Stefan
Ich konnte
an nichts anderes mehr denken als an weiße Spitze. Weiße Spitze, rosige Brustwarzen, üppige, weiche Kurven, die danach flehten, berührt zu werden. Beherrscht. In Besitz genommen. In dieser Unterwäsche sah sie aus wie ein köstliches Dessert. Schimmernd hinter Glas, wahnsinnig verlockend und gerade außerhalb meiner Reichweite. Blitzschnell war mein Kopf voller Visionen von ihr, wie ich sie auf ihr Bett warf und ihre Schenkel weit spreizte, um von ihr zu kosten, immer und immer wieder. Nur meine meisterhafte Selbstbeherrschung hatte mich davon abgehalten.
Ich war mir ziemlich sicher, dass Tori glaubte, ich hätte ihr keine Aufmerksamkeit geschenkt – dass ich mir noch nicht einmal die Mühe gemacht hätte aufzublicken, als sie aus dem Badezimmer gekommen war. Doch ich hatte aufgeblickt. Ich hatte sie gesehen. Ich hatte alles gesehen.
Mein Schwanz war immer noch hart.
Während ich in der kalten, klaren Nachtluft durch die Straßen schritt, ermahnte ich mich, mich zu sammeln, bevor ich mein Ziel erreichen würde. Das war keine leichte Aufgabe und ich war mir ziemlich sicher, dass mir das Bild von Tori, wie sie dort stand, sexy und unschuldig, für immer im Gedächtnis eingebrannt bleiben würde. Ich war in meinem Leben schon mit genügend umwerfenden Frauen zusammen gewesen und konnte auf ein reiches Reservoir an schmutzigen Erinnerungen zurückgreifen, doch aus irgendeinem Grund konnte ich nur noch an meine frischgebackene Ehefrau denken.
Sie war einfach so verdammt unwiderstehlich mit ihren arglosen, blauen Augen und dem reifen, jungfräulichen Körper. Ich hätte am liebsten jeden Zentimeter von ihr mit dem Mund erkundet. Sie gebissen und an ihr gesaugt, bis sie um mehr gebettelt hätte, bis ich sie als die Meine gebrandmarkt hätte. Bis sie sich nicht mehr in der Öffentlichkeit hätte sehen lassen können, ohne dass jeder merkte, dass sie gezeichnet wäre. In Besitz genommen. Bis zur Unterwerfung gefickt.
Doch das war ein Genuss, den ich mir verweigerte.
Es war mir beinahe unmöglich gewesen, einfach wegzugehen, nachdem ich sie am Nachmittag in der Dusche erwischt hatte. Noch deutlich hatte ich das Bild vor Augen, wie sie sich unter dem dampfenden Wasserstrahl selbst mit den Fingern berührte, den Kopf zurückgeworfen und mit der anderen Hand ihre perfekten Brüste liebkosend.
Ich wusste, dass ich sie verwirrt und verletzt zurückgelassen hatte, als ich zur Tür hinausgegangen war. Doch das war nicht mein Problem. Sie wusste, worauf sie sich mit dieser Heirat eingelassen hatte.
Allerdings musste ich zugeben, dass mich ihre Entschlossenheit, das College zu besuchen, überrumpelt hatte. Die meisten Frauen wären überglücklich gewesen, als Entschädigung für ihre Zustimmung zu dem Handel ihr ganzes Leben lang mit teuren Kleidern, luxuriösem Urlaub und unbezahlbaren Juwelen versorgt zu werden.
Doch offensichtlich wollte Tori mehr.
Sie hatte ein Ziel und engagierte sich dafür. Das respektierte ich. Zur Hölle, ich bewunderte es sogar.
Doch ich musste mich jetzt auf KZM konzentrieren. Zu viele Menschen setzten auf mich. Ich hatte keine Zeit für eine echte Ehe. Eine echte Beziehung. Ich würde mich nicht von Tori ablenken lassen.
Ich war so in Gedanken verloren, dass es mich überraschte, mein Ziel bereits erreicht zu haben.
