Kapitel 25

C lever von dir, die Kette dort zu verstecken, wo es kein Kemana gibt und die Höhe Energie raubt. Es ist schwerer zu sagen, wo sie ist. Schwerer … aber nicht unmöglich.« Rhazdon stand bedrohlich über dem sich duckenden Zauberer. Sie konnte die Halskette zu seinem Haus zurückverfolgen, aber nicht den genauen Raum. »Ich bin etwas knapp an Zeit, dein Glückstag.«

Sie hielten sich im großen Wohnzimmer des Zauberers am prasselnden Feuer am Rande von Denver, Colorado auf. Die Tentakel auf ihrem Kopf fielen in Wellen über ihre Schultern und wärmten sich. Der Zauberer saß in seinem ledernen Ohrensessel und dachte über seine Möglichkeiten nach. Er maß seine eigene dunkle Magie. Erst verschwinden Menschen aus unserem Clan und jetzt das. Er war sich nicht sicher, was er tun sollte.

»Du siehst doch, wie viel Sinn ich ergebe, oder?« Rhazdon lächelte, ihre Augen waren eisig schwarz. Sie trug schenkelhohe Wildlederstiefel und eine dunkelbraune Lederhose mit einer salbeigrünen Tunika, die in der Taille gegürtet war. Ihre alte Kleidung aus ihrer Zeit auf Oriceran vor Jahrhunderten, die sie an ihre Kurven angepasst hatte. Endlich konnte sie sie aus dem Versteck holen .

Das einzige Zugeständnis daran, auf der Erde zu sein, war der lange malvenfarbene Wintermantel, den sie mit den Händen an den Hüften offen hielt. »Du übergibst mir die Kette, die deine Familie mir weggenommen hat und kämpfst an meiner Seite. Oder du stirbst hier und jetzt und ich nehme dieses Haus auf der Suche nach ihr auseinander. Du hast die Wahl, natürlich. Ich bin gerne fair.«

Eine Hexe erschien an der Tür und hielt ihr die Halskette hin.

»Kluge Frau. Ein Teil der Entscheidung ist bereits gefallen. Jetzt der Rest.« Rhazdon legte den Kopf schief. »Mit mir kämpfen oder lieber zu Hause bleiben?«

Der Zauberer schluckte schwer. »Natürlich kämpfen wir mit dir. Ich werde dafür sorgen, dass die anderen Familien es verstehen.«

»Hier, bitte.« Rhazdon nahm die Halskette und spürte, wie der Strom der Magie sie durchströmte. »Wunderschön«, flüsterte sie und bewunderte die Form des Diamanten mit dem O-Schliff in der Mitte.

Der Zauberer stand auf und griff nach dem Stuhl. »Rhazdon …«

Seine Frau schüttelte den Kopf, aber er musste es wissen.

»Was ist los? Lass ihn sprechen.«

»Es gibt viele Geschichten über dich. Legenden, die in meiner Familie weitergegeben werden.«

»Schmeichelei, kein schlechter Anfang.«

»Alle sprechen davon, dass du Allianzen bilden wolltest. Du warst daran interessiert, eine neue Welt für magische Menschen zu schaffen. Du wolltest, dass wir Respekt haben. Deine Gefolgschaft war dir wichtig. Hat sich das alles geändert?«

Rhazdon ballte eine Faust an ihrer Seite und umklammerte die Halskette fester. Währenddessen vermischte sich die Energie, die durch ihren Kopf floss, mit dem Puls der dunklen Magie, der ihre Adern erfüllte, nachdem sie so viele Jahre darauf gewartet hatte, aus ihrem Versteck zu kommen. Sie fühlte sich benommen, fast schwindlig. Fast . »Das ist alles, was ich je wollte«, sagte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen. »Wir haben zumindest so viel verdient. Anerkennung für das, was wir sind, was wir tun können! Ich hatte immer die besten Absichten …«

Sie schaute ins Feuer, verloren in Erinnerungen, die über achthundert Jahre alt waren. »Es gab eine Zeit, in der die Atlanter überall auf dieser Welt waren. Sie wurden von allen auf der Erde respektiert. Wir haben die Technologie weiter entwickelt, als die Menschen es bis heute geschafft haben! Aber das interessierte niemanden.« Sie schüttelte den Kopf und sah den Zauberer an. »Sie haben meine Art ausgerottet. Der einzige sichere Ort, an dem ich leben konnte, war auf Oriceran … im Geheimen.« Ein Lächeln kehrte in ihr Gesicht zurück und sie verzog ihre Lippen zu einem Grinsen. »Aber heute ist ein neuer Tag. Es gibt neue Anhänger in den magischen Gemeinschaften auf der Erde und einige auf Oriceran. Wir können die Vergangenheit ruhen lassen und neu aufbauen. Einen Abschluss finden.«

»Warum dann der Kampf?«

Rhazdon spürte die Welle der Wut und schickte einen Feuerball in die Mitte des Kamins, sodass die Flammen in das Wohnzimmer schlugen. »Meinst du, das war meine Idee? Ist es das, was du sagst? Ich verteidige mich doch nur! Genau wie früher«, zischte sie. »Sie sind hinter mir her. Kein Platz am Tisch, schon wieder. Niemand kann mich in Frieden leben lassen, um ein paar Anhänger zu sammeln. So soll es sein. Es ist, wie es ist. Wir verteidigen unsere Rechte.«

Die Hexe stampfte die Glut auf dem Perserteppich aus, als der Zauberer zwischen seiner Frau und Rhazdon stand. »Wo soll ich euch alle treffen?«

»Ein Lieblingskemana von mir heißt Enchanted Rock. Da gibt es eine gewisse Halb-Lichtelfe, die ich unbedingt kennenlernen muss. Ich habe viel Gutes über sie gehört und ich habe das Gefühl, dass sich die Sache ewig hinziehen wird, wenn wir uns nicht gegenseitig einschätzen und es hinter uns bringen. Sag ihnen, dass sie morgen Abend da sein sollen. Ich sorge dafür, dass Leira Berens eine Einladung erhält, damit sie unser Treffen nicht verpasst. Die Scheiße geht ab.«