O kay, Izzie, Peter, ihr zwei werdet in den gesperrten Bereich gehen, also verhaltet euch ruhig, bis ihr unser Signal bekommt«, flüsterte Ethan, während Bibliothekar Decker geduldig Bücher in ein Regal räumte.
Izzie und Peter nickten, während sie auf die Bücher auf dem Schreibtisch vor ihnen schauten und so taten, als würden sie sie lesen. Sie mussten in den gesperrten Bereich gelangen, aber es war gegen die Regeln, dass Schüler ohne ausdrückliche Erlaubnis der Direktorin sich dort aufhielten.
Ethan zwinkerte Kathleen zu, woraufhin sie zu dem Bibliothekar hinüberging und ihm auf die Schulter klopfte. »Entschuldigen Sie, Professor Decker, können Sie mir helfen, ein Buch zu finden. Ich interessiere mich sehr für Zaubertränke und habe mich gefragt, ob es einen Zaubertrank gibt, der mir helfen würde, meinen … Kleiderschrank in meinem Zimmer zu vergrößern.«
Der Bibliothekar stieß einen Seufzer aus, nickte und stieg vom Hocker herunter. »Ja, natürlich. Da hinten in der rechten Ecke ist ein ganzer Abschnitt über die Herstellung von Zaubertränken.«
Kathleen lächelte und warf Ethan einen zufriedenen Blick zu, als sie dem Gnom durch die Regale folgte. Überall entlang der Reihen glitzerten Schriftzüge und einige Buchrücken warfen Blasen, als er an ihnen vorbeiging.
Der Bibliothekar ging etwa drei Viertel des Ganges hinunter, bis er stehen blieb, dann zog er eine Leiter heran und kletterte hinauf. »In diesem Buch sollte alles stehen, was du über Hausrenovierungen mit Zaubertränken wissen möchtest. Obwohl ich mich frage, warum du nicht einfach deinen Zauberstab benutzt. Zaubertränke können so eine Sauerei machen. Wenn auch nur die kleinste Kleinigkeit daneben geht, könntest die Aktion mit einem Weidenbaum in deinem Schrank enden, statt mit einem Anbau.«
Kathleen täuschte Überraschung vor. »Daran habe ich gar nicht gedacht! Könnten Sie mir zeigen, wo die Bücher dafür sind?«
Emma kam um die Ecke. »Da sind Sie ja, Mister Decker. Ich hatte gehofft, Sie könnten mir die Abteilung über Mystik zeigen. Ich wollte unbedingt meine Wahrsagerei für nächstes Jahr auffrischen.«
Der Bibliothekar hob eine Augenbraue und winkte ab. »Sicher. Es liegt sowieso auf dem Weg dorthin, wo Kathleen hin muss.«
Er sah die beiden Mädchen misstrauisch an, als er sie zu ihren jeweiligen Abteilungen führte. Zuerst führte er Emma zu den selten benutzten Regalen mit Büchern über Mystik und Wahrsagerei und zeigte ihr verschiedene Bücher, die sie sich ansehen sollte. »Das ist alles etwas, was du in deinem Abschlussjahr lernen wirst. Versuche es mit Mystik für Anfänger, damit du nicht aus dem Nichts eine Prophetin wirst.«
Emma nickte und lächelte Kathleen zu, als der Bibliothekar den Gang hinunterging. Kathleen folgte ihm und warf einen Blick auf die verbotene Abteilung, in die sich Izzie und Peter gerade hineinschlichen und die Tür hinter sich schlossen. Mister Decker sah Kathleen an, woraufhin sie sich unauffällig gegen das Bücherregal lehnte, um ihre Freunde vor seinen Blicken abzuschirmen. »Oh, ich hätte wissen müssen, wo ich die finde.«
Der Bibliothekar brummte und begann, zurück zu seinem Bücherstapel zu gehen. In ihrer Panik, ihn nicht in die Nähe des gesperrten Bereichs zu lassen, stieß Kathleen mehrere Bücher aus dem Regal und erregte damit seine Aufmerksamkeit. »Verdammt, es tut mir so leid.«
Der Gnom schüttelte den Kopf. »Geh einfach weiter und such, was du brauchst. Ich kümmere mich um das hier. In dieser Bibliothek ist immer etwas los. Ich komme nie mit der Arbeit hinterher.«
In der verbotenen Abteilung schaute Izzie die Bücherreihen auf und ab, unsicher, was sie genau suchte. »Viele dieser Bücher sind in einer anderen Sprache. Wie soll ich da etwas finden?«
Peter zuckte mit den Schultern. »Ich weiß es nicht, aber wir müssen es versuchen. Wir brauchen einen Zauberspruch, der gegen die dunklen Zauberer wirkt – wenn wir ihnen gegenübertreten sollten.«
Izzie seufzte und zog ein Buch aus dem Regal. »Du hast recht. Wir brauchen etwas Einfaches, aber Effektives. Bei all diesen Büchern muss es doch etwas geben.«
Peter klappte eines der Bücher zu und stellte es zurück ins Regal. »Ja, hier muss es etwas geben. Sonst könnten wir schon bald in großen Schwierigkeiten stecken. Die ganze Schule könnte in großen Schwierigkeiten sein.«
»Mist«, sagte Izzie, »hier ist nichts. Wir müssen es später noch einmal versuchen.«
Bibliothekar Decker war gerade fertig damit, Kathleens Missgeschick aufzuräumen und schaute zurück in den Hauptbereich der Bibliothek. Er sah weder Peter noch Izzie, als er zu dem Telefon auf seinem Schreibtisch hinüberging. Das war ihm nicht geheuer. Er wollte einen weiteren Gnom holen, der helfen sollte, ein Auge auf die Schüler zu werfen. Sie schienen sich immer in Schwierigkeiten zu bringen, besonders wenn er sie nicht genau genug im Blick haben konnte.
