Tori
Nun war
ich bereits wieder seit einem Monat in Springfield. Mein Vater war aus dem Krankenhaus entlassen und gewöhnte sich an ein Leben mit einem Herzschrittmacher. Er war angewiesen worden, sich zu schonen, doch Michelle und ich waren zu zweit rund um die Uhr beschäftigt, ihn davon abzuhalten, sich zu überfordern. Am Ende hatte sein Arzt nachgegeben und ihm erlaubt, seine Arbeit wieder aufzunehmen.
Für uns alle war es eine Erleichterung zu sehen, dass er wieder auf die Füße kam und bereit war, wieder loszulegen. Der letzte Monat war für uns alle hart gewesen – meinen Vater von seiner Arbeit und dem Trinken fernzuhalten war dabei am härtesten gewesen –, doch inzwischen hatten wir uns eine neue, vernünftigere Routine angeeignet.
Für mich war es an der Zeit, nach Chicago zurückzukehren. Mit dem Studium zu beginnen. Zu Stefan in unser neues Heim zu ziehen.
Es war merkwürdig. Obwohl Stefan und ich während der Genesung meines Vaters nur gelegentlich SMS ausgetauscht hatten, fühlte unsere Beziehung sich jetzt, da wir getrennt waren, harmonischer an, eher so wie während unserer Verlobungszeit. Er zeigte sich mir gegenüber warm, fürsorglich und um die Gesundheit meines Vaters besorgt. Trotzdem fragte ich mich, was geschehen würde, wenn wir wieder zusammen wären. Ich konnte einfach die Erinnerung nicht abschütteln, wie er mich beobachtet hatte, als ich mich unter der Dusche selbst befriedigt hatte, und wie feurig er mich in Budapest geküsst hatte. Hatte sich inzwischen etwas geändert?
Ich war begierig darauf, dies herauszufinden, aber gleichzeitig auch nervös, ihn wiederzusehen.
Ich hoffte, den netten, fürsorglichen Stefan vorzufinden, der mich während des Rückflugs in die Staaten in seinen Armen gehalten und mir tröstende Worte ins Ohr geflüstert hatte. Doch ich wusste, er konnte sich ebenso gut wieder in den alles beherrschenden Workaholic verwandeln, der mich während unserer Flitterwochen ins Hotel verbannt und mich mit einem Babysitter losgeschickt hatte.
Ich wusste, mein Studium würde mich ablenken und er würde sich auf seine Arbeit konzentrieren, doch wie gestaltete sich unsere Ehe, sobald wir wieder in derselben Stadt lebten? Sobald wir zusammenlebten? Würden wir ein Schlafzimmer teilen? Oder würde ich das Gefühl haben, mit einem Fremden zusammenzuleben? Mit einem, der mich manchmal nur zu gern ignorierte?
Trotz alledem konnte ich es kaum erwarten, mich auf den Weg nach Chicago zu machen. Nicht nur um zu sehen, wie sich unsere Ehe ändern würde – oder auch nicht –, sondern weil ich endlich mein Studium beginnen würde. War dies doch einer der Hauptgründe, warum ich diesem Deal zugestimmt hatte. Und ich war begierig darauf, meine Professoren und Kommilitonen kennenzulernen.
Es gefiel mir auch, das Haus meines Vaters verlassen zu können. Das war der zweite Grund, weshalb ich dieser Hochzeit zugestimmt hatte – ich wollte unabhängig werden. Nachdem ich ihm einen Monat jeden Wunsch von den Lippen abgelesen hatte, wollte ich mich auf mich selbst konzentrieren, auf meine Ehe und meine Ausbildung.
»Bist du so weit?« Michelle erschien auf der Türschwelle meines Schlafzimmers, während ich meine letzten Sachen zusammenpackte.
»Ich denke ja«, erwiderte ich und blickte mich prüfend in meinem beinahe leeren Zimmer um.
Der Großteil meiner Habseligkeiten war bereits nach der Hochzeit zu Stefan nach Chicago geschickt worden. Wenn alles nach Plan verlaufen wäre, wären wir nach den Flitterwochen nach Chicago gezogen, doch die Krankheit meines Vaters hatte alle Pläne über den Haufen geworfen.
