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Megan hatte Woody schon zuvor lachen gehört, aber ihr war der Grund seines Lachens nie klar gewesen. Oft schien es irgendeinen inneren Anlass zu geben, eine private Beobachtung. Es hatte nie mit irgendeinem amüsanten Ereignis zu tun, über das sie sich mit ihm austauschen konnte.
Als sie ins Zimmer stürmte und sah, wie der Junge von dem Hund überwältigt wurde, wie er ihn umarmte und lachte, wurde sie von heftigen Emotionen gepackt. Sie hätte lachen können, sie hätte weinen können. Sie hätte in der Lage sein sollen, sich nach Lee Shackets Festnahme von ihrer Angst zu lösen, aber dazu war sie nicht fähig. Woody war glücklich und der Hund schien harmlos zu sein, aber der Hund hatte Zähne. Sie musste daran denken, was Shacket dieser armen Frau angetan hatte, ihrem Gesicht. Die Angst ließ sie nicht los.
Auch der Deputy, der direkt nach Megan ins Zimmer kam, wusste nicht, was er tun sollte. Er fragte, ob der Hund ihr gehöre, und sie verneinte es. Als er fragte, ob der Hund den Nachbarn gehöre, erwiderte sie, dass sie das nicht wisse. Sie blieben unschlüssig stehen. Das Kichern des Jungen und die offenbare Freude des Hundes schienen ihnen zu sagen, dass es nicht nötig war, irgendetwas zu unternehmen, dass alles in bester Ordnung sei.
Der Fremde, der dem Deputy in den Raum folgte, hatte eine Ausstrahlung, die keiner der Hilfssheriffs und auch nicht der Sheriff selbst für sich beanspruchen konnte. Sein ruhiges Verhalten und eine Leichtigkeit in seinen Bewegungen legten nahe, dass ihn wenig überraschte und nichts aus der Ruhe bringen konnte.
»Ma’am«, meldete der Mann sich zu Wort, »ich muss mich für meinen Hund entschuldigen. Er ist ein guter Junge und meint es nicht böse, aber manchmal reißt die Begeisterung ihn einfach mit.«
Bevor Megan etwas erwidern konnte, sprach der Mann den Retriever an. »Hey, Scooby.« Der Hund sah ihn an. »Ist alles okay?«
Megan glaubte erst, dass sie es sich nur einbildete, aber das war nicht der Fall: Der Hund nickte.
»Alles in Ordnung«, sagte der Neuankömmling zum Deputy. Ohne auf eine Aufforderung zu warten, zog er eine Brieftasche aus seiner Hüfttasche und zeigte seinen Führerschein vor. »Mein Name ist Brenaden Septimus Hawkins. Freunde nennen mich Ben oder Hawk. Meine Mom und mein Dad sind wirklich nette Leute, aber sie haben kein gutes Ohr für Namen. Mein Bruder heißt Willie Willard Hawkins. Meine Schwester heißt Eulalia Ermintrude Hawkins. Zum Glück ist sie klug, hübsch und verdammt hart, daher traut sich keiner, sie mit einem anderen Namen als ›Trudie‹ anzusprechen.«