Neunzehn
Tori
Ich hätte am liebsten auf eine Wand eingeschlagen.
Doch wenn ich eins gelernt hatte, nachdem ich mein bisheriges Leben mit einem Politiker als Vater zugebracht hatte, so war es vorzutäuschen, dass alles in Ordnung war, auch wenn genau das Gegenteil der Fall war. Also hatte ich trotz der Auseinandersetzung mit Luka, trotz Stefans demütigendem Verhalten, das mich zu einem Objekt erniedrigt hatte, und trotz des ständigen unangenehmen Gefühls aufgrund von Konstantins Anwesenheit den Rest des Abends meinen im Stillen kochenden Zorn hinter höflichem Interesse und einem fröhlichen Lächeln versteckt. Michelle wäre stolz auf mich gewesen.
Was Stefan und Luka anbelangte, so schafften sie es, das Abendessen zu beenden, ohne sich noch einmal angeschaut oder ein Wort gewechselt zu haben. Falls Konstantin oder Emzee etwas bemerkt haben sollten, so ließen sie sich nichts anmerken. Jeder benahm sich, als wäre alles in Ordnung und normal. Nur ein Mal hatte Emzee mich beiseitegenommen und mich gebeten, ihr zu helfen, in der Küche nach einem Flaschenöffner zu suchen – als hätte ich mich dort ausgekannt. Und dann hatte sie sich insgeheim für das Verhalten ihres Vaters und ihrer Brüder entschuldigt.
»Sie sind immer so«, seufzte sie. »Immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit. Als drehe die Welt sich allein um die Agentur.«
»Das kommt mir bekannt vor«, erwiderte ich mit einem Lächeln, um das Problem herunterzuspielen, während ich die Besteckschubladen durchsuchte.
»Nun, wann immer es dir zu viel wird, ruf mich einfach an«, schlug Emzee vor. »Ich werde dich dann entführen, um einen Abend in der Stadt zu verbringen oder am Fluss spazieren zu gehen. Vielleicht lassen wir uns auch maniküren.«
Diesmal war mein Lächeln echt. »Gern. Wirklich.«
Ich reichte ihr den Flaschenöffner.
Ihr Gesicht hellte sich auf. »Oh, warst du schon im Logan Filmtheater?«
»Ist das auf dem Logan Square?«, fragte ich. »Dort werden all die unabhängigen Filme und auch die ausländischen gezeigt, nicht wahr?«
Emzee nickte. »Von außen sieht es nach nichts aus. Doch innen sind die Wände voller Art déco. Zum Verlieben! Als machte man eine Zeitreise in die Vergangenheit. Außerdem gibt es dort eine voll bestückte Bar.«
»Das hört sich fantastisch an«, erwiderte ich. »Ich glaube, dann muss mein gefälschter Ausweis zum Zug kommen.«
»Ach. Ich vergesse ständig, dass du erst achtzehn bist«, sagte sie und drückte meinen Arm. »Dann werden wir beide Shirley Temples nehmen.«
Wir tauschten Telefonnummern aus und sie versprach, mich bald anzurufen.
Wieder am Tisch gab ich meinen Widerstand auf und trank ein Glas von dem Wein, den Emzee mir angeboten hatte, nur um ihn zu probieren und mich zu entspannen. Ich hasste es, wie Stefan mich behandelte, als wären wir wieder bei null angekommen, doch ich wusste nicht, was ich dagegen tun konnte. Ich wollte den Mann, der mich im Schrank mit den Fingern gefickt hatte, nicht den Kerl, der mich wie ein Objekt behandelte, noch den Mann, der sich so distanziert und unnachgiebig gab, was die Bedingungen unserer Ehe betraf, der so von der Arbeit besessen war, dass er mich kaum bemerkte.
Außerdem war ich sauer auf mich selbst. Wusste ich doch, welcher Typ Mann er war, trotzdem war ich bereit, mich enttäuschen zu lassen. Ich weigerte mich, daran zu denken, wohin unsere Beziehung führen konnte.
Schließlich ging seine Familie, und wir waren allein. Stefan blickte mich nicht einmal an, sondern band seine Krawatte los, knöpfte sich den Kragen auf und schnappte sich einen letzten Drink, bevor er ins Schlafzimmer ging. Ich folgte ihm. Ich würde mich nicht einfach ignorieren lassen. Nicht heute Abend. Nicht nach dem, was heute im Wandschrank und später mit Luka geschehen war.
Ich war so verärgert, dass ich tatsächlich so zitterte wie die Eiswürfel in Stefans Whiskyglas.
