Kapitel 29

Zum Geburtsvorbereitungskurs gehe ich in Jogginghosen. Man hat mir angekündigt, wir müssten uns »schon ein bisschen bewegen«. Philipp trägt Jeans und einen grünen Pullover, ich bin also schon mal nicht dramatisch underdressed. Wir umarmen uns an meiner Wohnungstür.

Ich bin unendlich froh, dass ich mit ihm zu diesem Kurs gehen kann. Endlich machen wir mal etwas so wie alle anderen werdenden Eltern. Von außen könnte man meinen, wir seien ein Paar. Es fühlt sich alles sehr normal an.

In der halb leeren S-Bahn diskutieren wir über Lieder fürs Karaoke, die jeder kennt. Ich hatte als Erstes I Will Survive und Hotel California auf die Liste geschrieben, was Philipp zur Frage veranlasst, ob wir auch Mitarbeiter unter vierzig hätten.

»Ich bin unter vierzig, du Arsch.«

»Noch ein Jahr, einen Monat und drei Tage.«

»Wow. Du weißt, wann ich Geburtstag habe.«

»Du weißt doch auch, wann ich Geburtstag habe.«

»Am fünften Juni. Das ist leicht zu merken, da haben wir unseren Vertrag geschlossen.«

»Genau. Die Jungs sind quasi meine Geburtstagsgeschenke. Mit ein bisschen Verspätung ausgeliefert.«

»Und dann musst du sie auch noch selbst von der Packstation abholen.«

»Das macht nichts. Ich seh die Packstation immer gern.«

Philipp lächelt mich an. In diesem Moment tritt einer der Jungs so heftig in meinem Bauch, dass ich das Gefühl habe, sein Fuß müsste herausragen.

»Hast du das gesehen?«

»Gesehen? Was denn?«

»Die Jungs treten!«

»Wie soll ich das denn sehen, du hast ’ne Daunenjacke an!«

»Dann komm mal her!«

Philipp setzt sich neben mich. Ich lege seine Hand auf meinen Bauch und lasse meine darauf liegen. Den nächsten Tritt spürt man deutlich durch die Jacke hindurch.

»Nicht die Mama treten«, sagt Philipp besänftigend.

»Und nicht den Bruder!«

»Die machen das schon unter sich aus. Zwillinge erziehen sich gegenseitig, oder wie war das?«

»Ich glaube, sie bringen sich nur die schlimmsten Dinge bei.«

»Das wäre auch okay. Dann müssen wir das schon mal nicht mehr machen.«

»Was haben dir deine Geschwister beigebracht?«

»Mein Bruder: Wie man beim Monopoly unsere Schwester übers Ohr haut. Und meine Schwester hat mir Zöpfeflechten beigebracht.«

»Es hätte mir sehr gefallen, wenn du Matilda Zöpfe geflochten hättest.«

»Vielleicht will einer der Jungs ja lange Haare. Ich könnte deine Haare flechten!«

»O ja, ich kaufe doch so einen Still-Donut und stille beide gleichzeitig, während du meine Haare frisierst. Das wäre supereffizient!«

»Wir kriegen das schon irgendwie hin«, sagt er. »Vielleicht nicht immer supereffizient, aber mit zwei Babys im Haus muss man ja nicht noch Perfektion üben.«

»Ich weiß, auch wenn es mir schwerfällt. Um zu beweisen, wie lässig und entspannt ich bin, trage ich heute ja zum Beispiel Jogginghosen!«

»Hm, hm. Moment mal, sind die etwa gebügelt?«

»Die sind, na ja. Es sieht eben schöner aus, wenn sie gebügelt sind.«

»Einfach toll, wie lässig du bist.«

Philipp grinst und legt den Arm um mich.

 

Der Kursraum riecht nach Füßen und Kürbis. Der Kürbis kommt von diversen Duftkerzen, aber wo kommt bloß der Fußgeruch her? Wer kriegt denn mitten im Winter Käsefüße, wenn es draußen eiskalt ist? Unwillkürlich greife ich nach Philipps Hand, nachdem wir weisungsgemäß unsere Schuhe ausgezogen haben. Seine Füße riechen nicht. Außerdem hat er sehr schöne dunkelgrüne Socken an.