Jedes Mal wenn ich in Wien war, besuchte ich diese Kneipe. In ihr fühlte man sich wie in einer anderen Welt, was ich sehr schätzte. Das Design der Decke ähnelte abstraktem Origami und das gedämpfte Licht erlaubte den Gästen, sich relativ ungestört zu fühlen. In dieser Art Lokal wurde man von niemandem besonders beachtet, denn jeder schien in den Schatten zu verschwinden.
Das passte perfekt zu meinen Absichten.
Marco wartete auf einem Hocker am Tresen auf mich. Der Bericht, den ich von ihm gefordert hatte, lugte aus seiner Tasche.
»Ist das alles?«, fragte ich, während ich nach der Akte griff.
»Alles aus dem letzten Monat«, erwiderte er und trank einen Schluck Whisky aus dem Glas, das er in der Hand hielt.
Ich bedeutete dem Mann hinter der Bar, dass ich das Gleiche wünschte. Dann blätterte ich die Seiten durch, ohne genau zu wissen, wonach ich suchte.
Ich hatte jetzt bereits Monate der Suche hinter mir. Jahre.
»Sie ist nicht in Wien«, stellte ich fest.
Marco schüttelte den Kopf. »Noch in Bratislava, Graz oder Budapest. Sie ist weder in Brünn noch in Prag, Krakau oder Kattowitz. Und sie ist definitiv nicht in Dresden. Ich wünschte, ich hätte bessere Neuigkeiten.«
Die Papiere in meiner Hand bestätigten seine Aussage im Detail.
»Mist!« Ich schleuderte die Akte auf den Tresen, während Frustration Besitz von mir ergriff.
Marco trank einen weiteren Schluck. Mein Glas traf ebenfalls ein. Ich fuhr mir mit einer Hand durchs Haar, bevor ich das Glas beinahe vollkommen leerte. Dann starrte ich auf die Akte und überlegte, was ich als Nächstes unternehmen konnte. Marco schwieg, doch ich wusste, er wartete auf meine Anweisungen. Für den nächsten Schritt.
In diesem Moment erkannte ich, dass meine Beweggründe sich geändert hatten. Ich hatte mir geschworen, die Suche nach ihr niemals aufzugeben, doch mittlerweile war ich eher neugierig als alles andere. Was hatte ich heute Nachmittag zu Tori gesagt? Bezüglich der Katze, die an Neugier gestorben war?
Vielleicht war es an der Zeit, eine Pause einzulegen und mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Mein Vater würde sich niemals zur Ruhe setzen, wenn er nicht davon überzeugt wäre, dass meine ganze Aufmerksamkeit auf KZ Modeling gerichtet wäre, und im Augenblick war sie das offensichtlich nicht. Außerdem war Arbeit etwas, das ich kontrollieren konnte. Und so sehr ich es auch hasste zuzugeben, diese Suche hatte ich nicht unter Kontrolle.
»Sollen wir weitersuchen?«, wollte Marco wissen.
Ich leerte mein Glas, dann schüttelte ich den Kopf.
»Legen Sie das Projekt vorerst auf Eis.«
Marco zog die Brauen hoch, sagte aber nichts. Er hütete sich, meine Anordnungen infrage zu stellen. Und genau deshalb übertrug ich ihm gern die Verantwortung für Aufträge wie diesen. Projekte eher persönlicher Natur.
Ich nahm die Akte an mich. »Ich werde es Ihnen sagen, wenn es an der Zeit ist, die Suche wieder aufzunehmen«, erklärte ich.
Damit entließ ich ihn. Marco nickte knapp und ließ mich allein. Ich verlangte einen weiteren Whisky und trommelte mit den Fingern auf den Tresen.
Doch ich dachte nicht an den Bericht. Und auch nicht an meine Arbeit.
Denn in jenem Hotel, allein in unserer Suite, war meine unschuldige, sexy Braut. Wahrscheinlich verfluchte sie ihren abwesenden Bräutigam und hielt ihn für ein Arschloch.
Was ich alles am liebsten mit ihr angestellt hätte …
Ich genoss den Alkohol. Es war mir gleichgültig, dass ich mich betrunken fühlte.
Normalerweise trank ich nicht bis zum Exzess, aber heute Nacht, nun, heute Nacht befand ich mich in den verdammten Flitterwochen. Verbrachte den Abend allein in einer Kneipe, jagte Geister und fantasierte über meine heiße, jungfräuliche Ehefrau, die ich nicht berühren durfte.
