Er fühlte sich vertraut in Charlottes Hand an. Ein Mann war ein Mann war ein Mann, dachte sie. Alles andere, all die anderen Teile von ihm, seine Finger, sein Mund, der Rhythmus seines Atems, der fremdartige Geschmack seiner Haut – all das ließ es ihr so vorkommen, als sei sie eingeschlafen und zufällig im Traum einer anderen Frau gelandet.
Huch! Entschuldigung! Ich finde selbst hinaus.
Äh, na ja, vielleicht noch nicht jetzt sofort, wenn Sie nichts dagegen haben.
Denn es war ein äußerst angenehmer Traum. Charlotte ließ die Augen offen, als Frank gegen sie, in sie, durch sie hindurch stieß. Sie beobachtete sein Gesicht, seine Augen. Im Augenblick der Vereinigung konnte sie spüren, wie sich seine Bauchmuskeln anspannten. Und dann trat ein Lächeln auf sein Gesicht. Kurz dachte sie, er würde ihr vielleicht zuzwinkern, aber er tat es nicht.
Wer bist du?
Aber eigentlich war das nicht die Frage, die ihr durch den Kopf ging, auf die sie eine Antwort suchte.
Wer bin ich?
Sie hatte Angst, war voller Euphorie und vor allem neugierig. Wer bin ich? Das Sonntagsessen mit Dooleys Familie war fünf Tage her. Es kam ihr vor, als wären es fünf Jahrhunderte. Jenen Zeitpunkt und jenen Ort gab es nicht mehr, auch »Charlotte Roy« gab es nicht mehr, sie war unter Vulkanasche begraben und für immer der Nachwelt verloren. Das Hier und Jetzt war ein Zimmer in einem alten Hotel mit einer Deckenlampe aus Messing und Rindsleder und ein Mann, den sie kaum kannte und der gerade an ihrem Ohrläppchen knabberte.
Rhythmisch bewegte er sich auf und ab. Sie hob ihm das Becken entgegen und rutschte ein Stück nach links. Noch mehr Erinnerungen: die ersten paar Male mit ihrem ersten Freund, die ersten paar Male mit Dooley. Diese Zeit der vorsichtigen Erkundung und höflichen Anpassung, der etwas mechanischen Durchführung der Schrittfolge anstatt sie zu tanzen. Verzeihung, Madam. Erlauben Sie, Sir. Haare, die an der empfindlichen Innenseite ihrer Oberschenkel entlangstreiften, das überraschende Aneinanderstoßen von Knochen an Knochen. Charlotte war so lange mit Dooley zusammen gewesen, dass der Sex zwischen ihnen mühelos vonstatten ging, eine träge, fast automatische Abfolge von Bewegungen. Sie konnten es beinahe tun, ohne sich zu berühren.
Wieder lächelte Frank sie an. »Du denkst zu viel nach.«
Das wusste sie. Trotzdem. »Ein bisschen dreist von dir, das zu behaupten, oder?«
»Hör auf, so viel nachzudenken.«
»Dann bring mich doch dazu.«
Er zog sich langsam aus ihr zurück, bis sie kaum noch verbunden waren, dann ließ er sich noch langsamer wieder in sie hineingleiten. Sie legte ihm die Beine um die Taille und versuchte, ein wenig zu Atem zu kommen, aber er ließ sie nicht. Ihr Kopf stieß gegen das Kopfteil des Bettes – sie hörte, spürte es aber nicht –, und jetzt tanzten sie, da war kein Nachdenken mehr. Sie stieß ihn neben sich aufs Bett und setzte sich rittlings auf ihn. Er hob sie von sich herunter und warf sie neben sich auf die Matratze. Sie vergaß Dooley. Sie vergaß Oklahoma. Sie vergaß alles um sie herum und konzentrierte sich ausschließlich auf ihre eigene Lust. Als sie kam, griff sie nach den schmiedeeisernen Verzierungen des Kopfteils, damit sie nicht in die Tiefen des Alls abdriftete, und versetzte Frank dabei versehentlich einen Nasenstüber.