Die Kursleiterin Nele bittet alle Paare, einen Kreis zu bilden. Endlich sehe ich mal andere Zwillingsbäuche. Andere Schwangere fragen mich immer, ob ich nicht schon eine Woche überfällig sei. Hier ist es normal, dass der Bauch riesig und trotzdem noch kein Ende in Sicht ist.

Nele begrüßt uns freundlich und lässt uns reihum unsere Namen und Schwangerschaftswochen aufsagen. Zwei Paare haben noch vier ganze Monate vor sich, während ein anderes ziemlich kurz vor der Geburt steht. Die Frau wirkt, als würde sie nicht mehr so gern lange stehen. Aber damit ist es jetzt sowieso vorbei: Jeder bekommt eine Matte, dann dürfen wir uns erst mal hinlegen. Links von uns liegt ein Paar, das komplett in Beige und Marineblau gewandet ist und aussieht wie frisch vom Friseur. Rechts erspähe ich über Philipp hinweg die Hochschwangere mit ihrem Mann, der einen weitgehend unbeteiligten Eindruck macht.

»Schließt die Augen«, sagt Nele. »Atmet durch die Nase ein, so tief es geht, und durch den Mund wieder aus.«

Sie raschelt mit irgendwas, dann höre ich einen dumpfen Schlag.

»Ich trommle jetzt die Herzschläge eurer Bauchwunder«, sagt sie.

Ich ächze leise und höre, wie Philipp neben mir ein Kichern unterdrückt. Seine Finger tasten nach meiner Hand und verschlingen sich mit meinen. Wir halten uns aneinander fest, während Nele auf die Trommel haut wie beim Ruderbootrennen. Wenn sie noch einmal Bauchwunder sagt, muss ich nachher eine Currywurst essen und einen Horrorfilm gucken, um wieder in die Spur zu kommen.

Trotzdem entspannt mich das Trommeln ein bisschen. Ich bin kurz davor einzuschlafen, als Nele das Trommeln mit einem kleinen Wirbel beendet.

»Das war die Geburt«, sagt sie.

Ich schaue mich um, ob gerade Kursteilnehmerinnen spontan geboren haben, aber es war wohl eher metaphorisch gemeint.

»Jetzt setzen sich die Papis auf die Matte und die Mamis davor, damit sie sich schön an die Brust anlehnen können, und dann reden wir über eure Hoffnungen und Ängste für die Geburt.«

Philipp setzt sich hin und lässt zwischen seinen Beinen Platz für mich. Ich weiß nicht so recht. Die anderen Paare nehmen sofort die gleiche Position ein, aber als ich mich zuletzt zwischen Philipps Beinen aufgehalten habe, waren wir irgendwie noch vertrauter.

Nele schaut mich aufmunternd an. Langsam schiebe ich mich vor Philipp. Aber anlehnen werde ich mich nicht, das wär ja noch schöner. Beige und Blau neben uns zischen sich irgendwas Ungehaltenes zu. Offenbar hat Beige sich mit zu viel Gewicht auf Blaus Oberschenkel gestützt.

»Du darfst dich schon anlehnen«, brummt Philipp in mein Ohr. Ich rühre mich nicht.

»Wer will seine Gedanken mit uns teilen?«, fragt Nele.

Eine Frau meldet sich.

»Ich mach mal den Anfang«, sagt sie. »Meine Schwägerin hat ihr Kind bei der Geburt selbst aufgefangen, und da wollte ich fragen, ob das wohl auch bei Zwillingen geht?«

Ich drehe langsam den Kopf zu Philipp, aber der hat seinen Blick entrückt in die Ferne gerichtet. Wie ehrgeizig kann man sein? Ich bin schon froh, wenn ich die Geburt halbwegs heil überstehe.

Nele hingegen nimmt die Frage lächelnd entgegen und schlägt eine Wassergeburt vor, bei der dann das Wasser die Babys gefühlt auffange. Das würde sie bei Zwillingen eher empfehlen.

