie saß an ihrem Schreibtisch.
Sie sprach direkt in die Kamera: »Rosa Rachel Leon, Sie wunderbares Mädchen, ich hatte das Glück, Ihnen in meiner schwersten Stunde zu begegnen, und das war nicht nur deshalb ein Glück, weil Sie sich so ausgezeichnet um mich gekümmert haben. Sondern auch deshalb, weil Sie ehrlich, anständig und mit echtem Mitgefühl gesegnet sind, mit Bescheidenheit inmitten einer Welt voller Stolz und Selbstsucht. Noch dazu sind Sie viel intelligenter, als Sie glauben.«
Rosas Wangen röteten sich, als wäre die Frau, die sie so lobte, noch am Leben und würde vor ihr stehen. Wieder kamen ihr die Tränen. Sie zupfte ein Papiertaschentuch aus einer Schachtel und tupfte sie weg, um wieder klar sehen zu können.
»Innerhalb von 48 Stunden nach meinem Tod werden Sie Besuch von Roger Austin bekommen. Er ist mein Anwalt, wie Sie wissen. Er wird Sie davon in Kenntnis setzen, dass ich Sie zu meiner Alleinerbin ernannt habe.«
Das war Rosa neu. Sie schüttelte den Kopf, als glaubte sie zu träumen, als müsste sie Dorothys Worte verneinen, um eine bittere Enttäuschung beim Aufwachen zu vermeiden.
»Das Gesetz verbietet, dass eine Pflegerin in einer Situation, die einer Hospizbetreuung gleichkommt, von einer Patientin erbt. Deshalb haben wir Ihnen, nachdem Sie fünf Monate für mich gearbeitet hatten und ich Sie gut kennengelernt hatte, den Geschäftstitel ›Teilhaberin in leitender Position‹ gegeben. Das haben wir rechtlich so hieb- und stichfest abgesichert, dass an meinem Testament nichts mehr zu rücken ist. Ich habe sowieso keine Verwandten, die sich dagegenstellen könnten.«
Rosa war so nervös, dass sie sich bewegen, eine plötzlich aufkommende, hektische Energie loswerden wollte. Aber als sie vom Stuhl aufstand, hatte sie so weiche Knie, dass ihre Beine unter ihr nachgaben. Sie setzte sich sofort wieder hin.
»Nach Abzug der Steuern«, fuhr Dorothy fort, »bleiben Ihnen dieses Haus mit Inhalt sowie liquide Mittel in Höhe von zwölf Millionen Dollar.«
»Das habe ich nicht verdient«, protestierte Rosa, als ob die Frau auf dem Bildschirm sie hören könnte und sich umstimmen ließe. »Ich war doch nur für achtzehn Monate bei Ihnen.«
An dieser Stelle hatte Dorothy innegehalten, als ob sie gewusst hätte, dass Rosa Widerworte machen würde. Sie lächelte spitzbübisch.
»Wie gern würde ich Sie in diesem Moment sehen, Mädchen. Ich weiß, Sie werden sich überrumpelt fühlen, zuerst vielleicht auch Angst haben. Haben Sie keine. Roger Austin und meine Buchhalterin Shiela Gooldman sind gute Menschen. Sie werden Sie verlässlich beraten, was Investitionen angeht. Und so, wie ich Sie kenne – und ich kenne Sie –, werden Sie mit der Zeit genug lernen, um ganz allein mit allem zurechtzukommen.«
»Nie im Leben«, sagte Rosa mit zitternder Stimme.
»Doch, das werden Sie«, beharrte Dorothy, wieder lächelnd. »Und nun zu einer noch größeren Überraschung. Viel größer. Entschuldigen Sie meine derbe Ausdrucksweise, Kind, aber wenn Sie das hören, landen Sie vor Staunen auf dem Hintern. Bereit?«
»Nein.«
Dorothy legte die Arme auf die Tischplatte, beugte sich näher an die Kamera, senkte die Stimme und sprach mit einem tiefen Ernst, der Rosa regelrecht hypnotisierte. »Sie wissen, dass Kipp ein schlauer Hund ist. Aber er ist unvergleichlich viel schlauer, als Ihnen bewusst ist. Er ist ein Geheimnis, ein Wunder – und in der Welt da draußen gibt es noch andere, die so sind wie er. Sie nennen sich ›das Mysterium‹. Ich kann nur mutmaßen, dass er wahrscheinlich ein Produkt genetischer Züchtung ist. Irgendwo in seinem Stammbaum muss es Laborhunde gegeben haben, die das Resultat radikaler Experimente waren und vielleicht ausgebrochen sind. Liebe Rosa, er ist genauso intelligent wie wir, und er ist ein Schatz, der gehütet werden muss. Sie müssen jetzt seine Hüterin sein. Und nachdem Sie die folgenden Videos gesehen haben, nachdem Sie zugeschaut haben, wie der liebe Kipp über das Alphabet an der Wand mit mir kommuniziert, werden Sie mir nicht nur glauben, sondern auch Ihre Bestimmung im Leben gefunden haben, da bin ich sicher.«
Rosa drehte sich auf dem Stuhl um und betrachtete die 30 Zentimeter hohen schwarzen Buchstaben an der gegenüberliegenden Mauer.
Hinter ihr fuhr Dorothy fort: »Seit ich ein kleines Mädchen war, und das ist sehr lange her, hatte ich ganz tief in mir insgeheim dieses merkwürdige Gefühl. Ich denke, Sie hatten dasselbe merkwürdige Gefühl, und genau wie ich dachten Sie, dass es dumm von Ihnen wäre, darüber zu sprechen.«
Rosa fühlte einen angenehmen Schauer im Nacken. Durch die großen Fenster blickte sie zum abfallenden Wald und zum dahinter liegenden See hinaus: eine mystische Szenerie im abnehmenden Licht, das Wasser geheimnisvoll wie ein Loch in einem anderen Land, in dem etwas lebte, das der Stoff von Legenden war.
»Mein ganzes Leben lang, Rosa, habe ich gespürt, dass es in der Welt eine versteckte Magie gibt, dass das Leben mehr ist, als wir mit unseren fünf Sinnen erfassen können. Ich habe immer geglaubt, dass Wunder wirklich geschehen können und dass ich eines Tages eins erleben würde.«
Sogar ein Mädchen, das in Armut und ohne Liebe aufgewachsen war, konnte so etwas empfinden. Vielleicht gerade ein Mädchen, das in Armut und ohne Liebe aufgewachsen war und keine andere Hoffnung hatte als das, was seiner Vorstellungskraft entsprang.
»Das Leben treibt uns dieses geheime Gefühl aus, wenn wir es zulassen«, sagte Dorothy. »Aber ich habe mir dieses Gefühl nie austreiben lassen, Rosa, und eines Tages kam ein Wunder zu mir, ein Wunder auf vier Pfoten.«