Navigation

Auf der Nordinsel siehst du meistens die berühmten „Marker“, kleine orangefarbene Dreiecke, die als Wegmarkierung dienen. Sei immer wachsam, denn sie zeigen nicht nur die Route des Te Araroa Trails, sondern sind generelle Wegweiser für alle Wanderwege in Neuseeland. Gerade in Gegenden, wo sich mehrere Wanderwege kreuzen, kann das sehr verwirrend sein. Da kommt es darauf an, dass du gut navigieren und dich schnell orientieren kannst.

Im Kapitel Vorbereitung habe ich bereits die nötigen Voraussetzungen beschrieben. Hast du eine funktionierende Navigations-App mit einer topographischen Karte und den Wegpunkten, ist das eine gute Basis, um mit dem Smartphone zu navigieren. Als Reserve für den Notfall hast du nun noch die Karten auf Papier. Damit sparst du außerdem auch Strom, da du nicht ununterbrochen das GPS im Smartphone nutzen musst.

Auch wenn du einen Kompass selten brauchen wirst, kann er ab und zu sehr nützlich sein, z. B. in den dichten Wäldern der Nordinsel. Dort siehst du nichts außer Bäumen. Du weißt nicht, wo die Sonne steht und hast keinen Fluss, kein Tal und keine Berge, die dir die Orientierung vereinfachen. Kommst du dann z. B. zu einer Kreuzung und erkennst auf der Karte, dass du von zwei möglichen Wegen den linken nehmen musst, siehst du eventuell einen unerwarteten dritten Weg, der auf der Karte nicht eingetragen ist. Dann kannst du mithilfe des Kompasses prüfen, welcher Weg der für dich relevante ist.

Auf der Südinsel gibt es generell weniger Markierungen. Das Gelände ist meist offener und du kannst viel weiter in die Ferne blicken. In den Wäldern der Nordinsel hingegen findest du teilweise alle fünf Meter eine Markierung.

Das Navigieren im Gelände auf der Südinsel ist etwas einfacher. Meistens hast du einen sich wiederholenden Ablauf von Berg hoch, über den Sattel drüber, runter bis zum Fluss, diesem dann folgen bis ins Tal, im Tal entlang und beim nächsten Berg wieder bergauf bis zum Sattel und dann wieder von vorn.

Du solltest aber zumindest ein paar Grundsätze des Navigierens und der Arbeit mit Karte und Kompass vorher geübt haben. Dazu zählen das Einnorden einer Karte mit und ohne Kompass, das Bestimmen der Himmelsrichtung mithilfe von Sonnenstand und Uhrzeit und das Lesen von Höhenlinien auf der Karte.

Beachte auch, dass die Sonne auf der Südhalbkugel mittags im Norden im Zenit steht (also umgekehrt wie bei uns in Europa), aber trotzdem im Osten auf- und im Westen untergeht (also genauso wie bei uns in Europa).

Weiterhin ist die Deklination sehr hoch, teilweise bis zu 24°. Das bedeutet, die Himmelsrichtung auf der Karte weicht um bis zu 24° von der magnetischen Richtung des Kompasses ab. Wie hoch die Deklination dort ist, wo du dich gerade befindest, ist auf den offiziellen Te-Araroa-Karten eingetragen. Bei modernen digitalen Kompassen kannst du die Deklination einstellen. Beim klassischen, analogen Kompass musst du sie immer beachten und im Kopf umrechnen.