Sechs­und­zwanzig
Tori
Ich drehte mich im Bett herum, streckte träge meine Arme und hob ein Augenlid, um einen Blick auf die Uhr auf dem Nachttischchen zu werfen. Adrenalin schoss durch meinen Körper, als mir bewusst wurde, dass wir eigentlich um diese Uhrzeit schon längst in Chicago hätten sein müssen. Ich war letzte Nacht so lange mit Stefan wach geblieben, dass ich beinahe bis elf Uhr geschlafen hatte.
»Stefan?«, rief ich durch die Suite. War er ohne mich abgereist?
»Du kannst dich entspannen«, beruhigte er mich, als er ins Schlafzimmer trat. »Ich habe mir gedacht, wir sollten noch einen Tag länger in der Stadt bleiben. Die anderen sind schon früh heute Morgen zurückgeflogen.«
Noch ein Tag in New York! Ich war so aufgeregt, dass ich sofort aufstand und an all die Dinge dachte, die wir unternehmen könnten. Bis mir einfiel, dass Stefan vielleicht aus einem ganz anderen Grund bleiben wollte.
»Du hast also viel zu arbeiten?«, erkundigte ich mich vorsichtig.
»Nein«, erwiderte er. »Ich dachte, wir könnten uns die Stadt anschauen.«
Das musste er mir nicht zweimal sagen. In Rekordzeit war ich angezogen – bequeme Jeans, ein blauer Kaschmir-Pullover und Schnürstiefel.
Obwohl ich lässige Freizeitkleidung gewählt hatte, merkte ich an der Art, wie er den Blick über meinen Körper schweifen ließ, dass sie Stefan gefiel.
Beinahe wäre ich wie ein Kind aus der Suite gehüpft, so aufgeregt war ich bei der Aussicht, den ganzen Tag mit Stefan in New York zu verbringen. Es würde so sein wie an unserem ersten Tag in Wien, nur besser – denn als wir ins Taxi stiegen, bemerkte ich, dass Stefan nicht wie sonst üblich sein Telefon in der Hand hielt.
Als die Stadt an unserem Fenster vorüberzog, fragte ich neugierig: »Wohin fahren wir?«
»Ich werde dir New York zeigen«, erwiderte er. »Du hast mir doch erzählt, dass du die Stadt immer schon einmal sehen wolltest.«
Er hatte mir zugehört. Mein Herz machte einen Freudensprung.
Wir verbrachten den ganzen Tag mit der Stadtbesichtigung. Als Erstes besuchten wir ein Ess-a-Bagel Lokal, um Kaffee zu trinken und einen echten New Yorker Bagel zu kosten. Sie waren frisch und heiß, außen leicht knusprig und innen weich. Endlich verstand ich, warum sie so berühmt waren. Stefan bestellte seinen Bagel mit Ei und Pastrami, auf meinen war Frischkäse mit Apfel- und Zimtgeschmack gehäuft. Dann besuchten wir das Rockefeller Center und die Öffentliche Bibliothek von New York, die zurzeit eine Ausstellung über die Jazzkultur in Harlem und eine andere über Walt Whitman beherbergte. Stefan kaufte mir sogar eine Tüte gebrannte Mandeln, als ich begeistert auf den Duft nach Honig und Zucker auf der Straße reagierte.
Am späten Nachmittag gingen wir ins Metropolitan Museum of Art und blieben, bis es dunkel wurde. Mir gefielen die amerikanische Schmucksammlung und die antiken Marmorstatuen am besten, während Stefan ganz klar den Raum voller Rüstungen und ägyptischer Artefakte favorisierte. Schließlich ging er langsam durch eine Galerie, in der moderne Gemälde hingen, die an die seiner Mutter erinnerten.
Als er vor einem besonders beeindruckenden Werk stehen blieb, ging ich zu ihm und ergriff seine Hand. »Sie erinnern mich an ihre«, sagte ich und wies mit dem Finger auf bestimmte Punkte. »Die kräftigen Linien und die schemenhaften Figuren. Sie drücken viele Emotionen aus, findest du nicht auch?«
Er warf mir einen Blick zu, leicht geschockt, und ich hatte den Eindruck, ich hätte besser den Mund gehalten.