»Weißt du, ich muss sagen, für jemanden, der so besessen von der Tatsache ist, dass ich Jungfrau bin, bist du verdammt prüde«, forderte ich ihn heraus. Der Wein ließ mich kühn werden.
Ich wollte ihn bis an seine Grenzen reizen. Wollte seine Mauern niederreißen, sodass ich zu ihm durchdringen konnte, so wie er mich im Schrank in tausend kleine Teilchen zerbrochen hatte.
Er ignorierte mich zwar, doch ich konnte sehen, wie seine Schultern sich anspannten. Es funktionierte.
»Ich wette, du könntest nicht einmal zur Tat schreiten, wenn du es versuchen würdest«, fuhr ich fort. »Wenn ich auf dich warte, wird mein Jungfernhäutchen noch an meinem fünfzigsten Geburtstag intakt sein. Aber vielleicht willst du ja gerade das. Der große Macker hat alles unter Kontrolle? Bist du ein großer Mann, Stefan? Indem du mich einsperrst wie Schmuck in einem Safe, sodass niemand mich je berühren kann?«
Jetzt drehte er sich herum und blickte mich mit Zorn in den Augen an. Gut. Ich wollte, dass er wütend war. Ich wollte ihn sauer machen.
»Vielleicht sollte ich Luka anrufen«, reizte ich ihn, da ich wusste, das würde ihn bis zur Weißglut bringen. »Denn wenn du nichts gegen meinen Jungfrauenstatus unternehmen willst, so weiß ich gewiss, dass er es gern übernehmen wird.«
Plötzlich stand Stefan vor mir und packte mit festem Griff meine Oberarme.
»Solange du mit mir verheiratet bist, gehört dein Körper mir. Niemand anderes rührt dich an. Hast du das verstanden?«
Er atmete schwer und blickte mich durchdringend an.
Es war unglaublich heiß.
»Solltest du auch nur noch ein Mal erwähnen, deinen Körper jemand anderem zu geben, ich schwöre bei Gott, ich werde –«
»Was wirst du?«, heizte ich ihn weiter an. Die Spannung zwischen uns war beinahe greifbar, wie ein Gummiband kurz vorm Reißen. Und ich wollte, dass es riss. Ich wollte die Mauern zwischen uns niederreißen. Ich wollte, dass er die Beherrschung verlor und mir nachgab.
Sein Gesicht war dem meinen so nahe, dass ich seinen Atem auf meinen Wangen spüren konnte.
»Ich glaube nämlich nicht, dass du irgendetwas tun wirst«, behauptete ich grinsend.
Seine Lippen stießen auf meine hinab.
Es war wie vor dem Abendessen. Wild, wahnsinnig und absolut heiß. Diesmal würden wir jedoch allein bleiben. Niemand würde uns in unserer Wohnung besuchen. Nichts würde uns davon abhalten, zu Ende zu führen, was wir so viele Stunden zuvor begonnen hatten.
Stefans Zunge stieß heiß gegen meine. Ich war bereit zu mehr, bereit zu nehmen, was er anzubieten hatte. Ich fummelte an seinem Hemd herum, wollte alles loswerden, was zwischen uns war.
Doch noch bevor ich einen einzigen Knopf öffnen konnte, hatte Stefan meine Handgelenke festgehalten.
»Nicht«, befahl er und bog mir die Arme über den Kopf. Dann schob er mich rückwärts gegen die Wand und presste mich dagegen, während seine grünen Augen Blitze sprühten. Auch wenn ich es versucht hätte, hätte ich seinem Griff nicht entschlüpfen können. Es war verdammt sexy, dort festgenagelt zu sein, unfähig, mich zu bewegen. Während er mit der einen Hand meine Handgelenke festhielt, fuhr er mit der anderen meinen Hals hinunter und über mein Dekolleté, bis er den Ausschnitt erreichte.
»Habe ich nicht dafür bezahlt?«, fragte er.
Ich nickte wortlos, mein ganzer Körper pochte vor Verlangen.
Mit einem einzigen Ruck riss er mir das Kleid vom Leib, das zu Boden fiel und sich um meine Füße bauschte. Ich keuchte schockiert und erregt. Ich stand jetzt in nichts als hochhackigen Schuhen, einem Spitzenhöschen und dem dazu passenden, trägerlosen BH vor ihm.
»Du gehörst mir«, stellte Stefan fest und stieß mir sein Knie zwischen die Beine, sodass sie sich weit öffneten.
