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Der Wind heulte durch die Gasse wie ein Insasse eines Irrenhauses und peitschte wild an die Ziegelwände der Gebäude.
Der Kerl, der sich Zellman nannte, fuhr den Leichenwagen, in dem die zwei Leichen lagen. Er hatte sicherlich Erfahrung im Umgang mit Toten, sei es nun als Pathologieassistent oder auf andere Weise. Frawley, der Mittelsmann, folgte ihm in dem Shelby Super Snake, der dem verstorbenen Painton Spader gehört hatte und der zusammen mit den Leichen und den Beweismitteln in den Besitz des Generalstaatsanwalts übergegangen war. Beide Fahrzeuge bogen am Stadtplatz nach rechts ab und gerieten außer Sicht. Mit ihnen war auch das Licht verschwunden.
In der windumtosten Dunkelheit sagte Carson Conroy: »Die Sache stinkt doch zum Himmel.«
Sheriff Eckman zuckte die Achseln. »Es ist, wie es ist.« Er ging zum Seiteneingang, aus dem er zuvor gekommen war, und verschwand wieder in seinem eigenen Reich.
Carson hörte diesen Ausdruck – Es ist, wie es ist – in letzter Zeit immer häufiger, und es ärgerte ihn jedes Mal. Er hätte Eckman am liebsten entgegnet: Nein, Sie sind, was Sie sind, und jetzt weiß ich auch genau, was das ist. Aber er hielt den Mund, denn vielleicht würden die Wähler beim nächsten Mal klüger sein und ihre Stimmen für einen anderen Sheriff abgeben. Bis dahin wollte Carson nicht gezwungen sein, sich einen anderen Job zu suchen.
Obwohl es schon spät war, überließ er den heulenden Sturm sich selbst und ging noch einmal in sein Büro. Am Computer rief er die Website des National Crime Information Center auf und lud die Liste der Personen, für die ein Haftbefehl ausgestellt war. Er suchte den Namen Nathan Palmer – und begann damit, eine Liste auffälliger Tatsachen zu erstellen.