10

O b sie die Tür abschließen kann? Garretts Schwanz erregte sofortige, schreiende Aufmerksamkeit. »Ja«, brachte er barsch hervor. Sie glitt von ihm weg und durchquerte den Raum mit solch einer Anmut, von der er wusste, dass ihr nicht einmal klar war, dass sie sie hatte. Als sie den Riegel versperrte, stand er auf und wartete, bis sie zu ihm zurückgekommen war.

Sie stellte sich direkt vor ihn und blieb dort regungslos stehen. Sein Schwanz schwoll an. Er ließ seine Hände auf ihre Schultern fallen. »Was hast du denn vor?« Scheiße, er würde allem zustimmen.

»Ich finde, du hast eine wirklich schöne Aussicht«, sagte sie leise, während ihr Blick zum Fenster hinter ihm wanderte.

»Ja«, stieß er hervor, ohne sich die Zeit zu nehmen, den Blick von ihr abzuwenden.

»Würdest du dich auf deinen Stuhl setzen?«

Das musste sie ihn nicht zweimal fragen. Er fiel auf seinen Stuhl zurück. Angesichts ihrer möglichen Absichten, pulsierte sein Blut heiß und hart durch seine Adern.

Als sie vor ihm auf die Knie fiel, bekam er beinahe einen Herzinfarkt. Einfach atmen, Rule . Ihre Hände gingen zum Verschluss seiner Hose, und als sie ungeschickt zu fummeln begann, überzog eine Röte ihre Wangen und sein Schwanz zuckte als Antwort. Hatte sie überhaupt eine Ahnung? Verstand sie, dass sie einen Zauber in sich trug, der wie eine unkontrollierbare Kraft war, die ihn in ihren Bann zog? Wusste sie, dass ihre Sanftheit ihn so hypnotisierte, dass es zu einem Verlangen wurde, einem Bedürfnis, dem er nicht widerstehen konnte?

Da er nicht viel länger warten konnte, half er ihr, seinen Reißverschluss zu öffnen, und dann machte er sich bereit für das, was sie vorhatte.

Sie starrte auf seinen Schwanz, ließ ihn zucken und nach Aufmerksamkeit pochen, aber er wusste, dass er dieses Mal mehr brauchen würde als ihren Mund auf ihm, und er wollte bereit sein. »Warte kurz, Baby.«

Sie blickte mit einem erröteten Gesicht zu ihm auf, und er zeigte auf den Rock, den sie trug. »Schlüpfer. Aus.«

Sie leckte sich über die Lippen und er spürte die sofortige Reaktion in seinen Organen. »Hier geht es nicht um mich, Garrett.«

»Ach nein? Da bin ich anderer Meinung. Es geht immer um dich. Zieh ihn aus. «

Als wolle sie ihn in den Wahnsinn treiben, wandte sie sich ab und hob ihren Rock an. Dann, in einer langsamen und exquisiten Bewegung, schob sie ihren Schlüpfer von den Hüften und trat aus ihm heraus. Sie führte ihre Bewegungen anmutig und bescheiden aus, und die Tatsache, dass sie es getan hatte, ohne ihm etwas von sich zu zeigen, brachte ihn beinahe um den Verstand.

Er griff nach ihrer Hand und zwang sie auf die Knie. »Bist du sicher, dass du das willst?«

Ihre Augen flackerten heiß, und als Antwort auf seine Frage senkte sie den Kopf. Sie legte ihre Hand um den Ansatz seines Schwanzes, und ihre Lippen umschlossen die Spitze. Sie nahm eine zaghafte Kostprobe, und die Lust schoss durch seinen Blutkreislauf und landete mit einer Wucht in seinen Eingeweiden, die ihn fast aus dem Stuhl fallen ließ. Sein Schwanz verhärtete sich noch mehr. Seine Reaktion entlockte ihr ein hörbares Stöhnen, und sie nahm ihn in ihren Mund und begann zu saugen.

Seine Hände klammerten sich an die Armlehnen seines Stuhls und er stützte sich ab. Er beobachtete den dunklen Fall ihres Haares, das seinen Schoß bedeckte, fühlte die feuchte Hitze ihres Mundes, von der er öfter geträumt hatte, als er verdammt nochmal zählen konnte. Sein Leben fühlte sich in diesem Moment für ihn so verflucht perfekt an, dass er nicht wusste, wie man das jemals überbieten könnte.