»Emzee hat mir erzählt, dass die Bilder zu Hause von deiner Mutter stammen. Sie sind wirklich erstaunlich. Intensiv. Aber sehr gut.«
Stefan nickte. »Das finde ich auch. Ich bin froh, dass sie dir gefallen.«
Und dann drückte er meine Hand und ich spürte Wärme, nur von seinem Händedruck.
Danach speisten wir im Restaurant Atera in Tribeca. Mir wurde bewusst, dass es beinahe unmöglich sein musste, einen Tisch zu bekommen, da jeder einzelne Platz besetzt und es nur sehr wenige Tische gab. Das Dekor entsprach so ganz Stefans Stil – schwarzes Leder, polierter Stahl und Akazienholz. Wir wählten das aus achtzehn Gängen bestehende Kostprobenmenü, das es mir erlaubte, von jeder Speise ein wenig zu kosten, ohne mich übersättigt zu fühlen. Jedes Gedeck wirkte wie eines jener Kunstwerke, die wir im Metropolitan Museum gesehen hatten. Am liebsten mochte ich die süßen Eismeerkrabben und das Dessert, das aus mit Piniensirup versetzter Eiscreme bestand, die in hauchdünne Streifen geschnitten war, die sich zu einer Spirale rollten, dekoriert mit winzigen roten Blüten.
Wir beendeten den Tag auf denkbar romantische Weise und fuhren in einer von Pferden gezogenen Kutsche durch den Central Park.
Noch niemals war ich so glücklich gewesen.
Neben meinem Mann unter eine Decke gekuschelt, während unser Atem kleine Wölkchen in der frostigen New Yorker Luft formte, wurde mir bewusst, dass wir einen perfekten Tag miteinander verbracht hatten.
Während wir durch den Park fuhren, ließ Stefan seine Hand unter der Decke zu meinem Knie wandern. Ich schmiegte mich an ihn. Wärme flutete an meinen Beinen hinauf, sodass ich mehr wollte. Dann ließ er die Hand höher wandern, an der Innenseite meines Oberschenkels hinauf. Ich spürte, wie ich feucht wurde, und wand mich hilflos hin und her. Plötzlich störte mich die Jeans unsäglich und die Kutschfahrt dauerte viel zu lange.
Ich wollte ins Hotel zurück und das Schild »Bitte nicht stören« draußen an die Tür hängen. Stattdessen musste ich mich noch gedulden, bis die Fahrt durch den Central Park beendet wäre. Währenddessen streichelte Stefan mein Bein, hoch und runter. Unbändige Vorfreude überwältigte mich.
Endlich war die Fahrt vorüber und Stefan half mir aus der Kutsche.
»Bereit, ins Hotel zurückzukehren, Kätzchen?«, fragte Stefan. Seine Stimme klang wie heiseres Gemurmel in meinem Ohr.
Ich war so erregt, dass ich kein Wort herausbrachte. Daher nickte ich nur. Also stiegen wir in ein Taxi und innerhalb von zehn Minuten waren wir im Hotel und nach weiteren fünf in unserer Suite. Noch bevor die Tür vollkommen geschlossen war, presste Stefan mich gegen die Wand und küsste mich gnadenlos. Offensichtlich war er nicht der Einzige, der während unserer Fahrt durch den Central Park sexuell erregt worden war.
Sein Griff war grob, doch es gefiel mir. »Fick mich«, murmelte ich in seinen Mund.
Abrupt löste er sich von mir. Ich sackte gegen die Wand und vermisste sogleich seine Berührung. Seinen Geschmack.
»Zieh dich aus«, befahl er, »und leg dich aufs Bett.«
Als ich zögerte, knurrte er mich beinahe an.
»Jetzt sofort«, forderte er.