»Wie wirst du dorthin reisen?«, erkundigte Michelle sich, als wir den Flur entlanggingen. »Soll ich etwas mit dem Chauffeur deines Vaters ausmachen? Drei Stunden Fahrt mit einem Taxi sind recht lang.«
»Stefan schickt mir einen Wagen«, erklärte ich. »Er sollte jeden Moment hier eintreffen.«
Heute Morgen hatte er mir eine SMS geschickt, um mir mitzuteilen, wann ich fertig sein sollte, mehr nicht. Über das Organisatorische hinaus hatte er nichts hinzugefügt. Sein formaler Tonfall versetzte mir einen Stich. Ich hatte versucht, mir einzureden, dass er sein eiskaltes Benehmen fallen lassen und sich wieder in den Mann verwandeln würde, den ich auf meiner Geburtstagsparty kennengelernt hatte. Sorglos, humorvoll und echtes Interesse an mir bekundend. Doch vielleicht war der Mann eine einzige Lüge.
Bevor ich nach unten ging, verabschiedete ich mich von meinem Vater. Es fiel mir schwer, mich an seine jetzt müde und zerbrechlich wirkende Gestalt zu gewöhnen. Er sah zwar tausendmal besser aus als zu dem Zeitpunkt, als ich im Krankenhaus eingetroffen war und er bleich und verloren unter der weißen Krankenhausdecke gelegen hatte, doch der Mann, der sich jetzt langsam erholte, war kaum mehr zu vergleichen mit dem Kämpfer, den ich gekannt hatte.
»Wie fühlst du dich?«, erkundigte ich mich, als ich mich dem Bett näherte, wo er mit einem Betttischchen auf den Knien arbeitete. Überall verstreut lagen Papiere herum, in der einen Hand hielt er ein Tablet, in der anderen einen Stift.
Er machte ein böses Gesicht und ich biss mir auf die Lippe, um nicht zu lachen. Ich wusste, dass er den Schrittmacher hasste – er behauptete, er gäbe ihm das Gefühl, alt und schwach zu sein –, doch er hatte sich schon immer wie ein kleines Kind benommen, wenn er krank gewesen war.
Michelle hatte stets den Großteil seiner schlechten Laune abbekommen, doch es schien ihr nichts auszumachen, hatte sie doch während der letzten fünfzehn Jahre gelernt, ihren Pflichten als Ehefrau zu genügen. Während meines jetzigen Aufenthalts hatte ich versucht zu beobachten, wie sie meinen Vater behandelte. Ich machte mir im Geiste Unmengen von Notizen, denn ich wusste, ich würde sie gebrauchen können, wenn ich wieder mit Stefan vereint wäre.
»Machst du dich auf den Weg nach Chicago?«, fragte er immer noch stirnrunzelnd.
»Ja.« Ich hielt meine Tasche in die Höhe. »Der Wagen sollte gleich hier sein.«
Draußen war eine Hupe zu hören. Wie abgesprochen.
Michelle stopfte die Decke um meinen Vater herum fest, der dankbar und gleichzeitig ärgerlich die zusätzliche Aufmerksamkeit quittierte.
»Ich melde mich, wenn ich angekommen bin«, erklärte ich.
Mein Vater grunzte nur, doch Michelle kam zu mir und umarmte mich fest.
»Wir sehen uns bald. Und vergiss nicht, was ich dir gesagt habe«, fügte sie leise hinzu.
Ich nickte. Sie hatte erstaunt zur Kenntnis genommen, dass Stefan und ich die Ehe immer noch nicht vollzogen hatten. Während des ganzen Monats hatte sie mich bei jeder Gelegenheit beiseite genommen, um mir Ratschläge bezüglich der verschiedenen Möglichkeiten zu erteilen, wie ich Stefan verführen könnte. Ich fand es zwar informativ, doch auch zutiefst peinlich.
»Konzentriere dich nicht zu sehr auf dein Studium«, sagte mein Vater vom Bett aus. »Männer wollen keine Frauen, denen die Ausbildung wichtiger ist als ihre Ehe.«
»Sei nicht so altmodisch, Daddy. Stefan unterstützt mich in meinen akademischen Zielen.« Gewiss, ich bluffte. Ich wusste, er zahlte gern meine Studiengebühren, doch ich hatte keine Ahnung, welche Auswirkung das auf unsere Beziehung haben würde. Oder ob wir in Zukunft überhaupt eine anständige Beziehung führen würden.
Ich beugte mich zu meinem Vater und küsste ihn auf die Wange. Dann eilte ich nach draußen zu meinem Wagen.
Als wir Stunden
später Chicago erreichten, fuhren wir vor einem extrem hübschen, extrem teuren Gebäude vor. Erst als der Fahrer mir beim Aussteigen half, wurde mir bewusst, dass Stefan hier wohnen musste, denn ich war noch nie zuvor bei ihm zu Hause gewesen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete.
