Kapitel 21

I zzie stach mit ihrer Gabel in ein Chicken-Nugget, tauchte es in Ketchup und nahm einen Bissen. Nach dem, was am Morgen passiert war, hatte sie keinen Appetit mehr. Ihr Leben wurde von Sekunde zu Sekunde seltsamer und sie brauchte etwas, um sich abzulenken.

Kathleen seufzte und schob das Essen auf ihrem Teller hin und her. »Hat jemand eine Idee, was wir heute Nachmittag machen können? Anscheinend passiert im Kemana irgendetwas und wir Schüler dürfen nicht runter, also kommt das schon mal nicht infrage.«

Peter zuckte mit den Schultern und sah genauso gelangweilt aus. »Ich habe keine Ahnung. Ich bin es leid, nur auf dem Schulgelände rumzuhängen. Ich wurde sogar aus einigen zwielichtigen Bars geschmissen, in die ich aus Langeweile gegangen bin und mit der Schülerzeitung ist auch nichts los.«

Ethan grinste schelmisch. »Ich habe eine Idee. Wir treffen uns gleich draußen vor den Garagen.«

Aya hob eine Augenbraue und sah ihn an. »Was hast du vor?«

Ethan grinste. »Es ist eine Überraschung. Kommt einfach raus.«

Emma nickte. »Na gut. Warum nicht? Es ist doch sonst nichts los.«

»Ich bin dabei«, stimmte Peter zu.

Kathleen sah Izzie an und zuckte mit den Schultern. »Klingt gut. Ich muss echt mal was mit meiner Freizeit anfangen.«

Aya ließ ihren Teller verschwinden und griff nach ihrem Rucksack. »Sorry, Leute. Ich habe zu viele Hausaufgaben. Nächstes Mal bin ich wieder dabei.«

Alison folgte ihr. »Ja, sorry. Ich muss auch meine Hausaufgaben fertig machen. Ich habe mich zu sehr mit Geistern beschäftigt und bin in einen ziemlich großen Rückstand geraten.«

Ethan sah Jennifer fragend. »Was ist mit dir?«

Jennifer lachte und schüttelte den Kopf. »Nein, danke. Ich habe Hausaufgaben und keine Lust, mir heute Ärger einzuhandeln.«

Ethan sah zu, wie die anderen den Speisesaal verließen und erschrak, als er Jason auf den Tisch zukommen sah. Er klopfte Ethan kräftig auf die Schulter und sah sich um, als Alison verschwand. »Ich habe euch reden hören. Ich bin dabei. Eigentlich wollte ich in Alisons Nähe bleiben, aber sie hat offensichtlich Hausaufgaben zu erledigen.«

Kathleen reagierte empört. »Du weißt schon, dass das Stalking ist, oder? Und außerdem hat sie einen Freund.«

Jason hob die Hände. »Hey, ich will nur, dass sie glücklich ist.« Er lächelte breit und zuckte mit den Schultern, während er davonging und sein Bestes tat, um uninteressiert zu wirken.

Ethan rollte mit den Augen und zuckte mit den Schultern. Er stand auf und signalisierte, dass die Anderen ihm folgen sollten. »Das wird ohne ihn sehr viel besser sein. Lasst uns gehen. Wir müssen leise sein, aber ich verspreche, es wird sich lohnen.«

Die Gruppe verließ das Schulgebäude und ging Ethan in Richtung der Garage hinterher, in der sie an dem Auto gearbeitet hatten. Als sie fast dort waren, hob Ethan die Hand. »Wartet hier.«

Er schlich um die Garage herum, dann hörten sie ihn im Laub rascheln und laut ächzen. Die Gruppe sah sich kurz verwirrt an und spähte um die Ecke, gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie Ethan die Chevette, an der sie im Unterricht gearbeitet hatten, ins Freie schob.