Die nächste Frau hat die gleiche Frage, die ich auch gestellt hätte: »Welche Positionen sind denn gut bei der Geburt? Auf dem Rücken zu liegen wie in den Filmen kommt mir seltsam vor  …«

»Ganz genau!«, sagt Nele und holt tief Luft, um uns über Dopsbälle und von der Decke hängende Seile zu informieren. Den Vierfüßlerstand macht sie engagiert vor. »Letztlich ist alles richtig, was sich richtig anfühlt«, sagt sie.

Interessanter Hinweis. Denn hier ohne Rückenlehne auf der Matte zu sitzen fühlt sich für mich immer weniger richtig an. Mein unterer Rücken zieht unangenehm. Ich lasse mich wenige Zentimeter nach hinten sinken, um herauszufinden, wie nah Philipp ist, aber da ist immer noch nur Luft. Mit meinen wenigen verbliebenen Bauchmuskeln kämpfe ich mich wieder nach vorne und denke an mein Mantra: Ich bin eine starke Frau. Ich schaffe das ohne Philipp.

Schließlich meldet sich ein Vater und sagt: »Ich habe gehört, dass Geburten sehr lange dauern können, manchmal den ganzen Tag. Jetzt mache ich mir Sorgen, dass es bei der Geburt nur um meine Frau geht und ich zu kurz komme.«

Jeder Muskel meines Körpers erschlafft in Sekundenbruchteilen. Ich sinke gegen Philipp wie ein warmes Stück Butter. An meinem Rücken spüre ich sein Zwerchfell zucken.

Die Frau des Mannes verdreht die Augen so heftig, dass alle es sehen können bis auf ihren Mann. Nele lässt sich nichts anmerken.

»Das verstehe ich«, sagt sie. »Du bist hier ganz bestimmt nicht der Einzige, der fürchtet, dass er sich nicht richtig um seine Frau kümmern kann, und dann hilflos danebensteht!«

»Das hat er nicht gesagt«, wendet Blau neben uns ein und bekommt dafür den Ellbogen von Beige in die Rippen.

»Es ist ganz wichtig, dass ihr euch vorbereitet und gut kommuniziert!«, fährt Nele unbeirrt fort. »In eure Geburtskoffer gehören auch für die Väter Proviant und etwas, womit ihr euch beschäftigen könnt. Vielleicht ein Buch oder eine Handarbeit. Kannst du stricken oder häkeln?«

»Äh, nein«, sagt der Vater, als er kapiert, dass die Frage an ihn ging und nicht an seine Frau.

»Das macht nichts, das kannst du ja noch lernen«, sagt Nele sanft. Ich beginne sie zu mögen. »Eure Frauen werden euch sagen, wie ihr ihnen am besten helfen könnt. Oft reicht es schon, dass ihr da seid und ihre Hand haltet.« Sie nickt dem Fragesteller zu, dessen Frau jetzt ziemlich zufrieden wirkt, und widmet sich dem nächsten Kursteilnehmer, der fragt, ob Stoffwindeln wirklich nachhaltiger sind, obwohl die Waschmaschine ja auch Energie verbraucht.

Die Antwort bekomme ich nicht mit, weil Philipp mir ins Ohr flüstert: »Sag mal? Darf ich eigentlich dabei sein bei der Geburt?«

Wir haben darüber nie geredet. Erst fand ich eindeutig, dass das nicht infrage kommt, dann war irgendwie klar, dass er dabei sein würde. Nach der Trennung hätte ich die Kinder lieber alleine auf einem galoppierenden Pferd zur Welt gebracht als in Philipps Anwesenheit. Und jetzt schwanke ich wieder und denke an Neles Satz von vorhin: Letztlich ist alles richtig, was sich richtig anfühlt.

»Ja, darfst du«, wispere ich zurück und spüre an meinem Hinterkopf, wie sein Herzschlag Tempo aufnimmt.

»Ich bring auch meine eigene Playstation mit und beschwer mich nicht, dass ich nicht genug entertaint werde«, antwortet er leise.