Ich eilte ins Schlafzimmer und entledigte mich unterwegs meiner Kleidung. Ich warf alles achtlos zu Boden und kletterte auf das große Doppelbett. Gerade wollte ich mich auf den Rücken rollen, als Stefans Stimme mich aufhielt.
»Nein, bleib da«, verlangte er. »Genau so.«
Ich war auf Händen und Knien, mein Hintern in die Luft gestreckt. Ich fühlte mich verletzlich und ausgeliefert, doch es gefiel mir. Ich wollte, dass er mich genau betrachten konnte, dass mein Körper seinen Blicken vollkommen ausgeliefert war. Ich wollte, dass er mich berührte.
Als er es dann tat, spürte ich seine Hand lediglich an meinem Fußgelenk, trotzdem zuckte ich zusammen, weil ein Funke von seiner Haut auf meine gesprungen war. Dann ließ er eine heiße Handfläche an der Rückseite meines Beins hinaufgleiten, bis sie schließlich auf meinem Hintern zur Ruhe kam. Dann, ohne Vorwarnung, zog er seine Hand zurück und gab mir einen harten Klaps auf die Pobacke.
Es tat weh, doch es fühlte sich heiß und prickelnd und gut an. Ich wölbte den Rücken, denn ich verlangte mehr.
Und wieder schlug Stefan mich auf den Hintern. Ich stöhnte.
»Gefällt es dir?«, fragte er. »Gefällt es dir, mein unanständiges kleines Kätzchen?«
Ich nickte und wünschte mir, er täte es noch einmal und würde einen Abdruck hinterlassen. Als er es dann tat, hallte das laute Klatschen durch die Suite. Ich stützte meine Hände auf dem Bett ab und umklammerte mit den Fingern die Tagesdecke.
Jetzt streichelte er meine Pobacken, um den Schmerz zu lindern. Dann ließ er seine Hände zwischen meine Beine gleiten.
»Du bist schon so feucht«, sagte er.
Das war ich. Ich war feucht für ihn. Ich sehnte mich nach ihm. Die Art seiner Berührungen machte mich heiß. Ich warf einen Blick über die Schulter und sah, dass er immer noch voll bekleidet war. Das machte mich sogar noch heißer. Ich liebte es, nackt zu sein, während er noch all seine Kleidung trug, was ihn noch dominanter erscheinen ließ. Doch natürlich liebte ich es auch, seinen Körper – seinen nackten Körper – an meinem zu spüren.
Ich liebte alles, was er tat.
»Schau nach vorn«, befahl er.
Ich tat, wie mir geheißen, und hörte, dass er sich entkleidete: das Rascheln von Stoff, das Geräusch des Reißverschlusses, das metallene Klicken des Gürtels auf dem Boden. Mein Herz schlug schneller und schneller und ich wartete auf seinen nächsten Schritt. Dann spürte ich, wie sein Körpergewicht die Matratze ausbeulte. Ich hielt still, denn ich wusste nicht, was ich tun sollte.
Ich spürte die Hitze seines Körpers hinter mir und plötzlich presste er seinen Schwanz gegen meine Schamlippen. Vorsichtig fuhr er mit der Spitze um die Öffnung herum. Ich presste mich rückwärts gegen ihn, denn ich wollte mehr. Doch er zog sich zurück.
»Bitte«, wimmerte ich.
»Ich werde dich erst ficken, wenn ich dazu bereit bin«, erklärte er. »Und dann werde ich dich ficken, bis du dich nicht mehr aufrecht halten kannst.«
Mein Mund war trocken; ich sehnte mich verzweifelt nach ihm. Ich spürte, wie er mit der Hand an meinem Rücken hinaufwanderte und zwischen meinen Schulterblättern zur Ruhe kam. Er drückte mich nach unten und zwang mein Gesicht in die Kissen, während mein Hintern sich noch höher in die Luft streckte. Dann rieb er seinen Schwanz noch einmal an meiner Muschi. Ich konnte spüren, wie mir die Feuchtigkeit an den Oberschenkeln hinunterrann.