Er ließ sie noch etwa dreißig Sekunden lang gewähren, denn länger konnte er es nicht aushalten, ohne zu kommen. Bald würde er es ihr erlauben, es ihm auf diese Weise zu besorgen … aber im Moment musste er in ihrer feuchten Hitze versinken. Er sehnte sich viel mehr danach, zu spüren, wie sie kam, als er sich nach seiner eigenen Befriedigung sehnte.

Er war kurz davor, die Kontrolle zu verlieren, doch er nahm sich noch etwa fünf Sekunden Zeit, schob seine Hände in ihr Haar und lenkte ihre Bewegungen, hielt sie dort fest, drückte sie über sich herunter, doch als er es nicht mehr einschätzen konnte und es nicht riskieren wollte, bewegte er seine Hände zu ihren Oberarmen und zog sie hoch.

Ein fast betäubter Blick der Begierde erhellte ihre Augen, als sie sie öffnete. »Was?«, flüsterte sie, ihr Mund glänzte und war geschwollen. Sie versuchte sich aus seinem festen Griff zu winden, wollte wieder auf ihn hinunter.

Er stöhnte und hob sie hoch, schob ihren Rock bis zur Taille nach oben und drückte ihre Schenkel auseinander, bis sie rittlings auf ihm saß. Er schob seine Finger in ihr Haar und sagte ihr, mit ihren Augen auf seinen, was er wollte. »Fick mich, Baby.«

Er spürte, wie ihre Schenkel zitterten, und er hielt eine Hand auf ihren Rücken, während er sie an die Stelle brachte, wo er sie haben wollte. Er spürte, wie sich ihre enge Öffnung an der Spitze seines Schwanzes verhakte. Sie war so heiß, so feucht, so eindeutig bereit für ihn. »Genau so, Baby. Ich will, dass du auf mir kommst – ich will, dass du mich fickst

Ihre Augen flackerten, als sie sich auf ihn gleiten ließ. Es fühlte sich an wie Magie, wie der Himmel auf Erden, und er wusste in diesem Sekundenbruchteil, dass er sie so schnell nicht mehr aufgeben konnte, wenn er dazu überhaupt jemals in der Lage sein würde. Er sah sein Leben vor seinen Augen aufblitzen, und in jedem Bild sah er sie, genau dort, wo er sie haben wollte. Zufriedenheit mischte sich mit heftiger Erregung, und er packte sie fester. Sie war jetzt ganz über ihm, er befand sich bis zum Anschlag in ihr. Lust riss durch sein Inneres. Seine Arme legten sich um sie, und er war nicht in der Lage, seine Stimme zu kontrollieren. »Reite mich.«

Sie stieß ein leises Keuchen aus und hob sich, was ihm ein Kribbeln der Vorfreude über den Rücken jagte. Sie glitt zurück nach unten und Ekstase traf seine Gehirnzellen. Er griff nach ihren Hüften und begann, sie auf und ab zu drücken, biss die Zähne zusammen und zog den Sauerstoff in und aus seinen Lungen. »Genau so«, keuchte er. »Das ist perfekt

»Ja, perfekt«, stöhnte sie.

Seine Hand glitt zurück in ihr Haar, und er zog ihren Kopf zurück, bis sie ihm direkt in die Augen sah. »Nie wieder. Nur ich. Nur mich. Du fickst mich und nur mich, niemand sonst wird dich je wieder anfassen, solange ich lebe, hast du mich verstanden?«

Er spürte, wie ihr der Atem in der Kehle stockte, und dann schlossen sich ihre Augen, als die Euphorie sie beide überkam.

* * *

Später am Abend saßen sie an einem Tisch in einem Restaurant mit Blick auf den Fluss. Sie hatten ihr Hauptgericht bereits gegessen, und Maria stocherte abwesend in ihrem Schokoladennachtisch herum, dem sie nicht hatte widerstehen können. Aber jetzt, unter Garretts unnachgiebiger Beobachtung, brachte sie nicht viel davon herunter. Eine Flasche Wein stand zwischen ihnen, aber sie hatten sie kaum angerührt.

Er nahm ihre freie Hand und kreuzte ihre Finger mit seinen. »Also, ich habe nachgedacht …« Er stockte, und Marias Magen krampfte sich zusammen. Sie hielt ihren Blick fest auf ihren Teller gerichtet, ihre verwirrten Gefühle verursachten ein Ungleichgewicht, das ihr Schauer über den Rücken jagte.