»Auf dich kann man sich einfach verlassen.«

»Jetzt ja.«

Nach der Fragerunde lernen wir, wie man sich ein Baby mit einem Tragetuch vor den Bauch oder auf den Rücken bindet. Momentan könnte ein Baby einfach ganz bequem auf meinem Bauch draufliegen, aber ich übe trotzdem brav mit dem rosa Batiktuch, das Nele mir zugeteilt hat.

»Als Nächstes empfinden wir die Geburt nach«, ruft sie froh. »Ihr seht hier in der Ecke ganz viele Decken und Polster, daraus bauen wir jetzt einen Tunnel.«

Ich will mich eigentlich schon wieder an Philipps Hand festhalten und keinen Tunnel bauen. Aber der Gruppendruck geht auch an uns nicht spurlos vorbei: Klaglos zerren wir Decken aus der Ecke und legen sie über die Polster, bis tatsächlich so etwas wie ein Tunnel mit durchscheinender Decke entstanden ist. Zuletzt habe ich das als Kind gemacht, um mich darin zu verstecken, wenn ich in der Küche helfen sollte.

»Jetzt stellt ihr euch alle dahinter auf und krabbelt durch den Tunnel«, jauchzt Nele.

Ich stöhne leise. Wofür soll das gut sein? Außerdem bin ich nicht sicher, ob ich da durchpasse, ohne die ganze Konstruktion zum Einsturz zu bringen. Aber die Ersten lassen sich bereits folgsam auf alle viere nieder und kriechen kichernd in den Tunnel.

Philipp und ich sind die Letzten. Er gewährt mir den Vortritt. Während ich krabble, denke ich daran, dass er die ganze Zeit meinen Hintern im Gesicht hat. Etwas derangiert und übellaunig komme ich auf der anderen Seite heraus. Als Philipp den Tunnel auch bewältigt hat, stehen wir alle rum und schauen ein bisschen ratlos zu Nele.

»Wer von euch hat davor gedacht, dass ihr da niemals durchpasst?«, fragt sie.

Fast alle Frauen und ein paar beleibtere Männer heben die Hand.

»Genauso wird es euch unter der Geburt auch gehen. Die Babys passen da niemals durch! Das denken viele werdende Mütter. Jetzt habt ihr gesehen: Man täuscht sich da leicht.«

»Schau, Schatz, wie beim Einparken«, höre ich Blau sagen, woraufhin Beige ihn anfaucht, es gehe jetzt ausnahmsweise mal nicht um Autos. Er murmelt etwas zurück, das nicht sonderlich freundlich klingt. Zum Glück kündigt Nele die Kaffeepause an: Es gibt koffeinfreien Kaffee und Butterkuchen vom Blech, über den ich irrsinnig froh bin. Zwei Frauen packen ihren eigenen Kuchen aus. Die eine will sofort ein verschwörerisches Gespräch über die Freuden der veganen Ernährung beginnen, aber die andere hat nur eine Nussallergie und erklärt, sie sei aus Thüringen und esse wirklich sehr gern Wurst. Die Veganerin wendet sich ab.

»Können wir uns auf dem Heimweg unterhalten? Die Gespräche sind so spannend, ich möchte zuhören«, flüstere ich Philipp ins Ohr.

»Klar. Ich lerne hier auch viel.« Wahrscheinlich meint er die Diskussion am anderen Tischende darüber, wie vielfältig man die Plazenta nach der Geburt weiterverwenden kann. Die Worte Gesichtscreme und aufessen sind bereits gefallen. Die Frauen führen das Wort, die meisten Männer sitzen stoisch dazwischen und essen ihren Butterkuchen.

Nach dem Essen wickeln wir steife Babypuppen aus Plastik. Philipp stellt sich gut an, mir ist der Bauch im Weg. Neben uns hebt Blau die Puppe am Kopf hoch, um sie sich zurechtzulegen.