Mit einer Hand umklammerte er meine Haare, mit der anderen stabilisierte er meine Hüfte.
»Bist du bereit für diesen Schwanz?«, fragte er.
»Mmmm, hmmm«, murmelte ich.
»Sag mir, dass du ihn begehrst«, verlangte er.
»Ich will ihn«, keuchte ich. »Ich will deinen Schwanz. Fick mich, bitte. Stefan –«
Mein Betteln wurde brutal unterbrochen, als er mich spaltete und so fest und tief in mich hineinstieß, dass wir beide aufstöhnten. Dann begann er zu pumpen, langsam und stetig, dann schneller und immer schneller, bis wir unseren Rhythmus fanden. Meine Schreie der Lust klangen erstickt aus den Kissen.
»Willst du das?«, ächzte er, während seine Hüften gegen meinen Hintern klatschten.
Ich konnte lediglich lauter stöhnen. Dann schlüpfte er mit der Hand um mich herum und berührte meine Klitoris. Er drückte sie zwischen den Fingern. Das Gefühl war so intensiv und perfekt, dass ich beinahe gekommen wäre. Mein ganzer Körper erbebte unter ihm.
»Oh mein Gott«, keuchte ich, während ich im Takt mit der Hüfte seinen Stößen entgegenkam. »Oh mein Gott.«
Mein Stöhnen ermutigte ihn und jetzt stabilisierte er mich mit beiden Händen, während er noch aggressiver in mich hineinhämmerte.
»So groß«, stieß ich hervor. »So hart. Gib mir mehr.«
Er hob eine Hand und schlug mich erneut auf eine Pobacke. Und immer und immer wieder. Jeder Schlag wurde von einem tiefen Stoß begleitet, während ich das Gesicht in die Bettdecke presste, meine Hüften hoch in der Luft. Noch niemals war es so gewesen, so wild, so intensiv, so kraftvoll. Ich liebte es und es gefiel mir, dass er sich mit mir so gehen ließ. Er handelte vollkommen im Einklang mit meinen Wünschen, gab mir genau das, was ich brauchte, um zu kommen. Dabei verlor er sich selbst in der Hitze des Augenblicks.
Ich hatte das Gefühl, dass mein ganzer Körper vibrierte und unter weiß glühenden Explosionen der Lust zuckte, als er mir abwechselnd einen Klaps versetzte und meine Klitoris reizte. Ich wusste, morgen wären meine Pobacken rot und wund, doch es kümmerte mich nicht. Ich wollte diese Brandzeichen auf meinem Körper haben. Ich wollte daran erinnert werden, dass ich ihm gehörte. Dass mein Körper ihm gehörte.
Jetzt beschleunigte er sein Tempo noch und ich spürte, dass er sich seiner eigenen Erlösung näherte. Ich spreizte die Knie, so weit ich konnte, um ihm zu ermöglichen, noch tiefer in mich einzudringen. Auch in mir baute sich der Orgasmus auf, unaufhaltsam. Und als ich kam, hart und tief, schrie ich auf und stöhnte seinen Namen.
Als meine Muschi sich um ihn zusammenzog, spürte ich, wie er die Kontrolle verlor. Er grub seine Finger in meine Hüften und stöhnte, als er in mir kam.
Wir rangen beide nach Luft. Er legte sich auf mich und nagelte mich auf die Matratze. So blieben wir einen Moment liegen, um Atem zu schöpfen. Ich konnte spüren, wie sein Herz an meinem Rücken pochte.
Trotz allem, was wir durchgemacht hatten, fühlte ich, dass unsere Beziehung mit jedem Tag nur stärker und tiefer wurde. Er erfüllte meine Träume, kümmerte sich um mich und seit Kurzem begann er sogar, sich zu öffnen. Schritt für Schritt. Und unser Sex wurde immer heißer.
In diesem Moment wusste ich, dass ich ihn liebte. Ich konnte nur hoffen, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis er erkannte, dass er das Gleiche empfand.