»Was meinen Sie damit, Sie brauchen Hilfe, um den Überblick über die Schüler zu behalten?«, fragte der Gnom am Telefon.
Leo Decker wurde wütend. »Was für eine Frage! Es sind heute eine Menge Schüler hier und sie bitten ständig um Hilfe auf der Suche nach seltsamen Büchern. Bücher, die ungewöhnlich sind, wenn man bedenkt, wonach sie normalerweise suchen. Ich habe einfach das Gefühl, dass etwas vor sich geht. Ich muss diese Kinder im Auge behalten, bevor sie sich und die Schule in Schwierigkeiten bringen.«
Der Gnom am anderen Ende seufzte und antwortete: »Ich bin gleich unten. Hast du den gesperrten Bereich im Auge behalten?«
Bibliothekar Decker warf einen Blick in die Richtung, aber die Tür war geschlossen. »Natürlich habe ich das! Die Schüler wissen, dass sie dort nicht reindürfen und es wäre ziemlich dreist, es mitten am Tag zu versuchen, während ich in der Bibliothek stehe! Komm einfach her und hilf mir. Wenn einer der Schüler hinter meinem Rücken Bücher aus der Abteilung entwenden würde, wäre hier die Hölle los.«
* * *
Emma stand auf dem Parkplatz, rieb sich die Schultern und sah zu, wie Ethan den Wagen blitzschnell durch die Pylonen und um die Ecke bis zum perfekten Stopp manövrierte. »Für jemanden, der so schnell nervös wird, fühlt er sich hinter dem Lenkrad richtig sicher.«
Kathleen schaute sie an und grinste. »Du klingst verärgert. Keine Sorge, Emma, er hat den Zaun ganz schnell repariert und deine Schulter wird heilen.«
Emma schnaufte. »Ich mache mir keine Sorgen um meine Schulter oder den Zaun. Ich mache mir Sorgen über die Tatsache, dass ich gerade meine Übungszeit komplett vermasselt habe. Wer hätte gedacht, dass das Kaninchen aus dem Nichts auftauchen würde?«
Kathleen kicherte und legte den Arm um ihre Freundin. »Stimmt, aber du hättest lieber auf die Bremse statt auf das Gas drücken sollen. Es war eigentlich ziemlich lustig. Ich glaube, ich habe noch nie erlebt, dass die Augen eines Lehrers so schnell so groß wurden. Alle dachten, dass du einfach weiterfahren und durch den Wald rasen würdest.«
Emma machte ein ernstes Gesicht. »Das ist nicht lustig.«
Luke stieß sie mit dem Ellbogen an und blickte dann Izzie lächelnd an. »Es ist schon irgendwie lustig. Ich denke, dass du in ein paar Tagen auch darüber lachen wirst.«
Emma warf ihm einen bösen Blick zu. »Oh, sicher, du hast leicht reden. Am ersten Tag warst du auch noch furchtbar und plötzlich hast du es im Griff.«
Izzie lachte und rieb Lukes Schulter. »Ich glaube nicht, dass zwei der drei Kegel umzulegen, es im Griff haben, bedeutet.«
Emma zuckte mit den Schultern. »Ja, wenigstens waren es die Kegel und nicht der Zaun.«
Luke schmollte und sah Izzie an. »Es tut mir leid. Wir können nicht alle Naturtalente wie du sein. Wer hat dir überhaupt beigebracht, so zu fahren? Du bist um die Hütchen herumgefahren, als wärst du eine Rennfahrerin und dann hast du perfekt gestoppt – und das alles, ohne zu schwitzen.«
Alison klopfte Luke auf die Schulter und zeigte auf ihre Stirn. »Sie schwitzt vielleicht nicht, aber ich kann dir sagen, dass ich geschwitzt habe.«
Izzie zeigte auf Alison. »Siehst du? Sie konnte nicht mal sehen, wo ich hinfahre und selbst sie war in Panik. Nichts für ungut, Alison. Das macht mich nicht wirklich zu einer guten Fahrerin. Es gehört mehr zum Fahren, als nichts umzuwerfen.«
Kathleen lächelte. »Es ist okay, Izzie. Du darfst stolz darauf sein, eine gute Fahrerin zu sein. Lass dir das von denen nicht vermiesen.«
Luke legte seinen Arm um Izzie und warf den anderen einen trotzigen Blick zu. »Ich möchte nur darauf hinweisen, dass ich sehr stolz auf Izzie bin, weil sie eine so hervorragende Fahrerin ist. Außerdem wird mich meine Freundin überall hinfahren, falls ich bei der Fahrprüfung und in diesem Fach durchfallen sollte.«
Izzie lachte und gab ihm einen Klaps auf die Brust. »Ist das alles, wofür du mich brauchst?«
Luke lachte. »Hey, das ist eine gute Eigenschaft.«