Während sie nach unten starrte, die Schokolade langsam hin und her schob und seinen Augen auswich, begann er wieder. Seine Finger fuhren über ihren Handrücken. »Warum bleibst du nicht hier … bei mir?«

Ihre Gabel fiel ihr mit einem Klappern aus den Fingern, als sie aufblickte. »Tut mir leid … was

»Das würde sehr schön werden – im Haus am See gibt es genug Platz für uns beide.«

»Du willst, dass ich bei dir einziehe?« Auf keinen Fall. Nun, sicher, vielleicht, wenn er sie lieben würde . Aber das L -Wort war bisher noch nicht zwischen ihnen gefallen, und sie hatte nicht vor, es als Erste auszusprechen. Was genau wollte sie von ihm? Sicherlich war es zu früh, um ein Liebesgeständnis zu erwarten – aber ohne ein solches, musste sie nach Hause gehen, zurück ins Hotel.

»Warum nicht?« Er zuckte mit den Schultern, und ein Blick ging über seine Züge, als würde ihm das Gespräch wenig bedeuten. Seine teilnahmslose Reaktion gab ihr wenig Vertrauen.

»Weil ich in Miami lebe«, sagte sie. »Und dein Hotel dort leite, deshalb.« Gib mir bitte etwas Definitives, auf dem ich aufbauen kann.

»Scheiße ändert sich, Maria. Nichts bleibt für immer, wie es ist. Wir können jemand anderen finden, der das Hotel leitet.«

Die Scheiße änderte sich? Das war kaum das Liebesgeständnis, das sie sich von ihm wünschte – wie sie es sich jetzt erst eingestand. Obwohl sie ihm Punkte dafür geben musste, dass er das Pronomen wir benutzte, als ob das Hotel ihnen beiden gehörte. »Ich kann nicht einfach alle Zelte abbrechen und hierherziehen, Garrett.«

»Warum nicht?«, fragte er wieder, sein Ausdruck war wie versteinert.

»Ich denke, die bessere Frage wäre … warum?« Bitte, bitte, bitte. Sag es einfach, sag einfach irgendetwas, an das ich mich klammern kann.

»Warum?«, wiederholte er, während er ihre Hand losließ und die Arme vor der Brust verschränkte. »Weil diese Entfernung beschissen ist, deshalb.«

Gott, war das romantisch . »Dafür wurden Flugzeuge gebaut«, sagte sie abwehrend.

»Ich will nicht jedes Mal in ein gottverdammtes Flugzeug steigen …« Er stoppte sich selbst, als wollte er etwas sagen, was zu grob war.

Maria hielt seinem Blick so lange wie möglich stand, bevor sie doch wegschaute. Sie schwor sich, dass sie keine einzige Träne verlieren würde. Das würde nicht passieren . Sie stärkte ihr Rückgrat und beruhigte sich, dann sah sie ihn noch einmal an. »Nun, ich sehe keinen anderen Weg. Ich schätze, du könntest genauso gut nach Florida ziehen.« Genau. Als ob das passieren würde.

»Ich kann nicht nach Florida ziehen, Maria«, sagte er scharf.

»Nun, ich kann nicht nach St. Louis ziehen, Garrett.«

Der plötzliche Anflug von Wut ließ seine Gesichtszüge erhitzen. »Du könntest, wenn du verdammt nochmal wollen würdest«, warf er ein.

»Das kann ich nicht bestreiten. Wenn ich einen guten Grund hätte – aber ich glaube nicht, dass mir heißer Sex als Grund reicht, weißt du?« So. Nimm das.

Er starrte sie an, hatte aber keine Antwort parat. Er fing an, mit den Fingern auf dem Tisch zu trommeln, als wäre er sauer, und als der Kellner vorbeikam, hob er die Hand und signalisierte die Rechnung, was ihren Magen vor Enttäuschung zusammensacken ließ.

* * *

Zwei Wochen später

Maria war auf dem Weg zu ihrem Büro und durchquerte gerade die Lobby. Warum zum Teufel konnte sie ihre Gedanken nicht von Garrett ablenken und sich wieder auf ihre Arbeit konzentrieren, so, wie es sich gehörte? Könnte es vielleicht daran liegen, dass sie jeden Tag, seit sie in das Flugzeug zurück nach Miami stieg, eine SMS von ihm erhalten hatte? Eine Textnachricht, in der Tag für Tag das Gleiche stand. Niemand berührt dich.

