Budget

Flug

Der Flug ist eine der größten Ausgaben. Aus der Beispielrechnung des Budgets habe ich ihn bewusst herausgelassen, weil ein Vergleich schwierig ist. Ich habe einige Te-Araroa-Wanderer getroffen, die entweder spontan entschieden hatten, den Te Araroa Trail zu wandern, weil sie bereits als Tourist in Neuseeland waren und erst dort das erste Mal davon hörten. Andere waren mit einem Around-The-World-Ticket unterwegs und reisten weder aus Europa ein noch nach Europa zurück.

Solltest du aus Deutschland einreisen und nach dem Trail auch wieder dorthin zurück fliegen, plane mit ca. 900 EUR für hin und zurück, wenn du rechtzeitig buchst.

In die Gesamtberechnung für das Budget am Ende dieses Kapitels ist der Flug aus den o. g. Gründen nicht enthalten.

Unterkunft

Es gibt überraschend viele Möglichkeiten, auf dem Te Araroa Trail zu übernachten. Am häufigsten wirst du wohl im Zelt übernachten. Bei mir waren das ca. die Hälfte aller Nächte. Ich unterscheide zwischen kostenlosem und bezahltem Zelten. Kostenlos ist es auf Land im Besitz des Department of Conservation (DOC) und auf Privatgrundstücken (nur mit Erlaubnis!). Findest du beide Varianten nicht vor, bleibt dir nur ein organisierter Campingplatz. Dort bezahlst du zwischen 6 NZD auf einem DOC-Campingplatz und bis zu 25 NZD in einem privaten Campingplatz. Der Komfort auf letzterem ist höher, du findest dort Duschen, eine Küche, Gemeinschaftsräume, Waschmaschinen und manchmal ein Café und einen Lebensmittelladen.

Die zweite Variante ist die Übernachtung in Hütten. Diese werden meistens vom DOC bewirtschaftet. Es gibt aber auch einige private Hütten. Ein sehr gutes Angebot ist der Hüttenpass. Für 92 NZD bekommst du eine Flatrate für alle DOC-Hütten in ganz Neuseeland für sechs Monate. Lediglich die Hütten auf den Great Walks sind davon ausgenommen.

Ich habe 30 Nächte in Hütten verbracht. Bezahle ich diese Nächte einzeln, macht das je nach Standard der Hütte 5–10 NZD. Wenn ich mit einem Durchschnitt von 7,50 NZD rechne, ergibt das bei 30 Nächten 225 NZD. Der Hüttenpass ist also definitiv sein Geld wert. Wenn du vorhast, länger in Neuseeland als nur für den Te Araroa Trail zu bleiben, dann kannst du als Mitglied beim Jugendherbergsverband YHA („Youth Hostel Association“) sogar einen Zwölf-Monats-Pass für 100 NZD bekommen. So kannst du später einfach in Hütten statt in einem Hostel schlafen und eine Menge Geld sparen.

Die dritte Variante sind Übernachtungen in Hostels, es gibt aber auch Motels, Hotels, B&Bs und Möglichkeiten über AirBnB. Alles ist eine Frage des Geschmacks und des gewünschten Komforts. Die meisten Te-Araroa-Wanderer bleiben aber während ihrer Pausentage in Hostels. Eine Nacht kostet dort im Schnitt 30 NZD. Falls du mindestens zehn Nächte in einem Hostel des BBH-Netzwerkes („Budget Backpacker Hostels“) bleibst, lohnt sich dort eine Mitgliedschaft.

In jedem Fall solltest du ein YHA-Mitglied werden. Die Jahresmitgliedschaft kostet 25 NZD und du bekommst für jede Übernachtung 3 NZD Rabatt. Außerdem kannst du dich als „Low Carbon Traveler“ kostenlos registrieren und bekommst in einigen YHA-Hostels damit bis zu 11 NZD Rabatt und die Mitgliedschaft rechnet sich so bereits nach drei Nächten. Die Bedingung für diesen Status ist, dass du ohne CO2-Ausstoß anreist, d. h. zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Um anerkannt zu werden, musst du dich per E-Mail bewerben. Nähere Informationen dazu findest du auf der Internetseite www.yha.co.nz.