»Spinnst du?!«, sagt Beige. »Du kannst doch ein Baby nicht am Kopf hochheben!«

»Das ist ja auch kein Baby, das ist eine Puppe!«, sagt er, nimmt das Ding wieder am Kopf hoch und wedelt damit vor ihrem Gesicht herum.

»Wenn du das jetzt nicht richtig übst, kannst du es mit den echten Babys auch nicht!«

»Meinetwegen!« Grob wickelt er die Windel um die Puppe. »So schwer ist das ja auch wieder nicht, warum üben wir das überhaupt?«

Beige bemerkt, dass Philipp und ich einfach nur vor unserer gewickelten Puppe sitzen und ihnen fasziniert zugucken.

»Das ist ja jetzt auch egal!«, sagt sie und wirft uns einen giftigen Blick zu.

Für den Abend hat Nele sich offenbar ihr Lieblingsthema aufgespart: Stillen. Ich war nach Sophies Erzählungen darauf gefasst, dass Nele ausgiebige Loblieder auf die Muttermilch singen würde  – und sie enttäuscht mich nicht. Je länger wir stillten, desto besser, sagt sie immer wieder, mindestens zwei Jahre, besser länger!, und ich sehe meinen Söhnen schon im Schulgebäude vor den Abiturprüfungen die Brust geben. Ich würde gern sagen, dass die Weltgesundheitsorganisation mit diesem mindestens zwei Jahre stillen Babys in Entwicklungsländern meint und nicht uns mit unserem pieksauberen Leitungswasser und unseren strengen Lebensmittelkontrollen, aber ich sitze wieder angenehm an Philipp gelehnt und möchte einfach nur so bleiben. Meine einzige Sorge ist gerade, der Vater von vorhin könnte sich melden und sich beklagen, dass er zu wenig von den Brüsten seiner Frau hat, wenn sie Zwillinge stillt.

Nele geht vom Thema Stillen nahtlos zum Familienbett über: Wie toll es für die Bindung sei, wenn das Baby und später das Kind bei den Eltern im Bett schlafe, erfahren wir. Das Kind sage schon irgendwann, wenn es alleine schlafen wolle, bis dahin solle man ihm die Geborgenheit gewähren. Ich höre nur noch mit halbem Ohr zu, weil ich mir meine Meinung dazu bereits gebildet habe: Zwei Kinder im Bett ist genauso gut wie gar kein Schlaf. Bei einem ginge mir das wahrscheinlich auch schon so, aber bei zweien brauche ich nicht mal eine Sekunde darüber nachzudenken. Die Babys bekommen einen Balkon an mein Bett geschraubt und fertig.

Philipp hebt die Hand, als Nele empfiehlt, später aus Paletten ein riesiges Bett zu bauen, damit die Familie mindestens bis ins Grundschulalter gemeinsam schlafen kann.

»Es gibt eine amerikanische Studie, nach der Kinderärzte herausgefunden haben, dass plötzlicher Kindstod im Elternbett häufiger vorkommt«, sagt er. »Kannst du zu den Sicherheitsmaßnahmen dagegen etwas sagen?«

Nele guckt ein bisschen sauer. Das Baby dürfe eben nicht auf einer weichen Matratze auf dem Bauch schlafen, sagt sie, und die Eltern müssten ihre Kissen und Decken von ihm fernhalten, damit es nicht ersticke. Aber das sei ja wohl kein Problem.

»Es sollte auch nicht an die Wand gedrückt werden im Schlaf. Und natürlich nicht aus dem Bett fallen. Also am besten zwischen den Eltern schlafen. Nur eben weit weg von Kissen und Decken«, ergänzt Philipp freundlich.

Ein paar Eltern wechseln beunruhigte Blicke. Wahrscheinlich fällt ihnen gerade auf, dass ihre Betten gar nicht drei Meter breit sind.

Nele wechselt schnell das Thema und erzählt uns alles über Milchschorf. Ich rutsche herunter, bis mein Hinterkopf auf Philipps Oberschenkel liegt, und schaue ihn ab und zu heimlich von unten an. Manchmal bemerkt er es und schaut zu mir runter. Dann lächeln wir uns an.

Ich fürchte, ich bin sein größter Fan.