Immer kurz und knapp gehalten. Sie hatte sich nie die Mühe gemacht, zu antworten. Er wusste, wo er sie finden konnte, wenn er sie sehen wollte, aber sie musste zugeben, dass allein diese eine kleine Form der Kommunikation, die von ihm ausging, beruhigend war.

»Maria«, flüsterte Beth und berührte ihren Arm, als sie um die Ecke des Empfangstresens kam.

»Was ist los?« Maria stockte bei dem erröteten Ausdruck auf Beths Gesicht.

»Weißt du, dass Garrett gerade angekommen ist?«, flüsterte das Mädchen und schaute sich um, als würden sie ein streng gehütetes Geheimnis verraten.

In Marias Kopf explodierte ein verdammtes Durcheinander von Gefühlen. »Wann?«

»Vor etwa einer Viertelstunde. Ich habe dir eine SMS geschickt«, sagte Beth und runzelte die Stirn, weil sich Maria nicht die Mühe gemacht hatte, zu antworten.

Das entsprach wohl irgendwie der Wahrheit. Maria hatte sich nicht die Mühe gemacht, auf ihr Telefon zu schauen. »Ist er oben? Oder in den Büros?«

»Oben«, antwortete Beth. »Da ist noch etwas«, fuhr das Mädchen fort und flüsterte wieder. »Dieser Mann wartet in deinem Büro auf dich.«

Maria geriet wieder ins Stocken. »Welcher Mann?«

Beth sah aus, als hätte sie einen fleischfressenden Zombie gesehen. »Der Typ von den Keys. Maximo Villareal.«

»Er ist hier? Jetzt? «, fragte Maria verblüfft. Zwei arrogante Männer an einem Tag? Großartig. Die Glückliche.

»Ja«, zischte Beth im Flüsterton und nickte mit dem Kopf in Richtung der hinteren Büros.

»Wie lange ist er schon hier?«

»Vielleicht drei Minuten.« Beth antwortete, immer noch im Flüsterton. »Ich habe dir eine SMS geschickt«, sagte Beth wieder anklagend, denn Maria hatte auch diese SMS ignoriert. »Hat er nach Garrett gefragt?«, fragte sie unruhig.

Als Antwort begann Beth langsam mit großen Augen den Kopf zu schütteln.

»Er hat nach mir gefragt?« Maria hörte sich selbst fast kreischen.

»Ja«, sagte die andere Frau aufbrausend.

»Warum?«, fragte sie, obwohl Maria wusste, dass die andere Frau wahrscheinlich keine Antwort darauf haben würde.

Beth biss sich auf die Lippe und zuckte mit den Schultern, ein verwirrter Blick auf ihrem Gesicht.

»Okay«, sagte Maria und holte tief Luft. »Ich schätze, ich bringe es gleich hinter mich. Hör zu, wenn wir in zehn Minuten immer noch da drin sind, klopfst du an die Tür und erfindest eine Ausrede, um mich da rauszuholen, okay?«

»Hab verstanden«, stimmte Beth zu, ihre Augen leuchteten mit einem Feuer, das Maria sagte, dass das Mädchen sie beschützen würde, wenn es ihr möglich war.

»Danke.« Maria wandte sich ab und fuhr mit den Händen über ihren Rock, glättete eine Falte, während sie auf Halbschuhen zu ihrem Meeting ging. Als sie einen Blick in ihr Büro warf, das Büro, das Garrett benutzt hatte, sah sie den Mann, der sich in einem der Stühle vor dem Schreibtisch ausgestreckt hatte.

»Hallo«, verkündete sie so freundlich wie möglich, als sie den Raum betrat und die Tür weit offen ließ.

Maximo Villareal stand auf, und ein Lächeln erschien auf den harten Zügen seines Gesichts. Doch aus welchem Grund auch immer, das Lächeln schien bei seinen Augen nicht anzukommen, und Maria fühlte, wie ihr Magen als Reaktion nachgab. »Miss Alvarez«, sagte er und neigte den Kopf.