Er streckte seine Arme präsentierend aus und lächelte. »Ich dachte mir, wir könnten in die Stadt fahren. Na los, lasst uns aufbrechen.«

Izzie verschränkte die Arme vor der Brust. »Ich weiß nicht so recht. Wir könnten dafür jede Menge Ärger bekommen.«

Luke zuckte mit den Schultern, stupste sie an und lächelte verschmitzt. »Komm schon. Das wird ein kleines Abenteuer und eine tolle Geschichte, die du unseren Enkeln später erzählen kannst.«

Izzies Gesicht wurde knallrot, aber sie grinste und kletterte hinter Luke auf den Rücksitz. Auch Emma, die der Idee skeptisch gegenüberstand, gab nach und stieg ein. Kathleen und Peter gingen beide zur Beifahrertür und sahen einander an.

Kathleen beobachtete Ethan über die Motorhaube und biss sich auf die Unterlippe. »Ich weiß nicht. Ich meine, ich liebe Abenteuer, aber das geht ein bisschen zu weit.«

Peter zuckte mit den Schultern, riss die Tür auf und kletterte in die Mitte der Vorderreihe. »Hey, ich würde alles für ein bisschen Abenteuer geben. Komm schon, Kathleen, das wird lustig.«

Kathleen sah Peter unentschlossen an, zuckte dann mit den Schultern und stieg ein. »Wenn Peter so darauf brennt, etwas Verrücktes zu tun, muss es das Risiko ja wert sein. Ich hoffe, du weißt, was du tust, Ethan.«

Ethan lachte und stieg auf der Fahrerseite ein. »Chillt mal. Ich schaffe das.«

Er startete das Auto und fuhr langsam auf das Tor zu. Sie schoben das Tor auf und rasten dann schnell hindurch, denn sie wollten nicht gleich am Eingang erwischt werden. Ethan entschied, dass es wahrscheinlich die beste Option war, über Nebenstraßen zu fahren, damit sie auf dem Weg in die Stadt keinem der Lehrer begegnen konnten.

Ethan hängte seine Hand aus dem Fenster, während er die kurvenreiche Straße hinunterfuhr. »Siehst du? Ganz einfach.«

In diesem Moment gab es einen Ruck und Ethan trat auf die Bremse, aber es passierte nichts. Kathleens Kopf drehte sich panisch zu ihm und sah ihn mit großen Augen an. »Was ist hier los?«

Ethan schüttelte panisch den Kopf. »Die Bremsen funktionieren nicht.«

Peter legte Ethans Hand wieder auf das Lenkrad und nickte ihm mit angsterfüllten Augen zu. »Beruhige dich. Wir haben im Mechanik- und Magieunterricht gelernt, wie man ein solches Problem löst. Wir finden heraus, wie wir die Bremsen reparieren können.«

Ethan nahm einen tiefen Atemzug. »Du hast recht. Wir können zusammen mit unserer Magie an den Bremsen arbeiten, während ich das Auto lenke.«

Izzie lehnte sich vor und legte ihre Hand auf Kathleens Schulter. »Lass uns versuchen, unsere Magie zu benutzen, um das Auto auf der Straße zu halten.«

Kathleen nickte. »Alles klar.«

Luke riss die Beifahrertür auf. »Ich nutze meine Kraft, um den Wagen abzubremsen. Wenn ihr mich verliert, vergesst nicht, mich wieder abzuholen.«

Izzie sah ihn ungläubig an. »Bist du sicher?«

Luke lachte. »Ja, das wird schon. Passt einfach auf, dass das Auto auf der Straße bleibt.«

Luke sprang aus dem Auto und rollte sich auf dem Schotter ab. Izzie beobachtete ihn aus dem Rückfenster. Er sprang auf die Füße und rannte dem Auto hinterher. Er war schneller als jeder Mensch, den Izzie je zuvor gesehen hatte, aber Luke war ja auch kein Mensch – jedenfalls nicht nur. Er holte das Auto ein, hielt sich an der Stoßstange fest und stemmte seine Fersen in den Boden, doch das Fahrzeug zog ihn, ohne wirklich langsamer zu werden, hinter sich her.

