Epilog
Roland
Ich knöpfte Beaus Strampelanzug zu. Er sah aus wie ein hässlicher Weihnachtspullover, den man an eine Nikolaus-Hose genäht hatte, aber eigentlich war es nur eine Variante seines normalen Pyjamas. Nun war er fertig und ich hob ihn vom Wickeltisch und gab ihm einen Schmatzer auf die mollige Wange. „Bist du bereit, Beau?“
„Kommt ihr beide jetzt mit runter, oder nicht?“ Stewart steckte den Kopf zur Tür des Kinderzimmers herein. Er sah schon ziemlich mitgenommen aus, obwohl die Party noch gar nicht angefangen hatte. „Ich brauche meine hübsche Begleitung, wenn die Gäste eintreffen.“
„Redest du von mir oder von Beau?“ Ich ging zu ihm und gab ihm einen schnellen Kuss, bevor ich ihm Beau übergab. „Denn wenn du willst, dass ich diesen albernen Pullover anziehe, den du mir geschenkt hast, dann muss ich ihn noch überziehen, bevor ich runterkomme.“
„Ja, den ziehst du an.“ Er schob das Baby auf die Seite und deutete auf den Pullover, den er bereits trug. „Auf meinem steht ‚Nama‘. Und auf deinem ‚Sleigh‘. Wenn du deinen nicht anziehst, dann ergibt es keinen Sinn.“
„Äh, ich bin mir nicht sicher, ob es Sinn ergibt, selbst wenn ich ihn anziehe.“
Er gab vor, beleidigt zu sein. „Tut es. Und es ist ein niedliches Wortspiel.“
Ich wich ihm aus, als er versuchte, mir auf den Arm zu klatschen.
„Und als Teilhaber dieses wundervollen Gasthofes musst du dich daran gewöhnen, niedlich zu sein und Wortspiele zu machen.“
„Ja, Liebes.“ Ich klatschte ihm auf seinen niedlichen Hintern und ging in unser Zimmer, um mich umzuziehen. Ich musste nur noch den Pullover überziehen, denn gegen meine Jeans und Schuhe hatte Stewart nichts einzuwenden. Da wir nun gemeinsam den Gasthof führten, musste ich ein gewisses Aussehen präsentieren, und im vergangenen Monat war das vor allem für Feiertage angemessene Outfit vorgesehen, ob nun Gäste da waren oder nicht. „Ist das mehr nach deinem Geschmack?“
Er küsste mich fest auf den Mund. „Du bist definitiv sehr nach meinem Geschmack und siehst außerdem hinreißend aus.“
Ich wackelte mit den Augenbrauen. „Du kannst mir später mehr davon vorschwärmen, jetzt sollten wir deine Party starten lassen.“
„Es ist nicht nur meine Party.“ Wir gingen gemeinsam die Treppe hinunter, ich hatte meine beiden Jungs dabei sicher im Arm. „Die Gäste haben sich genauso gefreut, herzukommen, wie ich mich bei der Einladung.“
Ich schüttelte den Kopf. „Ich bin erstaunt, dass so viele Gäste vom letzten Jahr auf ihre Weihnachtsfeier verzichten, um mit uns zu feiern.“
„Wovon redest du?“ Stewart sah mich an, als hätte ich den Verstand verloren. „Wir sind tolle Gastgeber und alle hatten ihren Spaß. Wer würde da nicht gern wiederkommen für Plätzchen, Staffellauf und Weihnachtslieder?“
Ich drückte ihn fest. „Es gibt keinen Ort, an dem ich lieber wäre.“
„Eben!“ Er drehte sich in meinen Armen am Fuß der Treppe, direkt unter einem der Mistelzweige, die er an mindestens zwanzig Stellen im ganzen Haus unbedingt aufhängen wollte. „Und ich möchte an keinem anderen Ort der Welt sein. Jetzt und bis in alle Ewigkeit.“
Ich küsste ihn langsam, dankbar für die dramatischen und wunderbaren Veränderungen, die mir in den letzten zwölf Monaten widerfahren waren. „Wenn ich mich recht erinnere, ist es genau ein Jahr her, dass der kleine Fratz hier gezeugt wurde.“ Ich strich über den weichen Flaum auf Beaus Kopf. „Vielleicht ist es an der Zeit, an Nummer zwei zu arbeiten.“
Die Türglocke ertönte, als er gerade antworten wollte. „Merk dir deine Rede für ein paar Stunden. Wir geben erst noch eine Party, aber anschließend zeige ich dir meine Wertschätzung.“
Und so begann eine Weihnachtstradition, die während eines Eissturms ihren Anfang genommen hatte und sich bis zum Ende unserer Tage fortsetzen würde.