Die vierte Möglichkeit, auf dem Te Araroa Trail unterzukommen, ist der sogenannte „Homestay“, also die Übernachtung bei jemandem zu Hause. Entweder du kennst jemanden oder du bist mit anderen unterwegs, die jemanden kennen. Oft führt ein Zufall zum nächsten und schon wirst du bei einem Einheimischen zu Hause eingeladen. Manchmal kommst du auf der Suche nach einem Campingplatz auch an Häusern von Farmern vorbei. Da klingelst du dann und fragst nach einer Möglichkeit, dein Zelt irgendwo aufzubauen. Entweder darfst du das dann auf deren Grundstück machen oder mit etwas Glück wirst du sogar direkt in das Haus eingeladen und schläfst auf der Couch oder im Gästebett. Te-Araroa-Wanderer erleben die verrücktesten Geschichten während dieser Abenteuer. Es lohnt sich nicht nur finanziell, sondern so bekommst du einen intensiven Einblick in die neuseeländische Kultur und du hast die Möglichkeit, Freundschaften mit Einheimischen zu entwickeln.

Wenn du die Hälfte deiner Nächte im Zelt verbringst und die andere Hälfte entweder in Hütten oder günstigen Hostels, dann wirst du im Durchschnitt ca. 10 NZD pro Nacht ausgeben (inkl. YHA-Mitgliedschaft und Hüttenpass). Bei einer angenommenen Wanderzeit von fünf Monaten ergibt das 1 500 NZD.

Verpflegung

Du kannst dich entweder komplett selbst verpflegen oder jede Gelegenheit für ein Restaurant oder einen Kaffee ausnutzen.

Die meisten Te-Araroa-Wanderer verpflegen sich während eines Streckenabschnitts von wenigen Tagen selbst und gönnen sich dann während ihren Pausentagen mal eine gute Mahlzeit im Restaurant. Auch in großer Runde selbst zu kochen, ist sehr beliebt.

Besonders auf der Nordinsel wirst du unterwegs häufiger in Versuchung geführt. Es gibt mindestens alle zwei Tage irgendeinen kleinen Laden, bei dem du wenigstens einen Fleischkuchen (ein Blätterteiggebäck mit Fleischfüllung) oder einen Kaffee kaufen kannst. Und selbst, wenn du genug Verpflegung in deinem Rucksack dabei hast, ist die wohltuende Wirkung des Genusses einer warmen und kalorienreichen Mahlzeit oder eines leckeren Snacks nach einem Tag voller Wind und Regen nicht zu unterschätzen.

Wenn du es schaffst, diese Snacks nur als Ausnahmen zu genießen, du unterwegs deine eigene Wandernahrung futterst und dir ein bis zwei Mal pro Woche ein Essen im Restaurant gönnst, wirst du im Schnitt auf 18 NZD pro Tag für eigene Verpflegung und auf 11 NZD pro Tag für Verpflegung auswärts kommen. Bei einer angenommen Wanderzeit von fünf Monaten ergibt das 4 350 NZD.

Transport

In einigen Teilstrecken ist der Te Araroa Trail unterbrochen und du musst entweder ein Boot zum Übersetzen einer Meerenge nehmen oder einen Shuttle-Bus um einen See oder Fluss zu umrunden (z. B. Rangitata River oder Lake Wakatipu).

Während du statt eines Busses auch wandern oder per Anhalter fahren kannst, wirst du die Fähre zwischen Nord- und Südinsel nicht vermeiden können.

Es gab bereits Ausnahme-Wanderer, die diese Strecke namens „Cook Strait“ mit dem Kayak zurückgelegt haben. Allerdings ist das sehr gefährlich, da das Wetter dort immer sehr rau ist, und deshalb nur für sehr erfahrene Kayak-Fahrer zu empfehlen.

Solltest du Kosten sparen und statt mit einem Shuttle lieber per Anhalter fahren wollen, plane mindestens einen Tag länger ein, denn diese Streckenabschnitte liegen meist in dünn besiedelten Gebieten und es ist nicht garantiert, sofort eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen.

Ein Abschnitt des Te Araroa Trails wird auf dem Whanganui River per Kanu oder Kayak zurückgelegt. Die Ausleihgebühr dafür beträgt 250 NZD. Die meisten Anbieter verlangen den selben Preis und dabei ist es auch unerheblich, ob du drei oder sieben Tage paddelst. Manche Anbieter geben einen Rabatt, wenn du dich mit einer großen Gruppe von zehn Personen oder mehr anmeldest. Das gilt es aber dann vor Ort abzuklären. Für dein Budget planst du sicherheitshalber mit 250 NZD.