»Tut mir wirklich leid«, sagte sie, nachdem sie eine Minute lang (oder waren es fünf?) vollkommen schlaff wie eine Tote dagelegen, die überallhin verstreuten Teile ihrer selbst zusammengeklaubt und wieder zusammengesetzt hatte.
Er lachte. »Nächstes Mal nehm ich meine Deckung hoch.«
»Du blutest ja.«
»Ach was.« Er prüfte seine Nase mit zwei Fingern. »Oh, tatsächlich.«
Während er im Bad war, ging Charlotte zurück in ihr Zimmer. Die Mädchen wachten nicht auf. Der Hund trottete ihr hinterher und legte sich auf die Fliesen, um Wache zu halten, während sie duschte.
»Wäre nett, wenn du deine Meinung für dich behältst«, sagte sie zu ihm.
Aber der Hund war bereits wieder eingeschlafen. Sie musste lachen. Weil es ihm piepegal war, was sie tat und mit wem, und jetzt konnte es Charlotte ebenfalls piepegal sein. Diese Einsicht erfüllte sie mit Helium und Sonnenschein. Sie blieb so lange unter der Dusche, wie sie es aushalten konnte, und ließ sich das heiße Wasser in verschwenderischer Menge über die Kopfhaut und zwischen den Schulterblättern herunterrinnen.
Beim Zähneputzen betrachtete sie sich im Spiegel. Wer bin ich? Sie sah dieselben vertrauten Augen (ihrer Meinung nach zu groß und etwas zu weit auseinanderstehend), dasselbe vertraute Muttermal am Hals (als Teenager hatte sie sich deswegen geschämt, aber mittlerweile hatte sie sich daran gewöhnt), dieselbe vertraute Nase, Lippen und Kinn.
Aber Äußerlichkeiten konnten täuschen. Die Frau, die die schmutzige Werkstatt in Santa Maria betreten hatte, war nicht dieselbe, die wieder herausgekommen war. Die Entscheidung, die Charlotte an jenem Tag getroffen hatte – Dooley und Oklahoma ein für alle Mal hinter sich zu lassen und aufzuhören, an sich selbst zu zweifeln –, war der Anfang einer inneren Veränderung für sie gewesen. Sie hatte es gespürt, wie die Äste eines Baumes, die sich leise wiegen, wenn ein Wind aufkommt.
Als Frank angeboten hatte, sie nach Las Vegas zu fahren, hätte Charlotte die ganze Nacht kein Auge zutun, hin und her überlegen und nicht so schnell nachgeben sollen. Zugegebenermaßen hatte auch einiges in dieser Richtung stattgefunden. Schließlich war sie nicht naiv. Sie hatte gewusst, dass Frank sich zu ihr hingezogen fühlte und seine Großzügigkeit nicht ganz uneigennützig war. Und er hatte etwas an sich, das Charlotte noch immer nicht richtig greifen konnte, eine gewisse charakterliche Vielschichtigkeit, die nicht zu dem zu passen schien, was er ihr über sich erzählt hatte.
Tief in ihrem Innern hatte sie allerdings ein gutes Gefühl gehabt, was ihn anging. Und sie hatte diesem Gefühl vertraut, sich selbst vertraut, die richtige Entscheidung zu treffen.
Wenn Charlotte das meiste aus diesem, ihrem einzigen Leben machen wollte, wenn sie Rosemary und Joan dabei unterstützen wollte, dasselbe zu tun, musste sie jede sich ihr bietende Gelegenheit beim Schopf packen – don’t think twice.
Am Samstagmorgen weckte sie die Mädchen früh, damit sie sie zur Hunderunde begleiten konnten. Sie beklagten sich zwar, aber Charlotte blieb eisern. Sie hatte schon zu lange damit gewartet, ihnen die Wahrheit zu sagen.
In einer Bäckerei ein paar Blocks weiter gab es Schweinsöhrchen mit Puderzucker. Charlotte kaufte eins, das sie sich teilen konnten, und sie suchten sich ein Plätzchen auf den sonnigen Stufen vor dem Gerichtsgebäude. Rosemary erklärte Joan, dass es sich bei Schweinsöhrchen nicht wirklich um Schweinsöhrchen handelte, keine Sorge, die hießen nur so, denn niemand würde je wirklich ein richtiges Schweinsöhrchen essen.