Er presste seinen harten Oberschenkel so fest gegen mein Geschlecht, dass es beinahe wehtat und meine Klitoris stimulierte. Das Gefühl war so intensiv, dass ich beinahe nur von dem Druck zum Orgasmus kam. Stefan erstickte mein leises, lustvolles Stöhnen mit seinem Mund, während er mich immer noch mit einer Hand gegen die Wand nagelte. Ich ritt auf seinem Oberschenkel und rieb mich gierig an ihm, während er mir mit der anderen Hand den BH von den Brüsten riss.
Jetzt war ich nackt bis auf mein Höschen und wie zuvor im Schrank war er immer noch voll bekleidet. Er ließ seine Hand zu meinen Brüsten wandern, ergriff eine Brustwarze und verdrehte sie grob. Es tat weh, doch es gefiel mir. Es gefiel mir sehr und ich stöhnte gegen seine Lippen.
»Mehr«, bettelte ich.
»Du gehörst mir«, sagte er und drehte den anderen Nippel zwischen seinen Fingern. »Sag es. Sag mir, wem du gehörst.«
»Ich gehöre dir«, keuchte ich.
Als er seine Hand von meinen Brüsten nahm, seufzte ich enttäuscht, doch schnell verstummte ich, denn er riss mein Höschen entzwei und ließ seinen Finger an mir hinabgleiten, um meine Klitoris zu reizen.
»Du bist so feucht für mich«, ächzte er. Dann drang er mit dem Finger tief in mich ein.
Ich schrie auf. Sein Finger in mir fühlte sich noch intensiver an als vor ein paar Stunden, als ich bereits einen Orgasmus hatte. Nicht lange darauf fügte er einen weiteren Finger hinzu und fickte mich hart mit beiden. Meine Muschi dehnte sich, um sie aufnehmen zu können.
»Du bist so verdammt eng«, knurrte er an meiner Kehle. »Deine tropfnasse Muschi wird sich so gut um meinen Schwanz herum anfühlen.«
Mir wurden die Knie weich, als er mir all diese dreckigen, machtvollen Dinge zuflüsterte. Ich wollte alles. Ich wollte alles jetzt sofort.
Offensichtlich konnte auch er nicht warten, denn er gab meine Handgelenke frei.
»Geh zum Bett«, befahl er und schlug mich auf den Hintern – fest –, als ich mich nicht schnell genug in Bewegung setzte.
Beinahe rannte ich zum Bett und als ich mich herumdrehte, sah ich, wie er sich mit schnellen, ungeduldigen Handgriffen auszog.
»Leg dich aufs Bett und spreize die Beine«, wies er mich an. »Lass deine Schuhe an.«
Ich gehorchte. Ich verrenkte mir den Hals, um ihn beim Ausziehen zu beobachten. Als er endlich nackt dastand, fand ich ihn noch umwerfender, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Sein Schwanz war lang und steif und perfekt geformt. Seine Größe ließ mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Er stolzierte zum Bett und ich spreizte meine Beine noch weiter für ihn, während ich die Absätze in die Tagesdecke grub. Wie sehr hatte ich mich nach diesem hier gesehnt! Ich war bereit zu tun, was immer er verlangte.
»Nimmst du die Pille?«, erkundigte er sich, während er ins Bett stieg.
Ich nickte mit trockener Kehle.
»Gut«, knurrte er, »denn ich werde meine Frau nicht mit einem Kondom ficken.«
Er zwang meine Beine noch weiter auseinander, bis meine Muskeln so weit gedehnt waren, dass sie brannten. Dann ließ er sich zwischen meinen Schenkeln nieder. Ich konnte spüren, wie sein Schwanz sich an meinen empfindlichen Schamlippen rieb, und ich schluckte heftig. Das war’s. Dies war der Augenblick, in dem ich meine Jungfräulichkeit verlieren würde.
»Ist deine süße kleine Muschi bereit für mich?«, fragte er.
Ich schaffte es zu nicken, obwohl ich mir nicht sicher war. Er hatte mich zwar mit den Fingern gefickt, doch sein Schwanz war größer – so viel größer. War ich bereit? Mein Herz klopfte so heftig, dass ich hören konnte, wie mir das Blut in den Ohren rauschte. Mein Atem ging schnell und flach.
Ich klammerte mich an die Bettdecke und versuchte, mich vorzubereiten, während er seinen Schwanz an meiner feuchten Öffnung rieb. Er war so hart und so groß. Ich erwartete, dass er direkt in mich eindrang, doch das tat er nicht. Stattdessen schob er mit einer erstaunlich sanften Bewegung einen Finger zwischen meine Falten. Dann noch einen. Er schob seine Finger in mich hinein, bewegte sie jedoch langsam und schien mein leises Stöhnen zu genießen.