Peter hatte die Augen geschlossen, während er mit Ethan an den Bremsen arbeitete. Die anderen gaben ihr Bestes, um den Wagen auf der kurvenreichen Straße in der Spur zu halten. »Ich hab’s gleich. Nicht mehr lange.«

Es verlangte einiges an Kraft, sowohl magische als auch menschliche, aber nach etwa zehn Minuten gemeinsamer Anstrengung verlangsamte sich der Wagen und kam schließlich zum Stehen. Luke lehnte sich gegen den Kofferraum und atmete schwer, die anderen saßen still auf ihren Sitzen, immer noch geschockt von dem, was gerade passiert war.

Peter schüttelte den Kopf. »Ich konnte es nur so weit reparieren, dass das Auto für den Moment anhielt. Das können wir also nicht noch einmal riskieren. Wir müssen den Wagen zurück zur Schule schieben.«

Kathleen verschränkte die Arme und sah Ethan wütend an. »Oh, müssen wir das?«

Ethan lächelte unbehaglich und zuckte mit den Schultern. »Ich schätze, ich hätte vielleicht warten sollen, bis wir im Unterricht mit dem Auto fertig sind.«

Kathleen hob eine Augenbraue. »Ach was?«

Sie stiegen alle aus dem Auto und starrten auf die lange, kurvenreiche Straße und dann zurück in Richtung Schule. Kathleen seufzte und zückte ihren Zauberstab, um mit ein wenig Magie den Nachthimmel und ihren Weg zu beleuchten. Izzie wandte sich dem Wald in der Nähe zu und erzeugte eine kleine Lichtkugel, um die Feen um Hilfe zu bitten. Als die Gruppe anfing zu schieben, tanzten lauter kleine Feen um sie herum und versammelten sich an der Vorderseite des Wagens, um beim Wenden und Schieben des Wagens zu helfen.

Ethan sah überrascht nach unten, als die Geschwindigkeit zunahm. »Starke kleine Kerlchen.«

Luke lächelte und klopfte in einem vertrauten Rhythmus auf den Wagen. »Lasst uns beim Schieben etwas singen. Das hilft, die Zeit zu vertreiben.«

Izzie lächelte. »Gute Idee. Welchen Song?«

Luke und Ethan sahen sich an und wussten sofort, was der jeweils andere dachte. »Unsere Schulhymne, natürlich.«

Alle begannen zu singen, sogar Kathleen, die mehr als sauer darüber war, dass sie das Auto zurück zur Schule schieben mussten.

»Wir kämpfen bis zum Schluss. Wir sind die Cardinals!« Alle jubelten bei der letzten Zeile und schoben weiter. Sie beruhigten sich langsam und fanden sich mit der Situation ab. Kathleen stieß Ethan mit dem Ellbogen an und schenkte ihm ein Lächeln. »Wäre ein cooler Plan gewesen, wenn wir nicht so kläglich versagt hätten.«

Ethan lachte. »Du kennst mich doch, ich teste immer gerne die Grenzen aus.«

Peter wischte sich über die Stirn und stemmte seine Hände wieder gegen das Auto, um die Feen zu unterstützen. »Wenigstens sind wir nicht in einem feurigen Flammenball von einer Klippe gestürzt, wie es mir im Unterricht passiert ist.«

Izzie kicherte. »Ja, ein Glück.«

Sie schoben den Wagen durch das Tor und zurück zur Garage. Als sie die Türen erreichten, wedelte Ethan mit seinem Zauberstab und öffnete sie. Die Gruppe gab dem Auto einen letzten Schubs und stellte es dort ab, wo es hingehörte. Sie gingen zurück nach draußen, schlossen die Türen hinter sich und gaben sich gegenseitig ein High five, bevor sie sich den Feen zuwandten.

Izzie trat zu einer von ihnen vor. »Danke, dass ihr uns geholfen habt.«

Die Fee nickte und flog zurück zu den anderen. Sie alle winkten mit ihren kleinen Händen, als sie in verschiedene Richtungen davonflogen.

Peter sah zur Schule, dann wieder zu den anderen. »Wir gehen besser zurück, bevor wir erwischt werden.«

Izzie legte ihren Arm um Ethan und lächelte, während sich die Gruppe auf den Weg zurück machte. »Nun, wir haben es nicht bis in die Stadt geschafft, aber ich kann nicht behaupten, dass mir langweilig gewesen wäre.«