Charlotte fragte sich, wann Joan die Nase voll von Rosemary haben würde. Joan hatte die Geduld eines Hiob, aber früher oder später – in der Junior High oder in der Highschool oder zu Joans Hochzeit, wenn Rosemary auf dieses Musikstück bestand, nicht das da – würde Joan sich zu Rosemary umdrehen und sagen: Mein Gott, jetzt halt doch einfach mal die Klappe. Oder vielleicht würde sie es auch nicht tun. Vielleicht war Rosemary genau die Schwester, die Joan haben wollte und die sie brauchte. Dieser Gedanke machte Charlotte glücklich.
»Kinder«, begann Charlotte. »Ich weiß, wie sehr ihr Daddy vermisst.«
»Er kommt doch zu uns nach Kalifornien«, sagte Rosemary. »Zu Tante Marguerite in das Haus am Strand, sobald er Urlaub hat. Er kommt mit dem Flugzeug. Stimmt doch, Mommy, oder? Wir bleiben zwei Wochen in Kalifornien, und wir fahren nach Disneyland.«
Charlotte staunte über die Schlussfolgerungen, die Rosemary sich einfallen ließ, immer so detailreich und überzeugend.
»Nein«, antwortete Charlotte. »Daddy kommt nicht zu uns nach Kalifornien. Er wird weiterhin in Oklahoma wohnen, und wir werden in Kalifornien wohnen.«
»Aber …«, wollte Rosemary einwenden.
»Manchmal ist es das Beste für Erwachsene, für Eltern, wenn sie an verschiedenen Orten leben. Das ist für alle das Beste. Ihr könnt trotzdem mit Daddy telefonieren. Und ihr werdet ihn auch nach wie vor sehen. Er wird euch besuchen kommen. Und ihr besucht ihn.«
»Aber …« Rosemary suchte verzweifelt nach einem Schlupfloch, einem schmalen Lichtstreifen, dem Geheimgang, der durch die Schlossmauern führte, die nicht so massiv waren, wie sie aussahen. Was, wenn … vielleicht …
Als schließlich die Wahrheit durch ihre Abwehrmechanismen gedrungen war, als Rosemary das Gesicht verzog und sie in Tränen ausbrach, fühlte Charlotte denselben Schmerz wie sie. »Komm her zu mir, Mäuschen«, sagte sie.
Rosemary schüttelte den Kopf und wankte schluchzend und nach Luft schnappend davon. Sie kam nur ein paar Schritte weit, bevor sie stolperte und sich das Knie an der Betonstufe aufschürfte.
Joan war noch vor Charlotte bei ihr. Sie setzte sich neben Rosemary auf den Boden und legte die Arme um sie. Rosemary versuchte, sich loszumachen, aber ruhig und beharrlich weigerte sich Joan loszulassen. Sie flüsterte Rosemary etwas ins Ohr, das Charlotte nicht hören konnte, bis Rosemary schließlich – endlich – tief Luft holte und aufhörte zu weinen.
Vorsichtig tupfte Charlotte Rosemary mit dem Taschentuch das Blut vom Knie, aber gab wohlweislich keinen Kommentar ab.
Als sie zurück ins Hotel kamen, war Frank in der Lobby, wo er neben dem Kamin stand und einen Kaffee trank. Als er Rosemarys verletztes Knie entdeckte, machte er ein besorgtes Gesicht.
»Leider hatte Rosemary einen kleinen Unfall«, erklärte ihm Charlotte. »Wir hatten uns gerade über Kalifornien unterhalten.«
Er verstand sofort und ging in die Hocke, um das Knie zu untersuchen. »Erzähl mir, was passiert ist, Rosemary. Und lass keine Einzelheiten aus.«
»Ich bin hingefallen«, sagte Rosemary leise.