Der Fahrer nahm meine Taschen und führte mich ins Haus. Zumindest wusste er, wohin wir gingen. Ich hätte nicht sagen können, welches Stefans Eigentumswohnung war. Ich wusste nicht einmal, ob er hier gelebt hatte, bevor wir geheiratet hatten, oder ob diese Wohnung auch für ihn vollkommen neu oder sogar ein Geschenk seines Vaters zur Hochzeit gewesen war.
Als wir an die Tür klopften, öffnete eine freundlich aussehende ältere Frau.
»Willkommen zu Hause, Mrs. Zoric. Ich bin Gretna, Ihre Köchin. Bitte, treten Sie ein.« Ihr dunkles Haar wurde von einem Knoten am Hinterkopf zusammengehalten. Ein paar lose Strähnen rahmten ihre rosigen Wangen. Ihre tief liegenden Augen schienen amüsiert zu zwinkern, als sie wahrnahm, dass mir beim Anblick des eleganten Eingangsbereiches hinter ihr der Unterkiefer herunterklappte. Ich sah schwarzen Marmor und dunkelblaue Wände mit goldenen Akzenten.
»Köchin?«, wiederholte ich und fühlte mich wie Aschenputtel im Märchenschloss.
Sie nickte und bedeutete mir noch einmal einzutreten.
»Mein Gott. Ich – ich freue mich, Sie kennenzulernen. Bitte nennen Sie mich Tori.« Ich betrat die Wohnung. Gretna nahm meine Taschen von dem Fahrer entgegen und verabschiedete ihn mit einem Trinkgeld. Das Erste, das ich außer dem Echo meiner Schritte auf dem Marmorfußboden wahrnahm, war ein angenehmer Geruch.
»Das Abendessen wird um neunzehn Uhr fertig sein«, informierte Gretna mich, als ich sie darauf ansprach. »Mr. Zoric wird auch erscheinen. Soll ich Sie herumführen?«
Ich verbarg meine Enttäuschung, dass Stefan nicht hier war, denn damit hätte ich rechnen müssen. Ohne Zweifel arbeitete er. Er arbeitete immer. Offensichtlich war das nötig, um sich einen Wohnsitz wie diesen und einen Lebensstil, wie Stefan ihn hatte, zu ermöglichen.
Gretna zeigte mir die geräumige Eigentumswohnung. Sie war zwar reich dekoriert, wirkte jedoch sehr männlich in ihren dunklen, beruhigenden Farbtönen. Ich konnte nicht umhin zu bemerken, dass sie außerdem hervorragend in Schuss war. Alles war makellos; die Möbel waren auf Hochglanz poliert. Es gab lederne Couchen und an den Wänden hingen dramatisch inszenierte Kunstwerke. Die Wohnung wirkte, als gehörte sie dem reichsten Junggesellen der Welt. Offensichtlich hatte Stefan bereits vor unserer Hochzeit hier gewohnt und nichts verändert.
Es machte mir nichts aus. Im Gegenteil, es gewährte mir einen tieferen Einblick in seine Persönlichkeit. Beinahe so, als spähte ich in seinen Verstand. Einen Verstand, der sehr männlich und sehr intensiv war.
»Und das hier ist das große Schlafzimmer«, erklärte Gretna, während sie eine schwere Tür aufstieß.
Sie folgte mir in den Raum und stellte meine Taschen auf dem Bett ab. Für einen Augenblick glaubte ich, es läge ein Missverständnis vor, weil ihr nicht mitgeteilt worden war, sie solle mich im Gästezimmer einquartieren – doch dann warf ich einen Blick in einen großen, begehbaren Wandschrank und entdeckte ein paar meiner Kleider aus Wien, die ordentlich auf einer Seite hingen. Jemand hatte sie alle für mich ausgepackt und in den Schrank geräumt. Ich war mir sicher, dass niemand so etwas ohne Stefans ausdrückliche Anweisung getan hätte. Er war ein Mann, der gern alles unter Kontrolle hatte, und ich nahm an, dies traf insbesondere auf sein eigenes Zuhause zu.
Das bedeutete, wir teilten das Schlafzimmer. Interessant.
Nach allem, was während unserer Flitterwochen geschehen war, hatte ich beinahe erwartet, dass er es aufgegeben hätte, den Schein einer echten Ehe zu wahren, und mir ein eigenes Zimmer zugewiesen hätte.