Ich spürte, wie sich heiße Spannung in meinem Unterleib aufbaute. Ich drückte den Rücken durch, sobald meine Wände sich zu entspannen begannen, und bewegte mich im Rhythmus mit seiner Hand, wenn er in mich hineinstieß. Dann, bevor ich wusste, was geschah, zog Stefan seine Finger zurück und ersetzte sie durch die Spitze seines Schwanzes.
Langsam, ganz langsam glitt er in mich hinein. So langsam, dass ich die Augen schloss und mich dem Gefühl hingab, ganz ausgefüllt zu werden. Ich spürte, wie er sich den ganzen Weg in mich hineinschob, so dick und hart, und ich mich dehnte, um ihn aufzunehmen, bis er auf Widerstand stieß.
Ich keuchte und öffnete die Augen, blickte zu ihm auf, während er sich tief in mir vergraben hatte.
Er war groß. So groß. Und es tat weh. Aber es tat nicht einfach nur weh. Es fühlte sich heiß und feucht und gut an.
Ich fühlte mich wirklich gut.
»Deine Muschi ist wie für mich gemacht«, murmelte er an meinem Hals. »Nur für mich.«
»Ja«, keuchte ich, weil ich nichts anderes herausbrachte. »Ja.«
»Du gehörst mir«, stieß er hervor. Dann begann er, sich zu bewegen, und pumpte langsam in mich hinein und glitt wieder heraus. »Dein Körper gehört mir. Deine enge, kleine Muschi gehört mir.«
»Ja«, stöhnte ich, während ich die Hände um seinen Nacken legte, als er tiefer in mich hineinstieß.
»Du wirst für mich kommen«, befahl er und beschleunigte das Tempo. »Du wirst auf meinem Schwanz kommen. Deine enge, kleine Muschi wird für meinen Schwanz kommen und nur für ihn.«
»Ja«, keuchte ich wieder und wölbte ihm die Hüften entgegen.
Lust baute sich in mir auf und drängte wie ein Quelle nach draußen. Ich war dem Höhepunkt nahe. So verdammt nahe.
»Niemand wird dich je so berühren«, sagte Stefan, während er in mich eindrang, schneller jetzt. »Niemand wird dich je so zum Kommen bringen, wie ich es tue. Komm für mich, mein kleines Kätzchen. Komm auf meinem Schwanz.«
»Ich will ja kommen«, stieß ich hervor und stöhnte heftig, als die Spirale der Lust sich noch enger und heißer in meinem Inneren zusammenzog. Er pumpte schneller, seine Bauchmuskeln arbeiteten angestrengt. »Bring mich zum Kommen.«
Jetzt fickte er mich, jeder Stoß hart, tief und alles andere als schonend. Als er seinen Rhythmus gefunden hatte, wurden seine Augen dunkel vor roher, animalischer Lust. Ich konnte seinen Bewegungen nicht mehr folgen, daher wickelte ich ihm die Beine um die Taille und gab mich ihm hin. Ich spürte seinen Schwanz tiefer in mir als jemals zuvor.
Dies war alles, worauf ich gewartet hatte. Alles, was ich gewollt hatte. Ich konnte spüren, wie ich auf der Welle dem Höhepunkt entgegenritt.
»Bring mich zum Kommen, Stefan«, schrie ich. Während er mich fickte, blickte er mir in die Augen und ich ließ eine Hand zu seinem Herzen gleiten. »Bitte. Bring mich –«
Ich keuchte, als mich der Orgasmus unerwartet heftig traf und die Schockwelle von meinem Kopf bis in die Zehenspitzen raste. Ich bebte am ganzen Körper. Mein Unterleib pulsierte in Kontraktionen. Ich warf den Kopf zurück und wimmerte; Tränen stiegen mir in die Augen. Noch niemals zuvor hatte ich etwas so Intensives erlebt.
»Diese Muschi gehört mir«, behauptete Stefan, der immer noch in meine pulsierende Muschi hineinhämmerte und seine eigene Erlösung suchte. »Deine Muschi gehört mir.«
»Sie gehört dir«, stöhnte ich, während ich den langsam verebbenden Pulsschlag meines Orgasmus genoss. »Ich gehöre dir.«
Jetzt wurden seine Stöße heftiger, unstet, sein Atem ging schnell. Er klammerte sich an meine Haare und bog mir den Kopf zurück. Dann küsste er hungrig meine Kehle, mein Schlüsselbein und meine Schulter. Ich konnte spüren, dass er die Kontrolle verlor. Genau das hatte ich gewollt.
»Du gehörst mir«, knurrte er.
»Mit jedem Zentimeter«, keuchte ich. »Ich gehöre dir.«
Als er zum letzten Mal in mich hineinstieß, kam ich noch einmal – mit ihm.