Da ich während meiner Wanderung alle oben genannten kostenpflichtigen Transportmöglichkeiten genutzt habe, sind meine Ausgaben repräsentativ: 540 NZD. Das verändert sich nicht durch die Dauer deiner Wanderung, wohl aber durch dein gewünschtes Komfortlevel. Fährst du auch mal per Anhalter, kannst du diese Zahl noch etwas reduzieren. Mehr wird es allerdings nicht werden.

Ausrüstung

Die Kosten für die Erstanschaffung deiner Ausrüstung lasse ich aus dem Budget raus. Manch einer besitzt schon eine komplette Ausrüstung und eine anderer muss sich vielleicht alles neu beschaffen. Auch Ersatzschuhe solltest du schon vorher besorgen und in deine Bounce Box packen.

Trotzdem wird es vorkommen, dass du unterwegs etwas ersetzen musst. Das sind dann hoffentlich nicht so wichtige Dinge wie dein Rucksack oder dein Zelt, wobei auch das passieren kann. Aber eventuell brauchst du mal ein neues T-Shirt, einen weiteren Drybag oder du musst einen gebrochenen Wanderstock ersetzen. Nach meinen eigenen Erfahrungen und Gesprächen mit anderen Wanderern ist ein Betrag von mindestens 300 NZD einzuplanen.

Porto

Auf der Südinsel wirst du dir ein paar Mal ein Verpflegungspaket in eine abgelegene Region schicken müssen. Du kannst grundsätzlich auch per Anhalter die offizielle Strecke verlassen und dich in der nächstgrößeren Stadt eindecken, jedoch musst du da manchmal mehr als 100km fahren.

Hast du eine Bounce Box und schickst sie vor dir her, kommt es darauf an, wie oft du das machst und nach welchen Entfernungen du sie jeweils einsammelst. Für meine Berechnung habe ich zwei Sendungen pro Insel einbezogen.

Porto für vier Mal Bounce Box und vier Verpflegungspakete hat mich ca. 120 NZD gekostet. Die aktuellen Preise findest du auf www.nzpost.co.nz.

Sonstiges

Das Wandern auf dem Te Araroa Trail kostet keine Gebühr. Lediglich für den Queen Charlotte Track wird eine Gebühr von 18 NZD erhoben. Alle anderen Wege, auch offizielle Wanderstrecken, die der Te Araroa Trail kreuzt, sind kostenlos zugänglich. Um den Te Araroa Trust trotzdem zu unterstützen, kannst du auf dessen Homepage gerne eine Spende hinterlassen.

Zwischendurch möchtest du vielleicht ein Bier trinken, ins Kino gehen oder dir ein Museum anschauen. Eine grobe Orientierung dafür sind 400 NZD, wenn du ein paar Sachen unternimmst, es mit Party und Tourismus aber nicht übertreibst.

Zusammenfassung

Wie viel du während deiner Wanderung ausgibst, hängt von drei Faktoren ab.

Erstens stellt sich die Frage, wie viel Komfort du dir wünschst. Es macht einen großen Unterschied, ob du aus Prinzip ausschließlich im Zelt schläfst oder alle zwei Tage ein Einzelzimmer in einem Hotel brauchst.

Zweitens kommt es darauf an, wie lange du reist. Brauchst du drei statt sechs Monate für deine Wanderung, gibst du insgesamt natürlich viel weniger aus.

Drittens ist es wichtig, Aktivitäten in die Budgetplanung mit einzubeziehen, die nichts mit dem Te Araroa Trail zu tun haben. Vielleicht willst du unterwegs mal einen Hubschrauber-Rundflug machen oder Fallschirmspringen gehen. Du kannst das natürlich auch alles noch nach deiner Wanderung machen, aber überlege dir gut, wie du das einplanst.

Alles in allem bist du bei 7 210 NZD für eine Wanderung von fünf Monaten, also 1 442 NZD pro Monat. Manch einer mag so viel für eine Woche Urlaub auf einer Karibikinsel ausgeben. Der Flug ist wie zu Kapitelbeginn erwähnt nicht berücksichtigt.

Diese Zahl ist aber mit Vorsicht zu genießen. Das ist lediglich ein Erfahrungswert und eine Empfehlung von mir. Es ist durchaus möglich, deine Ausgaben noch zu verringern, indem du dich immer selbst verpflegst, von Hostels oder gar Hotels fern bleibst und ein eher zurückhaltender Zeitgenosse mit wenig Party bleibst.

Wünschst du dir mehr Komfort und unternimmst auch viel abseits des Te Araroa Trails, dann kann es auch um einiges teurer werden.