Nicht dass ich mich beklagte. Wenn ich ein Bett mit ihm teilte, würde es umso leichter sein, manche Techniken anzuwenden, die Michelle versucht hatte, mir beizubringen.
Ich musste nichts weiter tun als zu warten, bis er nach Hause käme.
»Ich muss gehen und den Rest erledigen«, erklärte Gretna nach einem Blick auf die Uhr. »Der Rest der Familie wird kurz nach neunzehn Uhr eintreffen. Kann ich Ihnen in der Zwischenzeit irgendetwas bringen?«
Ich blinzelte.
»Der Rest der Familie?«
Gretna nickte. »Ja, Ma’am. Stefans Familie – sein Vater und seine Geschwister werden sich Ihnen zum Abendessen anschließen. Es ist ein besonderes Abendessen.«
Ein besonderes Abendessen? Ich spähte auf die Uhr. Und weniger als eine Stunde, um mich fertig zu machen?
Die Köchin eilte davon, nachdem ich mich herzlich bei ihr bedankt hatte. Und ich schaltete umgehend auf Styling-Modus. Ich musste duschen, Haare richten, Make-up auflegen und etwas Passendes zum Anziehen auswählen. Von der Hochzeit abgesehen hatte ich mit Stefans Familie kaum Zeit verbracht. Es war wichtig, dass ich sie beeindruckte, wenn wir uns nun weitaus eingehender kennenlernen würden.
Während ich mich hastig duschte, bemerkte ich kaum den Luxus des Badezimmers und zollte den glänzenden, goldenen Armaturen und dem geäderten, schwarzen Marmor, den Stefan zu bevorzugen schien, keine besondere Beachtung. Ich schaffte es, meine Haare in Rekordzeit trocken zu föhnen und zu frisieren. Dann wickelte ich mich in einen warmen, flauschigen Bademantel, der bereitlag, und betrat den Schrank, um mir ein Kleid und passenden Schmuck herauszusuchen. Ich wusste, ich musste für Stefans Familie umwerfend gut aussehen – jeder Zentimeter die Trophäenfrau.
Gerade beugte ich mich vornüber, um in meinem Koffer nach einem Paar Ohrringen zu suchen, als ich ein Geräusch hinter mir hörte. Ich warf einen Blick über die Schulter und sah Stefan, der auf der Schwelle zu dem begehbaren Schrank stand.
Er trug einen seiner Designer-Anzüge – wie immer –, doch seine Krawatte war gelöst und der Kragen aufgeknöpft, als wäre er gerade beim Umziehen. Er sah unglaublich sexy aus; halb im Geschäftsmodus und halb zu Hause. Ich sah einen Hauch nackter Haut, die darum bettelte, von meinen Händen erkundet zu werden. Und von meiner Zunge.
Er sagte nichts, sah mich jedoch intensiv an. Hungrig.
Diesen Blick hatte ich bereits an ihm gesehen. Es war der gleiche wie an dem Tag, als ich ihn erwischt hatte, wie er mich unter der Dusche beobachtet hatte. Doch diesmal würde ich ihn nicht einfach so weggehen lassen.
Langsam drehte ich mich herum, während ich ihn nicht aus den Augen ließ. Ich ließ die Hände zum Gürtel meines Bademantels sinken und bewegte sie träge in Richtung des Knotens. Er heftete den Blick auf meine Finger, mit denen ich bedächtig die Schleife löste. Ich konnte sehen, dass er mit sich kämpfte. Mit seinem Verlangen.
Dies war ein Kampf, den ich gewinnen wollte.
Ohne den Blick von ihm abzuwenden, öffnete ich den Gürtel vollends und ließ den Bademantel von meinen Schultern und zu Boden gleiten. Jetzt stand ich nackt – vollkommen nackt – vor ihm.
In seinen Augen flammte Hitze auf und so standen wir uns gegenüber, keiner von uns beiden bewegte sich, bis er schließlich atemlos vor sich hin fluchte.
»Du spielst ein gefährliches Spiel, kleines Kätzchen«, sagte er.
Mein Blut begann zu kochen. Der Kampf in seinen Augen tobte weiter. Ich reckte herausfordernd das Kinn.
Bevor ich mit der Wimper zucken konnte, hatte er mich in seine Arme gezogen. Ich keuchte, als er meinen Mund mit seinem nahm. Sein Kuss war brutal und leidenschaftlich und alles, was ich gewollt hatte. Er zog mich fest an sich. Seine Hände waren überall, auf meinen Brüsten, meinem Hintern, meinen Hüften, meinen Haaren.
