Kapitel 17

D er November brachte Horace eine Menge Arbeit. Die Blätter fielen langsam zu Boden und die Überreste der Halloween-Feierlichkeiten mussten aufgeräumt werden. Alison und ihre Freunde hatten von den Partys und dem ganzen Spuk nichts wissen wollen, ihnen war die Begegnung mit den Geistern ein paar Tage zuvor genug gewesen. Für sie war der November mit seinen aufregenden Feiertagen, die immer näher rückten eine willkommene Ablenkung.

Professor Ira Heineken stand am Eingang der Garage und hielt seinen Zauberstab vor sich. »Ich heiße euch alle herzlich willkommen zum diesjährigen Mechanik- und Magieunterricht . Mein Name ist Professor Ira Heineken. Ich bin gerade von San Francisco hierher gewechselt.«

Mister Heineken war groß und hatte schulterlanges blondes Haar, das er im Nacken zu einem Dutt zusammengebunden hatte. Seine Augen waren kristallblau und sein Lächeln schien perfekt. Er sah genau so aus, wie die Schüler sich einen Professor aus Kalifornien vorgestellt hatten.

Der Lehrer holte tief Luft und begutachtete jeden seiner neuen Schüler, wohl wissend, dass nicht alle von ihnen Spaß an seinem Fach haben würden. »In meinem Unterricht geht es um das Wesentliche. Jeder muss wissen, wie man an Autos und Motoren anderer Fahrzeuge arbeitet. Ich werde euch zeigen, wie ihr Pannen mithilfe von Magie reparieren könnt und das ohne euch dabei dreckig zu machen.«

Kathleen lachte und rollte mit den Augen. »Das ist beruhigend. Ich habe schon öfter gesehen, wie mein Vater an seinem Auto herumgewerkelt hat. Wenn er fertig ist, sieht es immer so aus, als käme er geradewegs aus einem Stollen zurück. Haben wir denn keine Automechaniker, die das für uns machen?«

Der Professor hörte zufällig, was Kathleen sagte und zeigte auf sie. »Du hast Recht! Es gibt Leute, die das für euch machen können, aber jeder sollte wissen, wie man einen Reifen wechselt und das Öl prüft und austauscht. Außerdem, wer hat schon Lust und Zeit, stundenlang in einer Werkstatt darauf zu warten, dass endlich jemand Zeit für einen hat, wenn man es genauso gut selbst in fünf Minuten erledigen kann? Ich verspreche dir, Kathleen, am Ende dieses Jahres wirst du in der Lage sein, das Öl und die Reifen zu wechseln, ohne etwas anfassen zu müssen.«

Kathleen hob eine Augenbraue. »Ich nehme die Herausforderung an, aber ich bin nicht die Art von Mensch, die Reifen wechselt.«

Alle lachten und nickten. Keiner konnte sich vorstellen, dass Kathleen irgendetwas an einem Auto machen würde. Dennoch war sie nicht so uninteressiert an dem Thema, wie sie es wirken ließ. Sie waren alle im fahrtauglichen Alter und brannten darauf, sich hinter das Steuer eines Autos setzen zu dürfen. Dieses Fach würde sie diesem Ziel einen Schritt näherbringen.

Ethan hob seine Hand und der Lehrer nickte ihm zu. »Mein Vater war Mechaniker, soweit ich weiß. Mein Onkel besitzt auch eine Werkstatt, also habe ich im Laufe der Jahre viel über die Arbeit an Autos gelernt.«

Der Professor sah beeindruckt aus. »Hast du dabei Magie benutzt?«

Ethan zuckte mit den Schultern. »Mein Onkel ist nicht magisch, aber ich habe bei einigen kleinen Dingen Magie eingesetzt.«

Der Professor lächelte. »Dann wirst du es wirklich zu schätzen wissen, wenn du lernst, wie man alles auf magische Weise macht.«

Peter rieb seine Hände aneinander, sah Ethan an und lächelte. »Das wird echt nice.«

Der Lehrer zog eine Plane von etwas, das wie ein altes Auto aussah und streckte seine Arme aus. »Hier, bitte sehr! Das werden wir in diesem Schuljahr in Ordnung bringen. Kann mir jemand sagen, was das ist?«

Kathleen lehnte sich zu Emma und flüsterte: »Reste vom Schrottplatz?«

Peter hob aufgeregt die Hand. »Es ist eine Chevette mit Schrägheck von 1976! Und es sieht aus, als wäre sie einmal in hellem Metallic-Blau erstrahlt, was mega spannend ist, denn das gab es nur direkt aus der Fabrik.«

Der Professor zeigte auf Peter. »Genau richtig! Da ich jetzt Ihr Interesse geweckt habe, werde ich nun eine Bombe platzen lassen. Ich habe gelogen. Nicht alles im Leben kann mit Magie repariert werden, also werde ich euch in erster Linie zeigen, wie ihr dieses Fahrzeug manuell repariert und euch dann sagen, welche Zaubersprüche ihr verwenden könnt, um effektiver und besser zu arbeiten.«

Kathleen warf die Hände in die Luft. »Ich wusste es.«

Mister Heineken lachte. »Mach dir keine Sorgen, Kathleen. Wir kriegen das trotzdem hin. Also, versammelt euch. Wir fangen damit an, dass wir alle Dinge abmontieren, die entweder ersetzt oder repariert werden müssen und danach wieder angebracht werden können. Ich möchte, dass ihr auf verschiedene Teile zeigt und mir sagt, warum ihr denkt, dass sie weg sollten.«

Kathleen und Emma gingen zum hinteren Teil des Autos und schauten auf die Stoßstange hinunter, die schon halb auf dem Boden lag. »Ich glaube, dieses silberne Teil hier hinten muss vielleicht … repariert werden?«

Der Professor ging zum Heck des Autos und versuchte herauszufinden, worüber sie sprachen. »Oh, ihr meint die Stoßstange?«

Emma und Kathleen starrten ihn nur an.

Er grinste. »Ja, wir werden sie reparieren und wenn möglich wiederverwenden. Das Problem bei einigen dieser Dinger ist, dass sie verrostet sind und manche so sehr, dass man sie nicht mehr reparieren kann. Wenn das der Fall ist, werden wir das Teil besorgen und lernen, wie man es neu anbringt.«

Peter tauchte unter der Motorhaube auf. Er hatte alles gründlich inspiziert. »Vieles hier drin kann man nicht mehr verwenden und manches wird nicht mehr hergestellt. Wir können diese Dinge entweder gebraucht kaufen oder wir müssen uns an die neuen Technologien anpassen.«

Der Lehrer nickte zufrieden. »Aha! Hier kann uns die Magie nützlich sein. Wir können jedes Teil nehmen, etwas Magie anwenden und es an dieses Auto anpassen, damit es funktioniert. Du wirst es den Menschen vielleicht nicht so gut erklären können, was du brauchst, aber zumindest werden wir die Funktionalität des Autos nicht verändern. Sehr gut, Peter. Sonst noch jemand?«

Alle Jungs waren begeistert und sogar einige der Mädchen, wie Aya. Doch Kathleens Lieblingsfach würde es definitiv nicht werden.