»Das ist alles? Rosemary, ein Abenteuer wie das hier verdient eine spannende Geschichte, meinst du nicht auch?«
Rosemary schnüffelte und schniefte zwar immer noch, aber sie mochte Abenteuer, und Geschichten mochte sie auch. »Vielleicht«, räumte sie ein. »Ja.«
»›Ich bin hingefallen.‹ Das kannst du doch besser«, fuhr er fort. »Du hast eine Stunde Zeit. Wenn’s sein muss, auch zwei. Abgemacht?«
Oben auf dem Zimmer reinigte Charlotte das Knie mit Seife und klebte ein Pflaster darauf. Nach dem ganzen Weinen und dem Schweinsöhrchen mit Puderzucker musste Rosemarys Gesicht ebenfalls dringend gesäubert werden.
Sie packten ihre Taschen und trugen sie nach unten. Frank hatte bereits die Rechnung beglichen, also öffnete Charlotte ihre Geldbörse und nahm einen Zwanzigdollarschein heraus.
»Das Zimmer ist bereits bezahlt«, sagte er.
»Nein, ist es nicht.«
»Charlotte …« Aber als er merkte, dass sie nicht nachgeben würde, nahm er das Geld an. »Ich hole den Wagen.«
Während sie wartete, fragte sie den Empfangsmitarbeiter, ob sie das Telefon auf seinem Schreibtisch für ein R-Gespräch benutzen dürfte. Dooley nahm sofort ab, als ob er vor dem Telefon gesessen und nur darauf gewartet hätte, dass es klingelte.
»Charlie, bist du das?«, fragte Dooley.
»Ja, ich bin’s«, sagte sie.
»Wo zum Teufel bist du, Charlie? Du hast doch gesagt, du kommst nach Hause.«
Das hatte sie nicht gesagt. Sie wusste es ganz genau. »Ich komme nicht zurück, Dooley. Ich werde die Scheidung einreichen. Ich wollte dir nur sagen, dass es uns gut geht. Den Mädchen geht es gut. Ich will nicht, dass du dir Sorgen machst.«
»Ich soll mir keine Sorgen machen? Warum tust du mir das an, Charlie? Ich halt’s nicht aus, auch nur eine Sekunde länger von dir und den Mädchen getrennt zu sein.«
Er klang so, wie Rosemarys Knie aussah, aufgeschürft und wund. Als Charlotte schwieg, setzte er neu an, seine Stimme leiser, zärtlicher.
»Ich hör auf mit dem Trinken, Charlie. Ich weiß, ich bin ein Nichtsnutz, aber wenigstens das kann ich tun. Ich höre auf zu trinken, ich schwöre es. Zumindest das kann ich für dich tun.«
Charlottes altes Ich hätte Zweifel bekommen. War sie ein schlechter Mensch, weil sie den Mann, mit dem sie seit zehn Jahren verheiratet war, einfach verließ? Ihr neues Ich staunte darüber, wie leicht es ihr jetzt, von dieser neuen Warte aus, fiel, Dooleys verschiedene Taktiken zu durchschauen.
»Willst du mal mit den Mädchen sprechen?«, fragte sie.
»Ich will, dass ihr zurückkommt, Charlie. Das will ich. Jetzt hör mal zu. Wenn …«
»Auf Wiedersehen, Dooley. Pass auf dich auf, ja? Ich melde mich wieder, wenn wir in Kalifornien sind.«
Sie legte auf. Sie dachte kurz nach, dann fragte sie den Mann am Empfang, ob sie ein Ferngespräch machen und ihm das Geld geben könnte. Er war einverstanden, und Charlotte wählte Tante Marguerites Nummer.
»Tante Marguerite«, sagte Charlotte, als diese sich meldete, »ich bin’s noch mal. Charlotte.«
»Charlotte.«
Knapp, schroff, und gefolgt von etwas, das Charlotte als Seufzen interpretierte. Charlotte beschloss, es zu ignorieren. Genau wie sie beschloss, das plötzliche, panische Ziehen in ihrer Brust, die Schamesröte und die Stimme zu ignorieren, die ihr eindringlich ins Ohr flüsterte: Setz dich wieder, sei still, was fällt dir nur ein?