Maria blieb stehen, um seine Hand zu schütteln, und spürte, wie ihr ein beklemmendes Gefühl den Rücken hinunterkroch. Als er sie freigab, setzte sie sich hinter ihren Schreibtisch und fragte: »Wie kann ich Ihnen helfen, Herr Villareal?«

»Max, bitte.«

Sie neigte den Kopf unmerklich. »Max«, stimmte sie zu und hob die Hand, um ihm anzuzeigen, dass er Platz nehmen sollte.

Als er um ihren Schreibtisch herumkam und sich dagegen lehnte, keinen Fußbreit von dem Platz entfernt, an dem sie saß, spürte Maria, wie ihre stillen Schreie lauter wurden. »Ist der Stuhl unbequem?«, fragte sie herausfordernd.

»Nein, er ist in Ordnung«, sagte er, während sein Blick über sie huschte.

Obwohl sein Gesicht zu einem Lächeln verzogen war, waren seine Augen kalt und distanziert, und Maria hatte den untrüglichen Eindruck, dass, was immer er fühlte, was immer er hier tat, es wenig mit ihr zu tun hatte. »Dürfte ich vorschlagen, dass Sie sich dann hinsetzen?«, fragte sie mit einem zuckersüßen Lächeln.

Als Antwort erhob er sich aus seiner indolenten Position und schlenderte ein paar Meter weg, blieb aber stehen. Er drehte sich zu ihr um und verkündete: »Ich muss sicherlich nicht um den heißen Brei herumreden – ich möchte, dass Sie für mich arbeiten.«

Überraschung und ein Anflug von Ungläubigkeit ließen sie sich über seine Intrige wundern. »Sie wissen doch kaum etwas über mich.«

»Ja, aber was ich weiß, weiß ich zu schätzen«, antwortete er präzise. »Gute Mitarbeiter sind sehr schwer zu finden, das wissen Sie sicher.«

»Ja, das weiß ich.« Sie starrte ihn direkt an, ohne zu blinzeln. »Ich weiß es aufrichtig zu schätzen, aber ich hänge sehr an diesem Job hier – ich bin zufrieden.«

Er schaute sie an, als würde er etwas wissen. »Sie scheinen sehr loyal gegenüber der Rule Corporation zu sein.«

Da war etwas in seinem Ton, das ihr einen Schauer über den Rücken jagte. »Ich würde sagen, ich bin dem Hotel gegenüber loyal, obwohl die Rules eine nette Familie zu sein scheinen, von dem Wenigen, das ich mitbekommen habe.«

Es war, als ob ein arktischer Windstoß seine Gesichtszüge traf. »Ja, drei Brüder, die sich ziemlich nahestehen, glaube ich.«

Oh Gott, machte er sie nervös. Wie schnell könnte sie ihn wieder loswerden? »Ja, und eine Mutter und eine jüngere Schwester, die sie auch sehr lieben.«

Er schien zu erstarren, wo er stand. »Eine jüngere Schwester?«

Die Frage, die an sich eigentlich harmlos war, klang irgendwie bedrohlich, so wie er sie stellte. Verdammt, sie hätte Beth fünf Minuten sagen sollen, statt zehn. Sie atmete tief durch, stand auf und bereitete sich darauf vor, ihn hinauszukomplimentieren. »Vielen Dank für Ihr freundliches Angebot …«

Ihre Worte wurden abgeschnitten, als er plötzlich ihre Hand in seine nahm. »Ich versichere Ihnen, dass ich Sie sehr gut bezahlen würde – Sie sollten mir zuhören.« Als er zu ihr herunterlächelte, hörte Maria ein Geräusch an der Tür, aber er fuhr fort: »Ich würde Sie wirklich gerne mit auf die Keys nehmen.«

Im Stillen dankte sie Gott, dass Beth nicht auf sie gehört und sie frühzeitig gestört hatte. Maria entspannte sich ein wenig, wollte ihn noch einmal abweisen und erhob sich von ihrem Stuhl, um ihren ungebetenen Besucher zu entlassen.

Doch dazu sollte es nicht kommen.

In nur zwei Sekunden legte sich ein männlicher, kräftiger Arm von hinten um sie und zog sie von Villareal weg. Maria erkannte die Berührung und den Duft sofort, auch wenn sie sein Gesicht nicht gesehen hatte. Garrett zerrte sie zurück, stellte sie hinter sich und konfrontierte Max. »Was zum Teufel denken Sie, was Sie hier tun?«

Von ihrer Position aus erkannte Maria den Ausdruck reiner Bosheit im Gesicht des Mannes, als Garrett ihm gegenüberstand. Seine Wirbelsäule schien sich zu versteifen und seine Muskeln spannten sich an. Scheiße. Die beiden waren definitiv keine Freunde. »Miss Alvarez ein Angebot machen«, sprach Villareal deutlich aus, seine Worte bewusst spöttisch.