Ich lehnte mich zurück und erlaubte mir einen Augenblick der Fantasie. Was ich mit Tori getan hätte, wenn sie nicht unschuldig wäre. Wenn sie nicht so unverdorben wäre. So süß. So unerfahren. Ich dachte an ihren Gesichtsausdruck während der Oper, wie gebannt sie gewesen war. Wie sie nach meiner Hand gegriffen hatte. Ich hätte sie nicht nehmen sollen. Hätte ihre naiven, romantischen Fantasien nicht nähren sollen.
Sie wollte, was ich ihr niemals geben konnte: eine innere Verbindung. Intimität. Vertrauen. Das war deutlich aus den Fragen zu schließen, die sie mir gestellt hatte, aus all ihren Versuchen, mich besser kennenzulernen.
Wenn sie gewusst hätte, wer ich wirklich war – und worauf sie sich mit der Heirat eingelassen hatte –, hätte sie aufgehört, Fragen zu stellen. Dann hätte sie auch den Versuch aufgegeben, in diesem Arrangement nach Romantik zu suchen. Denn das war es. Ein Arrangement. Es war keine echte Heirat und ganz bestimmt keine verdammte Romanze. Es war ein Vertrag.
Trotzdem konnte ich mich der Fantasien nicht erwehren, die durch meinen Kopf wirbelten.
Ich stellte mir vor, wie ich mich ins Hotelzimmer zurückschleichen und sie noch in der Reizwäsche vorfinden würde. Dass sie auf mich gewartet hätte, um zu lernen, was es heißt, einen Mann zu befriedigen.
Ihr Körper ist perfekt – biegsam und athletisch, mit genau der richtigen Menge an Kurven. Ich beginne damit, ihr die Wäsche vom Leib zu reißen und sie nackt und verwundbar zu sehen, während ich in voller Bekleidung dort stehe und alles unter Kontrolle habe. Ich zwinge sie auf die Knie. Und als sie mit ihren großen blauen Augen zu mir aufblickt, befreie ich meinen Schwanz und schiebe ihn ihr so tief in die Kehle, dass sie würgen muss. Meine Frau lernt, wie man einem Mann einen bläst, und sie genießt jede Sekunde davon.
Nachdem sie mich befriedigt hat, presse ich sie aufgerichtet gegen die Wand und streichle mit der Hand die weiche, sanfte Haut zwischen ihren Schenkeln. Ihre Muschi ist feucht für mich. So verdammt feucht.
Ich verspüre keinen Widerstand, als ich in sie eindringe; ihre Klitoris sehnt sich nach meiner Berührung. Ich pumpe meine Finger in sie hinein, bis sie sich meiner Hand entgegenwölbt und um Erlösung bettelt. Doch ich lasse sie nicht kommen. Stattdessen drehe ich sie herum, drücke sie gegen die Wand und dringe mit meinem Schwanz in sie ein. Grob und schnell und so heiß wie die Hölle. Sie stöhnt und schließt ihre Muschi mit jedem Stoß eng um mich herum.
Fuck!
Wenn ich gewusst hätte, was gut für mich ist, hätte ich diese Fantasien unterdrückt. Ständig. Ich hätte mich nicht weiter mit Bildern über sie gequält, wie sie auf den Knien liegt und ihren kleinen Mund um meinen Schaft schließt. Oder wie sie mich reitet und ihre jungfräuliche Muschi mich fest zusammenpresst, als sie kommt und bei ihrem ersten Orgasmus, den sie je mit einem Mann in sich erlebt hat, den Verstand verliert. Oder wie ich sie von hinten nehme und sie sich an die Decke klammert, während ich ihre Hüften umfasse und in sie hinein hämmere, bis sie sich stöhnend unterwirft.
Ich wusste, dass ich aufhören musste, an sie zu denken. Und wenn ich gewusst hätte, was gut für mich war, hätte ich sie vollkommen ignoriert.
Doch eins hatte ich inzwischen gelernt – es war mir vollkommen gleichgültig, was gut für mich war.