Es war durchaus möglich, stellte sie fest. Etwas zu fühlen, ohne sein Handeln davon bestimmen zu lassen. Es an der Tür klopfen zu hören, ohne dem Drang nachzugeben, aufzumachen. Die Welt ging nicht unter, Türme stürzten nicht ein. Das Leben ging weiter.
»Hallo, Tante Marguerite«, sagte sie stattdessen. »Wie geht’s dir?«
»Ich bin gerade ziemlich beschäftigt«, antwortete Marguerite.
»Dann werde ich mich kurzfassen. Mein Mann und ich lassen uns scheiden. Das ist beschlossene Sache. Ich habe es beschlossen. Und ich komme mit den Mädchen nach Los Angeles. Auch das habe ich beschlossen. Wir würden gerne ein, zwei Monate bei dir wohnen, bis ich eine Arbeit und eine dauerhafte Bleibe für uns gefunden habe.«
»Charlotte …«
»Ich weiß, du hast gesagt, es ist keine gute Idee. Da gebe ich dir absolut recht. Aber ich habe gerade keine bessere, Marguerite. Für mich ist das alles noch Neuland und ziemlich überwältigend, und mein Plan, zumindest soweit ich einen habe, ist, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Ein Schritt nach dem anderen. Meine Töchter sind sehr brav. Na ja, es sind kleine Mädchen, und bestimmt werden sie manchmal stören. Natürlich bin ich gerne bereit, mir ein Zimmer mit ihnen zu teilen. Wenn’s sein muss, schlafe ich auch gerne in der Besenkammer. Ich mache mir keine Illusionen darüber, wie schwer es in Los Angeles werden wird. Zumindest glaube ich, dass ich es nicht tue. Ich werde mein eigenes Auto mitbringen. Beziehungsweise hoffe ich, dass ich bis dahin eins habe. Ich weiß ganz genau, wie schwer mein Leben sein wird, egal, wo ich hingehe. Deswegen wäre ich auch so dankbar für deine Hilfe. Du bist die einzige Familie, die ich noch habe.«
Charlotte holte tief Luft. Eigentlich hatte sie vorgehabt, sich präziser auszudrücken, systematischer, aber sie glaubte, alles vorgebracht zu haben, was sie hatte vorbringen wollen. Egal, wie Marguerites Antwort ausfallen würde, zumindest fühlte Charlotte sich jetzt besser.
»Ich muss schon sagen.« Und dann fing Marguerite an zu lachen. Das war schon an sich eine Überraschung, aber umso mehr, da ihr Lachen – ein herzhaftes Dröhnen und ausgedehntes Perlen – keinerlei Ähnlichkeit mit ihrer schroffen, unterkühlten Sprechweise hatte. »Wie es scheint, lässt du mir ja keine Wahl.«
»Einen Hund haben wir übrigens auch«, merkte Charlotte an. »Der hat Epilepsie.«
»Ich habe eine einäugige Katze«, entgegnete Marguerite. »Vielleicht freunden die beiden sich ja an.«
Charlotte holte nochmals tief Luft und fing dann ebenfalls an zu lachen. »Danke, Marguerite.«
»Wann seid ihr da?«
»Wir machen erst für ein, zwei Tage einen Abstecher nach Las Vegas. Ich denke aber, bis Ende der Woche sollten wir in Los Angeles sein.«
»Na schön, dann richte ich schon mal die Besenkammer für euch her.«
Frank hatte das Auto geholt. Alle stiegen ein. Auf der Fahrt erzählte Rosemary die Geschichte von ihrem aufgeschürften Knie. Gesetzlose Banditen kamen darin vor, ein riesiger Indianer mit einem Tomahawk, der dringend einen Freund brauchte, und eine atemlose Verfolgungsjagd quer durch die Wüste. Und in diesem Stil ging es weiter. Charlotte, die zufrieden auf dem Vordersitz vor sich hindöste, musste lächeln. Rosemary war noch immer dabei, ihr Abenteuer mit weiteren Details auszuschmücken, als sie nach Norden abbogen und die Staatsgrenze von Nevada überquerten.