Sein Kuss war weder romantisch noch süß noch vorsichtig. Und der Griff seiner Hände so grob, dass ich am nächsten Morgen mit blauen Flecken rechnen musste. Doch ich wollte mehr.
Ich wölbte mich ihm entgegen und rieb meine Hüften an ihm. Mein ganzer Körper war heiß und sehnte sich nach seiner Berührung. Es war mir egal, dass ich so gierig war, dass ich ihn beinahe anflehte, mich zu befriedigen. Ich spürte seine Zunge heiß auf meiner und er löste sich gerade lange genug von mir, um die Hände in mein Haar zu graben und mir den Kopf in den Nacken zu biegen, damit er mir in die Kehle beißen und daran saugen konnte.
Ich schlang ihm ein Bein um die Hüfte und versuchte, ihm noch näherzukommen. Ich war nackt und er noch voll bekleidet. Es war schockierend erotisch, mich an ihm zu reiben und seinen harten Schaft unter Lagen teurer Wolle zu spüren. Ich sehnte mich verzweifelt nach Erlösung. Die monatelange Vorfreude hatte sich so in mir aufgestaut, dass ich es jetzt kaum aushalten konnte.
Jetzt ließ er seine Hände abwärts wandern, wobei er mich kniff, drückte und mir leichte Schläge gab. Mit einer Hand umfasste er meine Hüfte und drückte mich von ihm weg. Ich hätte beinahe vor Enttäuschung gestöhnt, doch plötzlich wirbelte er mich ohne Vorwarnung herum, damit ich uns im Spiegel sah. Dann führte er seine Hand um mich herum und tauchte mit ihr zwischen meine Schenkel.
»Ich möchte, dass du zusiehst«, knurrte er. »Ich will, dass du dich selbst in diesem Spiegel betrachtest, während ich dich mit den Fingern ficke.«
Ich war bereits heiß und feucht für ihn und als er seine Finger hart und schnell in mich hineinschob, keuchte ich. Mit einer Hand umklammerte er immer noch mein Haar, sodass er mich zwingen konnte, den Blick geradeaus zu richten und mich selbst zu sehen, den Glanz der Lust in meinen Augen.
Stefan besaß perfekte, lange Finger, mit denen er kräftige und sichere Bewegungen ausführen konnte. Ich rieb mich keuchend an ihm, außer mir vor Lust, während er mich mit seinen Berührungen erregte. Ich konnte mich nicht beherrschen, seine flinken Stöße brachten mich beinahe umgehend an den Rand des Orgasmus.
Dann bog er mir den Kopf zurück und drang mit der Zunge tief in meinen Mund ein, während er mit den Fingern in mich hineinpumpte. Ich konnte es kaum ertragen, die Gefühle überwältigten mich. Ich spürte, wie sich die Erlösung in mir aufbaute, und ich langte hinter mich, um mich an Stefan zu klammern. Mein Stöhnen wurde schriller, meine Brüste hoben sich mit jedem bebenden Atemzug.
Er löste seinen Mund von meinem, nahm mein Ohrläppchen zwischen die Zähne und saugte daran. »Nimm das«, knurrte er mit heiserer Stimme in mein Ohr. »Nimm alles, kleines Kätzchen.«
Jetzt bewegte er seine Hand noch schneller und stieß mit den Fingern in mich hinein, um meinen G-Punkt zu treffen. Mein Körper fühlte sich an wie flüssige Hitze. Dann brach der Orgasmus über mich herein und ich stöhnte Stefans Namen, gab mich vollkommen der Ekstase hin.
Ich kam in seinen Armen in heißen, hilflosen Wellen und schrie auf, als mein ganzer Körper vor Erleichterung bebte. Als meine Knie einknickten und meine Muskeln erschlafften, hielt er mich fest.
Doch es war immer noch nicht genug. Er hatte mich zwar zum Kommen gebracht, doch ich wollte mehr. Ich wollte ihn in mir. Ich löste die Hände von seinen Schultern, während sich seine Finger immer noch in mir bewegten und den letzten Tropfen meiner Säfte aus meinem Körper molken.
Als ich mich herumdrehte und nach seinem Gürtel langte, streifte ich mit den Händen seinen Schwanz, der sich gegen den Stoff wölbte. Er war bereit. Und ich war gierig nach ihm. Ich wollte ihn jetzt.
Doch gerade als ich es geschafft hatte, ihm den Gürtel zu öffnen, klingelte es an der Tür.