Garretts Schultern schienen eine Meile breit zu werden. »Ich habe Ihnen gesagt, Sie sollen sich von ihr fernhalten, Sie Wichser …«

Ein Blick der Abscheu, der auf Garrett gerichtet war, kam über das Gesicht des anderen Mannes und Maria war mehr als erschrocken darüber. »Ich will nicht mit ihr schlafen, Rule. Ich möchte, dass sie für mich arbeitet.«

»Für Sie arbeiten? Schwachsinn . Verpissen Sie sich, bevor ich Ihnen jeden Knochen in Ihrem verdammten Körper breche.«

Villareal hob eine Augenbraue, während er Garrett anschaute. Maria hielt den Atem an und erwartete jeden Moment Gewalt. Und dann endlich, zu ihrer Erleichterung, blickte der andere Mann sie an, und mit einem kleinen Anflug von Respekt in seinen Augen, der nicht da gewesen war, als er Garrett angesehen hatte, neigte er den Kopf in ihre Richtung, drehte sich um und ging aus dem Raum.

Maria atmete scharf aus und ließ sich in den nächstgelegenen Stuhl sinken, der ihrem Schreibtisch zugewandt war. Sie fühlte sich benommen, ließ ihren Kopf nach unten sacken und begann langsam und gleichmäßig zu atmen.

Garrett ging zur Tür, um sie zu schließen. Dann kam er zu ihr zurück und ließ sich vor ihr auf die Knie fallen. »Bist du in Ordnung?«

»Ich denke schon.«

»Hat er dich angemacht? Sag mir die Wahrheit … Ich will diesen Wichser umbringen – gib mir einfach einen Grund.«

Immer noch mit gesenktem Kopf, schüttelte sie ihn. »Ich habe kein …«

»Hast kein was?«

»Ich habe kein sexuelles Interesse von seiner Seite gespürt … Ich glaube, er wollte ehrlich nur, dass ich für ihn arbeite.«

»An dem Kerl ist nichts Ehrliches.«

»Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich irgendetwas davon um mich drehte«, führte sie weiter aus. »Es schien fast so, als wolle er dir Unannehmlichkeiten bereiten, indem er mich vom Hotel wegbringt.« Sie hob den Kopf und schaute in Garretts Augen. »Er hasst dich.«

»Ach ja?«, fragte er, als ob es ihn nichts anginge. »Es ist mir egal, was er für ein Problem mit mir hat, solange er sich nicht an dich ranmacht …«

»Hat er nicht«, versicherte sie ihm und ließ ihre Augen über ihn gleiten, saugte ihn in sich ein. Zwei Wochen waren zu lang gewesen .

Er holte tief Luft, seine Hände krallten sich durch den Stoff ihres Rocks an ihre Oberschenkel. »Diese Scheiße wäre nicht passiert, wenn du bei mir gewesen wärst.«

Ein hilfloses Gefühl der Reue landete in ihrem Magen. »Ich kann nicht die ganze Zeit bei dir sein.«

Seine Gesichtszüge verhärteten sich. »Das ist Blödsinn. Alles, was du tun müsstest, ist, eine Entscheidung zu treffen …«

Ihr Körper zuckte reflexartig. »Welche Entscheidung? Damit ich dein reisendes Sexpüppchen sein kann?«

Ein beleidigter Blick umfasste sofort seine Züge. »Mein Sexpüppchen?« Ohne auf eine Erklärung von ihr zu warten, zog er sie vom Stuhl und drückte sie mit dem Rücken gegen die Wand. »Mein Sexpüppchen? «

Sie war gegen die Wand gepresst und atmete so schnell, dass ihr schon wieder schwindelig wurde.

