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Die Lichter der Polizeiwagen tanzten blau und rot über Windschutzscheibe und Armaturenbrett des Range Rovers.
Kipp und Ben standen in einer Reihe anderer Fahrzeuge vor einer Straßensperre in nördlicher Richtung auf der Greenbriar Road.
Ben wartete geduldiger als Kipp, der angespannt hechelte.
»Was ist los, Kumpel?«
Ben wusste nicht von dem Jungen, wusste nicht, dass dieser geschrien hatte und nun in der Leitung beinahe verstummt war, nur noch mitleiderregende Laute völliger Verzweiflung ausstieß.
Es gab auf diesem Planeten zwei Arten, die seit vielen Tausend Jahren miteinander verbunden waren. Vielleicht seit mehr als 100.000 Jahren. Hunde und Menschen.
Die Hunde hatten den Menschen zur Seite gestanden, Jahrtausende vor den Pferden und den Katzen.
Sie hatten gemeinsam gejagt in einer Zeit, in der das Jagen überlebenswichtig gewesen war.
Sie hatten sich gegenseitig vor allen Gefahren geschützt in einer primitiven Welt, in der die Natur noch grausamer gewesen war als heute.
Von allen Lebewesen auf der Erde behielten nur Menschen und Hunde ihr ganzes Leben lang ihre Freude am Spiel.
Es existierte ein gemeinsames Schicksal von Menschen und Hunden, das sich bisher noch nicht erfüllt hatte.
Daran hatte Dorothy geglaubt.
Sie war sicher gewesen, dass Kipp und die anderen im Mysterium die nächste Stufe dieses Schicksals repräsentierten, dass sie die Welt verändern würden.
Und nun war dieser Junge unbewusst dazu fähig, die Leitung zu benutzen. Das konnte vielleicht bedeuten, dass das Bündnis zwischen Hunden und Menschen in naher Zukunft noch enger würde.
Kipp hatte das Gefühl, dass ein bedeutendes historisches Ereignis dicht bevorstand.
Die Polizisten gingen langsam von Fahrzeug zu Fahrzeug, befragten die Fahrer, sahen in die Kofferräume.
Ein historisches Ereignis stand bevor, und die Polizei hielt den Verkehr auf der Greenbriar Road auf. Falls Kipp noch frustrierter würde, müsste er aussteigen und pinkeln.