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Megan, Rosa und Ben hatten den Großteil des Tages mit Kochen verbracht, sodass es nun genug zu essen für eine ganze Armee gab. Kipp hielt all diese Menschen tatsächlich für eine Art von Armee. Eine Armee der Gerechten.
Die Leute gesellten sich zueinander, lachten und aßen zusammen.
Sie knüpften neue Freundschaften.
Sie alle rochen gut. Keiner roch wie ein Hasser.
Keiner mehr, seit die vier Männer von Atropos verschwunden waren.
Natürlich war Shacket immer noch irgendwo da draußen.
Vielleicht würde er wiederkommen, vielleicht auch nicht.
Diesen Kerl würde Kipp schon aus großer Entfernung riechen.
Die Hunde waren ebenfalls gesellig, lachten telepathisch und fraßen, was man speziell für sie zubereitet hatte.
Hamburger. Hühnerbrust. In Hühnerbrühe gekochter Reis mit Karotten. Kartoffeln.
Es war eine sehr schöne Zusammenkunft.
Sie wäre noch so viel schöner gewesen, wenn Dorothy dabei gewesen wäre.
Und Jason Bookman.
Auf eine gewisse Weise waren sie hier. In den Herzen derer, die sie geliebt hatten.
Es waren zwei aufregende Tage gewesen. Von einem Totenbett zur Geburt einer neuen Welt.
Es war wie eine Geschichte in einem Buch.
Aber die echte Welt war fantastischer als jede Fiktion.
Jeder, der an diesem Abend hier war, wusste, wie fantastisch die Welt war.
Im Haus verbreitete sich ein Gefühl der Erwartung. Sie wussten, wie der Abend enden würde.
Einige der Menschen hatten ein wenig Angst. Aber nur ein wenig.
Kipp konnte riechen, wie klein ihre Angst war.
Als eine Stunde vergangen war und dann noch eine, begannen die Leute, immer öfter den Jungen anzusehen, der früher nicht hatte sprechen können.
Er war so klein, und doch lastete das Gewicht der Zukunft auf seinen Schultern.
Er konnte es tragen. Zwar aß er immer noch jedes Gericht von einem anderen Teller, aber er konnte das Gewicht der Zukunft tragen.
Schließlich verfielen die Versammelten in Schweigen. Sie alle fühlten, dass der Augenblick gekommen war.
Megan nahm Woody bei der Hand. »Schatz, bist du so weit?«
»Ja, wenn die anderen es auch sind.«
»Das sind sie. Das sind wir.«
Ben Hawkins ging zu Megan und nahm ihre Hand.
Rosa Leon ging zu Ben und nahm seine Hand.
Carson Conroy nahm Rosas Hand.
Obwohl es nicht notwendig war, sich an den Händen zu halten, obwohl es auch funktioniert hätte, wenn sie einfach nebeneinandergestanden hätten, taten sie es trotzdem.
Sie standen Hand in Hand, vom Wohnzimmer bis in die Diele.
Von der Diele bis in den Flur.
Vom Flur bis ins Esszimmer.
Bis in die Küche.
Bis in Megans Atelier, wo das Gemälde von Woody und der Hirschfamilie immer noch auf seine Fertigstellung wartete.
Im ganzen Haus standen alle Hand in Hand.
Die Hunde drückten sich an die Beine der Menschen.
Jetzt tat Woody, was Bella für ihn getan hatte und was sie ihn gelehrt hatte, für andere zu tun.
Er tat, was einzig und allein Woody für andere Menschen tun konnte.
Woody übertrug allen, die sich hier versammelt hatten, das Geschenk und die Bürde der Leitung.
Wären Menschen hier gewesen, die diese Gabe nicht empfangen hätten, wäre ihnen das Haus unheimlich still erschienen, abgesehen vom Unwetter, das auf das Dach und an die Fenster peitschte.
Aber für diejenigen, die sie empfangen hatten, war das Haus mit freudigen Begrüßungen und aufgeregten Unterhaltungen erfüllt.
Selbst jemand, der stumm für all diese Stimmen war, hätte dennoch das Staunen und die Emotionen gespürt, die von Herz zu Herz flossen.
Später, wenn der Regen nachließ, würden alle Besucher zu ihren weit entfernten Heimen zurückkehren.
Etwas geschah dort draußen.
Für die absehbare Zukunft war das Beste, was das Mysterium und seine geliebten Gefährten tun konnten, abzuwarten und es geschehen zu lassen.