»Das denkst du also, Maria? Darum geht es mir deiner Meinung nach? Denkst du, ich will mich nur mit dir austoben? Ist es dir in den Sinn gekommen, dass ich jederzeit und überall Sex haben könnte?« Seine Hand versank in ihrem Haar. »Verdammte Scheiße, ich liebe dich.«

Die Worte trafen Maria mitten in den Solarplexus, und ihr Atem stockte für einen Moment. Als sie einen Atemzug einsaugte, strömte ein Freudenrausch durch ihre Adern, der wie ein Rausch in ihrem Herzen landete. »Du liebst mich?«

Er stieß ein bitteres Lachen aus. »Wie blind bist du, Baby?«

»Das ist aber nicht nett«, flüsterte sie, ihre Gefühle waren in Aufruhr.

»Ich glaube nicht, dass ich nett bin. Ich bin stinksauer. Ich wünsche mir die ganze verdammte Zeit, du wärst bei mir, und alles, was dich interessiert, ist dieses verdammte Hotel.«

Sie schluckte heftig. »Das ist nicht wahr.«

»Warum zum Teufel willst du dann nicht zu mir nach St. Louis kommen, mit mir reisen, mit mir zusammen sein?«, fragte er mit Feuer in den Augen.

Maria starrte ihn verwirrt an. »Weil … weil ich nicht wusste … weil ich nicht dachte …«

»Dachtest du, ich liebe dich nicht?«

Sie starrte zu ihm auf, unfähig, die Antwort in ihren Augen zu verbergen.

Sein Mund verzog sich zu einer dünnen Linie. »Ich liebe dich wirklich. Wie zur Hölle könnte ich so süchtig nach jemandem sein, den ich nicht liebe?«

»Ich weiß nicht«, antwortete sie leise.

Seine Hand schlängelte sich nach oben und betastete ihre Brust. »Also hier ist die Frage«, er atmete tief ein, seine Augen waren ernst, »Fühlst du auch etwas für mich?«

Ihr Puls beschleunigte sich, als sie zu ihm hochstarrte. »Ja«, gab sie leise zu.

»Ja?«, fragte er kurz. »Würdest du das etwas präziser ausführen?«

Maria spürte, wie sich ihre Lippen zu einem Lächeln hoben. Sie biss sich auf die Unterlippe, als ihr Gesicht heiß wurde. Sie stemmte sich dagegen und sagte: »Ich liebe dich auch, Garrett.«

»Na, verdammt nochmal, danke dafür«, sagte er, kurz bevor sein Mund auf ihren fiel. Er küsste sie heiß und grob, etwa dreißig Sekunden lang, und verschlang ihren Mund, bevor seine Berührung auf ihr plötzlich sanft wurde.

Er hob den Kopf und starrte ihr in die Augen. »Ich sollte wohl ganz ehrlich sein«, sagte er mit einer Stimme, die klang, als würde sie ihn etwas kosten.

Maria schluckte, ihre Muskeln spannten sich an, gefasst auf etwas Schlimmes. »Das solltest du wahrscheinlich.«

Er griff nach unten, nahm ihre Hände in seine und hob sie über ihren Kopf, um sie an die Wand zu kleben. Er schob sich zwischen ihre Beine und starrte auf sie herab. »Die letzten zwei Wochen waren die schlimmsten zwei Wochen meines Lebens.« Sein Mund verengte sich zu einer harten Linie. »Und ich hatte schon ein paar wirklich schlechte Wochen, Baby . Ich mache diese Scheiße nicht noch einmal durch. Ich bin nicht bereit, das Risiko einzugehen, dass jemand versuchen könnte, dich mir wegzunehmen. Ich wäre in ständiger Angst und durchgängig sauer.« Er holte tief Luft und stieß aus: »Ich werde erst zufrieden sein, wenn ein Ring an deinem Finger ist.«

Ein Pfeil der Freude und Erleichterung durchbohrte ihr Herz. Sie hob ihr Kinn und warf seine Worte zurück und fragte herausfordernd: »Würdest du das etwas präziser ausführen?«

Auf seinem Gesicht bildete sich ein breites Lächeln. Er ließ eine ihrer Hände los, legte seine Finger unter ihr Kinn und starrte ihr in die Augen, wobei sich sein Lächeln auflöste und eine Ernsthaftigkeit seinen Ausdruck übernahm. »Ich liebe dich, Maria Alvarez. Willst du mich heiraten?«

Freude in ihrer reinsten Form hielt sie in ihrem Griff. Sie streckte die Hand aus und schlug ihm auf die Schulter, bevor sie ihren Arm im Würgegriff um seinen Hals schlang. »Ach, Herr Rule, ich dachte schon, Sie würden nie fragen.«